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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Frankfurt

Weibliches Weltpanorama der literarischen Moderne

2022, Dezember 6.

Eine Schatzkiste voller Trouvaillen

Von Petra Kammann

Nach 1900 veränderte sich das künstlerische Selbstverständnis von schreibenden Frauen überall auf der Welt grundlegend. Sie eroberten sich gedankliche Freiräume, brachten weibliches Denken und Fühlen in die Literatur ein und schufen große Erzählkunst. Ihnen widmet die Literaturredakteurin und FAZ-Feuilleton-Chefin Sandra Kegel den von ihr herausgegebenen Band „Prosaische Passionen“ mit insgesamt 101 Erzählungen von Else Lasker-Schüler, Djuna Barnes, Marina Zwetajewa und etlichen anderen Autorinnen aus aller Frauen Länder. Eine Art Gegenkanon zur bisherigen männlichen Autoren-Dominanz.

Frankfurter Premiere in der Historischen Villa Metzler mit Sandra Kegel, Herausgeberin von „Prosaische Passionen“, einem Gespräch mit dem Literaturkritiker Christian Metz und einer Lesung von Birgitta Assheuer, Foto: Alexander Englert

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„Guido Reni. Der Göttliche“ im Städel

2022, Dezember 4.

Vom gefeierten Malerstar „Il divino“ zum gefallenen Engel

Von Hans-Bernd Heier

Guido Reni, der einstige Superstar des italienischen Barock, war einer der erfolgreichsten und meistgerühmten Maler nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa. Schon zu Lebzeiten erhielt er den ehrenvollen Beinamen „Il divino“ („Der Göttliche“). Bedeutende Auftraggeber aus Adel und Klerus rissen sich um seine Werke. Im 19. Jahrhundert geriet er aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben etwas in Vergessenheit und wurde später von seinem Zeitgenossen Caravaggio an Popularität überflügelt. Heute hat er im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient. Das dürfte sich mit der großartigen Schau im Städel Museum ändern: Erstmals seit über 30 Jahren führt das Städel in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid rund 130 seiner erlesenen Meisterwerke zusammen und eröffnet einen neuen Blick auf diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit.

„Büßende Magdalena“, um 1635, Öl auf Leinwand, 90 × 74  Foto: The Walters Art Museum, Baltimore

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„Zurück ins Licht. Vier Künstlerinnen – Ihre Werke. Ihre Wege“ im Jüdischen Museum Frankfurt

2022, November 30.

Eine Renaissance der verlorenen Generation

„Atelierbesuch“ bei vergessenen Frankfurter Künstlerinnen der Weimarer Republik

von Petra Kammann

Namen, die man sich unbedingt merken sollte: Rosy Lilienfeld, die Zeichnerin, Malerin und Holzbildhauerin, Amalie Seckbach, die Bildhauerin und Malerin, Erna Pinner, die Autorin, Zeichnerin und Illustratorin sowie die Malerin Ruth Cahn. Sie alle reüssierten in den 1920er Jahren als Künstlerinnen und gerieten nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nicht nur in Vergessenheit, ihre Karriere wurde jäh abgeschnitten. Rosy Lilienfeld wurde 1942 in Auschwitz, Amalie Seckbach 1944 in Theresienstadt ermordet. Erna Pinner gelang die Flucht nach London, Ruth Cahn nach Santiago de Chile… Das Jüdische Museum hat die Künstlerinnen mit der berührenden Ausstellung wieder „Zurück ins Licht“ geholt. Neben institutionellen und privaten Leihgaben sind insgesamt 210 Werke aus der Sammlung des Jüdischen Museums zu sehen, das seit seiner Gründung systematisch Werke von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern sammelt.

Kuratorin Dr. Eva Altan forscht seit 2009 am Thema und erstellte einen Plan von Frankfurt , Foto: Petra Kammann

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Künstlerweihnachtsmarkt zum 100. Jubiläum mit über 100 Künstlern und Künstlerinnen

2022, November 29.

100 Jahre Künstlerweihnachtsmarkt Frankfurt. Der Berufsverband Bildender Künstler:innen (BBK) Frankfurt feiert in diesem Winter beim großen Frankfurter Weihnachtsmarkt ein stolzes Jubiläum: So wie es Frankfurts Kunst- und Kunsthandwerksbegeisterte seit vielen Jahren schätzen, präsentiert der BBK bei dieser zweigeteilten Kunstschau wieder seine beliebte Jahresausstellung in der Paulskirche und den populären Kunstmarkt im Römer. Bei freiem Eintritt zeigen über 100 Künstler:innen bis kurz vor Heiligabend ihre Werke. Zum 100. Jubiläum richtet die Stadt zudem einen Festakt im Kaisersaal (6.12./ geladene Gäste) aus.

Künstlermarkt in den Römerhallen, BBK-Archiv, Foto: Barbara Walzer

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STÄDEL OPEN HOUSE: Am 26. und 27. November 2022 ist der Eintritt ins Museum kostenfrei

2022, November 26.

Geschenk zum ersten Adventswochenende: 700 Jahre europäische Kunstgeschichte

Erleben Sie das Städel Museum! Unter einem Dach lassen sich nämlich 700 Jahre europäische Kunstgeschichte entdecken – vom Mittelalter über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart.

Blick in die Guido-Reni-Ausstellung; Foto: Petra Kammann

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Ein Loblied auf das Buch von Roland Kaehlbrandt: „Deutsch – Eine Liebeserklärung“

2022, November 24.

Lesenswert und liebenswert

Von Peter Voß

Bereits in vierter Auflage inzwischen liegt das kürzlich erschienene Buch mit dem vollen TitelDeutsch – Eine Liebeserklärung: Die zehn großen Vorzüge unserer erstaunlichen Sprache“ (Piper) vor. Dessen Autor, Roland Kaehlbrandt, lehrt an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft die Fächer Sprache und Gesellschaft. Siebzehn Jahre leitete er die Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt. Er initiierte mehre Sprachprojekte (Grundschulprogramm Deutsch & PC, DeutschSommer, Frankfurt schreibt!, Jugend debattiert) und sammelte eine Vielzahl an praktischen Erfahrungen zu Spracherwerb und Sprachgebrauch in Deutschland. Für FeuilletonFrankfurt bespricht das Buch der Journalist und Lyriker Peter Voß, zuvor u. a. Rundfunkintendant und Präsident der Quadriga Hochschule Berlin.(FF)

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Foto: Petra Kammann

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Ein gemeinsames neues Festival für Frankfurt und die Region: Mainly Mozart

2022, November 18.

Mainly-Mozart heißt es, wenn sich vom 21. bis 30. April 2023 in verschiedensten Formaten die Blicke auf das facettenreiche Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts richten: Hauptsache Mozart. Sechs führende Frankfurter Musikinstitutionen, die Alte Oper Frankfurt, die Frankfurter Museums-Gesellschaft, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, die hr-Bigband, das hr-Sinfonieorchester sowie die Oper Frankfurt plus vier assoziierte Partner in der Region wie die Bad Homburger Schlosskonzerte, die Mozart-Gesellschaft Wiesbaden, die Primus-Linie und die Stadt Offenbach ziehen an einem gemeinsamen Strang.

Key Visual, Mainly Mozart 2023, Foto: Alexander Paul Englert/Christian Schön

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Jeder Femizid ist einer zu viel. Prävention. Jetzt!

2022, November 14.

Mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Scholz startet die Union deutscher Zonta Clubs ihre diesjährigen bundesweiten Zonta Says NO-Aktionen anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Zentrale Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention müsse endlich wahrnehmbar ihre Arbeit aufnehmen.

Menschenkette vor zwei Jahren am Main, Foto: Petra Kammann

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Frankfurt und der Nationalsozialismus. Eine gemeinsame digitale Gedächtnisplattform

2022, November 10.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde heute die digitale Gedächtnisplattform vorgestellt, mit der das Historische Museum Frankfurt, das Jüdische Museum Frankfurt und das Institut für Stadtgeschichte eine zentrale Anlaufstelle für alle zur Verfügung stellen, die sich mit NS-Geschichte befassen möchten.

Die Stolpersteine vor den Häusern erinnern an die dramatische Geschichte der einstigen Bewohner, Foto: Petra Kammann

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Festrede von Oberbürgermeister a. D. Andreas von Schoeler bei der Gedenkstunde zur Reichsprogromnacht am 9. November 1938

2022, November 10.

 „Keine von uns wird zurückkehren“ heißt der erste Teil einer Triologie der französischen Widerstandskämpferin und Auschwitz-Überlebenden Charlotte Delbo. Es ist der Versuch, für das Unbeschreibliche Worte zu finden, die „ Verzweiflung jenseits der Verzweifelung spüren“ zu lassen, wie es in „Le Monde“ hieß. Ein Gedicht im ersten Teil dieser Triologie lautet:

Andreas von Schoeler Oberbürgermeister A.D., Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Ereignisse der Pogromnacht am 9. November 1938 in der Frankfurter Paulskirche, Foto: Holger Menzel

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