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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Fotografie · Video · Film

30 Jahre  Hessischer Film- und Kinopreis

2019, November 1.

Leidenschaft für Film und Kino

von Renate Feyerbacher

Vor wenigen Tagen wurde in Frankfurt der Hessische Film- und Kinopreis 2019 verliehen – zum 30. Mal. Würde die Gala in der Alten Oper ohne Probleme gelingen? Diese Frage hatte sich vorher gestellt, nachdem viele Filmemacher gedroht hatten, mit HessenFilm nicht mehr zusammen arbeiten zu wollen, Jury-Mitglieder hatten mit Rücktritt gedroht und Mitarbeiter distanzierten sich. Ein Imageschaden für HessenFilm und seine Filmwirtschaft wäre die Folge gewesen. Der Grund der Drohungen: der Geschäftsführer von HessenFilm hatte sich in ‚freundschaftlicher‘ Atmosphäre mit einem führenden Vertreter der AfD zum politischen Gespräch getroffen. Der Aufsichtsrat von HessenFilm und Medien GmbH, unter Leitung der Vorsitzenden, Kunst- und Kultur-Ministerin Angela Dorn, hat sich einstimmig vom Geschäftsführer getrennt und einen kommissarischen Leiter bestellt.

Hessischer Film- und Kinopreis 2019 in der Alten Oper in Frankfurt am Main am 18.10.19Foto: Markus Nass

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„(An-)Sichten. Das Künstlerische im Dokumentarischen“ in der DZ BANK

2019, Oktober 27.

Traumhaft entrückt und dokumentarisch

von Petra Kammann

„Die Kunst des Sehens“ – Barbara Klemm lehrt sie uns nicht nur durch ihre eigenen Fotografien. Sie macht uns auch mit der Kunst des Sehens vertraut, wenn sie die besonderen An-Sichten ihrer Fotografenkollegen vorstellt. Aus der rund 8000 Bilder umfassenden fotografischen Sammlung der DZ BANK wählte sie 72 fotografische Kunstwerke von 22 internationalen Künstlerinnen und Künstlern zwischen 1933 bis 2007 aus, die jetzt im ART FOYER der Bank zu sehen sind: analoge Fotografien, mit denen wir die Zeit neu erleben… Eine puristisch-überzeugende Auswahl der mehrfach preisgekrönten Bildautorin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Barbara Klemm, die sich vorwiegend mit dem künstlerischen Potenzial des Dokumentarischen befasst hat.

Ausstellungsansicht im ART FOYER der DZ BANK mit Laurenz Berges Foto „Hannover“ von 2006 am Ende, Foto: Petra Kammann

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Friedenspreis für den Fotografen Sebastião Salgado

2019, Oktober 23.

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Ein Novum. Sebastião Salgado wurde als erster Fotograf mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, einer, der die Augen vor dem Elend der Welt nicht verschließt, der aber auch die Schönheit der Schöpfung preist. Die Laudatio hielt der Filmemacher Wim Wenders. Die Verleihung des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche kann als ein Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse gelten. Soviel Emotion war nie…

von Petra Kammann

Der brasilianische Fotograf und Friedenspreisträger Sebastião Salgado, Fotos: Petra Kammann

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Barbara Klemm – Die Foto-Chronistin und Künstlerin

2019, Oktober 22.

Deutschland, die Welt und die Kunst

Die Fotos von Barbara Klemm – einer menschenfreundlich zugewandten Frau – haben Geschichte und Geschichten vermittelt und sich wie Ikonen der Zeitgeschichte in unser Gedächtnis eingegraben. Ihre Aufnahmen machte sie vor allem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Dabei hat sie sich nie der Arroganz der Macht ergeben, obwohl sie einflussreichen Polit-Größen, internationalen Künstlern und Schriftstellern begegnet ist. Auch den einfachen Menschen und deren Nöten, die sie in ebenso eindrucksvolle Bilder bannt, gilt ihre Empathie. Und gleich wo: Für den richtigen Moment hat die große Fotografin stets ebenso einen sechsten Sinn bewiesen wie auch für die perfekte Bildkomposition. Petra Kammann interviewte die Fotokünstlerin, deren neues Buch zur Buchmesse unter dem Titel „Zeiten Bilder“ (Schirmer & Mosel) erschienen ist.

Die Fotokünstlerin Barbara Klemm, Foto: Petra Kammann

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Bewegende Momente einer Buchmessenwoche

2019, Oktober 19.

Rück- und Augen-Blicke

Eine kleine Auswahl von Petra Kammann

Fulminanter Auftakt: Die Verleihung des Deutschen Buchpreises mit einem politischen Appell

Der fabelhafte Roman „Herkunft“ von Sasa Stanicic bekommt den ersten Preis. In seiner emotionalen Dankesrede kritisiert der 1978 in Višegrad geborene Autor Peter Handkes Serbienbild scharf und löst damit eine neue und nachhaltige politische Grundsatzdebatte über den Nobelpreis und die Beurteilung von Literatur aus

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Ein Gespräch mit Matthias Wagner K über das „House of Norway“

2019, Oktober 14.

Im Frankfurter Museum Angewandte Kunst kann man in diesen Tagen Natur, Kunst und Kultur aus Norwegen kennenlernen Petra Kammann sprach mit dem Museumsleiter und Kurator Prof. Matthias Wagner

Museumsleiter und Kurator Prof. Matthias Wagner K im „House of Norway“, Foto: Petra Kammann

Was hat Sie fasziniert, sich so intensiv mit einem Land zu beschäftigen, das mit extremen Helligkeiten und Dunkelheiten, mit extremer Kälte und Wärme, zu tun hat, dass Sie dafür bereit waren, das Museumsgebäude auszuräumen und passend zum norwegischen Schwerpunktthema der Buchmesse ein „House of Norway“ zu bauen?

Ich bin so ein“Kind des Nordens“. Beginnen wir bei der Kälte. Die  macht mir gar nichts aus. Ich war schon immer viel im Norden. 20 oder 25 Grad minus kenne ich aus Schweden, wo ich mal ein Haus hatte und häufig die Winter verbracht habe. Als ich dann in Norwegen auf dem Rentierschlitten gefahren bin, war das für mich eine Szene wie im Märchen: mit den Rentieren zur „Schneekönigin“ fahren. Nur, dass ich nicht Kai heiße. Und insofern musste ich auch nicht das Wort Ewigkeit zusammenlegen…. Dann war ich hoch oben im Norden mit den Sami bei minus 20 Grad eisfischen. Ich steh auf sowas. Aber eigentlich ist es auch gar nicht so extrem, weil es ja eine trockene Kälte dort ist, die ich als nicht so ungewöhnlich empfunden habe. Viel ungewöhnlicher und faszinierender hingegen waren für mich die Landschaften. Und was das Licht angeht, selbst im Januar, wo es wegen des hellen Schnees nur so ein bisschen Licht gibt, ist es nie so ganz dunkel.

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Norwegen als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse – Eine kleine Vorschau

2019, Oktober 11.

 „Der Traum in uns“

Unter diesem Motto – Worte aus dem Gedicht „Das ist der Traum“ des beliebten norwegischen Dichters Olav H. Hauge (1908 – 1994) – steht Norwegens Auftritt als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse 2019. Für den Ehrengast Norwegen besteht der Traum darin, mit Literatur und Kunst aus Norwegen zu überraschen, das Publikum zu bewegen und an unbekannte Orte zu versetzen – wie es in Hauges Gedicht heißt: „In eine Bucht, um die wir nicht wussten.“ Diesen Traum zu teilen bedeutet, Geschichten aus Norwegen zu erzählen, die Freude am Lesen zu befördern und für die Freiheit des Wortes einzutreten. Meinungsfreiheit ist in der politischen Kultur Norwegens von höchster Bedeutung. Ein Highlight des Ehrengastlands: Vom 14. bis 15. Oktober fährt Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit höchstpersönlich, und begleitet von 19 Autorinnen und Autoren, mit dem Literaturzug von Berlin über Köln zur Frankfurter Buchmesse. Neben dem Literaturprogramm präsentiert Norwegen außerdem ein umfangreiches Kulturprogramm mit zeitgenössischen Künstler, Regisseuren, Filmemachern, Designern, Architekten, die mit der Natur und den Mythen ihres Heimatlandes auseinander setzen…

Botschafterin für norwegische Literatur im Ausland: Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit, Foto Eivind Röhne / NORLA

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„Point of No return“ – Eine bemerkenswerte Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig

2019, Oktober 8.

Risse in der Mauer und Umbruch in der ostdeutschen Kunst statt Wende

Eine Neudefinition künstlerischen Schaffens vor und nach 1989

Von Petra Kammann

Das Gros der in der DDR entstandenen Kunst landete nach dem Mauerfall meist unbesehen im Depot. Nach nunmehr 30 Jahren ist es endlich Zeit, auf die Abstinenz des Ostens aufmerksam zu machen. In Leipzig dokumentiert eine grenzüberschreitende Ausstellung die Könnerschaft von 106 ostdeutschen Künstlern und Künstlerinnen in mehr als 300 Werken und garantiert die Widerstandskraft einer vielfältigen und lebendigen Kunstszene von „Hiergebliebenen“, „Rebellen und Reformern“ sowie die von „Dissidenten“. In Leipzig werden Arbeiten von ostdeutschen Künstlern aus drei Generationen präsentiert, die in der DDR in unterschiedlichen Städten, Schulen, Milieus und Szenen wirkten. Der Blick nach Leipzig ist lohnenswert.

Blick auf Doris Zieglers erstmals gezeigten Bilderzyklus „Passage“ (1988-1994), Foto: Petra Kammann

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„Europäische Selbstkritik“ – Motto der diesjährigen Ruhrtriennale

2019, September 2.

Gefragt wird nach Macht, nach Privilegien und wer wen überhaupt repräsentieren darf.

Von Simone Hamm

Den Auftakt der Ruhrtriennale 2019 machten Regisseur Christoph Marthaler, Librettistin Stefanie Carp, die Leiterin der Ruhrtriennale und der Musiker Uli Fusenegger.

 „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“

Foto: Matthias Horn/Ruhrtriennale 2019

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Geheimnisvolle Bretagne: Bannalecs „Vermächtnis“ und Kommissar Dupins Ermittlungen

2019, August 30.

Orte des Kommissars Dupin. Eine fotografische Spurensuche

von Petra Kammann

An der zerklüfteten Corniche von Concarneau, der blauen Stadt am Meer, ist Kommissar Dupin ständig unterwegs…

Kommissar Georges Dupin hat seit seiner Versetzung „ans Ende der Welt“, ins Finistère, in den verschiedensten Gegenden der Bretagne ermittelt: in der Malerstadt Pont Aven, in Heide- und Moorlandschaften, an den mächtigen, zerklüfteten Klippen am Atlantik und seinen karibisch anmutenden Stränden aus hellem Sand, im märchenhaften Wald der Brocéliande, an den Salzbecken um Guérande. In Jean-Luc Bannalecs gerade erschienenem Roman „Bretonisches Vermächtnis“ ist der Pariser Kommissar in Concarneau einem Verbrechen auf der Spur…

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