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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Zeichnung · Druckgrafik

Otl Aicher. Weit mehr als ein Designer

2022, Mai 21.

Ein großformatiges Buch rekonstruiert Werk, Leben und Schaffen der Welt-Legende

Von Uwe Kammann

Beim Buch, das unbedingt auf die berühmte Insel mitgenommen werden muss, werden gemeinhin Romantitel genannt, manchmal auch Gedichtsammlungen. Sachbücher dagegen eher nicht, wenn überhaupt. Hier nun soll ein Buch als Inselbegleiter empfohlen werden, an dem sich vor allem jene nicht sattsehen und sattlesen werden können, denen nicht nur die Gestaltung der Dinge, sondern der Umwelt überhaupt am Herzen liegt. Worunter vieles zu verstehen ist, nicht zuletzt die Kommunikation. Die Rede ist von einem Titel, der knapper nicht sein könnte: „Otl Aicher“. Und der Name ist hier sogleich Programm, das schon im Untertitel anklingt: „Designer. Typograf. Denker.“

Otl Aicher in seinem Ulmer Atelier, 1953. HfG-Archiv / Museum Ulm

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Die Künstlerbücher des Verlegers und Buchhandlers Walther König im Museum Angewandte Kunst

2022, Mai 14.

Eine Königsklasse für sich und ein autonomer Beitrag zur Kunstgeschichte

Von Petra Kammann

Der Name König klingt wie Donnerhall. Walther König ist ebenso eine Institution in der Kunstszene wie sein Bruder, der Ausstellungsmacher Kasper König, einstiger Direktor der Städelschule, Gründungsdirektor der Ausstellungshalle Portikus und legendärer Ausstellungsmacher (z.B. „Von hier aus“). Hand in Hand arbeitend haben die zwei Münsteraner Brüder das deutsche wie das internationale Kunstgeschehen maßgeblich seit den späten 1960er Jahren geprägt, durch Ausstellungen, Künstlerbücher, Monographien oder theoretische Auseinandersetzungen über Kunst, nicht zuletzt durch gutsortierte Bookshops in Museen. Das Museum Angewandte Kunst und seine Abteilung Buchkunst und Grafik widmet nun den Künstlerbüchern von Walther König eine eigene Ausstellung. Vielen heute renommierten Künstlern und Künstlerinnen hat der Verleger und Buchhändler Walther König erstmals ein Forum für das Buch als Kunst gegeben und auch später ihre Entwicklungen gefördert. So entstanden im Königshaus lauter kleine Buch-Kunstwerke.

Der Verleger und Buchhändler Walther König im Museum Angewandte Kunst, Foto: Petra Kammann

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„Hier bin ich – Meidner“. Kunst im Kabinett des Jüdischen Museums

2022, Mai 9.

Späte Ehre für den verfemten jüdischen Avantgardekünstler

Ludwig Meidner (1884 − 1966) ist für das Jüdische Museum Frankfurt, das seit beinahe 30 Jahren seinen künstlerischen Nachlass betreut, ein Künstler von zentraler Bedeutung. Das Jüdische Museum betreut in seinem Ludwig Meidner-Archiv den Nachlass des ungewöhnlich vielseitigen und hintergründigen Künstlers, der in Berlin als Expressionist gefeiert und als Jude von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert und mit einem Malverbot geächtet wurde. So ging der der  Künstler 1939 ins Exil nach London, wo er und seine Familie in großer Armut und Isolation lebten. Da Meidner nicht in die englische Kunstszene integriert war, konnte er dort auch nicht reüssieren, so der Kurator der Ludwig Meidner-Gesellschaft Erik Riedel. Meidner kehrte – anders als viele Emigranten – 1953 wieder nach Deutschland zurück. Im Raum „Kunst und Exil“ der Dauerausstellung im Rothschild-Palais, wo immer wechselnde Arbeiten von Exilkünstlerinnen und -künstlern zu sehen sind, kann man nun Werke von Ludwig Meidner aus zwei privaten Sammlungen entdecken.


Ludwig Meidner, „Selbstbildnis“, 1943, Öl auf Pappe, Privatbesitz; Foto: Uwe Dietmar, Frankfurt

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Kabinettausstellung im Jüdischen Museum: “Hier bin ich – Meidner”

2022, Mai 3.

Kunst und Exil Wiederentdeckung des Künstlers und Schriftstellers Ludwig Meidner

Unmittelbar vor und nach Ende des Ersten Weltkriegs zählte Meidner zu den berühmtesten expressionistischen Malern. Seine Werke wurden später von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert. Er selbst flüchtete ins Exil nach London und kehrte 1953 in die Bundesrepublik Deutschland zurück. Nach der Remigration fertigte er eine Vielzahl an psychologisch eindringlichen Portraits an…

Diverse Kataloge zu Ludwig Meidner; Foto: Petra Kammann

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Kunst auf Papier: „Into The New. Menschsein“: Von Pollock bis Bourgeois im Frankfurter Städel

2022, April 14.

Das Menschsein als Fragment

von Petra Kammann

Als Reaktion auf die vielfältigen Krisen, Kriege und Umbrüche des 20. Jahrhunderts stellten Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken immer wieder die Frage nach dem Allgemeinmenschlichen. Dem ging seit den späten 1940er-Jahren die US-amerikanische Kunst nach, vor allem in der Druckgrafik, die dafür ein großes experimentelles Potenzial bot. Nach dem Aderlass durch den Verlust wichtiger zeitgenössischer Werke in der Nazi-Zeit begann das Städel Museum zeitgenössische US-amerikanische Kunst auf Papier zu sammeln. Dieser Kunst auf Papier von 1945 bis heute ist eine Ausstellung gewidmet, in der rund 50 herausragende Blätter zu sehen sind, die das Thema des Menschseins auf neuartige Weise darstellen: in Druckgrafiken, Zeichnungen und Multiples von Louise Bourgeois, Chuck Close, Jim Dine, Jasper Johns, Bruce Nauman, Jackson Pollock, Larry Rivers, Kiki Smith und Kara Walker.

Kuratorin und Sammlungsleiterin Regina Freyberger vor Kiki Smith, Untitled (Hair); Foto: Petra Kammann

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„Renoir. Rococo Revival“ im Frankfurter Städel Museum. Ein erstaunlich wenig erforschtes Themenfeld des Impressionismus

2022, April 5.

Nonchalance, Anmut und die erträgliche Leichtigkeit des Seins

Von Petra Kammann

Eine groß angelegte Ausstellung im Frankfurter Städel zeigt erstmals die überraschenden Bezüge zwischen dem impressionistischen Künstler Pierre-Auguste Renoir, einem der herausragenden Vertreter des Impressionismus, und der Malerei des Rokoko, die nach der Französischen Revolution erst einmal verschmäht wurde. Im 19. Jahrhundert – vor allem im Zweiten Kaiserreich – erfuhr sie jedoch eine fulminante Renaissance. Der mit der Motivwelt von Künstlern des 18. Jahrhunderts wie Antoine Watteau, Jean-Baptiste Siméon Chardin, François Boucher und Jean-Honoré Fragonard bestens vertraute Maler konnte durch seine häufigen Louvre-Besuche in seinen eigenen neuen künstlerischen Ansätzen mühelos auf sie zurückgreifen. Er teilte ihre Vorliebe für bestimmte Themen wie das Flanieren in Parkanlagen, die Rast im Freien, das ungezwungene familiäre Beieinandersein bei den „Fêtes Galantes“. Rund 120 Gemälde aus beiden Epochen, darunter über 70 Meisterwerke von Renoir selbst, sowie Skulpturen, kunsthandwerkliche Objekte und Arbeiten auf Papier sind in der Frankfurter Ausstellung zu erleben, darunter bedeutende Leihgaben aus den größten Museen der Welt.

Bis zum 19. Juni noch im Städel zu sehen: Pierre-Auguste Renoirs Gemälde „La Grenouillière“ von 1869 mit den Ruderern und ihren schönen Gefährtinnen

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Trauer um Gerda Müller-Krauspe

2022, März 16.

Klug, kritisch und herzlich

von Iris Laubstein

Der Verband Deutscher Industrie Designer e.V. (VDID) trauert um Gerda Müller-Krauspe, die am 2. März im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Sie war viele Jahre engagiertes Mitglied im VDID Präsidium (1969-1980). Die Bedeutung institutioneller Arbeit für das Design und die Interessensvertretung der Profession hat sie auch als Mitglied des Deutschen Werkbundes sowie als Mitbegründerin des Club off Ulm und des Designerinnen-Forum umgetrieben.

Gerda Müller-Krauspe, Foto: U.Wenzel

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Paula Modersohn-Becker in bewegten und bewegenden Bildern im Filmforum Höchst

2022, Januar 31.

Angelehnt an die aktuelle Ausstellung zu Paula Modersohn-Becker in der Frankfurter Schirn, die am 6. Februar zu Ende geht, werden am kommenden  Mittwoch, den 2. Februar 2022, gleich zwei Filme zur selbstbewussten Künstlerin des beginnenden 20. Jahrhunderts im Filmforum Höchst gezeigt:

Plakat: FilmForum Höchst

zunächst um 18:00 Uhr der biografisch orientierte Spielfilm PAULA von Christian Schwochow, um 20:30 Uhr dann der nah sich dem malerischen Werk nähernde Dokumentarfilm PAULA MODERSOHN-BECKER, EIN ATEMZUG von Nathalie David. Im Anschluss an die Vorstellung findet eine Filmdiskussion mit den beiden Kunst- und  der Filmemacherin und Fotografin Nathalie David  sowie der Kulturredakteurin Petra Kammann (Feuilletonfrankfurt) statt. Weiterlesen

„Die Nacht, in der Kasimir Malewitsch das Schwarze Quadrat klaute..“

2022, Januar 28.

Traxlers höchst wundersame, vergnügliche Kunstgeschichten

von Hans-Bernd Heier

Mit der „schönsten Schau im schönsten Museum der Welt“, so Museumsleiter Achim Frenz, gratulierte vor drei Jahren das Museum für Komische Kunst dem als einen seiner „Hausgötter“ verehrten Künstler Hans Traxler zum 90. Geburtstag. Im Laufe von mehr als sieben Dekaden äußerst kreativer Tätigkeit hat der vielseitige Zeichner, Maler, Cartoonist, famose Illustrator und humorvolle Autor ein breites Spektrum künstlerischer Felder durchmessen. Bei der grandiosen Schau im Caricatura kündigte der vitale Meister der komischen Kunst bereits an, weiterarbeiten zu wollen: Denn „ich wüsste nicht, was ich sonst mit meiner Zeit anfangen sollte“. Jetzt liegt sein neustes, noch druckfrisches Werk vor „Die Nacht, in der Kasimir Malewitsch das Schwarze Quadrat klaute..“.

Hans Traxler; © Verlag Antje Kunstmann

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Rhein-Main: KulturRegion macht sich stark für Kulturvielfalt – Themen, Projekte und Programme 2022

2022, Januar 20.

Die Corona-Krise ist für die Kultur mit großen Herausforderungen verbunden, gleichzeitig liegt in ihr auch die Chance für Veränderung, gerade durch den Zuwachs an neuem Wissen.  So freut sich die KulturRegion 2022 über den neuen Beitritt zum kulturellen RheinMain-Netzwerk der Stadt Michelstadt. 

Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion, Dr. Tobias Robischon, Bürgermeister von Michelstadt, (unten)  Thomas Will, Aufsichtsratsvorsitzender der KulturRegion und Landrat des Kreises Groß-Gerau, Dr. Ina Hartwig, Aufsichtsratsvorsitzende der KulturRegion FrankfurtRheinMain und Kultur- und Wissenschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt (oben) präsentierten das Programm

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