home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Malerei

„Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ nur noch wenige Tage im Museum Wiesbaden

2020, Januar 7.

Vielfarbige Lust am Experiment. Die Malerei lebt!

Die Malerei soll tot sein? Eine besondere Ausstellung in Wiesbaden beweist das Gegenteil… Impressionen von Petra Kammann

Imposant – die monumentalen „Zeichen auf Grund“ von Max Fintrop, „Untitled“, 2019, Acryl und Pigmente auf Leinwand, Foto: Petra Kammann

Das Museum Wiesbaden, das Kunstmuseum Bonn sowie die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser haben erstmals den Versuch unternommen, den heutigen Stand der Malerei ,flächendeckend‘ zu erkunden und einen Querschnitt der jungen Malerei abzubilden, die in den letzten Jahren in Deutschland produziert wurde. In dem daraus resultierenden gemeinsamen Ausstellungsprojekt „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ geht es um Malerei pur und nicht um „installative oder multimediale Erweiterungen des Mediums“.

Weiterlesen

Auf Wiedersehen im neuen Jahrzehnt!

2019, Dezember 31.

2020 – Der Vorhang zu und alle Fragen offen …

Foto: Petra Kammann

Kulturtipps: Was FeuilletonFrankfurt-Autoren empfehlen und was sie inspiriert

2019, Dezember 20.

Schauen, Entdecken und Staunen

Für Petra Kammann sind die Schätze des Städel Museums ein steter Quell neuer Seherfahrungen. 

Klar, in Sonderausstellungen wie „Making van Gogh“. Aber auch bei den alten Meistern der 2. Etage. Die Kostbarkeiten der italienischen und flämisch-niederländischen Renaissance stellen für mich einen großen Reiz dar wie zum Beispiel die „Lucca-Madonna“ des Jan van Eyck. Betörend allein ihr leuchtend rotes Gewand mit dem natürlichen Faltenwurf, die schützende Intimität des Innenraums, in dem Licht auf einzelne Gegenstände fällt, das sie ganz plastisch erscheinen lässt. Welch Detailreichtum lässt die feine Maltechnik des flämischen Meisters hier aufscheinen! Gleich ob im kostbar gewebten Baldachin, in den goldschimmernden Löwen an ihrer Seite oder in der nackten Existenz des Kleinkindes, dem sich die Mutter mit innigem Blick zuwendet. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, ein Werk von einem der bahnbrechendsten Künstler seiner Zeit zu besitzen. 2020 wird Flandern ganz im Zeichen Jan van Eycks stehen, nicht nur die frisch renovierten Außentafeln seines berühmten Genter Altars. Und wir haben eines seiner Meisterwerke vor der Haustür…

Jan van Eyck, Lucca-Madonna, ca. 1437, 65,7 x 49,6 x 0,8 cm, Städel Museum Frankfurt am Main© Städel Museum 

Hans-Bernd Heier ist begeistert von der Jugendstil-Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden.

Der ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess hat seine einzigartige Kollektion dem Museum geschenkt – die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat.

Ein Riesenglücksfall für Wiesbaden und für Jugendstil-Freunde! Zum 90. Geburtstag des Mäzens wurde die grandiose Dauerausstellung im Juni 2019 eröffnet. Um eine adäquate Inszenierung der hochkarätigen Artefakte als Gesamtkunstwerk zu erreichen, wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut.

An dem Umbau beteiligte sich Neess mit einem Millionenbetrag. Zu bewundern sind rund 500 Preziosen allerhöchster Qualität – mit „Überwältigungsgarantie“, so der Kurator Dr. Peter Forster.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Renate Feyerbacher empfiehlt die Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Über 100 prall gefüllte Kartons mit dem filmbezogenen Nachlass kamen seinerzeit ins DFF. Sieben Monate sichtete der Archivar Schrift-, Bild-, Ton- und 3D-Dokumente des 2014 verstorbenen Maximilian Schell. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die zu Weltstars wurden. Aber er war nicht nur ein großer Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, sondern auch Produzent, Opernregisseur, Maler, Zeichner, Autor, Kunstexperte und Pianist – ein Multitalent. Früh in seiner Karriere erhielt er den Oscar für „Judgment at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg – 1961.) Eine Starbesetzung, zu der auch Marlene Dietrich gehörte. Mit 52 Jahren macht er sich an das Projekt „Marlene“ – ab 1982. Der Dokumentarfilm über die  legendäre Marlene Dietrich, die nicht gefilmt werden wollte, aber intensiv mit  Maximilian Schell redete, wurde vielfach ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.  Einige Tondokumente sind im Marlene-Separée zu hören.

Abbildung: Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Erhard Metz schätzt Maria Magdalena, die „Schöne Ulmerin“: zunächst des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart (um 1475-1480) und dann der wunderbaren Frankfurter Malerin Barbara Feuerbach (2004). 

Maria Magdalena, die starke, neben der Mutter Jesu bedeutendste Frau im Neuen Testament, verehrt als Gefährtin des Erlösers, die unter dem Kreuz stand, als die Jünger-Männer längst geflohen waren, die am offenen Grab als erste dem Heiland begegnete und die Kunde von der Auferstehung in die Jüngerrunde trug. Heilige, dann aber von einem männerbündischen Klerus (Papst Gregor I.!) noch bis in die Neuzeit als Prostituierte und Sünderin verfemt. Auch bei Meister Erhart steht die modische burgundische Hoftracht mit der riesigen Haube, das reich geschmückte Stirnband und der aufwändig ausgebreitete Schleier für eitlen, lasterhaft-sündigen Lebenswandel. Barbara Feuerbach überträgt das Bild dieser Magdalena ins Hier und Heute – nun als selbstbewusste, kesse wie zugleich sinnend-nachdenkliche junge Frau. Und mit ihrer provokanten Schleife gibt sie noch einem jeden Widersacher Kontra!

Michel Erhart, Reliquienbüste der Hl. Maria Magdalena, Ulm, um 1475-80, Lindenholz, spätgotische Fassung mit neueren Ergänzungen, Ulmer Museum, Bildnachweis: Rufus46, wikimedia commons/Creative commons CC 3.0/Barbara Feuerbach, Maria Magdalena, 2004, Acryl auf Holz, Foto: Erhard Metz

Simone Hamm war von Mircea Cartarescus neuem Roman „Solenoid“ tief beeindruckt

Bei dem rumänischen Autor Mircea Cartarescu muss man sich einlassen auf Wahn und Irrsinn, auf die abgedrehtesten Erinnerungen, auf Halluzinationen, auf eine morbide Erotik, auf psychedelische Träume.
In „Solenoid“ (Zsolnay) erzählt er auf über 900 Seiten die phantastische Geschichte eines Lehrers.
Mircea Cartarescu steigert die Wahrnehmungskraft seiner Protagonisten ins Unermessliche – sie sind wie in Trance, wie in einem visionären Traum. Hyperrealistisch.
Und er erzählt er von einem zerfallenen Bukarest, das sich in den Himmel erhebt. Für Cartarescu ist Bukarest immer eine mysteriöse Stadt geblieben, eine, die er sich selbst erträumt haben könnte. Ernest Wichner hat das grandios ins Deutsche übertragen.

   

Mircea Cartarescu, Foto: Simone Hamm

Willy Wiedmann – Raffaela Zenoni – Axel Venn: Doppelausstellung in Berlin und Stuttgart

2019, Dezember 10.

Aspekte – Appelle – Aktionen

Von Erhard Metz

Man könnte es eine doppelte Trilogie nennen: Zeitlich parallel stellen die Stuttgarter Galerie Wiedmann und die Berliner Galerie Atelier Kunstraum jeweils drei malerische Positionen aus: Werke des 2013 verstorbenen Künstlers Willy Wiedmann, von Raffaela Zenoni, die in Berlin und in Frankfurt am Main lebt und arbeitet, und des Berliner Malers Axel Venn, emeritierter Professor für Farbgestaltung und Wahrnehmungswissenschaften.

Willy Wiedmann, aus der Vogelserie „Sub Divo“, 1993, Mischtechnik auf Papier, 100 x 35 cm (oben); Sinfonia della Città (1 – 5), 2003, Mischtechnik auf Leinwand, je 95 x 130 cm, Gesamtbild 480 x 130 m (unten)

Weiterlesen

Zum 450. Todesjahr Pieter Bruegels des Älteren

2019, Dezember 3.

Variationsreiche Spuren des flämischen Meisters in seiner Heimat

von Petra Kammann

Um den flämischen Meister Pieter Bruegel den Älteren (1525/30-1569), der vor allem unzureichend als „Bauernbruegel“ in die Geschichte eingegangen ist, rankten sich in diesem Jubiläumsjahr zwischen Brüssel und Antwerpen rund um seine Werke besondere Ausstellungen und Inszenierungen. Das Land, in dem der Künstler lebte und arbeitete, besitzt nicht nur verborgene Schätze, sondern es hat sich auch zu den Motiven des Malers, der tief im Land verwurzelt ist, eine Menge einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf den genialen Renaissancekünstler zu lenken, so real wie möglich, so digital wie nötig…

,Der Sturz der rebellierenden Engel‘ von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahre 1562 ist eines der Meisterwerke der Königlichen Museen der Schönen Künste in Belgien. Abb.: KMSKB, Brüssel, inv. 584 © KMSKB, Foto: Grafisch Buro Lefevre, Heule 

Weiterlesen

Eine Nachlese zur 58.  Biennale von Venedig

2019, November 30.

Arte alta und Aqua alta

von Jürgen Pitzer

Alle Tore der Biennale sind nun endgültig geschlossen. Zeit genug, um Bilanz zu ziehen, eine sehr persönliche, angereichert mit den Erfahrungen eines häufigen Besuchers und immer noch Liebhabers von Venedig sowie der sachkundigen Begleitung einer Gruppe von ebenfalls in Kunst und Venedig Verschossenen.

Die Skulptur „Building Bridges“ von Lorenzo Quinn, Foto: Jürgen Pitzer

Weiterlesen

Ein Muss: Die Ausstellung „Herbstfeuer“ von Johannes Heisig in „DIE GALERIE“ in Frankfurt

2019, November 18.

Expressive Kraft und hohe Intensität

Von Uwe Kammann

Gehört diese Ausstellung auch zu den Wendepunkten, zu einer Normalisierung, zur neuen Offenheit, zur Abwendung vom Schubladendenken, wenn die Buchstabenkombination DDR mit im Spiel ist? Nun, sicher nicht hier, denn die renommierte Galerie am Frankfurter Grüneburgweg, die in raffinierter Vereinfachung auch noch „DIE GALERIE“ heißt, stellt nicht zum ersten Mal einen Künstler aus, der in der DDR gelebt hat. Diesmal, bei Johannes Heisig, ist es eine Wiederholung. Denn schon vor sechs Jahren, als Heisig gerade mit 60 einen runden Geburtstag feierte, wurde ihm eine reich bestückte Ausstellung gewidmet, die durch viele Institutionen weiterwanderte.

Johannes Heisig bei der Vernissage in „DIE GALERIE“, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

Künstler aus der DDR – Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast: „Utopie und Untergang“

2019, November 7.

30 Jahre nach dem Mauerfall:

Ende des alten Bilderstreits? Künstler aus der DDR

Von Uwe Kammann

Elisabeth Voigt, Der rote Stier, 1944-1961, Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, Museum der bildenden Künste Leipzig, © Nachlass Elisabeth Voigt, Foto: bpk / Museum der bildenden Künste, Leipzig / Michael Ehritt

DIE ZEIT, das alte Feuilleton-Flaggschiff, hat gerade so schlicht wie ehern festgestellt, die Kunst stecke in einer Sackgasse. Sie lebe in ihrer alten Welt, die bestimmt werde allein von Kuratoren der Museen und von den großen Sammlern. Wenn es hoch komme, zähle man die Besucher. Deren Ansichten allerdings zählten nicht, interessierten auch nicht. Eine schneidende Generalthese. Mit der Schlussfolgerung: Jetzt müsse das Publikum am Zuge sein. Allerdings, wie dieses Besuchervotum dann organisiert werden und in Ausstellungen münden könnte und sollte, dazu erfahren wir nichts Konkretes. Doch folgt man der Vermutung, dass vielen Museen gerade bei zeitgenössischer Kunst das Publikum ziemlich egal ist, dann führt das natürlich zu manchem Gedankenspiel. So zu dem: Wie wäre wohl oft der Vergleich ausgegangen, wenn man in den westlichen Häusern regelmäßig auch Kunst von in der DDR lebenden Malern gezeigt hätte?

Weiterlesen

Almut Aue „schwarze periode über europa“ in der Galerie Schamretta

2019, November 5.

Schlittschuhfahren auf dünnem Eis

Zur Vernissage der Werkschau von Almut Aue in der Frankfurter Galerie Schamretta hat die Autorin, Künstlerin und Performerin Hanna Rut Neidhardt eine Einführungsrede gehalten.

Almut Aue, „tierische drahtseilakte“, schwarze Tusche auf aquarelliertem Japanpapier, 25 x 33 cm 

Weiterlesen

Frische Gesichter für das künftige Romantik-Museum in Frankfurt

2019, November 2.

Restaurierung von sieben qualitätsvollen Werken

Von Hans-Bernd Heier

Mit der Eröffnung des Deutschen Romantik-Museums erhält auch die Gemäldegalerie des Freien Deutschen Hochstifts neue Räume. Die mit dem Umzug einhergehende Neuhängung ist Anlass genug, Werke aus dem Depot zu holen, die bislang nicht präsentiert werden konnten. Sieben besondere Porträts werden künftig die Ausstellung ergänzen.

Johann Heinrich Tischbein d. Ä. „Friederike Elisabeth und Wilhelmine Oeser“, 1776, 68 x 84 cm, Öl auf Leinwand, Zustand nach der Restaurierung; © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: David Hall

Weiterlesen