home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Skulptur

„Guido Reni. Der Göttliche“ im Städel

2022, Dezember 4.

Vom gefeierten Malerstar „Il divino“ zum gefallenen Engel

Von Hans-Bernd Heier

Guido Reni, der einstige Superstar des italienischen Barock, war einer der erfolgreichsten und meistgerühmten Maler nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa. Schon zu Lebzeiten erhielt er den ehrenvollen Beinamen „Il divino“ („Der Göttliche“). Bedeutende Auftraggeber aus Adel und Klerus rissen sich um seine Werke. Im 19. Jahrhundert geriet er aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben etwas in Vergessenheit und wurde später von seinem Zeitgenossen Caravaggio an Popularität überflügelt. Heute hat er im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient. Das dürfte sich mit der großartigen Schau im Städel Museum ändern: Erstmals seit über 30 Jahren führt das Städel in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid rund 130 seiner erlesenen Meisterwerke zusammen und eröffnet einen neuen Blick auf diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit.

„Büßende Magdalena“, um 1635, Öl auf Leinwand, 90 × 74  Foto: The Walters Art Museum, Baltimore

Weiterlesen

„Zurück ins Licht. Vier Künstlerinnen – Ihre Werke. Ihre Wege“ im Jüdischen Museum Frankfurt

2022, November 30.

Eine Renaissance der verlorenen Generation

„Atelierbesuch“ bei vergessenen Frankfurter Künstlerinnen der Weimarer Republik

von Petra Kammann

Namen, die man sich unbedingt merken sollte: Rosy Lilienfeld, die Zeichnerin, Malerin und Holzbildhauerin, Amalie Seckbach, die Bildhauerin und Malerin, Erna Pinner, die Autorin, Zeichnerin und Illustratorin sowie die Malerin Ruth Cahn. Sie alle reüssierten in den 1920er Jahren als Künstlerinnen und gerieten nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nicht nur in Vergessenheit, ihre Karriere wurde jäh abgeschnitten. Rosy Lilienfeld wurde 1942 in Auschwitz, Amalie Seckbach 1944 in Theresienstadt ermordet. Erna Pinner gelang die Flucht nach London, Ruth Cahn nach Santiago de Chile… Das Jüdische Museum hat die Künstlerinnen mit der berührenden Ausstellung wieder „Zurück ins Licht“ geholt. Neben institutionellen und privaten Leihgaben sind insgesamt 210 Werke aus der Sammlung des Jüdischen Museums zu sehen, das seit seiner Gründung systematisch Werke von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern sammelt.

Kuratorin Dr. Eva Altan forscht seit 2009 am Thema und erstellte einen Plan von Frankfurt , Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

Künstlerweihnachtsmarkt zum 100. Jubiläum mit über 100 Künstlern und Künstlerinnen

2022, November 29.

100 Jahre Künstlerweihnachtsmarkt Frankfurt. Der Berufsverband Bildender Künstler:innen (BBK) Frankfurt feiert in diesem Winter beim großen Frankfurter Weihnachtsmarkt ein stolzes Jubiläum: So wie es Frankfurts Kunst- und Kunsthandwerksbegeisterte seit vielen Jahren schätzen, präsentiert der BBK bei dieser zweigeteilten Kunstschau wieder seine beliebte Jahresausstellung in der Paulskirche und den populären Kunstmarkt im Römer. Bei freiem Eintritt zeigen über 100 Künstler:innen bis kurz vor Heiligabend ihre Werke. Zum 100. Jubiläum richtet die Stadt zudem einen Festakt im Kaisersaal (6.12./ geladene Gäste) aus.

Künstlermarkt in den Römerhallen, BBK-Archiv, Foto: Barbara Walzer

Weiterlesen

STÄDEL OPEN HOUSE: Am 26. und 27. November 2022 ist der Eintritt ins Museum kostenfrei

2022, November 26.

Geschenk zum ersten Adventswochenende: 700 Jahre europäische Kunstgeschichte

Erleben Sie das Städel Museum! Unter einem Dach lassen sich nämlich 700 Jahre europäische Kunstgeschichte entdecken – vom Mittelalter über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart.

Blick in die Guido-Reni-Ausstellung; Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

Wie geht es jetzt weiter? Zwölf Erzählungen aktueller Kunst aus Spanien im Kunstverein

2022, Oktober 13.

Die Ausstellung „Wie geht es weiter? im Frankfurter Kunstverein (14. Oktober 2022 — 29. Januar 2023)  umfasst zwölf Werke, zwölf visuelle Erzählungen spanischer Künstler:innen, die sich mit der(n) überlieferten Geschichte(n) befassen, die uns aus vergangenen Zeiten bis in die heutige ungewisse Gegenwart begleiten und bestimmen. Im Rahmen des Ehrengastlands Spanien der Frankfurter Buchmesse unter dem Motto: Sprühende Kreativität nehmen folgende Künstler:innen an der Ausstellung teil: María Alcaide, Noa und Lara Castro, Fito Conesa, Regina de Miguel, El Palomar, Antoni Hervàs, Momu & No Es, Andrea Muniáin, Paloma Polo, Juan Pérez Agirregoikoa, Putochinomaricón, Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, kuratiert von Rosa Ferré und Ana Ara.

Vorhang zu und alle Fragen offen? Dahinter „Carne de mi carne“  (Das Fleisch meines Fleisches) von María Alcaide (*1992, Aracena, ES) , die als weiblicher und feministischer Körper in ihrem besonderen familiären und kulturellen Umfeld aufwuchs: Ihre Eltern sind Metzger in einem kleinen Dorf wenige Kilometer von Jabugo (Huelva) entfernt, bekannt als Wiege des iberischen Schweins und des besten Schinkens, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

Nachklapp zur Documenta 15

2022, September 23.

Was aber bleibet… und wie provokativ darf Kunst sein?

Simone Hamm hat sich kurz vor Ende der hoch umstrittenen Documenta 15 umgesehen

Das indonesische Kollektiv Ruangrupa hat die künstlerische der Dociumenta 15 kuratiert. Ruangrupa, will neue Perspektiven schaffen, sich vom den eingefahrenen Strukturen des Kunstmarktes lösen, Kunst aus ehemals kolonialisierten Ländern zeigen. Es wurden kaum Stars, kaum große Galerien eingeladen. An über 32 Orten in Kassel wird Kunst gezeigt. Gesprochen und geschrieben aber wird vor allem über ein Wimmelbild, auf dem ein Mann mit Davidstern und Hakennase zu sehen ist, über palästinensische Agitpropfilme, ein libanesisches Archivbuch und über eine Bilderserie mit dem Namen: „Guernica Gaza“. Gestritten wird darüber, ob das antisemitisch ist. Die Kunst selbst gerät in den Hintergrund.

documenta fifiteen: Black Quantum Futurism, Clepsydra Stage, 2022, Installationsansicht, Rondell, Kassel, 10. Juni 2022, Foto: Nicolas Wefers

Weiterlesen

Alexej-von-Jawlensky-Preisträger 2022 ist der US-amerikanische Künstlerstar Frank Stella

2022, September 10.

Frank Stellas Meisterwerke begeistern im Museum Wiesbaden

Von Hans-Bernd Heier

In einer Sonderausstellung im Museum Wiesbaden sind noch bis zum 9. Oktober 2022 Arbeiten des amerikanischen Künstlers Frank Stella, Alexej-von-Jawlensky-Preisträger 2022, zu bewundern. Die großartige Schau stellt in vier Kapiteln das Lebenswerk eines der wichtigsten Vertreter der abstrakten Malerei vor, beginnend mit Stellas seriellem Werk der 1950er- und 1960er-Jahre, über die raumgreifenden „Shaped Canvases“ der 1970er-Jahre, seine Auseinandersetzungen mit dem Ornament sowie seine neuesten Arbeiten aus der Serie der „Salmon Rivers of the Maritime Provinces“. Zuletzt waren Stellas Arbeiten vor zehn Jahren im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen.

Ausstellungsflyer; Foto: Hans-Bernd Heier

Weiterlesen

„Nature On Off“- Eine Ausstellung in der EULENGASSE in Zusammenarbeit mit dem Bureau d’Art et de Recherche Roubaix

2022, August 23.

Hybride Form, die lebend sich entwickelt…

Von Petra Kammann

Austausch nach der Pandemie tut not. Die Idee zu dem Kooperationsprojekt der Ausstellung „NATURE ON OFF“ des Künstlervereins EULENGASSE mit dem Bureau d’Art et de Recherche Roubaix (FR) sowie das Netzwerk der Künstler und Künstlerinnen waren entstanden durch die Begegnungen auf der digitalen Plattform der Independent Art Fair Athen sowie auf der Supermarket – Stockholm Independent Art Fair in Schweden. Künstlerische Arbeiten zwischen Science fiction, degenerierter Natur und organischer Archaik, verbunden mit einem Artist Talk in Frankfurt.

Gegensätzliche Dimensionen: Die skulpturale, anderthalbmeterhohe Arbeit des Künstlerduos Julie Villard und  Simon Brossard Megamix Delight II, 2019 aus Resin, Metall, bemaltem Polyurethane Plastik sowie die am unteren Rande versteckten Blumen von Régis Perray und Arbeit „After Frize, Be“von Guillaume Krick, Foto: Courtesy Guillaume Krick

Weiterlesen

„Renoir. Rococo Revival“ im Frankfurter Städel Museum. Ein erstaunlich wenig erforschtes Themenfeld des Impressionismus

2022, April 5.

Nonchalance, Anmut und die erträgliche Leichtigkeit des Seins

Von Petra Kammann

Eine groß angelegte Ausstellung im Frankfurter Städel zeigt erstmals die überraschenden Bezüge zwischen dem impressionistischen Künstler Pierre-Auguste Renoir, einem der herausragenden Vertreter des Impressionismus, und der Malerei des Rokoko, die nach der Französischen Revolution erst einmal verschmäht wurde. Im 19. Jahrhundert – vor allem im Zweiten Kaiserreich – erfuhr sie jedoch eine fulminante Renaissance. Der mit der Motivwelt von Künstlern des 18. Jahrhunderts wie Antoine Watteau, Jean-Baptiste Siméon Chardin, François Boucher und Jean-Honoré Fragonard bestens vertraute Maler konnte durch seine häufigen Louvre-Besuche in seinen eigenen neuen künstlerischen Ansätzen mühelos auf sie zurückgreifen. Er teilte ihre Vorliebe für bestimmte Themen wie das Flanieren in Parkanlagen, die Rast im Freien, das ungezwungene familiäre Beieinandersein bei den „Fêtes Galantes“. Rund 120 Gemälde aus beiden Epochen, darunter über 70 Meisterwerke von Renoir selbst, sowie Skulpturen, kunsthandwerkliche Objekte und Arbeiten auf Papier sind in der Frankfurter Ausstellung zu erleben, darunter bedeutende Leihgaben aus den größten Museen der Welt.

Bis zum 19. Juni noch im Städel zu sehen: Pierre-Auguste Renoirs Gemälde „La Grenouillière“ von 1869 mit den Ruderern und ihren schönen Gefährtinnen

Weiterlesen

„Starke Frauen – Fremde Wesen“… und die Welt des Bernd Rosenheim

2022, März 18.

Arbeiten der letzten zehn Jahre in einer Ausstellung im Haus der Geschichte Offenbach

von Renate Feyerbacher

„den wehrlosen und den widerstehenden
den schwachen und den tapferen
den verratenen und verkauften
opfern der gewalt“

Wie aktuell ist diese Inschrift des katholisch kritischen Publizisten Walter Dirks doch ist, der unter den Nazis Schreibverbot hatte. Jeder in Offenbach kennt die Skluptur „Flamme“ von Bernd Rosenheim, welche diese Inschrift trägt. Sie steht am Eingang des Rathauses. Das 550 Zentimeter hohe Werk aus Edelstahl ist dem Gedenken an die Opfer der Gewalt gewidmet. Es wurde 1971 aufgrund eines Wettbewerbs geschaffen.

Bernd Rosenheim mit dem Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bei der Ausstellungderöffnung; Foto: Renate Feyerbacher

Weiterlesen