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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Oper

Zwischen Operita und Oratorium „María de Buenos Aires“ an der Deutschen Oper am Rhein

2026, August 2.

Verloren in der Nacht

Von Simone Hamm

Tangomusik von Astor Piazzolla im Düsseldorfer Köbogen. Zur letzten Aufführung von „Maria de Buenos Aires“ hat sich die Oper Düsseldorf etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie übertrug die Lieder zu Bandoneonklängen und großem Orchester live in der Innenstadt.

Szenenbild aus „María de Buenos Aires“, Deutsche Oper am Rhein, Foto: Andreas Etter

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Frankfurter Stadtzukunft inklusive Kulturmeile: eine einvernehmliche Präsentation

2026, Juni 21.

Drei Dezernats-Spitzen skizzieren ihre Perspektiven und Zielsetzungen

Beobachtungen/Anmerkungen/Kommentar von Uwe Kammann

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig sieht das Vorhaben, für Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz und an der Neuen Mainzer Straße zwei Neubauten zu errichten, durch eine aktuelle Entscheidung der Stadt Düsseldorf nicht in Frage gestellt. Das Frankfurter Projekt, das mit einem Abriss des 60er-Jahre-Baus der jetzigen Städtischen Bühnen verbunden ist, habe parteiübergreifend Zustimmung gefunden. Sie sehe derzeit keine Bemühung, diese Entscheidung neu zu diskutieren, sagte Hartwig am 6. Juni auf einer Abendveranstaltung im Rahmen von World Design Capital (WDC) im Jüdischen Museum in Frankfurt, welche Perspektiven für die Stadtplanung und -entwicklung gewidmet war.

Die Präsentationsrunde (vl): Tina Zapf-Rodriguez, Marcus ewechenberger, Ina Hartwig, Moderator : DAM DirektorPeter Cachola Schmal, Foto:. Uwe Kammann

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Dringender Appell: Kulturcampus „realistisch“ verwirklichen

2026, April 20.

Bürgerinitiative verwirft derzeitige Planung – Testentwürfe vorgestellt  

Von Uwe Kammann

Zentrale Aspekte der derzeit von Stadt und Land vorangetriebenen Planung für einen Kulturcampus in Bockenheim werden von der Bürgerinitiative „Kulturcampus Bockenheim 2.0“ unter funktionalen und finanziellen Aspekten komplett verworfen. Jetzt hat diese Initiative einen „Testentwurf“ vorgestellt, der für den seit langem geplanten Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) ein einheitliches Gebäude vorschlägt, wie es auch nach den ursprünglichen Intentionen am Platz des seit langem leerstehenden Juridicums auf dem früheren Gelände der Universität errichtet werden sollte.

Testentwurf der Initiative für den Grundriss der Hochschule; Haupteingang links zur Bockenheimer Landstraße

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„Turandot“ von Giacomo Puccini an der Oper Frankfurt

2026, April 16.

Studie eines Machtmissbrauchs

Von Margarete Berghoff  und Walter H. Krämer

Die Regisseurin Andrea Breth, bekannt für ihre tiefgründigen und tiefschürfenden Deutungen von Opern und Theaterstücken, entmystifiziert die unvollendete, märchenhafte Oper „Turandot“. Sie zeigt in Frankfurt eine sehr aktuelle Interpretation. Sie nimmt den Staat „Nordkorea“ als Vorbild für die Oper „Turandot“ und stellt damit einen eindeutigen aktuellen politischen Zeitbezug her, der auch auf andere totalitär geführte Staaten übertragbar ist. Nordkorea, ein Staatssystem der absoluten Macht, das Folter, Mord, Kriege zum Machterhalt und zur Machterweiterung einsetzt. Andrea Breth hat dabei die jüngere Schwester, Prinzessin Kim Jo Jong, des Diktators Kim Jong Un im Auge und sieht in ihr Parallelen zu der Figur der Turandot.

Elza van den Heever (Turandot; mit dem Rücken zum Betrachter) und Inho Jeong (Timur; rechts, mit verbundenen Augen) sowie Ensemble © Oper Frankfurt / Bernd Uhlig

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Der Magier in der Medienmanege: multivirtuos

2026, März 28.

Zum Tod des Filmemachers und Autors Alexander Kluge (1932 – 2026)

Von Uwe Kammann

Das offizielle Frankfurt flicht Alexander Kluge in Nachrufen Kränze. Natürlich, Frankfurt spielt im Leben dieses (letzten?) Universal-Gelehrten (besser: -Denkers) eine bedeutende Rolle. Hier studierte er (neben Freiburg und Marburg) eine für ihn typische Kombination von Rechtswissenschaft, Geschichte und Kirchenmusik, hier war er Adorno-Adept, hier lebte seine Schwester und Schauspielerin Alexandra, auch er selbst war zeitweilig in der Mendelssohnstraße Frankfurt-Bewohner. Hier sprach er später an der Universität gelehrt über Poetik und Narrationen, hier fixierte er Filmbilder über den baggerwütigen Wandel im Westend, hier leistete er sein juristisches Referendariat ab, beim das Denken so befügelnden Institut für Sozialforschung.

Alexander Kluge 2010 im Grimme-Institut, Foto: Petra Kammann

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Anspruchsvoll, opulent, und sehr berührend – „Awakening“ von Param Vir

2026, März 5.

Aufführung an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Ein Mann in orangefarbener Mönchskutte sitzt unter einem riesigen Halbmond zwischen Trümmern. Nur die Scheinwerfer am Rand der Bühne stehen noch. Er aber scheint unbeirrt inmitten der Verwüstung.

Statisterie, Cody Quattlebaum, Martin Tzonev, Chor des Theater Bonn, Tänzerinnen und Tänzer, Foto: © Max Borchardt

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Auf dem E-Scooter durch die Bonner Altstadt

2026, Februar 10.

Matthew Wild inszeniert Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Auf einem Roller saust der berühmte Tenor Graf Almaviva nach einer Gala am Opernhaus durch die Bonner Innenstadt, vorbei an Universität und Rathaus. Das ist während der Ouvertüre auf einer großen Leinwand zu sehen. In der Altstadt stellt Almaviva seinen E- Scooter ab. Die Musiker, die er vom Bonner Beethovenorchester rekrutiert hat, um unterm Fenster seiner angebeteten Rosina zu spielen, steigen bei leicht fallenden Schnee in den Theaterbus. Sie treffen sich vor Figaros Barber Shop und der Zahnarztpraxis des Dr. Bartolo (Videodesign: Clemens Walter).

 

Grisha Martirosyan, Jessica Alino, Foto: © Bettina Stöß

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Triumph der Ameise

2026, Januar 8.

Peter Ronnefelds fulminante Oper „Die Ameise“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Wer ist Peter Ronnefeld? fragt man sich. Dabei war Ronnefeld  doch Anfang der 60iger Jahre ein aufstrebender Musiker, dem eine glänzende Karriere vorausgesagt wurde. Er war in Star in der Dirigentenszene, Assistent von Herbert von Karajan, Chefdirigent in Bonn, 1963 mit nur 28 Jahren Generalmusikdirektor in Kiel, Cembalist im Concentus Musicus von Nicolas Harnoncourt. Engster Freund von Thomas Bernhard, der in seiner Kurzoper „Die Nachtausgabe“ eine Sprechrolle übernahm. Da war Ronnefeld 21 Jahre alt.

„Die Ameise“ Nicole Wacker, Dietrich Henschel, Foto:© Bettina Stöß

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Bachs Weihnachtsoratorium in der Alten Oper mit den Augsburger Domsingknaben und dem B’Rock Orchestra

2025, Dezember 21.

Bach lebt: Jauchzet, Frohlocket!

Von Petra Kammann

Eine Adventszeit ohne Bachs Weihnachtsoratorium ist frei nach Loriot möglich, aber sinnlos. Zu Bachs Zeiten wurde es ausschließlich in Kirchen oder Klöstern aufgeführt, vielfach auch heute. Aber mit einem gemischten Chor und Starsolisten hat es oft mehr Konzert- oder gar Operncharakter. In der Alten Oper konnte man im Rahmen der Frankfurter Bachkonzerte nun eine passionierte Aufführung der Kantaten I-IV des Bachschen Wunderwerks erleben – mit den jungen Stimmen der Augsburger Domsingknaben und dem Genter B’Rock Orchestra, das auf historischen Instrumenten spielte. Eine Erinnerung an die Praxis von damals und gleichzeitig eine Verjüngungskur heutiger Bachscher Aufführungspraxis…

Alle Jahre wieder: Weihnachtsoratorium  in der Alten Oper Frankfurt, Foto. Petra Kammann

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„Mitridate“ von Mozart: Was einen Opern-König in Frankfurt umtreibt

2025, Dezember 12.

Viel Beifall für eine ungewöhnliche Doppel-Inszenierung von Claus Guth

Von Uwe Kammann

Darf man von Frühwerk, muss man von Wunderwerk sprechen, oder ist nur das Prädikat Meisterwerk angebracht? In der Einführung zur Opernpremiere „Mitridate, re de Ponto“ durch den Dramaturgen der Oper Frankfurt Konrad Kuhn blieb dies offen. Stattdessen führte Kuhn auf einen Schaffenspfad, der ganz unabhängig davon war/blieb, was einen 14jährigen dazu bringen konnte, eine in sich höchst komplexe Personenkonstellation auf die Bühne zu bringen. Es gehe nicht um rationale Kennzeichnungen oder psychologische Ausdeutungen der Hauptpersonen, sondern um „musikalische“ Denkfiguren.

Viel Applaus für Mitridate (Robert Murray) und den Majordomus Philippe Jacq,  1. Reihe, Foto: Petra Kammann

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