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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Bildende Künste

KulturRegion Rhein-Main 2020

2020, Januar 16.

Das Glück der Region liegt in der Kultur – dank hervorragender Netzwerkarbeit 

„Willst du immer weiter schweifen?/ Sieh, das Gute liegt so nah./ Lerne nur das Glück ergreifen / Denn das Glück ist immer da….“ Frankfurts Dichter aus dem Großen Hirschgarten empfiehlt sich tatsächlich in vielen Lebenslagen…

Stadt und Land, Hand in Hand. Die Aufsichtsratsvorsitzenden: Kulturdezernentin Ina Hartwig (Mitte) und Landrat des Kreises Groß-Gerau Thomas Will (re) und Geschäftsführerin der KulturRegion Sabine von Bebenburg (re); Matthias Wagner K, Hausherr Museum Angewandte Kunst (li) und Kuratorin Magdalena Zeller (li), Foto: Petra Kammann

Wer also wissen möchte, wo und wann er im Umkreis von etwa 100 km Interessantes findet, kann getrost die relevanten Informationen in den Programmheften der Rhein-Main-Region zu Rate ziehen. Mit ihren Programmen und Projekten macht sie vielfältige kulturelle Angebote einer breiten Zielgruppe zugänglich. Dabei setzt sie 2020 den Fokus auf aktuelle Themen wie z. B. Nachhaltigkeit.

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Verblüffende Einblicke. Sepp Jägers Frankfurt-Fotografien aus vier Jahrzehnten

2020, Januar 13.

Eine Auswahl von 150 Fotos aus einem Nachlass mit mehr als 100.000 Negativen

Von Uwe Kammann

„Interstoff “ in den Swinging Sixties: Models bei er Eröffnung der Messe am 21. Mai 1968

Immer noch macht dies vielen Menschen eine große Freude: Fotoalben zu betrachten. Trotz der Abermillionen von Bildern, die im Umlauf sind, trotz der Inflation an Selfies, mit denen alles und jedes an persönlichen Momenten festgehalten und dann sofort in Umlauf gebracht wird, bieten die Alben nicht nur den Vorzug nostalgischer Erinnerung an eine fast schon vergangen geglaubte mediale Erinnerungsform. Nein, ihr allergrößter Vorzug ist, dass sie den Aufnahmen (diesen Ausdruck brachte Wilm Wenders in seiner Friedenspreis-Laudatio auf den großen Fotografen Salgado wieder zu Ehren), dass sie also den Aufnahmen einen Rahmen, einen festen Ort zuteilen. Und, nicht zuletzt, ein Album zwingt zur Auswahl, zur Verdichtung – was automatisch den Bildern einen besonderen Wert verleiht.

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Fotografie Forum Frankfurt: Celina Lunsford führt durch die Ausstellung „Ethereal. Photographic Art from Norway“

2020, Januar 10.

Der besondere Tipp zum Wochenende:

Fotografien aus dem Land der Mitternachtssonne – Kuratorenführung mit der Direktorin des FotografieForums Celina Lunsford

Norwegische Fotografinnen zu Gast im FFF, v.l.n.r.: AK Dolvens , GF Sabine Seitz, Linn Peddersen, FFF-Direktorin Celina Lunsford und die Künstlerische Leiterin des Schwerpunktthemas Norwegen, Foto: Petra Kammann

So lebendig wie das Ehrengastland „Norwegen“ der letzten Frankfurter Buchmesse war, so variationsreich ist auch die Fotografieszene im Land des besonderen Lichts, das Landschaft und Natur mit scharfen Kontrasten, mit sanfter Farbe oder mystischen Schleiern überzieht. Mitsommerlich präsent und winterlich flüchtig, löst es gewohnte Zeitmuster auf. Die Menschen umfängt es mit Klarheit, mit Melancholie, mit dem Blickwechsel nach innen, auf Erinnerungen und Stimmungen, auf Unbewusstes und noch Unbekanntes. Mit der Ausstellung „Ethereal. Photographic Art from Norway“ trug das Fotografie Forum Frankfurt zum norwegischen Ehrengastprogramm bei und vermittelte besondere Einblicke in die zeitgenössische Fotografieszene Norwegens.

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„Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ nur noch wenige Tage im Museum Wiesbaden

2020, Januar 7.

Vielfarbige Lust am Experiment. Die Malerei lebt!

Die Malerei soll tot sein? Eine besondere Ausstellung in Wiesbaden beweist das Gegenteil… Impressionen von Petra Kammann

Imposant – die monumentalen „Zeichen auf Grund“ von Max Fintrop, „Untitled“, 2019, Acryl und Pigmente auf Leinwand, Foto: Petra Kammann

Das Museum Wiesbaden, das Kunstmuseum Bonn sowie die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser haben erstmals den Versuch unternommen, den heutigen Stand der Malerei ,flächendeckend‘ zu erkunden und einen Querschnitt der jungen Malerei abzubilden, die in den letzten Jahren in Deutschland produziert wurde. In dem daraus resultierenden gemeinsamen Ausstellungsprojekt „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ geht es um Malerei pur und nicht um „installative oder multimediale Erweiterungen des Mediums“.

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Dr. Andreas Henning ab März neuer Direktor des Museums Wiesbaden

2020, Januar 6.

Mit neuen Ideen Nicht-Museumsbesucher locken

Von Hans-Bernd Heier

Dr. Andreas Henning, Jahrgang 1969, wird zum 1. März 2020 neuer Direktor des Museums Wiesbaden. Der gebürtige Berliner ist derzeit noch Kurator für italienische Malerei an der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Er setzte sich, wie Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn bei seiner Vorstellung im Landesmuseum betonte, gegen 25 Bewerber/innen durch.

Dr. Andreas Henning hat mit engagierten Ideen die Auswahlkommission überzeugt; Foto: © „kunst.hessen.de“

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Auf Wiedersehen im neuen Jahrzehnt!

2019, Dezember 31.

2020 – Der Vorhang zu und alle Fragen offen …

Foto: Petra Kammann

Hommage an William Forsythes Kunst der organisierten Bewegung zu seinem 70ten

2019, Dezember 30.

Ausloten des Raums und der körperlichen Grenzen

Foto-Impressionen von Petra Kammann

William Forsythe anlässlich seiner Ausstellung „Fact of Matter“ 2015 im MMK

Er hat eine große Lücke in der Stadt Frankfurt hinterlassen. Hier gründete er 1984 das Ballett Frankfurt und 2004 The Forsythe Company. William Forsythe, der 1949 in New York geborene Erneuerer des Balletts, hat mit seinen bahnbrechenden Ballettchoreografien, experimentellen Tanztheaterstücken und digitalen Tanzpartituren einen unvergleichlichen tänzerischen Kosmos geschaffen. Nachdem der langjährige Direktor des Frankfurter Balletts die künstlerische Leitung seiner Forsythe Company abgegeben hatte, widmete er sich verstärkt der Wechselbeziehung zwischen Choreographie und Bildender Kunst. 2015 waren seine raumgreifenden Installationen „The Fact of Matter“ im MMK zu sehen. Heute wird er 70 Jahre alt und hat nichts von seiner charismatischen Bühnenerscheinung verloren.

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Besondere Momente des Jahres 2019

2019, Dezember 27.

Bilder aus der Kulturwelt der Mainmetropole

Gesehen und aufgelesen von

Petra Kammann

Zum Auftakt des Bauhausjahres: Die „Moderne am Main“ im Museum Angewandte Kunst

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Frohe Festtage und zahlreiche lichte Momente

2019, Dezember 24.

 

Das

wünscht

allen Lesern und Leserinnen von

FeuilletonFrankfurt

im Namen des Teams

Petra Kammann

www.feuilletonfrankfurt.de

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Kulturtipps: Was FeuilletonFrankfurt-Autoren empfehlen und was sie inspiriert

2019, Dezember 20.

Schauen, Entdecken und Staunen

Für Petra Kammann sind die Schätze des Städel Museums ein steter Quell neuer Seherfahrungen. 

Klar, in Sonderausstellungen wie „Making van Gogh“. Aber auch bei den alten Meistern der 2. Etage. Die Kostbarkeiten der italienischen und flämisch-niederländischen Renaissance stellen für mich einen großen Reiz dar wie zum Beispiel die „Lucca-Madonna“ des Jan van Eyck. Betörend allein ihr leuchtend rotes Gewand mit dem natürlichen Faltenwurf, die schützende Intimität des Innenraums, in dem Licht auf einzelne Gegenstände fällt, das sie ganz plastisch erscheinen lässt. Welch Detailreichtum lässt die feine Maltechnik des flämischen Meisters hier aufscheinen! Gleich ob im kostbar gewebten Baldachin, in den goldschimmernden Löwen an ihrer Seite oder in der nackten Existenz des Kleinkindes, dem sich die Mutter mit innigem Blick zuwendet. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, ein Werk von einem der bahnbrechendsten Künstler seiner Zeit zu besitzen. 2020 wird Flandern ganz im Zeichen Jan van Eycks stehen, nicht nur die frisch renovierten Außentafeln seines berühmten Genter Altars. Und wir haben eines seiner Meisterwerke vor der Haustür…

Jan van Eyck, Lucca-Madonna, ca. 1437, 65,7 x 49,6 x 0,8 cm, Städel Museum Frankfurt am Main© Städel Museum 

Hans-Bernd Heier ist begeistert von der Jugendstil-Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden.

Der ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess hat seine einzigartige Kollektion dem Museum geschenkt – die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat.

Ein Riesenglücksfall für Wiesbaden und für Jugendstil-Freunde! Zum 90. Geburtstag des Mäzens wurde die grandiose Dauerausstellung im Juni 2019 eröffnet. Um eine adäquate Inszenierung der hochkarätigen Artefakte als Gesamtkunstwerk zu erreichen, wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut.

An dem Umbau beteiligte sich Neess mit einem Millionenbetrag. Zu bewundern sind rund 500 Preziosen allerhöchster Qualität – mit „Überwältigungsgarantie“, so der Kurator Dr. Peter Forster.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Renate Feyerbacher empfiehlt die Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Über 100 prall gefüllte Kartons mit dem filmbezogenen Nachlass kamen seinerzeit ins DFF. Sieben Monate sichtete der Archivar Schrift-, Bild-, Ton- und 3D-Dokumente des 2014 verstorbenen Maximilian Schell. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die zu Weltstars wurden. Aber er war nicht nur ein großer Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, sondern auch Produzent, Opernregisseur, Maler, Zeichner, Autor, Kunstexperte und Pianist – ein Multitalent. Früh in seiner Karriere erhielt er den Oscar für „Judgment at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg – 1961.) Eine Starbesetzung, zu der auch Marlene Dietrich gehörte. Mit 52 Jahren macht er sich an das Projekt „Marlene“ – ab 1982. Der Dokumentarfilm über die  legendäre Marlene Dietrich, die nicht gefilmt werden wollte, aber intensiv mit  Maximilian Schell redete, wurde vielfach ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.  Einige Tondokumente sind im Marlene-Separée zu hören.

Abbildung: Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Erhard Metz schätzt Maria Magdalena, die „Schöne Ulmerin“: zunächst des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart (um 1475-1480) und dann der wunderbaren Frankfurter Malerin Barbara Feuerbach (2004). 

Maria Magdalena, die starke, neben der Mutter Jesu bedeutendste Frau im Neuen Testament, verehrt als Gefährtin des Erlösers, die unter dem Kreuz stand, als die Jünger-Männer längst geflohen waren, die am offenen Grab als erste dem Heiland begegnete und die Kunde von der Auferstehung in die Jüngerrunde trug. Heilige, dann aber von einem männerbündischen Klerus (Papst Gregor I.!) noch bis in die Neuzeit als Prostituierte und Sünderin verfemt. Auch bei Meister Erhart steht die modische burgundische Hoftracht mit der riesigen Haube, das reich geschmückte Stirnband und der aufwändig ausgebreitete Schleier für eitlen, lasterhaft-sündigen Lebenswandel. Barbara Feuerbach überträgt das Bild dieser Magdalena ins Hier und Heute – nun als selbstbewusste, kesse wie zugleich sinnend-nachdenkliche junge Frau. Und mit ihrer provokanten Schleife gibt sie noch einem jeden Widersacher Kontra!

Michel Erhart, Reliquienbüste der Hl. Maria Magdalena, Ulm, um 1475-80, Lindenholz, spätgotische Fassung mit neueren Ergänzungen, Ulmer Museum, Bildnachweis: Rufus46, wikimedia commons/Creative commons CC 3.0/Barbara Feuerbach, Maria Magdalena, 2004, Acryl auf Holz, Foto: Erhard Metz

Simone Hamm war von Mircea Cartarescus neuem Roman „Solenoid“ tief beeindruckt

Bei dem rumänischen Autor Mircea Cartarescu muss man sich einlassen auf Wahn und Irrsinn, auf die abgedrehtesten Erinnerungen, auf Halluzinationen, auf eine morbide Erotik, auf psychedelische Träume.
In „Solenoid“ (Zsolnay) erzählt er auf über 900 Seiten die phantastische Geschichte eines Lehrers.
Mircea Cartarescu steigert die Wahrnehmungskraft seiner Protagonisten ins Unermessliche – sie sind wie in Trance, wie in einem visionären Traum. Hyperrealistisch.
Und er erzählt er von einem zerfallenen Bukarest, das sich in den Himmel erhebt. Für Cartarescu ist Bukarest immer eine mysteriöse Stadt geblieben, eine, die er sich selbst erträumt haben könnte. Ernest Wichner hat das grandios ins Deutsche übertragen.

   

Mircea Cartarescu, Foto: Simone Hamm