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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Architektur und Städtebau

Neues Historisches Museum Frankfurt eröffnet

2017, Oktober 6.

„Frankfurt einst?“ „Frankfurt jetzt!“
Wandel vom Historischen Fachmuseum zum Stadt- und Universalmuseum

Von Erhard Metz

Die Neubauten: links das (neue) Ausstellungshaus, rechts das Eingangsgebäude; eine Freitreppe führt auf den Museumsplatz, im Hintergrund der Stauferbau (um/nach 1200)

Frankfurt am Main feiert: Sein neues (und altes) Historisches Museum ist jetzt komplett – mit rund 650.000 Sammlungsstücken, 4.200 m² Ausstellungsfläche im Neubau und 1.700 m² im Altbau eines der größten Stadtmuseen in Europa, das größte wohl jedenfalls in Deutschland! Zu Recht spricht Direktor Jan Gerchow von einem Museumsquartier – prägt doch der fünf Gebäudeteile umfassende Altbau (oft Saalbau genannt) mit Wach- und Zollgebäude (2. Hälfte 19. Jh.), Rententurm (1454-1456), Bernusbau (1714-1717), Burnitzbau (1842-1843) und staufischer Saalhofkapelle (um/nach 1200) seit jeher das nördliche Mainufer, während der doppelteilige Neubau mit dem (neuen) Ausstellungshaus und dem Eingangsbau, die den neu geschaffenen Museumsplatz flankieren, dem südlichen Abschluß des Römerbergs zum Main hin ein spektakuläres architektonisches und städtebauliches Gepräge gibt.

Bereits von außen zeigt sich das neue Ausstellungshaus von seiner attraktiven Seite: Die mit 46 Spolien bestückte nördliche Fassade erinnert an die Pracht alter Frankfurter Bürgerhäuser. Ein wahres Schaustück bietet die Südfassade mit der Skulpturengalerie aus Figurationen antiker Gottheiten, Amphoren und Verkörperungen der schönen Künste aus Frankfurter Gärten des 17. bis 19. Jahrhunderts.

↑↓ Spolien an der Nordfassade, Skulpturengalerie an der südlichen, dem Museumsplatz zugewandten Seite

Frankfurt darf feiern und stolz sein – stolz auch auf den genius loci, diesen einzigartigen Standort dieses Museumsquartiers, nimmt es doch das Herz- und Kernstück des alten Frankfurt (an der den Fluß querenden Furt, am 22. Februar 794 erstmals in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt) ein. Weiterlesen

Spatenstich für das Casals Forum in Kronberg

2017, Oktober 2.

Auch Großes fängt mal klein an…

25 Jahre nach ihrer Gründung wird in Kronberg für die Kronberg Academy in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs ein besonderes Haus gebaut: das nach dem katalanischen Cellisten benannten Casals Forum – ein Konzertsaal mit erstklassiger Akustik und Ausstattung sowie ein angegliedertes Studien- und Verwaltungszentrum. Der Spatenstich fand am 1. Oktober 2017 in heiterster Stimmung statt.

Impressionen von Uwe Kammann

↑ Nun kann es losgehen: im künftigen Casals Forum werden die internationalen Nachwuchs-Topp-Musiker bald ein eigenes Dach über dem Kopf bekommen

↓ Mit vereinten Kräften legen Musiker, Lehrende der Kronberg Academy, Politiker und Sponsoren den Grund für das Casals Forum 

← Marta Casals-Istomin und Sir András Schiff, Künstlerischer Beirat der Kronberg Academy, sind voller Optimismus

Da war keine Steigerung mehr möglich: „Weltspitze“, „Weltklasse“ – diese Eigenschaften attestierte der hessische Kunst- und Wissenschaftsminister Boris Rhein der Kronberg Academy. Und fast im selben Atemzug auch dem Architektenbüro Staab aus Berlin. Das, wie es ja in einem hochklassigen Wettbewerb entschieden wurde, das Casals Forum in Kronberg bauen wird, als Ort des Musik-Machens und des Musik-Lernens, wie es Rhein auf eine kurze Formel brachte. Wobei natürlich auch dazugehört: des Musik-Hörens, in einem schon der Papierform nach beschwingten Saal.

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Orte der Reflexion und das Europa der Klöster

2017, September 2.

Klösterlich raffinierte Einfachheit

Eine Installation in situ von Prisca Cosnier in der Chapelle de Saint-Esprit

Text und Fotos: Petra Kammann
→ Die Land Art-Künstlerin Prisca Cosnier griff geometrische Elemente der mittelalterlichen Architektur auf

Im Herzen der Stadt Auray im Morbihan befindet sich auf einem großen Platz eine 40 Meter lange, 10 Meter breite und 15 bis 20 Meter hohe einschiffige Kirche. Das älteste Gebäude der bretonischen Stadt, die „Chapelle de Saint-Esprit“ aus dem 13. Jahrhundert, eine ursprünglich als herzogliche Kapelle gestaltete Kirche, wurde im 14. Jahrhundert vom Orden des Heiligen Geistes (Ordre du Saint-Esprit), dem bedeutendsten Ritterorden Frankreichs, zu einem Stift und Spital umgebaut und erweitert.

Die religiöse Anlage wurde wie so vieles in Frankreich in der Zeit der Französischen Revolution ab 1794 zur Militärkaserne umfunktioniert, was sie bis ins 20. Jahrhundert hinein auch blieb, bis sie Eigentum der Stadt Auray wurde. Im Zweiten Weltkrieg fanden die Bewohner der Stadt hier Schutz. Zeitweise beherbergte sie auch die Feuerwehrleute und war ein Gymnasium. Die umliegenden Klostergebäude sind jedoch inzwischen zerstört. Übrig blieb nur noch ein Skelett der einschiffigen Kirche mit allerlei Wasserschäden, die, nachdem sie 1982 zum historischen Denkmal erhoben wurde, nach und nach behoben wurden.

Das Gebäude war schon völlig dem Zerfall preisgegeben, als eine Initiative es „rettete“, teilweise jedenfalls. Da die Sanierungskosten hoch sind und die Kirche nach wie vor unbeheizt ist, hat man sich ab 2007 nach einer alternativen Nutzung für diesen besonderen Ort umgesehen, um ihn mit neuem Leben zu füllen. 2011 war es dann soweit. Das architektonisch und historisch besondere Gebäude sollte für künstlerische und wissenschaftliche Begegnungen genutzt werden. Weiterlesen

Laura J. Padgett: somehow real

2017, Juli 27.

Eine Kooperation der Marielies-Hess-Stiftung mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Hier die Laudatio von Brigitta Amalia Gonser

Preisverleihung im Museum Giersch – v.l.n.r.: Manfred Großkinsky, Direktor des Museum Giersch der Goethe-Universität, Saxofonist Ralf Frohnhöfer, Professor Michael Crone, Marielies Hess-Stiftung; Fotos: Erhard Metz

Als Marielies-Hess-Kunstpreisträgerin 2017 präsentiert die herausragende Frankfurter Fotografie- und Film-Künstlerin Laura J. Padgett unter dem Motto „somehow real“ in der für ihr Werk repräsentativen retrospektiven Ausstellung ihr spezifisches Thema der sensiblen Rolle der Wahrnehmung in der ästhetischen Realitätsspiegelung  des öffentlichen und privaten Lebensraumes.

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Das Musée d’Arts de Nantes und eine filgrane Installation von Susanne Fritscher

2017, Juli 17.

Das ehemalige Musée des Beaux Arts von Nantes wurde als Musée d’Arts de Nantes  zum Sommeranfang 2017 nach 6-jähriger Renovierung wieder eröffnet. 

Eindrücke und Fotos von Petra Kammann


Die frisch renovierte Fassade des Musée d’Arts de Nantes

Nantes ist seit einigen Jahren eine dynamische Stadt, die auf Innovation und Kreativindustrie gesetzt hat. „Le voyage à Nantes“ – so der stadteigene Slogan – ist immer eine Reise wert, besonders aber auch der Kunst wegen. Dabei hat die einstige Hafenstadt an der Loiremündung ihre Geschichte nicht vernachlässigt, so auch nicht das Musée des Beaux Arts, das bislang in einem mächtigen Palais des ausgehenden 19. Jahrhunderts seine kostbare Kunstsammlung vom 13. bis zum 20. Jahrhundert beherbergte. Weiterlesen