Alle Artikel zu Buch und Literatur
2025, Dezember 10.
Aller Natur wohnt ein Zauber inne…
Eindrücke von Petra Kammann
Vier Jahre lang hatte es Anfang der 1990er-Jahre den Wiener Fotografen Willy Puchner mit seinen beiden Polyester-Pinguinen Joe und Sally in die weite Welt gezogen, um neue Blickweisen auf die unterschiedlichsten Kontinente zu vermitteln. Das Pinguinpaar wurde seither für den Fotografen und Künstler Buchen er zur Projektionsfläche seiner Reiseträume, auch seiner nicht enden wollenden Sehnsucht nach einer fremden Geborgenheit. Inzwischen überträgt er diese auf andere Objekte wie auf die verborgenen Schätze der Natur.

Doppelseite aus Willy Puchners Buch „Ansichten der Natur“
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2025, Dezember 9.
Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte
Von Hans-Bernd Heier
Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.


Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Buch und Literatur, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene überregional, Malerei, Städel Museum, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Beckmanns ausdrucksstarke Zeichnungen im Städel Museum
2025, Dezember 3.
Bilderpracht an der Kölner Oper
von Simone Hamm
Auf der langen Tafel sind riesige Blumenbuketts aufgetürmt. Ein Hirsch liegt da und ein Wildschwein, eine riesige Auster, ein Schwan und ein Pfau. Alles ist knallbunt. Reglos stehen die Sängerinnen des Opernchores in bonbonfarbenen Reifröcken Opernchores auf und vor dem Tisch. Wie die daneben stehenden Männer tragen sie Rokkokoperücken. Ganz langsam erhebt sich hier und da eine Hand.

Chor der Oper Köln, Tänzer*innen © Sandra Then
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Buch und Literatur, Kultur und Gesellschaft, Oper | Kommentare deaktiviert für Barrie Koskys Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Saul“
2025, November 30.
Eine fast barocke Pracht – 24 erleuchtete Fenster
Ab dem 1. Dezember wird mit Anbruch der Dunkelheit bis zum 24. Dezember allabendlich das barocke Holzhausen-Wasserschlösschen mit märchenhaften Silhouettenmotiven erstrahlen…

Adventsbeleuchtung des Holzhausenschlösschens, Foto: Alexander P. Englert
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2025, November 29.
Kultstatus der legendären „Abgründe“ zwischen Tabu und Witz, Spott und Leichtigkeit
Von Hans-Bernd Heier
Mit der Ausstellung „Das kann nur Perscheid. Das Beste aus Perscheids Abgründen“ ehrt das Caricatura Museum Frankfurt den legendären Cartoonisten Martin Perscheid anlässlich seines 60. Geburtstags. Der bereits 2021 verstorbene Zeichner gilt als einer der prägenden Vorbilder und Wegbereiter der Komischen Kunst. Die Schau, in der über 300 Cartoons versammelt sind, gewährt tiefe Einblicke in sein umfangreiches, vielseitiges Werk und verdeutlicht, warum Perscheid bis heute Kultstatus genießt.

„Spürst du die Natur, Susanne?“ ©Martin Perscheid Weiterlesen
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2025, November 23.
Ein besonderer Filmabend im Cinéma in Anwesenheit des Regisseurs Robin Campillo
Ein Gastbeitrag von Muriel Scheid
Gemeinsam mit Evelyne Freitag moderierte Muriel Scheid – beide von der Deutsch-Französischen-Gesellschaft (DFG) – am 21.11.2025 das Filmgespräch mit dem Regisseur Robin Campillo. „ENZO“ ist ein französisch-italienisches Drama über einen heranwachsenden Jugendlichen aus der französischen Oberschicht. Enzo bricht die Schule ab und beginnt eine Maurerlehre. Es entstehen Konflikte nicht nur auf der Baustelle, sondern auch mit den Eltern, die Enzos Berufswunsch nicht akzeptieren.

Muriel Scheid (DFG) im Interview mit dem französisch-italienischen Filmregisseur Robin Campillo im Cinéma, Foto: Julia Scheid
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Buch und Literatur, Film, Fotografie · Video · Film, Kultur Reisen | Kommentare deaktiviert für 25. Französische Filmwoche in Frankfurt: Enzo – Coming out of Age eines Teenagers der anderen Art
2025, November 21.
Poetische und musikalische Kapriolen
Von Petra Kammann
Was für ein gelungenes Zusammenspiel der jungen Pianistin Maria Pia Vetro und der kenntnisreichen Musik- und Literaturwissenschaftlerin Ulrike Kienzle unter dem Thema „Wenn die ganze Welt Jean Paul läse!“, das im Arkadensaal von Romantik-Museum und Goethe-Haus stattfand. Der Zitatgeber Robert Schumann hatte seinen Jean Paul gelesen und sich von der Lektüre seiner Romane Siebenkäs und Flegeljahre zu den schillernden Kompositionen Blumenstück und Papillons inspirieren lassen. Weniger bekannt ist sicher der Klavierzyklus des ungarischen Komponisten Stephen Heller zum Siebenkäs und noch viel weniger die ‚Jeanpauliana‘ von Hugo Riemann für das Pianoforte zum Roman Flegeljahre, das die brillante Pianistin Vetro zu Gehör brachte. Eine echte Entdeckung!

Musikalisch-literarischer Dialog zwischen der Pianistin Maria Pia Vetro und der Musik- und Literaturwissenschaftlerin Ulrike Kienzle, Foto: Petra Kammann
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2025, November 20.
Die Akademie beschwört am Gründungstag das Vermächtnis des Welt-Musikers Pablo Casals
Von Uwe Kammann
Mit einem Festakt würdigte die Kronberg Academy am 16. November den Gründungstag der UNESCO vor genau 80 Jahren. Sie verband bei dieser Gedenkveranstaltung einen vorangehenden Gesprächspart mit einem nachfolgenden Konzert junger Studenten, das der künstlerische Leiter der Akademie, Friedemann Eichhorn, zusammengestellt hatte und in seinen Grundgedanken dem Publikum vorstellte. FeuilletonFrankfurt durfte die Veranstaltung begleiten.

v.l.n.r.: Begrüßung durch Raimund Trenkler, Jörg Süßenbach, Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto, Dr. Christine Volkmann, Prof. Dr. Christoph Wulf, Foto: Petra Kammann
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2025, November 12.
Eine kleine Freude über das, was wir Demokratie nennen…
Gerade fand ich in meinen noch nicht digitalisierten Schätzen diesen Beitrag, den ich für meine frühere Zeitschrift …IN R(H)EINKULTUR 2011 in Düsseldorf über ihn geschrieben habe… (hier leider nicht als Doppelseite, sondern nur nacheinander abbildbar). Und ich freue mich für den freiheitsliebenden und liebenswürdigen Boualem Sansal, der aus politischen Gründen nach fast einem Jahr Haft in einem algerischen Gefängnis endlich freigelassen und durch die Intervention unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begnadigt wurde (s.u.). Ich wünsche dem schwerkranken 81jährigen Autor, dass er bald genesen und die wiedergewonnene Freiheit noch genießen kann. Petra Kammann

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2025, November 11.
Gedenken in der Paulskirche und anderswo
Wahrnehmungen eines Besuchers
Am 9. November 2025 fand in der Frankfurter Paulskirche eine zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 statt. Die Stadt Frankfurt gedachte damit der nationalsozialistischen Gewalt gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 entlud. Damals wurden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte zerstört und über 10.000 Menschen verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Im Namen der Stadt Frankfurt eröffnete OB Mike Josef (SPD) die Veranstaltung. Rachel Heuberger, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, sprach ein bewegendes Grußwort. Und unter dem Titel „Erinnerungskultur heute und Erinnerungsarbeit in der digitalen Welt“ diskutierten junge Vertreter:innen der Projektgruppen „Synagoge Unterlindau“ und „Jüdischer Friedhof Bockenheim“, moderiert von Pola Sarah Nathusius. Einfühlsam wurde die Veranstaltung musikalisch vom Trio Delyria begleitet.

Die Max-Beckmann-Schule in Frankfurt-Bockenheim hat sich intensiv mit dem 9. November befasst, Foto: Max-Beckmann-Schule
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