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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Städel Museum

Städel und Liebieghaus: Rückblick auf das besucherstarke Jahr 2025 und Vorausschau für 2026

2026, Januar 13.

Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen  hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).

Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann

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Beckmanns ausdrucksstarke Zeichnungen im Städel Museum

2025, Dezember 9.

Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte

Von Hans-Bernd Heier

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.

Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann

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Städel zeigt „Carl Schuch und Frankreich“ (1)

2025, September 26.

Ein Fest für die Sinne – Betörendes Wechselspiel aus Licht und Farbe

Von Hans-Bernd Heier

In der Herbstausstellung „Carl Schuch und Frankreich“ präsentiert das Städel Museum eine großartige Wiederentdeckung. Im Zentrum steht das Werk eines Malers, der sich keiner Kunstströmung zuordnen lässt. Besonders beleuchtet werden Schuchs Jahre in Paris. Dort erlebte er die produktivste Phase seines künstlerischen Schaffens. Seine beeindruckenden Gemälde werden bedeutenden Werken französischer Künstler gegenübergestellt: darunter herausragende Arbeiten von Paul Cézanne, Camille Corot, Gustave Courbet, Édouard Manet und Claude Monet. Zu sehen sind rund 70 Gemälde von Schuch in einem anregenden Dialog mit etwa 50 hochkarätigen Werken des französischen Realismus und Impressionismus.

Carl Schuch „Äpfel auf Weiß, mit halbem Apfel“ um 1886–1894, Frankfurt am Main, Städel Museum

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Annegret Soltaus Retrospektive „Unzensiert“ – noch wenige Tage im Städel zu sehen

2025, Juli 28.

Die Risse des Lebens und Nähte als Lebensfäden

Soltaus radikale Vernähungen des verletzten Körpers

Von Petra Kammann

Galt die in Darmstadt lebende Annegret Soltau (*1946) lange Zeit als Geheimtipp, so genießt sie mit ihrer feministisch inszenierten Fotografie und ihrer Body Art in der Kunstwelt inzwischen internationalen Ruhm. Das Frankfurter Städel widmet ihr unter dem Titel „Unzensiert“ noch bis zum 17. August eine Retrospektive mit rund 80 Werken aus mehr als fünf Jahrzehnten. Mutig wurde Soltaus Arbeit allerdings schon 2011 unter dem Titel „Generativ“ in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks gewürdigt, die damals alles andere als widerspruchslos hingenommen wurde. Zuvor war sie damals mit dem feinen Marielies-Hess-Kunstpreis ausgezeichnet worden. 

Annegret Soltau in der Ausstellung im Städel vor ihrer „Vatersuche“, Foto: Petra Kammann

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Auch im Kleineren das ganz Große: Werner Tübke im Städel Museum

2025, Juli 18.

Eine einzigartige Schenkung ist zu bewundern: die Sammlung Eduard und Barbara Beaucamp

Von Uwe Kammann

Staatskunst, igitt. Das war, salopp formuliert und zugespitzt, lange Zeit eine gängige Reaktion der westlichen Kunstkritik, wenn es um Maler aus der DDR ging. Dazu kam noch die Vokabel Sozialistischer Realismus, und fertig war das Urteil. Natürlich, wer sich tiefgreifender mit der Kunst befasste, die hinter der Mauer entstand, der korrigierte das Verdikt sofort mit einer Vorsilbe, so dass es sich ganz anders las: Vor-Urteil. Einer, der mit dieser Korrektur unermüdlich beschäftigt war, blieb lange Zeit ein Einzelkämpfer: Eduard Beaucamp, der seit 1966 über viele, viele Jahre das Kunstressort der FAZ leitete.

Dr. Eduard Beaucamp, langjähriger Feuilletonchef der FAZ, Kunstsammler und Kenner der DDR-Kunst, Foto: Petra Kammann

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„Lass‘ Hände sprechen“ – Fotografien von Barbara Walzer im Frankfurter Presseclub

2025, April 23.

Persönlichkeiten auf der Frankfurter Bühne: Wort- und Bildmächtige ringen um Worte

Von Petra Kammann

Mit ihren Fotografien erzählt Barbara Walzer Geschichten von Menschen in Frankfurt, der Stadt, in der die Polin seit 1991 sehr gerne lebt und arbeitet. Schon vor zehn Jahren waren im Frankfurter Presseclub in einer Ausstellung unter dem Titel „Gesichter Frankfurts“ Bilder von ihr zu sehen: Damals ging es um vielfältige Porträts von Menschen auf ihren verschiedensten Lebensbühnen, auf Straßen, Platzen, am Mainufer. 10 Jahre später ist der Rahmen ein anderer: „Lass‘ Hände sprechen“. Da geht es um die Hand, die in vielen alltäglichen Redewendungen im Spiel ist. Auch in Begriffen. Denken wir nur an das Handy, das viele kaum mehr aus der Hand legen. Wenn tatkräftige Menschen die Dinge konsequent in die Hand nehmen, klingt das ganz fundamental. In der Bilderschau wird das Thema greifbar.

Die Foto-Künstlerin Barbara Walzer 2021 vor ihren Schwarzweißfotos bei einer Ausstellung im BBK, Foto: Petra Kammann

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„Frankfurt for ever“ – Das Frankfurt von Carl Friedrich Mylius (1827–1916) vor dem städtischen Umbau

2025, Februar 13.

Ein Wegbereiter der Architekturfotografie

Von Petra Kammann

Von der Zeil, dem Eschenheimer Turm, dem Goethe-Denkmal über den Römer bis hin zum Mainufer hielt vor mehr als 150 Jahren der Fotograf Carl Friedrich Mylius die berühmtesten Sehenswürdigkeiten einer Stadt im Umbau gestochen scharf fest. Es zog den Chronisten seiner Zeit aber auch ins Umland – in den Taunus, auf den Feldberg, nach Kronberg, Königstein und nach Gelnhausen. Mit rund 80 seiner Arbeiten widmet das Städel Museum dem gebürtigen Frankfurter die erste große Einzelausstellung. Anlass war eine Schenkung aus Privatbesitz von 180 Fotografien, die den Bestand mit Aufnahmen von Carl Friedrich Mylius in der Städel Sammlung von 1867 an bestens ergänzt. Eine Schau, welche „die Frankfurter Seele streichelt“, wie Städeldirektor Philipp Demandt treffend bemerkte.

Christina Lemke (re), Kuratorin der Ausstellung und Sammlungsleiterin Fotografie im Städel-Museum, hier im Ausstellungsraum, Foto: Petra Kammann

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„Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?“ Zwei Seiten einer Medaille. Eine umfassend vielgesichtige Schau im Städelmuseum

2024, November 28.

„Near het leven“- „Wie im wahren Leben“. Rembrandt und seine Malerkollegen schauen genau hin

Von Petra Kammann

Amsterdam in Frankfurt – Eine kleine Sensation nach der Ausstellung „Nennt mich Rembrandt!“ vor drei Jahren. Diesmal präsentiert das Städel Museum die Bildniskunst der Rembrandt-Zeit mit herausragenden Gruppenbildnissen des Amsterdam Museums, die in diesem Umfang erstmals in Deutschland zu sehen sind, ergänzt durch herausragende Werke Rembrandts und seiner Zeitgenossen aus dem eigenen Sammlungsschatz. Rund 100 Gemälde, Skulpturen und Druckgrafiken, darunter angereiste Meisterwerke aus dem Rijksmuseum in Amsterdam, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen oder dem Muzeum Narodowe in Warschau sind in Frankfurt zu sehen. Dabei erfahren wir etwas über den Alltag im sogenannten „Goldenen Zeitalter“, dem 17. Jahrhundert, in der „Boomtown“ Amsterdam.

Wegführung in die untere Etage des Museums in Schwarz-weiß, Gegenüberstellung des Verlegers und Regenten Isaac Comelin mit dem Aktmodell Marie de la Motte, Foto: Petra Kammann

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Buchmesse 2024 Ehrengastland Italien: Das Städel präsentiert große Meister der Zeichenkunst des italienischen Barock

2024, Oktober 15.

Faszinierende Zeichnungen der Graphischen Sammlung von Carracci bis Bernini

Von Hans-Bernd Heier

„Radici nel Futuro“ – „Verwurzelt in der Zukunft“ lautet das Motto des diesjährigen Gastland Italien. Parallel dazu zeigt das Städel Museum unter dem Titel „Fantasie und Leidenschaft: Zeichnen von Carracci bis Bernini“ die 90 schönsten italienischen Barockzeichnungen aus dem eigenen kostbaren Bestand. Die mit Feder und Pinsel, schwarzer Kreide oder Rötel ausgeführten Blätter der großen Meister der Zeichenkunst des italienischen Barocks sind Skizzen, Studien oder präzise Einzelwerke. Sie beeindrucken durch ihre schwungvolle Linienführung, ihr dramatisches Hell-Dunkel und ihre außergewöhnliche Ausdruckskraft. Die Hälfte der Blätter wird erstmals öffentlich ausgestellt.

Ferdinando Galli da Bibiena, Werkstatt Säulenhalle, links ein Portal, frühes 18. Jh., Feder, braun und blau laviert; Städel Museum

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Künstlerinnen zwischen Frankfurt und Paris um 1900 im Städel

2024, Juli 22.

Die Netzwerke der „Malweiber“ im Männer-dominierten Kunstbetrieb

Von Hans-Bernd Heier

Die Moderne ist ohne den Beitrag von Künstlerinnen nicht zu denken. Dabei mussten die Malerinnen und Bildhauerinnen viele gesellschaftliche Hürden und Benachteiligungen in der Ausbildung und im Kunstbetrieb überwinden. Private und berufliche Netzwerke waren für die Künstlerinnen im ausgehenden 19. Jahrhundert deshalb von eminenter Bedeutung. Diesen Malerinnen und Bildhauerinnen widmet das Städel unter dem Titel „Städel | Frauen – Künstlerinnen zwischen Frankfurt und Paris um 1900“ erstmals eine große Ausstellung. In der aufwendigen Schau sind rund 80 hochkarätige Gemälde und Skulpturen von insgesamt 26 Künstlerinnen versammelt.

Louise Catherine Breslau „Porträt der Freunde“, 1881, Öl auf Leinwand; MAH Musée d’art et d’histoire, Ville de Genève, achat avec l’aide de la Fondation Diday, 1883; © Musée d’art et d’histoire, Ville de Genève, Foto: Flora Bevilacqua

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