Im Rahmen eines Pressegesprächs konnte Dr. Annabelle Hornung eine stolze Bilanz ihres ersten Jahres als Direktorin des Museums für Kommunikation Frankfurt präsentieren. Sie stellte ein facettenreiches, ambitioniertes Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm für das laufende Jahr vor – mit dem Fokus auf Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz und gesellschaftlichem Dialog.
Über das vielseitige Jahresprogramm informierten (von links): Dr. Corinna Engel, Leiterin Ausstellungen, Bildung, Kommunikation, Direktorin Dr. Annabelle Hornung und Pressereferentin Regina Hock; Foto: Hans-Bernd Heier
Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).
Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann
Nach Visconti nun François Ozons filmische Interpretation
Von Corinne Elsesser
„J’ai tué un Arabe“, sagt Meursault, als er in die Sammelzelle des Gefängnisses von Algier geworfen wird und konfrontiert damit, sachlich und kühl, auf den älteren – algerischen – Strafgefangenen, der ihn fragte, antwortet, warum er hier sei. Es sind die Schlüsselworte eines der großen Romane des Existentialismus.
Eine Adventszeit ohne Bachs Weihnachtsoratorium ist frei nach Loriot möglich, aber sinnlos. Zu Bachs Zeiten wurde es ausschließlich in Kirchen oder Klöstern aufgeführt, vielfach auch heute. Aber mit einem gemischten Chor und Starsolisten hat es oft mehr Konzert- oder gar Operncharakter. In der Alten Oper konnte man im Rahmen der Frankfurter Bachkonzerte nun eine passionierte Aufführung der Kantaten I-IV des Bachschen Wunderwerks erleben – mit den jungen Stimmen der Augsburger Domsingknaben und dem Genter B’Rock Orchestra, das auf historischen Instrumenten spielte. Eine Erinnerung an die Praxis von damals und gleichzeitig eine Verjüngungskur heutiger Bachscher Aufführungspraxis…
Alle Jahre wieder: Weihnachtsoratorium in der Alten Oper Frankfurt, Foto. Petra Kammann
Wagemutige Artisten in der Manege und ein Clownstar
Von Walter H. Krämer
Alle Jahre wieder und diesmal zum zwölften Mal schlägt der Zirkus Carl Busch seine Zelte am Ratsweg in Frankfurt am Main auf. Schon von Weitem sichtbar, das weißblaue Zelt im eingezäunten Gelände, das Schauplatz für THE GREAT CHRISTMAS CIRCUS ist und der die Besucher*innen aller Altersgruppen mit einem wahrlich beeindruckenden Programm zu begeistern weiß.
Der Clown ist der Star, Foto: Circus Carl Busch / Stefan Gierisch
Von Frau zu Frau und von Kultur zu Kultur – Weihnachten in Ost und West
Von Petra Kammann
Heute engagieren sich rund 450 Frauen aus 50 verschiedenen Nationen im International Women´s Club (IWC), einer politisch und religiös unabhängigen Vereinigung für interkulturellen Austausch. Sie pflegen freundschaftliche Beziehungen untereinander und widmen sich sozialen Projekten. Eine ihrer Benefizveranstaltungen, der traditionelle Christmas-Tea, fand auch in diesem Jahr wieder im Frankfurter Römer statt. Mit einem stimmungsvollem Programm, mit weihnachtlichen Klängen und Beiträgen, welche die Internationalität des Clubs widerspiegeln. Da IWC-Mitglieder aktiv Einrichtungen wie das Seniorenstift Hohenwald, die Mosaikschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, sowie die Bildungs- und Integrationseinrichtung Mädchenbüro Milena für geflüchtete Frauen unterstützen, baten sie um Spenden für diese drei Einrichtungen.
Beim Festakt im Kaisersaal: IWC-Präsidentin Yun Kruse, links, und Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Foto: Ursula Klein
Viel Beifall für eine ungewöhnliche Doppel-Inszenierung von Claus Guth
Von Uwe Kammann
Darf man von Frühwerk, muss man von Wunderwerk sprechen, oder ist nur das Prädikat Meisterwerk angebracht? In der Einführung zur Opernpremiere „Mitridate, re de Ponto“ durch den Dramaturgen der Oper Frankfurt Konrad Kuhn blieb dies offen. Stattdessen führte Kuhn auf einen Schaffenspfad, der ganz unabhängig davon war/blieb, was einen 14jährigen dazu bringen konnte, eine in sich höchst komplexe Personenkonstellation auf die Bühne zu bringen. Es gehe nicht um rationale Kennzeichnungen oder psychologische Ausdeutungen der Hauptpersonen, sondern um „musikalische“ Denkfiguren.
Viel Applaus für Mitridate (Robert Murray) und den Majordomus Philippe Jacq, 1. Reihe, Foto: Petra Kammann
Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte
Von Hans-Bernd Heier
Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.
Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann
Die Frankfurter Videografin Frieda Günzel stellt Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain in ihren kreativen Prozessen für FeuilletonFrankfurt vor. Mit Emili Pavel traf die den Frankfurter Künstler Jan Schmidt, der im Rahmen seiner Arbeit „Time flies“ (2021-2041) jedes Jahr eine Edelstahlbox mit 2.400 Ahornsamen bestückt. Bevor die Samen ihren Platz in der Box finden, erhalten sie eine handgeschriebene Nummer. In zufallsgesteuerten Abständen wirft die Edelstahlbox täglich sechs der Samen aus. „Wenn alles gut geht, sind bis 2041 etwa 48.000 Stück durchs Foyer geflogen“, so der Konzeptkünstler mit dem hintersinnigen Humor, für den auch das Material Aluminium eine große Rolle spielt. In seiner „Sägearbeit“ (2022) verwandelt er das massive Material durch regelmäßig kontrollierte Schnitte in ein feines Pulver. Schicht für Schicht siebt er das zermahlene Aluminium so lange, bis ein sorgfältig geformter Kegel zurückbleibt. Zuguterletzt sehen wir Jan Schmidt beim Legen von Glasplättchen zu und beobachten die Lichtstrahlen der Sonne, die durch das transparente Material auf dem zugedeckten Boden in der Ausstellung „Reflections / Spiegelwelten“ im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt in verschiedene Richtungen reflektiert werden.
Neapolitanische Krippe in St. Leonhard und Gerald Domenig im Dom Museum
Ein Tipp von Petra Kammann
Ein Blick in die Kirchen der Frankfurter Innenstadt ist immer lohnenswert: Da ist zum Beispiel vom zweiten Advent (7. Dezember 2025) bis Mariä Lichtmess ( bis 2. Februar 2026) im Leonhardschor, im südlichen Seitenschiff der Kirche St. Leonhard, die legendäre Krippe mit den neapolitanischen Figuren aus Ton, Holz und Werg zu sehen. Diese 40 Figuren aus dem 18. Jahrhundert stellen einen Querschnitt der damaligen Bevölkerung Neapels dar: Bürger, Marktfrauen, Bauern und Hirten. Das erste Bild zeigt bis Heiligabend (24. Dezember) Maria und Joseph auf dem Weg nach Bethlehem.
Detail der Krippe in St Leonhard – Neapolitanische Marktszene, Hintergrundzeichnung Dani Muno, Foto Alexander Englert