Alle Artikel zu Schauspiel
2025, November 6.
Was Krieg aus den Menschen macht…
von Simone Hamm
Dutzende von Aluminiumrohren hängen von der Bühne, die von schwarzem Sand bedeckt ist. Lichtbänder fassen sie ein. Es ist fast dunkel. Ein Geiger (Matthias Jakisic) und ein Schlagzeuger (Karsten Riedel) spielen sehr laute Musik (Musikalische Leitung: Mark Badur). Noch bevor der erste Satz gesprochen ist, ist da ein verstörendes Gefühl. Die Aluminiumstangen können zusammenfahren, nach oben rauschen, einen Wald bilden oder einen Duschraum, können Kirchenglocken sein. Aber immer bedeuten sie Enge. Die quadratische Spielfläche wird zur Schräge. Es gibt kein Entkommen.

Linde Dercon, Risto Kübar, Pierre Bokma, Ole Lagerpusch, Guy Clemens (v. li.), Foto: Armin Smailovic
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2025, November 3.
Eine wortgewaltige Veranstaltung über Ohnmacht und Selbstbehauptung
von Petra Kammann
Die Schriftstellerin Ursula Krechel wurde in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Staatstheater Darmstadt geehrt, was man in ihrem Fall als Auszeichnung für ein sprachlich ausgezeichnetes Lebenswerk begreifen kann. Das umfangreiche Schreiben der 77-jährigen Autorin umfasst Lyrik, Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Essays und zu den wiederkehrenden Themen in Krechels Werk zählen Flucht und Exil, Gewalt und Verdrängung, weibliche Autorschaft und literarische Selbstbehauptung. Es gehört zur Tradition, dass neben dem Büchner-Preis in Darmstadt noch zwei weitere Preise verliehen werden: der Merck-Preis für literarische Kritik und Essay, diesmal an die Essayistin und Rezensentin, Übersetzerin und Herausgeberin Ilma Rakusa, und der Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa an den deutsch-israelischen Historiker Dan Diner.

Die Büchner-Preisträgerin im Interview, Foto: Petra Kammann
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2025, Oktober 24.
Leidenschaft und Sucht
Die große rote Kugel rollt in einer Vertiefung am Rande einer hellen Drehscheibe. Ein paar viereckige Scheiben schweben darüber. Ein schwarzer Tisch. Ab und an ist Video von Menschen am Spieltisch zu sehen, darunter der Intendant des Bochumer Schauspiels Johan Simons, der den „Spieler“ nach Dostojewskij inszeniert hat. An der Seite hängt ein Bild des bärtigen Dostojewskij, der das Geschehen zu beobachten scheint. Dostojewskij war selbst Spieler, in Wiesbaden, Baden Baden und Bad Homburg spielte er Roulette.

Stefan Hunstein, Stacyian Jackson (v. li.) als Spieler, Foto: Armin Sailovic
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2025, Oktober 14.
Scheitern, aufstehen, wieder scheitern…
Von Walter H. Krämer
In diesen Tagen dreht sich die Bühne täglich mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen vor und während der Frankfurter Buchmesse (15 – 19 10.2025). Und was wird im Süden des Landes gespielt? Das interessierte unseren Theateraficiaonado Walter H. Krämer, der das dramatische Geschehen in Frankfurt und anderswo beobachtet. Zuletzt die Inszenierung von Ödon von Horvaths Volksstück „Kasimir und Karoline“ am Münchener Residenztheater. Da schlägt er nachdenkliche Töne an. Welche Mittel sind geeignet, um Spannung in einem zeitgenössischen Theater zu erzeugen?

Anna Drexler, Thomas Lettow, Robert Dölle, Simon Tagermann, Juliane Köhler © Matthias Horn
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2025, September 29.
Brandaktuell. Tiefsinnig. Bildreich. Bewegend.
Das hätte der Eröffnungsabend der Ruhrtriennale sein sollen! Es war der Abschiedsabend.
Zuerst scheint es so, als lägen Puppen auf der Bühne. Versehrt, verletzt, in unnatürlichen Posen, kopfüber über einem Stuhl hängend, verkrampft auf dem Rücken. Dann sieht man, wie sich eine Brust hebt und senkt, ein Finger sich bewegt. Es sind die Schauspieler des FC Bergman Toneelhuis aus Antwerpen, die das große, von Pablo Picasso geschaffene Gemälde „Guernica“ nachstellen.

Fotoprobe des Theaters Guernica Guernica mit dem Theater Kollektiv FC Bergmann am 18.09.2025 in der Jahrhunderthalle in Bochum. Foto: RT2025/ Caroline Seidel
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2025, September 18.
„Anthropolis“ wird wieder am Hamburger Schauspiel gezeigt. Griechische Antike at it’s best.
Ein Gespräch mit dem Autor Roland Schimmelpfennig
Von Simone Hamm
Roland Schimmelpfennig ist Lyriker, Autor von Romanen, Hörspielautor und einer der meistgespielten Dramatiker auf deutschen Bühnen. Sein neustes Buch ist „Sie wartet, aber sie weiß nicht auf wen“, ein düsterer Reigen aus Gewalt und Sex, und manchmal auch aus zarten Gefühlen. Im Herbst wird sein Gedichtband „Bericht von der Mondlandung“ erscheinen. Zuletzt wurde seine Fassung des Nibelungenliedes „See aus Asche“ bei den Wormser Nibelungenspielen gezeigt. Am Schauspiel Hamburg wird seit 2023 überaus erfolgreich „Anthropolis“ aufgeführt.

Der Autor und Dramatiker Roland Schimmelpfennig, Foto: © Adriana Jacome / Verlag S. Fischer
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2025, September 15.
Eine szenische Lesung noch vor Beginn der offiziellen Spielzeit
von Simone Hamm
Auf der Bühne steht Andreas Beck. Hinter ihm ein langer Tisch mit weißem Tischtuch. Umgeworfene Weinflaschen, vertrocknete Blumen, übrig gebliebener Streuselkuchen.

Andreas Beck in GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND – Ein Nachspiel, Foto: © Anna Sorgalla
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2025, September 13.
Kollektive Erinnerung in der Jahrhunderthalle
von Simone Hamm
Sie haben einfach Glück gehabt. Die Generation derer, die zwischen 1940 und 1949 geboren ist. Sie haben nach Kriegende viele Jahre in Frieden leben können. Sie sind die Wirtschaftwunderkinder. Von ihrem Leben erzählt „We Are The Lucky Ones“, die Oper von Philip Venables, die in diesem Jahr in Amsterdam uraufgeführt wurde. Es ist seine erste große besetzte Oper. Jetzt war sie auf der Ruhrtriennale in Bochum in der Jahrhunderthalle zu sehen.

Öffentliche Hauptprobe von „We Are The Lucky Ones“ in der Jahrhunderthalle in Bochum, Foto: Caroline Seidel / RT2025
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2025, September 5.
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Schirn Kunsthalle
Am Sonntag, den 7. September ist es soweit: Da verlässt die renommierte Kunstinstitution Schirm ihr angestammtes Gebäude am Römerberg, das derzeit energetisch saniert wird, auf Zeit. Mit einer partizipativen Parade „In C – Community“ durch die Innenstadt feiert sie den Umzug in die eigens für die Nutzung der Schirn ertüchtigte, ehemalige Dondorf Druckerei in Bockenheim. Zusammen mit der international renommierten Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests aus Berlin, rund 100 Tänzerinnen und Tänzern und der Techno Marching Band MEUTE sind alle – Frankfurter und Nicht-Frankfurter eingeladen, teilzunehmen.

Marcus Gwechenberger, Martina Weinhart, Susanne Völker, Timon Gremmels und Sebatian Baden (v.l.) vor der Schirn in Bockenheim © Foto: Moritz Bernoully
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2025, August 25.
Der frühe Vogel…
Eine Vorschau von Walter H. Krämer
Wer in der Region Rhein-Main-Neckar beheimatet ist und sich an Theater und Tanz erfreuen kann und will, der kommt am Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen nicht vorbei. Einmal mehr bringt auch der Spielplan für die Spielzeit 2025/2026 viel Sehens- und Hörenswertes nach Ludwigshafen, sodass sich die Reise in die Nachbarstadt von Mannheim mehr als einmal lohnt.

Tilman Gersch – Intendant des Theaters im Pfalzbau
Was das Schauspiel betrifft, so sind Stars und Ensembles aus München, Berlin, Düsseldorf, Zürich, Wien, Hannover und Bochum dabei und zeigen Schauspielkunst auf höchstem Niveau.
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