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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Reisen & Lebensart

Samstag, Sonntag, Montag von Eduardo die Filippo am Schauspiel Bochum, Zeche 1, in der Inszenierung von Johan Simons

2020, Februar 24.

Das perfekte italienische Dinner

von Simone Hamm

Auch das Publikum ist Teil der Aufführung: Foto: Martin Steffen / Schauspielhaus Bochum

Der hufeisenförmige lange Tisch ist weiß eingedeckt. Auf dem Antipastiteller liegen gefüllte Auberginen und Zucchini, Champignons mit Frischkäse, Tomaten, Mozzarella , eingelegte Paprika, gebackenen Artischocken. Die Gäste breiten die Stoffservietten aus und beginnen zu essen. Doch sie sind in keinem gewöhnlichen italienischen Restaurant. Sie sitzen im kleinen Raum der Zeche 1 in Bochum, sind Teil einer Inszenierung  von Johan Simons. Es wird „Samstag, Sonntag, Montag“ von Eduardo de Filippo gespielt.

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Van Gogh im Sturm erobert

2020, Februar 12.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

von Hannelore Kaus-Schwoerer

Vieles wurde in der Presse über die spektakuläre, in dieser Woche zu Ende gehende Ausstellung Making van Gogh im Frankfurter Städel geschrieben. Meist lobend wurde der Ansatz, die Rezeption  des umfangreichen Werkes des holländischen Malers in Deutschland einmal unter die Lupe zu nehmen, gewürdigt. Und natürlich wurde es geschätzt, dass 50 Originalgemälde und -grafiken Vincent van Goghs aus aller Welt und aus Privatsammlungen gezeigt wurden, die wohl in absehbarer Zeit nicht mehr in Deutschland zu sehen sein werden.

Außenwerbung am Städel für die Ausstellung, Foto: Petra Kammann

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Die Sixties in Frankfurt – „Bewegte Zeiten“

2020, Februar 5.

Die Beatles kamen nur bis zum Flughafen, Kennedy bis in die Paulskirche, Joan Baez sang zum Ostermarsch, Udo Jürgens in der Jahrhunderthalle, Studenten besetzten die Schienen, Neckermann wurde Verleger, Mohammed Ali boxte im Waldstadion und Handke beschimpfte das Publikum.

Von Petra Kammann

„Bewegte Zeiten“ – so der Titel einer Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte –  waren die wirtschaftlich erfolgreichen 60er Jahre in Frankfurt, der Stadt, die sich ständig neu erfindet. Manche der im Institut für Stadtgeschichte ausgestellten Zeitdokumente ergänzen das kollektive Gedächtnis, das sich in dieser Dekade häufig nur auf die 68er beschränkt.

1 The Beatles bei ihrem Zwischenstopp auf dem Frankfurter Flughafen, 2. Juli 1964 © ISG FFM, S7Bo Nr. 1165, Mickey Bohnacker; 2 John F. Kennedy nimmt beim Frankfurt-Besuch ein Bad in der Menge, 25. Juni 1963 © ISG FFM, S7Z Nr. 1963-196, Kurt Weiner; 3 Ostermarschaktivist*innen fordern „Fünf Minuten Verkehrsruhe für Vietnam“, 13. April 1968 © ISG FFM, S7Z Nr. 1968-38, Klaus Meier-Ude

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Im  Liebieghaus erstrahlen die Farben der Antike in neuem Glanz

2020, Februar 4.

Statt Missoni tragen die bunten Götter jetzt Hermès – nach erfolgreicher Welttournee zurück in Frankfurt

Von Hans-Bernd Heier

Seit 2003 tourt die „Bunte Götter“- Schau erfolgreich durch die ganze Welt und wird kontinuierlich durch neue Forschungsergebnisse ergänzt. In 30 Städten haben mittlerweile rund 3 Millionen Besucher die Ausstellung gesehen, zuletzt in San Francisco, wo täglich 6.000 Besucher die Farbenpracht der antiken Götter- und Heldenstatuen bestaunen wollten. Jetzt sind diese zurück in Frankfurt. Die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert die große, erweiterte Ausstellung „Bunte Götter – Golden Edition. Die Farben der Antike“, die einen neuen, differenzierten Blick auf das irritierende Phänomen der Statuenpolychromie ermöglicht.

Experimentelle Farbrekonstruktion Variante C eines Bogenschützen, sogenannter „Paris“, 2019; Liebieghaus Skulpturensammlung – Norbert Miguletz

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Das Architektur-Festival BANAD: Brussels – Art Nouveau und Art Déco

2020, Februar 3.

Flanieren zwischen geschwungenen und kubischen Gebäuden

von Petra Kammann

Architektur mit Metall, Eisen und Glas, mit schwungvoller Formensprache und floralen Motiven, mit opulenter Extravaganz, kostbaren Materialien, gefiltertem Licht und besonderen Farben. Kurzum: architektonische Kleinodien auf dem Weg zur Moderne. Sie sind drei Wochenenden lang beim 4. Festival BANAD (Brussels Art Nouveau & Art Déco) zu erleben. Das Festival gewährt einen Blick hinter die Fassaden der besonders gestalteten Brüsseler Gebäude mit ihren blumigen Verzierungen aus Eisen, die normalerweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Wegen der begrenzten Plätze ist daher eine frühzeitige Anmeldung ratsam.

Art Nouveau pur: Blick in das bestens erhaltene, von Victor Horta erbaute Stadtpalais „Hôtel Solvay“, das inzwischen unter UNESCO-Weltkulturerbe steht Foto:©EB – Photographe Voituron  

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Auf nach Stuttgart!

2020, Januar 21.

Die Pollo – oder die schwäbische Kunst der Täuschung

Ein Besuch der Stuttgarter Staatsgalerie aus Anlass des 250. Todestages des venezianischen Malers Tiepolo und ein Blick auf die Zeitgenossen

von Jürgen Pitzer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Giovanni Battista Tiepolo,
Bildnis des Antonio Riccobono,
Ausschnitt,
Foto: Jürgen Pitzer

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I Puritani an der Deutschen Oper am Rhein. Inszenierung: Rolando Villazón

2020, Januar 5.

Eine Sternstunde und eine Enttäuschung gleichermaßen

von Simone Hamm

Adela Zaharia (Elvira). Dahinter: Jorge Espino (Riccardo), Bogdan Taloş (Giorgio), Ioan Hotea (Arturo). Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel

Bis vor wenigen Jahren hat hat Bellinis „I Puritani“ selten auf dem Spielplan deutscher Opernhäuser gestanden. Man führte lieber „Norma“ mit der berühmten „Casta Diva“ Arie auf. Derzeit aber wird „I Puritani“ regelrecht wiederentdeckt.

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Frankfurt als Hochhaus-Pionier in der Bundesrepublik

2020, Januar 3.

Kultur und Skyline

Lebensgefühl im Spiegel der Kolossalarchitektur

von Gunnar Schanno

Blick vom Osten auf den EZB-Turm und die Skyline von Frankfurt, Alle Fotos: Petra Kammann

Städtebauliche Veränderungen wirken immer auch auf die Lebenswelt der Menschen, der Bürger, die sich den öffentlichen Raum teilen. So wie im heimeligen Freiburg Südbadens vor einigen Jahrzehnten es dem hier Berichtenden geschah. Da schweifte im Schulraum der Blick weg von Lehrer und Tafel hinaus auf ein Stockwerk um Stockwerk wachsendes Haus. Gerade mal zehn Etagen hoch sollte es werden. Aber staunend darüber, was da über rote Ziegeldächer hinaus zu ragen begann, seltsam sich abhob vom vertrauten Bild altstädtischer, schrägdachiger Silhouette, war die Aufmerksamkeit für diese architektonische Spezies geweckt. 

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Sidi Larbi Cherkaoui und Colin Dunne zeigen „Session“ am Schauspielhaus in Köln

2019, Dezember 28.

Vom Tanzen mit Händen und Füßen

von Simone Hamm

Eastman, Session, Foto: Koen Broos 

Von all den großartigen Choreografen und Choreografinnen, die aus dem kleinen Flandern kommen, ist Sidi Larbi Cherkaoui, Sohn eines Marokkaners und einer Belgierin, der vielseitigste. Er ist Leiter des königlichen flämischen Balletts in Antwerpen und hat seine eigene Ballettkompanie „Eastman“. Er brachte siebzehn Shaolin Mönche auf die Bühne, tanzte mit der Flamencosängerin Maria Pagés, arbeitete mit der Performance-Künstlerin Marina Abramovic.

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Musik in der Elbphilharmonie: Klarheit und Neugier

2019, Dezember 23.

Großer Kontrast zu den Sälen in Frankfurt und Wiesbaden

Von Uwe Kammann

Vor dem Konzert im großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie, Foto: Petra Kammann

Welche Kontraste. Hier, im Rhein-Main-Raum, der große Thiersch-Saal im Wiesbadener Kurhaus, kaiserlich geschmückt und zugleich mit elegantem Jugendstil betörend. Dann der Große Saal in der Frankfurter Alten Oper, relativ schlicht im 80er Jahre Chic, mit warmer Holzverkleidung und den funktionalen Sesseln in seltener Kombination aus Metallwangen und Stoffbezug.

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