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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Autorinnen und Autoren

Rene René Polleschs „Goodyear“ auf den Ruhrfestspielen und am Deutschen Theater Berlin

2021, Juni 14.

Das wird ein gutes Jahr!

Von Simone Hamm

„Goodyear“ – René René Polleschs erste Inszenierung nach dem Lockdown, Foto: Arno Declair

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„Ich rede von der Cholera“ von Heinrich Heine in der Naxoshalle

2021, Juni 9.

Was für ein Glück wieder im Willy Praml Theater zu sein!

von Renate Feyerbacher

Der Schmerzschrei aus dem Innenraum der Frankfurter Naxoshalle ist heftig, geht durch Mark und Bein. „Ich wurde in dieser Arbeit viel gestört, zumeist durch das grauenhafte Schreien meines Nachbars, welcher an der Cholera starb.“ In  den Artikeln VI, Paris 19. April 1832  bis Artikel VIII, Paris 27. Mai 1832, gesammelt in  „Französische Zustände“, berichtet  Heinrich Heine (Düsseldorf 1797 – Paris 1856) über die Cholera. Untermalt wird der Text mit der Musik aus dem 3. Akt der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Später, interpretiert von drei Tenören aus dem Heinrich Heine Chor Frankfurt.

Die ramponierte Fassade der Naxoshalle, für Heines „Cholera“ die ideale Kulisse; Foto: Rebekka Waitz

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Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen im Jahr der Pandemie 2021

2021, Juni 7.

Erst ohne Publikum, dann ohne Schauspieler und trotzdem ein großer Erfolg

von Simone Hamm

Wochenlang haben die Ruhrfestspiele digital stattgefunden. Mit Karo Itos und Yoshi Oidas bewegendem No Theater Stück „Die Seidentrommel“ über eine unmögliche Liebe eines alten Mannes (Yoshi Oida ist 87 Jahre alt), eines Bühnenarbeiters zu einer jungen Tänzerin. Oder mit dem Projekt „Arbeiterinnen“, in dem deutsche und polnische Arbeiterinnen, dargestellt von Schauspielerinnen, aus ihrem Leben erzählen. Und weil es eben Schauspielerinnen sind, die die Texte vortragen, hat das nichts Voyeuristsisch – Peinliches, sondern etwas sehr Präsentes.

Kaori Itos und Yoshi Oidas berührendes No Theater Stück „Die Seidentrommel“

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Ursula Assmus wäre heute 100 geworden – Eine Frankfurter Institution, verknüpft mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

2021, Juni 5.

Die legendäre UA: bescheiden und kämpferisch, wenn es um den Frieden ging… 

von Petra Kammann

UA – so lautete das Kürzel von Ursula Assmus beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels unter den Kurzmitteilungen, mit denen sie nach eingehender Prüfung einverstanden war. Sie war sich ihrer Verantwortung bewusst, denn sie hatte den heute renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels von der Mitte des 20. Jahrhunderts an mit aufgebaut und gut 30 Jahre lang in aller Bescheidenheit und mit äußerstem Taktgefühl betreut und begleitet – auch gegen alle Widerstände. Ihre Kriegserfahrungen hatten sie zur überzeugten Friedensbotschafterin gemacht –  keine Selbstverständlichkeit im Nachkriegs-Deutschland. Ihre beiden Brüder waren im Krieg geblieben, ein Teil ihrer Verwandten war während der Nazi-Zeit in die Schweiz emigriert.

Alfred Grosser (li) besuchte Ursula Assmus auch privat; Foto: Petra Kammann

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Deutscher Sachbuchpreis 2021. Erster Auftritt der Nominierten im Frankfurter Literaturhaus

2021, Juni 2.

Was die Welt bewegt und Impulse für eine Debattenkultur

von Petra Kammann

Was verbirgt sich hinter dem Sammelbegriff Sachbuch? Auch das hat uns die Pandemie gelehrt: Sachbücher können uns Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben, einen Beitrag zu aktuellen Debatten leisten oder neue anstoßen. Autoren solcher Bücher standen am 1. Juni im Zentrum des Deutschen Sachbuchpreises, der erstmals am 14. Juni 2021  in Berlin verliehen wird. Fünf der acht Nominierten von 220 Einreichungen präsentierte das Literaturhaus Frankfurt mit seinen Partnern und Förderern exklusiv aus dem Lesesaal. Die Gäste auf der Literaturhausbühne waren: Asal Dardan, Jürgen Kaube, Andreas Kossert, Daniel Leese und Michael Maar, die von Journalisten und Co-Moderatoren zu ihrem ausgewählten Buch befragt wurden.

Interessante Aussichten – Exklusive Livesendung mit Debatten um die besten Sachbücher aus dem Frankfurter Literaturhaus an der Schönen Aussicht; Foto: Petra Kammann

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5 Fragen an Mathias Enard zu seinem neuen Roman „Das Jahresbankett der Totengräber“

2021, Mai 18.

Enards Blick auf das Landleben des 21. Jahrhunderts 

Der neue Roman des lustvollen Erzählers und Goncourt-Preisträgers Matthias Enard („Kompass“) handelt von einem Pariser Anthropologen namens David, der für eine Dissertation über das Leben auf dem Land im 21. Jahrhundert aufs Dorf zieht, um dort die Sitten und Bräuche der Landbevölkerung zu beobachten. Das Landleben nimmt eine Eigendynamik an und zieht ihn in Bann… Julia Graf, die den soeben erschienenen Roman „Das Jahresbankett der Totengräber“ des Autors Matthias Enard betreut hat, stellte ihm dazu fünf grundsätzliche Fragen, die unsere Neugier geweckt haben.

Blaue Stunde am Main auf der Péniche mit Matthias Enard während der Buchmesse 2017 mit dem Schwerpunkt: „Francfort en français“; Foto: Petra Kammann

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ERSTER DEUTSCHER SACHBUCH-SLAM

2021, Mai 17.

Acht Sachbücher, acht Slammer*innen

„Wissen! Bildung! Orientierung! Im guten Sachbuch entschlüsselt sich eine rätselhafte Welt und wird verständlich. Mehr noch: wir können sie mit neuen Augen oder aus einer anderen Perspektive sehen“. So sieht es Michael Lemling von der Buchhandlung Lehmkuhl in München. Mit dem Deutschen Sachbuchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels das „Sachbuch des Jahres“ aus und geht dabei auch neue mediale Wege. Am Donnerstag, 20. Mai um 18 Uhr nehmen sich Acht Poetry- und Science-Slammer*innen der acht nominierten Sachbücher im Technoseum in Mannheim vor.

Abb.: © Y. Steube/privat/privat/Ch. Seibert/T. Kuppler/vntr.media/J. Morgenroth/U.  Lehmann/L. Meyer

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Spaziergänge mit Ensemblemitgliedern des „Theater Willy Praml“

2021, Mai 9.

Auf ein Stündchen!

von Renate Feyerbacher

Feiern wäre angesagt, denn das Theater Willy Praml wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Corona vermasselt derzeit die Feier und alle Theaterproduktionen. Gegründet wurde das Freie Theater von Theatermann Willy Praml und Michael Weber, beide, Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. Auch widmen sich beide der Bearbeitung von Texten. Nach neun Jahren des nomadenhaften Umherziehens, des Spiels an außergewöhnlichen Orten, konnte das Theater 2000 in die Naxoshalle ziehen.

Naxoshalle: Erinnerung an Pramls Inszenierung vom Kleist-Drama „Das Erdbeben in Chili“; Foto: Petra Kammann 

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Wie aus Sehnsucht Heimweh wird: Arnold Stadlers Afrika Roman

2021, April 29.

Arnold Stadler: Am 7. Tag flog ich zurück. Meine Reise zum Kilimandscharo.

von Simone Hamm

Über Arnold Stadlers Schreibtisch hängt ein Bild des Stuttgarter Malers Fritz Lang. In seiner Kindheit hing es lange Jahre in der großen Stube des elterlichen Hofes über dem Esstisch. Auf dem Gemälde  ist im Vordergrund eine Palme zu sehen, im Hintergrund der schneebedeckte Kilimandscharo.

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„Salon kontrovers: Briefe – Schreiben und Lesen“ mit Nelly Sachs und Paul Celan im Holzhausenschlösschen

2021, April 23.

Korrespondenz(en) zwischen Paris und Stockholm und ein Blick hinter die Kulissen einer virtuellen Lesung

Von Petra Kammann

„Wir wollen uns weiter einander die Wahrheit hinüberreichen“, heißt es im Holzhausenschlösschen. Da wurde die Lesung für „Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen“, konzipiert von der Frankfurter Autorin Hanne Kulessa, aufgezeichnet, um sie dem derzeit abwesenden Publikum nahezubringen. Birgitta Assheuer und Thomas Hupfer lesen den intensiven und wachsend innigen Briefwechsel, den zwei Dichter mit ähnlichen Schicksalen im Exil von 1954 bis 1969 unterhielten – die seit 1940 in Stockholm lebende Nelly Sachs und der seit 1948 in Paris lebende Paul Celan. Kurz nacheinander starben 1970 die beiden großen Dichter der Weltliteratur. Celan hatte sich bereits am 20. April in Paris das Leben genommen, und am 12. Mai starb die kranke und geschwächte Nelly Sachs in Stockholm.

Begehrter Veranstaltungsort : Das Holzhausenschlösschen im Frankfurter Nordend; Foto: Petra Kammann

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