home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Buch und Literatur

Clara und Robert Schumann: eine Liebe in Briefen und Musik

2026, Juni 2.

Ein Klavierabend mit Lesung überzeugte in der Villa Bonn als neues ‚Format‘

Vom Uwe Kammann

Kann man sich das heute vorstellen? Gut 20.000 Briefe haben Robert und Clara Schumann geschrieben, viele davon natürlich auch mit ganz professionellen Adressen im verzweigten europäischen Musikleben. Die schönsten allerdings, die haben sie sich gegenseitig geschickt, in einem, auch für heutige Mail-Zeiten geradezu atemberaubenden Rhythmus. Doch den Antrieb und den Grund dürften auch heutige Zeitgenossen verstehen: Es waren Liebesbriefe, Zeugnisse des Naheseins auch in der Ferne, innige schriftliche Annäherungen in einer Phase, die so intensiv wie aufregend war wie sonst keine im Leben des Paares, das für Romantik in der Musik steht wie sonst wohl kein zweites in Deutschland.

Wechselspiel zwischen der Pianistin Catalina Butcaru und der Sprecherin Nora Solcher, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

LiteraTurm 2026 – 13. Literaturfestival der Stadt Frankfurt unter dem Motto „OstWestText“

2026, Juni 1.

Spektakuläre Aus-Sichten und welche Einsichten?

In wenigen Tagen geht es los. Das alle zwei Jahre stattfindende Festival LiteraTurm in den Frankfurter Hochhäusern, die namensgebend für das Festival sind, ist einzigartig, denn es bietet spektakuläre Ein- und Ausblicke auf die Stadt. Und es setzt immer wieder einen neuen programmatischen Schwerpunkt. Diesmal steht es unter dem  Motto „OstWestText“. Denn auch fast 40 Jahre nach der Wende haben die Ost-West-Debatten nichts an Aktualität verloren. Bis heute sind die deutsch-deutschen Gräben und Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern immer noch spürbar. So nimmt das Festival die DDR als Romanstoff ebenso in den Fokus wie die literarische Verhandlung der Wiedervereinigung zum Thema Ost-West. Sachbücher und Essays bilden dabei einen integralen Bestandteil des Programms.

In den Buchtiteln spiegeln sich die aktuellen Fragestellungen, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

Nominiert für den International Booker Prize 2026 – Shida Bazyars Roman „Nachts ist es leise in Teheran“

2026, Mai 26.

„Was Simone gerade liest …“

Unsere Theater-, Opern- und Tanzkritikerin Simone Hamm, die auch eine begeisterte Leserin ist, stellt besondere Bücher vor, wie zum Beispiel den bei uns bereits 2016 erschienenen Debütroman von Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“. Er wurde erst jetzt ins Englische übersetzt und kam auf die Shortlist des Internationalen Bookerpreises. Der internationale Bookerpreis geht in diesem Jahr an die taiwanische Schriftstellerin Yang Shuang-zi für ihren Roman „Taiwan Travelogue“ und an Lin King für die Übertragung des Buches ins Englische, wovon es noch keine deutsche Übersetzung gibt. Auf der shortlist, auf der insgesamt sechs Romane nominiert waren, stammen zwei von deutschsprachigen Autoren; Daniel Kehlmanns “Lichtspiel“ und Shida Bazyars vielschichtiger Debütroman: „Nachts ist es leise in Teheran“ (Kiwi).  

Shida Bayzar ©Tabea Treichel

Weiterlesen

Clara Schumann Pianosalon – „Stimme aus der Ferne“

2026, Mai 26.

Clara und Robert Schumanns junge Liebe

Ein besonderer Klavierabend mit Lesung 

Die Robert und Clara Schumann Gesellschaft Frankfurt lädt im Rahmen ihres Clara Schumann Pianosalons zu einem besonderen Klavierabend mit Lesung am 28. Mai 2026 um 19.00 Uhr in die Villa Bonn, Siesmayerstraße 12, 60323 Frankfurt am Main ein. Der Titel der Veranstaltung lautet: „Stimme aus der Ferne – Clara und Robert Schumanns intensive junge Liebe“. Die Schauspielerin und Regisseurin Nora Solcher wird aus dem Briefwechsel zwischen Robert und Clara Schumann aus dem Jahre 1838 lesen, als die 18-jährige Clara Wieck mehrere Wochen in Wien weilte und Konzerte gab, sowie weitere aus dem Jahre 1840, dem Jahr der Hochzeit zwischen Robert und Clara Schumann. Hierzu spielt die in Rumänien geborene Catalina Butcaru Werke von Robert und Clara Schumann.

Clara und Robert Schumann um 1842, Abb.: Robert Schumann Gesellschaft Frankfurt

Weiterlesen

Schätze aus dem Bode-Museum Berlin im Ikonenmuseum Frankfurt

2026, Mai 13.

„Ikonen auf dem Weg“

Die erste Sonderausstellung im Ikonenmuseum seit seiner Neueinrichtung würdigt die fast 30-jährige Zusammenarbeit des Museums mit dem Bode-Museum Berlin (Staatliche Museen zu Berlin – Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst). Inmitten der Dauerausstellung präsentiert sie ausgesuchte Ikonen der postbyzantinischen und russischen Ikonenmalerei aus der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst, die seit 1999 als Dauerleihgaben im Frankfurter Ikonenmuseum waren. Dabei treten die fein gearbeiteten, vorwiegend kleinformatigen Ikonen der Muttergottes, vom Leben und der Passion Jesu Christi und ausgewählter Heiliger, die der Verehrung im Privaten dienten, in einen Dialog mit den oft aus kirchlichen Kontexten stammenden, dauerhaft ausgestellten Ikonen im Ausstellungsraum.

Szenen aus dem Marienleben, Linker Flügel aus einem Marientriptychon Russland, um 1600, Eitempera über Leinwand auf Holz, Inv.-Nr. 11285b,  Dauerleihgabe Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Foto: Wolfgang Günzel

Weiterlesen

MISHPOCHA. The Art of Collaboration

2026, Mai 7.

Die selbstgewählte Familie oder Wahlverwandtschaften

Von Corinne Elsesser

Im Jüdischen Museum Frankfurt wird der jiddische Begriff „mischpóche“ einmal neu, interdisziplinär und multimedial re-interpretiert. Damit muss nämlich nicht nur die enge gewachsene Familie gemeint sein, sondern, wie hier in der englischen Version des Begriffs „mishpocha“, die selbstgewählte, neue, erweiterte Familie.

Museumsdirektorin Prof. Dr. Mirjam Wenzel und Mike D vor der Skulptur „OY/YO“ © Corinne Elsesser

Weiterlesen

„Hör mir mal zu!“ – Über die bereichernde Sprache und das Miteinander

2026, Mai 3.

Zuhören, Falschlesen und bereichernde Missverständnisse

von Petra Kammann

Menschen gehen mit Knöpfen in den Ohren spazieren und Podcasts erleben ungeahnte Hypes. Führt das zu besserem Zuhören? Und gehen die Menschen deswegen auch besser aufeinander ein und miteinander um? Die Autorin Regina Schwarz, bekannt für ihre nachdenkenswerte Sprachlyrik, bekam 2024 für ihre phantasieanregende Gedichtesammlung „Meine Geheimschublade“ (Schweizerisches Jugendschriftenwerk) nicht umsonst den Josef Guggenmoos-Preis für Kinderlyrik. Nun hat sich die erfahrene Autorin, die die Fragen der Kinder ernst nimmt, mit dem Zuhören, Mitteilen und Verstehen beschäftigt. Gerade erschien ihr neuestes Buch „Hör mir mal zu!“

Die Doppelseite über Missverständnisse und Nachfragen aus „Hör mir mal zu!“

Weiterlesen

„Frankfurt liest ein Buch“- „Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien“

2026, April 25.

Wie klingt Marie-Luise Kaschnitz auf Italienisch? Und wie liest sie Rom?

Von Petra Kammann

Zu dem Thema gab es eine ungewöhnliche Veranstaltung in der Deutsch-Italienischen Vereinigung“ in der Arndtstraße, wenige Schritte entfernt vom langjährigen Wohnort Wiesenau 8 der in diesem Jahr wiedergelesenen Miniaturen „Gott und die Welt“ von Marie Luise Kaschnitz im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch. Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, hatte vorausschauend die Autorin Julia Zieger eingeladen, die sich mit dem Rom- und Italienbild der Autorin, der Meisterin der „kleinen Form“, des Gedichts, des Essays, der Skizze, des Hörspiels, ausgiebig beschäftigt hat, dazu Giuliano Lozzi, den Übersetzer von „Engelsbrücke“ („Ponte Sant‘ Angelo“), der Passagen aus den 168 Miniaturen der deutschen Rom-Flaneurin Kaschnitz auf Italienisch vortrug und erläuterte. Eine andere Kaschnitz!

Begrüßung durch Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, v.l.: Autorin Juliane Ziegler, Moderatorin Anna Nuzzolo, Übersetzer Giuliano Lozzi, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen

„Hidden History“: Verborgene Geschichte(n) urbaner Subkultur im Frankfurter Kunstverein

2026, April 22.

Vom „schlechtesten Theater der Welt“ – Blick hinter die Kulissen der Stadt von 1950 bis heute

Von Petra Kammann

„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Diese Frage beschäftigt uns seit der legendären „Fettecke“ von Joseph Beuys. Wem aber gehört der urbane öffentliche Raum? Und wie kann man ihn sich durch künstlerische Eingriffe aneignen? Das Postulat von Beuys lautete: „Jeder Mensch ist ein Künstler“.  Ist er das wirklich? Natürlich landen nicht alle Werke, die von Künstlern hergestellt werden, auch im Museum, und erst recht nicht im „White Cube“… Fragen, über die man ebenso tagelang diskutieren könnte wie über die vermüllte Stadt. In der derzeitigen Ausstellung aber wurden originell gestaltete Positionen gefunden. Heiner Blum, ehemaliger Professor an der HFG Offenbach, zudem Initiator des „Diamant / Museum für Urbane Kultur“, arbeitet seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Kunst, öffentlichem Raum und sozialen Prozessen. Er hat die vierwöchige Schau über die verborgene Geschichte der Stadt kuratorisch betreut. Entstanden ist daraus eine Kooperation mit Aktionen, Aktivierungen und Andockmöglichkeiten.

Die Ausstellungsidee entstand aus Gesprächen zwischen Kunstvereinsdirektorin Franziska Nori und Kurator Heiner Blum, Foto: Petra Kammann 

Weiterlesen

„Donnerstag der Großherzogin“ – Ausstellung von Helmut Werres im Kunstverein EULENGASSE

2026, April 17.

Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen

Rede der Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser zur Vernissage 

Helmut Werres ist ein vielseitig aktiver und ausgezeichneter Künstler der Darmstädter Sezession und zugleich Mitglied des Kunstvereins EULENGASSE. Als solcher lädt er in die Galerie EULENGASSE ein zu musikalischen und literarischen Interferenzen in seinem künstlerischen Schaffen der letzten Jahre.

Feldzeichnung und Portrait der Großherzogin vom Helmit Werres

Weiterlesen