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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Reisen

Zum Auftakt des Beethovenjahrs ein Ballett

2020, Januar 2.

Die Schönheit der Antike. Thierry Malandain choreografiert ein Ballett zum Auftakt des Beethovenjahrs. (In der Reihe Highlights des Internationalen Tanzes ist Thierry Malandains Hommage an Beethoven am 22. und 23. Dezember an der Bonner Oper zu sehen.)

von Simone Hamm

La Pastorale, getanzt vom Malandain Ballet Biarritz (Frankreich) © Olivier Houeix“ 

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Musik in der Elbphilharmonie: Klarheit und Neugier

2019, Dezember 23.

Großer Kontrast zu den Sälen in Frankfurt und Wiesbaden

Von Uwe Kammann

Vor dem Konzert im großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie, Foto: Petra Kammann

Welche Kontraste. Hier, im Rhein-Main-Raum, der große Thiersch-Saal im Wiesbadener Kurhaus, kaiserlich geschmückt und zugleich mit elegantem Jugendstil betörend. Dann der Große Saal in der Frankfurter Alten Oper, relativ schlicht im 80er Jahre Chic, mit warmer Holzverkleidung und den funktionalen Sesseln in seltener Kombination aus Metallwangen und Stoffbezug.

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Advents- und Weihnachtslieder der Romantik mit dem Cäcilienchor

2019, Dezember 22.

In dulci jubilo

Unter der Leitung von Christian Kabitz kam es am 4. Adventsamstag in der Sachsenhäuser Dreikönigskirche zu einer gelungenen Zusammenarbeit des Cäcilienchors mit dem Frankfurt Chambers Brass und der Organistin Regina Schlereth.

Von Petra Kammann

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Dreikönigskirche, Fotos: Petra Kammann

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Kulturtipps: Was FeuilletonFrankfurt-Autoren empfehlen und was sie inspiriert

2019, Dezember 20.

Schauen, Entdecken und Staunen

Für Petra Kammann sind die Schätze des Städel Museums ein steter Quell neuer Seherfahrungen. 

Klar, in Sonderausstellungen wie „Making van Gogh“. Aber auch bei den alten Meistern der 2. Etage. Die Kostbarkeiten der italienischen und flämisch-niederländischen Renaissance stellen für mich einen großen Reiz dar wie zum Beispiel die „Lucca-Madonna“ des Jan van Eyck. Betörend allein ihr leuchtend rotes Gewand mit dem natürlichen Faltenwurf, die schützende Intimität des Innenraums, in dem Licht auf einzelne Gegenstände fällt, das sie ganz plastisch erscheinen lässt. Welch Detailreichtum lässt die feine Maltechnik des flämischen Meisters hier aufscheinen! Gleich ob im kostbar gewebten Baldachin, in den goldschimmernden Löwen an ihrer Seite oder in der nackten Existenz des Kleinkindes, dem sich die Mutter mit innigem Blick zuwendet. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, ein Werk von einem der bahnbrechendsten Künstler seiner Zeit zu besitzen. 2020 wird Flandern ganz im Zeichen Jan van Eycks stehen, nicht nur die frisch renovierten Außentafeln seines berühmten Genter Altars. Und wir haben eines seiner Meisterwerke vor der Haustür…

Jan van Eyck, Lucca-Madonna, ca. 1437, 65,7 x 49,6 x 0,8 cm, Städel Museum Frankfurt am Main© Städel Museum 

Hans-Bernd Heier ist begeistert von der Jugendstil-Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden.

Der ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess hat seine einzigartige Kollektion dem Museum geschenkt – die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat.

Ein Riesenglücksfall für Wiesbaden und für Jugendstil-Freunde! Zum 90. Geburtstag des Mäzens wurde die grandiose Dauerausstellung im Juni 2019 eröffnet. Um eine adäquate Inszenierung der hochkarätigen Artefakte als Gesamtkunstwerk zu erreichen, wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut.

An dem Umbau beteiligte sich Neess mit einem Millionenbetrag. Zu bewundern sind rund 500 Preziosen allerhöchster Qualität – mit „Überwältigungsgarantie“, so der Kurator Dr. Peter Forster.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Renate Feyerbacher empfiehlt die Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Über 100 prall gefüllte Kartons mit dem filmbezogenen Nachlass kamen seinerzeit ins DFF. Sieben Monate sichtete der Archivar Schrift-, Bild-, Ton- und 3D-Dokumente des 2014 verstorbenen Maximilian Schell. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die zu Weltstars wurden. Aber er war nicht nur ein großer Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, sondern auch Produzent, Opernregisseur, Maler, Zeichner, Autor, Kunstexperte und Pianist – ein Multitalent. Früh in seiner Karriere erhielt er den Oscar für „Judgment at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg – 1961.) Eine Starbesetzung, zu der auch Marlene Dietrich gehörte. Mit 52 Jahren macht er sich an das Projekt „Marlene“ – ab 1982. Der Dokumentarfilm über die  legendäre Marlene Dietrich, die nicht gefilmt werden wollte, aber intensiv mit  Maximilian Schell redete, wurde vielfach ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.  Einige Tondokumente sind im Marlene-Separée zu hören.

Abbildung: Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Erhard Metz schätzt Maria Magdalena, die „Schöne Ulmerin“: zunächst des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart (um 1475-1480) und dann der wunderbaren Frankfurter Malerin Barbara Feuerbach (2004). 

Maria Magdalena, die starke, neben der Mutter Jesu bedeutendste Frau im Neuen Testament, verehrt als Gefährtin des Erlösers, die unter dem Kreuz stand, als die Jünger-Männer längst geflohen waren, die am offenen Grab als erste dem Heiland begegnete und die Kunde von der Auferstehung in die Jüngerrunde trug. Heilige, dann aber von einem männerbündischen Klerus (Papst Gregor I.!) noch bis in die Neuzeit als Prostituierte und Sünderin verfemt. Auch bei Meister Erhart steht die modische burgundische Hoftracht mit der riesigen Haube, das reich geschmückte Stirnband und der aufwändig ausgebreitete Schleier für eitlen, lasterhaft-sündigen Lebenswandel. Barbara Feuerbach überträgt das Bild dieser Magdalena ins Hier und Heute – nun als selbstbewusste, kesse wie zugleich sinnend-nachdenkliche junge Frau. Und mit ihrer provokanten Schleife gibt sie noch einem jeden Widersacher Kontra!

Michel Erhart, Reliquienbüste der Hl. Maria Magdalena, Ulm, um 1475-80, Lindenholz, spätgotische Fassung mit neueren Ergänzungen, Ulmer Museum, Bildnachweis: Rufus46, wikimedia commons/Creative commons CC 3.0/Barbara Feuerbach, Maria Magdalena, 2004, Acryl auf Holz, Foto: Erhard Metz

Simone Hamm war von Mircea Cartarescus neuem Roman „Solenoid“ tief beeindruckt

Bei dem rumänischen Autor Mircea Cartarescu muss man sich einlassen auf Wahn und Irrsinn, auf die abgedrehtesten Erinnerungen, auf Halluzinationen, auf eine morbide Erotik, auf psychedelische Träume.
In „Solenoid“ (Zsolnay) erzählt er auf über 900 Seiten die phantastische Geschichte eines Lehrers.
Mircea Cartarescu steigert die Wahrnehmungskraft seiner Protagonisten ins Unermessliche – sie sind wie in Trance, wie in einem visionären Traum. Hyperrealistisch.
Und er erzählt er von einem zerfallenen Bukarest, das sich in den Himmel erhebt. Für Cartarescu ist Bukarest immer eine mysteriöse Stadt geblieben, eine, die er sich selbst erträumt haben könnte. Ernest Wichner hat das grandios ins Deutsche übertragen.

   

Mircea Cartarescu, Foto: Simone Hamm

Zum 450. Todesjahr Pieter Bruegels des Älteren

2019, Dezember 3.

Variationsreiche Spuren des flämischen Meisters in seiner Heimat

von Petra Kammann

Um den flämischen Meister Pieter Bruegel den Älteren (1525/30-1569), der vor allem unzureichend als „Bauernbruegel“ in die Geschichte eingegangen ist, rankten sich in diesem Jubiläumsjahr zwischen Brüssel und Antwerpen rund um seine Werke besondere Ausstellungen und Inszenierungen. Das Land, in dem der Künstler lebte und arbeitete, besitzt nicht nur verborgene Schätze, sondern es hat sich auch zu den Motiven des Malers, der tief im Land verwurzelt ist, eine Menge einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf den genialen Renaissancekünstler zu lenken, so real wie möglich, so digital wie nötig…

,Der Sturz der rebellierenden Engel‘ von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahre 1562 ist eines der Meisterwerke der Königlichen Museen der Schönen Künste in Belgien. Abb.: KMSKB, Brüssel, inv. 584 © KMSKB, Foto: Grafisch Buro Lefevre, Heule 

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Weiter auf Wachstumskurs: Tourismus in Frankfurt

2019, November 29.

Tagung der Tourismus+Congress-Gesellschaft im Römer – Masterplan wird entwickelt

Von Uwe Kammann

Blick auf Frankfurt, Foto: Petra Kammann

Frankfurt ist nicht Barcelona, Amsterdam oder Venedig. Städte, in denen an vielen Stellen schon Antiparolen aus der Spraydose zu lesen sind, mit unmissverständlicher Warnung: NO TOURISTS. Dort sind Reisende längst nicht mehr überall willkommen, werden als Plage empfunden. Nicht zuletzt, weil über airbnb-Vermietungen von Ferienwohnungen der ohnehin schon stark belastete Wohnungsmarkt noch weiter unter Druck gerät.

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Theaterpreis DER FAUST 2019 in Kassel

2019, November 23.

Ein Querschnitt durch die Deutsche Theaterlandschaft

von Renate Feyerbacher

Die glücklichen Preisträgerinnen und Preisträger bei der Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST, im Staatstheater Kassel am 9. November 2019; Fotos: Oliver Kern / FAUST Theaterpreis 

Einer der eigenwilligsten, deutschen Theatermacher, Roberto Ciulli, erhielt am 9. November im StaatstheaterKassel den renommierten deutschen Theaterpreis DER FAUST, der seit 2006 verliehen wird, für sein Lebenswerk. Endlich!

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„Gold und Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit“ in Basel

2019, November 13.

Alles echtes Gold das glänzt…

Des Kaisers goldene Gaben

Von Petra Kammann

2019 begeht das Basler Münster ein großes Jubiläum: Der vom ottonischen Kaiser Heinrich II. geförderte Neubau der romanischen Bischofskirche, das Heinrichs-Münster, feiert sein 1000-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums sind in einer vom Historischen Museum Basel konzipierten und kuratierten Ausstellung spektakuläre Kirchenschätze zu bestaunen: „Gold & Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit“.

Die goldene Altartafel aus dem Basler Münsterschatz, Bamberg (?), vor 1019 © RMN-Grand Palais (Musée de Cluny – musée national du Moyen Âge)/Michel Urtado. 

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Deutsche Grenzerfahrungen: Lucas Vogelsang, Joachim Król – Was wollen die denn hier?

2019, November 9.

Ausgesprochen persönlich

Dreißig Jahre, nachdem sich die deutsch-deutsche Grenze auflöste und die Mauer fiel, begegneten sich Ost- und West-Deutsche unter neuen Bedingungen. „Was wollen die denn hier“ ist ein abwechslungsreiches Road-Movie zum Nachhören, das einen anderen Blick auf die jüngere deutsche Vergangenheit wirft.

Ein Hörbuchtipp von Petra Kammann

Hörbuchcover

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Künstler aus der DDR – Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast: „Utopie und Untergang“

2019, November 7.

30 Jahre nach dem Mauerfall:

Ende des alten Bilderstreits? Künstler aus der DDR

Von Uwe Kammann

Elisabeth Voigt, Der rote Stier, 1944-1961, Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, Museum der bildenden Künste Leipzig, © Nachlass Elisabeth Voigt, Foto: bpk / Museum der bildenden Künste, Leipzig / Michael Ehritt

DIE ZEIT, das alte Feuilleton-Flaggschiff, hat gerade so schlicht wie ehern festgestellt, die Kunst stecke in einer Sackgasse. Sie lebe in ihrer alten Welt, die bestimmt werde allein von Kuratoren der Museen und von den großen Sammlern. Wenn es hoch komme, zähle man die Besucher. Deren Ansichten allerdings zählten nicht, interessierten auch nicht. Eine schneidende Generalthese. Mit der Schlussfolgerung: Jetzt müsse das Publikum am Zuge sein. Allerdings, wie dieses Besuchervotum dann organisiert werden und in Ausstellungen münden könnte und sollte, dazu erfahren wir nichts Konkretes. Doch folgt man der Vermutung, dass vielen Museen gerade bei zeitgenössischer Kunst das Publikum ziemlich egal ist, dann führt das natürlich zu manchem Gedankenspiel. So zu dem: Wie wäre wohl oft der Vergleich ausgegangen, wenn man in den westlichen Häusern regelmäßig auch Kunst von in der DDR lebenden Malern gezeigt hätte?

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