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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Frankfurt

ÜBER LEBEN „Mitten am Rand“ – Das 3-tägige Festival und die Auftaktveranstaltung in der Alten Oper mit dem Museumsorchester

2024, Mai 27.

Angesichts der Erschütterung – musikalische Visionen vom Jüngsten Tag

Von Petra Kammann

Nach den Anschlägen in Israel vom vergangenen Oktober sehen sich viele Juden auch in Frankfurt verstärkt mit Angriffen und Antisemitismus konfrontiert, so dass sich Frankfurter Kulturinstitionen wie die Alte Oper Frankfurt, die Frankfurter Museums-Gesellschaft, die Oper Frankfurt und das Jüdische Museum zusammengetan haben, um in der dritten Ausgabe des Festivals „Mitten am Rande“ das jüdische Leben in der Stadt zur Zeit des Nationalsozialismus näher zu beleuchten. Schon der Rückblick auf eindrucksvolle Werke der Musikgeschichte wie auf das kurze Melodram „Ein Überlebender aus Warschau“, die erschütternde musikalische Erzählung vom Leid des jüdischen Volks im Warschauer Gettoaufstand von Arnold Schönberg, traf in der Auftaktveranstaltung im voll besetzten Großen Saal der Alten Oper auf Giuseppe Verdis Requiem und dessen klangstarker Vision vom Jüngsten Tag das Publikum mit voller Wucht. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester musizierte unter der perfekten Leitung seines Chefdirigenten Thomas Guggeis in Hochform. Eine fabelhafte Koordination aller Beteiligten: der hervorragenden Solisten Nombulelo Yende (Sopran), Tanja Ariane Baumgartner (Mezzosopran), Attilio Glaser (Tenor), Kihwan Sim (Bass) und Isaak Dentler (Erzähler), im Wechsel mit den vier profilierten Frankfurter Chören (Cäcilienchor Frankfurt, Figuralchor Frankfurt, Frankfurter Kantorei und Frankfurter Singakademie).

Würdigung der grandiosen Gemeinschaftsarbeit aller Beteiligten beim Schlussapplaus, Foto: Petra Kammann

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12. Auflage von LiTeraTurm: „On Beauty“ – Ein Lesefestival mit den Lichtern einer Großstadt und einer ambivalenten Idee von Schönheit

2024, Mai 20.

Schönheit als Glücksversprechen

Rätselhafter Zauber aus der Tiefe des Raumes und die Weite des Horizonts

Von Petra Kammann

Kriege, Krisen Katastrophen. Unsere Welt befindet sich im Dauerstress. Lässt sich da überhaupt über Schönheit reden oder gar streiten? Was in dieser hässlichen Welt als schön anzusehen sei, ist viel stärkeren Schwankungen bzw. geschichtlichen Entwicklungen unterworfen als es Naturwahrnehmungen sind. Doch muss das Schöne deshalb als Beweis für subjektive Beliebigkeit herhalten? Die verschiedensten Facetten solcher und ähnlicher Fragen, die um das Kunst- und das Naturschöne, um das schöne Schreiben, um Mode und Alltagskultur, aber auch um manipulierte Schönheit und normative Schönheitsideale kreisen, waren Thema des Lesefestivals LiteraTurm zwischen dem 13. bis 18. Mai. Und das mit dem Blick von höherer Warte aus, von den Spitzen Frankfurter Hochhäuser oder aus der Distanz seriöser Kulturinstitutionen. Zum 300-jährigen Kant-Jubiläum wurde die Schönheit der Vernunft ebenso in Frage gestellt wie anlässlich des 250. Geburtstags des romantisch-modernen Malers Caspar David Friedrich die Schönheit der Landschaft. Ein Bericht über zwei Top-Veranstaltungen…

Rätselhafte Schönheit aus höherer Perspektive: Blick vom 38. Stock des Opernturms, Foto: Petra Kammann

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Zum Glück der Städtepartnerschaft Frankfurt-Lviv /Lemberg

2024, Mai 14.

„Das ist phantastisch!“

Impressionen von Christian Weise

„Die Ukraine ist doch nur eine Phantasmagorie!“, sagte der ukrainische Freund letzten Herbst vom Hügel über Uschhorod schauend. Gleichzeitig blickte er düpiert und hilflos in sich lachend, die Hände knetend nach unten. Vor bald 30 Jahren kam ich morgens mit einem Nachtzug aus Kyjiw an in Lviv. Im herbstlichen Morgengrauen begrüßte mich holpriges Kopfsteinpflaster. Am Straßenrand fegte eine alte Frau die Gosse. Orange leuchtete unterhalb des graublauen Kopftuchs und über den anthrazitfarbenen Steinen ihre Schutzweste.

Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags, v.l.: OB Mike Josef (Frankfurt), Bürgermeister Andriy Sadovyii von Lviv und Stadträtin Eileen O‘ Sullivan, Foto: Stadt Frankfurt/Chris Christet

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„Mirror of Thoughts“ – Einzelausstellung von Muntean/Rosenblum in der Sammlung Gegenwartskunst im Frankfurter Städel

2024, Mai 13.

Nicht Paare, sondern Passanten

Eine Einzelausstellung des Künstlerduos Markus Muntean und Adi Rosenblum in der Sammlung Gegenwartskunst mit einer Videoarbeit und elf großformatigen Gemälden

von Petra Kammann

Einkaufszentren, Flughafenhallen, Hotels oder Büros. Sie bringen Menschen zusammen und doch? Schaffen Sie auch Verbindungen zwischen ihnen? Das Künstler-Duo beide Jahrgang 1962, hat sich eine blutjunge Generation als Sujet ins Visier genommen. Sind die coolen modisch gestylten Typen gelangweilt, genervt oder voller Melancholie? Was wollen sie uns damit sagen?

Ausstellungsansicht Muntean/Rosenblum. Mirror of Thoughts Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

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Hommage an drei Frankfurter, für die Frankfurt zu ihrer Wirkstätte wurde: Petra Roth, Arno Lustiger und Lothar Ruske

2024, Mai 12.

Ehre wem Ehre gebührt: Mai-Käfer in der Paulskirche, im Römer und im Jüdischen Museum

von Petra Kammann

Kaum hatten sich am 6. Mai, dem Gedenktag des Holocaust, Frankfurter Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen, Kulturakteure und Akteurinnen in der Paulskirche versammelt, um mit Lesungen ein Zeichen der Humanität gegen die Gräueltaten des 7. Oktobers 2023 in Israel zu setzen, so folgten auch schon Würdigungen dreier besonders engagierter Persönlichkeiten: Am 7. Mai erhielt der Frankfurter Literaturvermittler Lothar Ruske die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt. Am selben Abend fand anlässlich des 100. Geburtstags im Jüdischen Museum eine Hommage an Arno Lustiger in Anwesenheit seiner Tochter, der Schriftstellerin Gila Lustiger, statt. Und schließlich versammelten sich am 9. Mai zum 80ten Geburtstags der ehemaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth im Kaisersaal Politiker aller Couleur, Weggefährten und Familienmitglieder aus Nah und fern.

Hut ab! Frankfurt feiert seine besonderen Bürger und Bürgerinnen, Foto: Petra Kammann

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„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ Romantische Oper von Richard Wagner in der Oper Frankfurt

2024, Mai 8.

Sängerkrieg im Hörsaal

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Lang andauernder Beifall, kein einziger Buh-Ruf für die eigenwillige Neuinterpretation von Regisseur Matthew Wild mit den choreografischen Einlagen von Louisa Talbot, für den ausgezeichneten Chor (Tilman Michael), für die hervorragenden Sängerinnen und Sänger und das Energie geladene Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Leitung ihres Chefs Thomas Guggeis.

Auf der Wartburg soll der Sängerwettstreit stattgefunden haben, Foto: Renate Feyerbacher

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Denis Dailleux.     MISR – mon Égypte

2024, Mai 2.

Fotografien als Fenster in eine orientalische Welt in der Galerie Peter Sillem

von Hannelore Kaus-Schwoerer

Der Pariser Fotograf Denis Dailleux ist kein Unbekannter hier. Bereits in vier Ausstellungen konnte er seine Fotografien aus Ghana, Indonesien und nun aus Ägypten präsentieren. Und so traf er auf ein erwartungsfreudiges Publikum in der abendlich erleuchteten Galerie. Mit nur wenigen Worten führte Galerist Peter Sillem in das Werk Dailleux‘s ein. Ein wunderbarer Porträtist sei er, der seine Gegenüber nicht forciere, sondern vertrauensvoll behandele, sie meist persönlich kenne und es ihm gelinge, Fotografien von zeitloser, fast biblischer Qualität und einzigartiger Farbkombinationen zu erschaffen.

La danseuse de la fin du mariage, el-Gamaleya, Le Caire, 2000

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Wacker; Frankfurt liest ein Buch… und nicht nur eines. Auch LiteraTurm kündigt sich an

2024, April 27.

Florian Wackers“ Frankfurt-Roman „Zebras im Schnee“ mit dem Schwerpunkt des „Neuen Frankfurt“ geht in die zweite Leserunde

Die feierliche Eröffnung des Festivals und die ersten Veranstaltungen sind schon vorbei – Florian Wacker hat im Museum für Kommunikation, im Union Club, in der ehemaligen Großmarkthalle in der heutigen Europäischen Zentralbank in der alten Frankfurter Großmarkthalle und im Literaturhaus Frankfurt gelesen und diskutiert, es gab den Thementag zum Neuen Frankfurt in der Naxoshalle, Musik, Buchvorstellungen, Vorträge etc. im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, bei Peggy Sue Vintage Sachsenhausen, im Neuen Theater Höchst und an einigen anderen Orten.

Der Autor Florian Wacker im Gespräch mit Verlegerin und Organisatorin Sabine Baumann, Foto: Petra Kammann

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Ein Super-Abo: Sir Simon Rattle und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Alten Oper Frankfurt mit Mahlers „Sechster“, Hindemith und Zemlinksy

2024, April 25.

Humor, Power, Passion und tiefe Innigkeit

Gustav Mahlers Sechste Sinfonie gehörte zu Simon Rattles ersten Konzertprogrammen als neuer Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Für ihn ist sie eines seiner Herzensstücke.

Von Petra Kammann 

Gerade noch hatte die charmante britisch-amerikanische Starhornistin Sarah Willis das Konzertpublikum mit auf ihre digitale Erkundungsreise hinter die Kulissen und die teils verschlungenen Wege des Konzerthauses genommen. Da erfuhr man u.a., dass die Stars des Abends überhaupt erst in letzter Minute angekommen waren. Es hätte in diesen Tagen ganz anders ausgehen können.

„By heart“ – Eine Herzansangelegenheit. Auswendig dirigiert Sir Simon Rattle das exzellente Orchester in der Alten Oper Frankfurt, Foto: Tibor Florestan Pluto /Alte Oper Frankfurt

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Hängung der Werke des Frankfurter Künstlers Tobias Rehberger im Büro des Oberbürgermeisters

2024, April 19.

Regieren und das kluge Abwägen von „YES“ und „NO“

und eine echte Win-Win-Situation für den Künstler wie für den Politiker


Lieferung und Hängung der Bilder des Künstler Tobias Rehberger (links) im Dienstzimmer von OB Mike Josef rechts, Foto: Foto: Bernd Georg /Stadt Frankfurt

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