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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Schauspiel

Die Recklinghausener Ruhrfestspiele 2024 unter dem Motto „Vergnügen und Verlust“

2024, Mai 26.

Geradewegs ins Herz der Finsternis

von Simone Hamm

Die Ruhrfestspiele unter dem diesjährigen Motto „Vergnügen und Verlust“ haben fulminant begonnen. Mit dem Zirkus „Pulse“, bei dem die Akrobaten mit ihren Körpern schwindelerregend hohe Pyramiden bauten. Sie lassen sich fallen, zeigen die Kraft der Gemeinschaft. Seit Jahren gibt es in Recklinghausen Zirkus aus aller Welt zu sehen, Zirkus ist zum Schwerpunkt geworden. Theater und Tanzkompanien, Musiker und Schriftsteller werden kommen, das Festival für schwarze Literatur „Resonanzen“ gehört auch zu den Ruhrfestspielen. Tiago Rodriguez und die Comédie de Genève führen uns mit „As Far As Impossible“ geradewegs ins Herz der Finsternis. Stephanie Rheinsberger ist Thomas Bernhards  Regietyrann. Dibbuk – zwischen (zwei) Welten. Der universelle Dämon

Die Comédie de Genève mit Adrien Barazzone, Beatriz Brás, Baptiste Coustenoble und Natacha Koutchoumov spielt „As far as possible“, Foto: Ruhrfestspiele

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Johan Simons inszeniert Ionescos „Kahle Sängerin“ am Schauspiel Bochum

2024, April 30.

Völlig losgelöst von jedem Sinn – Absurdes Theater eben

von Simone Hamm

Auf der Bühne: schwere metallene Bettgestelle. Eine Notunterkunft? Ein altmodisches Krankenhauszimmer? Eine karge Herberge? Ein Gefängnis? Über den Betten moderne LED Röhren, Monitore, auf denen bisweilen Ausschnitte alter Filme, alte Werbeclips (Persil, Afri Cola) laufen. (Bühne: Sascha Kühne, Johan Simons).

„Die Kahle Sängerin“ Stefan Hunstein, Danai Chatzipetrou, Marius Huth, Jele Brückner, Stacyian Jackson, Foto: Birgit Hupfeld / Schauspiel Bochum

Tanzabende in Köln und Bonn: Donnerschläge in Köln. Träumer in Bonn

2024, April 17.

Eine Welt im Dunkeln

Botis Sevas Mama / Until We Sleep bei tanz.köln am Schauspiel Köln

von Simone Hamm

Kaum zu erkennende Gestalten im nebeligen Dunkel vor leuchtenden Leuchtstoffröhren, die schräg in die Bühne hereinragen. Sieben zottelige Wesen. Ein Pfeifen ist zu hören, das zu Vogelzwitschern wird. So beginnt Botis Sevas „Mama / Until We Sleep“. Botis Seva und seine siebenköpfige Tanztruppe „Far From Norm“ wollen tief eintauchen in die Geschichte des Kolonialismus und des Postkolonialismus.

Mama /Until We SleepBotis Seva / Far from the Norm,Foto: Tom Visser

Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (24)

2024, März 6.

„Der Würgeengel“ von PeterLicht und SE Struck nach Luis Bunuel

Schierer Wahnsinn

von Renate Feyerbacher

Schon einmal hat das Team, der Autor und Musiker PeterLicht und die Choreografin SE Struck ein Auftragswerk des Schauspiels Frankfurt à la Luis Buñuel, realisiert. Das Werk „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ nach dem Film des Filmemachers von 1972 wurde im März 2022 uraufgeführt. Regie führte Claudia Bauer, die auch 2020 den Roman „Mephisto“ von Klaus Mann realisierte. Nun hat das Team wieder einen Film von Luis Buñuel (1900-1983) zum Theaterstück bearbeitet: „Der Würgengel“ von 1962. Gemeint hat der Regisseur die Gesellschaft zur Zeit der Franco Diktatur.

„Der Würgeengel“ von PeterLicht und SE Struck nach Luis Buñuel, Foto: Arno Declair/ Schauspiel Frankfurt

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Mit einem Traum verabschiedet sich Stefan Bachmann aus Köln

2024, Februar 28.

„Akins Traum vom osmanischen Reich“

von Simone Hamm

Akin Emanuel Sipals Alter ego hat sich ein Mammutunterfangen vorgenommen, die Geschichte des osmanischen Reiches in einem Roman zu erzählen. Dieses alter ego (Mehmet Atesci) ist ein junger Vater, der einen großen Roman schreiben will, bei dem Jelinek und Handke durchscheinen. Ängstlich ist er nicht. Seine Frau ruft ihm nach, er solle die Feuchttücher nicht vergessen. Mit dem Elektroroller macht er sich in den Drogeriemarkt dm auf. Ein Mammutunterfangen auch für den Regisseur Stefan Bachmann, der mit der Inszenierung der Auftragsarbeit „Akins Traum“ seine Abschiedsvorstellung in Köln gibt. In der kommenden Spielzeit wird er Intendant des Wiener Burgtheaters.

Akins Traum vom Osmanischen Reich von Akin Emanuel Şipal Regie: Stefan Bachmann, Foto: Tommy Hetzel / Schauspiel Köln

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Eine kleine Weihnachtspause

2023, Dezember 23.

Kafkas Prozess in einer Fassung und unter der Regie von Pinar Karabulut am Schauspiel Köln

2023, Dezember 5.

Abgrund und schwindelnde Höhen

von Simone Hamm

 „Jemand  musste Josef  K. verleumdet  haben, denn  ohne  dass er etwas  Böses getan  hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“  So beginnt Kafkas unvollendeter, zu seinen Lebzeiten unveröffentlichter Roman “Der Prozess“. Regisseurin Pinar Karbulut hat daran gerade das Unfertige fasziniert. Sie hält sich streng an den Text, an Kafkas eindrückliche Sprache, aber sie ortet die Textabschnitte anders.So wirken Leben und Sterben K.s noch absurder. Kafkas unvollendeter Roman ist jedoch nicht nur hoffnungslos und traurig, es gibt auch sehr witzige Stellen. Pinar Karbulut gelingt der Spagat: die Aussichtsslosigkeit darstellen zu lassen und die Zuschauer zum Lachen zu bewegen.

„Der Prozess “ von Franz Kafka auf der Bühne , Regie: PÄnar Karabulot, Foto: Krafft Angerer / Schauspiel Köln

„Momo“ – Familienstück nach Michael Ende im Schauspiel Frankfurt

2023, November 28.

Zeit ist Leben

„Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte.“

von Renate Feyerbacher

Schon der tolle Theaterprospekt mit den vielen Uhren fasziniert den achtjährigen Enkel…
Endlich geht der Vohang auf: „Hallo. Ich bin Momo“, so werden die Kinder und Erwachsenen im voll besetzten Schauspielhaus Frankfurt begrüßt.


Momo nach Michael Ende, Regie: Christina Rast, Tanja Merlin Graf, Foto: Robert Schittko

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George Orwells „1984“ am Berliner Ensemble

2023, November 27.

Luc Percevals Inszenierung einer Zukunftsvision

von Simone Hamm

Die vier Schauspieler tragen graue Anzüge und große Hornbrillen. Sie haben kahl geschorene Köpfe und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Paul Herwig, Gerrit Jansen, Oliver Kraushaar und Veit Schubert verkörpern virtuos eine einzige Person: Winston.

 „1984“ von George Orwell, Regie: Luc Perceval , v.l.:  Gerrit Jansen, Oliver Kraushaar, Veit Schubert, Paul Herwig, Foto © Jörg Brüggemann / Berliner Ensemble

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Salon Frankfurt in der Alten Oper: Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky für das Neue Frankfurt

2023, November 25.

Mit Humor und Esprit

Ein Küchenkabinett mit Filmausschnitten, Gesprächen, Tondokumenten und passender Musik

Von Petra Kammann

Wenn die „Frankfurter Küche“ der österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky im Neuen Frankfurt der 1920er Jahr sprechen könnte… Wie würde eine solche Küche wohl klingen? Das wurde akustisch und optisch im Mozartsaal der Alten Oper durchgespielt, von HR-Moderatorin Anna Engel charmant aufgetischt, gewürzt mit literarisch-kulinarischen Beigaben, die Helge Heynold genüsslich rezitierte. Dazu gab’s eine witzige „Revue de cuisine“, musiziert von exzellenten Studierenden der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), als I-Tüpfelchen noch dazu die Uraufführung eines frisch zubereiteten „Tournedos Rossini“ von Arwen Campbell. Im Gespräch mit der kenntnisreichen Kuratorin Dr. Maren Härtel vom Historischen Museum wurde das Zeitfenster in die 1920er Jahre weit aufgestoßen.

Das „Küchenkabinett“ der „Frankfurter Küche“ beim Schluss-Applaus, Foto: Salay Bargan / Alte Oper

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