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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Oper

„Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini in der Oper Frankfurt

2022, Juni 1.

Gekaufte Liebe, gekaufte Ehe – Illusionen zweier junger Heranwachsender

von Renate Feyerbacher Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Die japanische Tragödie „Madama Butterfly“ überzeugt bei der Premiere an der Oper Frankfurt am 22. Mai durch eine einfühlsame Inszenierung ohne Kirschblütenromantik, begeistert durch sängerische und musikalische Interpretation. Sowohl für den amerikanischen Regisseur R.B.Schlather, der schon als Kind Giacomo Puccini (1858-1924) liebte, als auch für den italienischen Dirigenten Antonello Manacorda, der lange einen Bogen um Puccini machte, ist es das erste Mal, dass sie eine Oper dieses Komponisten realisieren. Erstaunlich, was dabei herauskam.

Vincenzo Costanzo (Pinkerton), Heather Engebretson (Butterfly) und Ensemble: Barbara Aumüller

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10. Bonner Operngala für die Deutsche AIDS Stiftung

2022, Mai 18.

Bönnscher Glamour für die gute Sache

von Simone Hamm

Das Logo der Bonner Operngala, die rote Schleife gegen AIDS, ist in diesem Jahr verändert worden. Eine Seite ist rot geblieben, die andere blaugelb, in den Farben der Ukraine. Zum 10. Mal fand die Bonner Operngala statt, im letzten Jahr musste sie wegen Corona ausfallen, 2020 fand sie nur digital statt. 2022 wollten die Initiatoren der Gala, Arndt und Helmut Andreas Hartwig, nicht nur ein Zeichen gegen Aids setzten, sondern auch eines gegen Putins Angriffskrieg. Die Solidarität mit der Ukraine hatte sich auch aufs musikalische Programm ausgewirkt. Das Beethovenorchester unter der Leitung von Jaques Lacombe spielt zum Auftakt die Ouvertüre von Beethovens Fidelio, die der Komponist selbst als Rettungs- und Befreiungsoper bezeichnet hat.

10. Operngala Bonn, Foto: © Thilo Beu

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A Midsummer Night’s Dream – Oper von Benjamin Britten im Bockenheimer Depot Frankfurt

2022, Mai 17.

Verwirrungen, emotionales Chaos im Zauberwald, ausgelöst durch die Feenwelt

von Renate Feyerbacher
Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt

Ein idealer Ort ist das Bockenheimer Depot für  „A Midsummer Night’s Dream“ in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender, die am 11. Mai Premiere hatte. Komponist Benjamin Britten (1913-1976) und sein Lebensgefährte, der Tenor Peter Pears (1910-1986), haben William Shakespeares berühmte fünfaktige Komödie „A Midsummer Night’s Dream“ gekürzt. Dennoch ist das nun dreiaktige Opernlibretto dem Werk des genialen Theaterdichters treu geblieben. Es gibt weder ein elisabethanisches noch ein athenisches Gepräge in diesem Opern-„Sommernachtstraum“. Die Feenwelt, angeführt durch Puck, ist oft harsch gegenüber den Menschen, den Liebespaaren, die sich im Wald aufhalten beziehungsweise sich dort verirren. Puck ist ein Maulheld, der selbst von Angst geprägt ist. Über ihm steht Oberon, der Feenkönig, der ihn triezt und gelegentlich demütigt.

vorne v.l.n.r.: Cameron Shahbazi (Oberon), Statist der Oper Frankfurt (Knabe) und Kateryna Kasper (Tytania) sowie im Hintergrund Kinderchor der Oper Frankfurt inklusive Solist*innen (Elfen)

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„Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullman an der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg

2022, Mai 14.

Von erschreckender Aktualität

Eindrucksvoll, findet Simone Hamm.

In Duisburg fand die Premiere von Victor Ullmann Oper „Der Kaiser von Atlantis oder die Tod Verweigerung“ statt. Schon vor zwei Jahren war sie Düsseldorf gezeigt worden, konnte wegen der Pandemie doch nicht lange im „Schwesterhaus Duisburg“ gezeigt werden. Wer dieses großartige musikalische Werk heute sieht, wird das mit anderen Augen als vor zwei Jahren tun. In den Tagen des Ukraine-Krieges bekommt „Der Kaiser von Atlantis“ eine ungeheure Aktualität. Denn das Thema dieser Oper sind Tod und Krieg: der Wahnsinn des Krieges, das sinnlose Sterben.

Der Kai#ser von At#lantis oder Die Tod-Verweigerung von Viktor Ullmann, Sergej Khomov (Soldat), Anke Krabbe (Mädchen); Foto: Hans Jörg Michel

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„Fedora“ Melodramma von Umberto Giordano an der Oper Frankfurt

2022, April 13.

Ein spektakulärer Opern-Krimi

 von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt / Renate Feyerbacher 

Am 3. April wurde „Fedora“ zum ersten Mal in Frankfurt aufgeführt. Es ist eine Übernahme der Produktion der Königlichen Oper Stockholm von Dezember 2016, in der Christof Loy seine unverwechselbaren stringenten Regie-Ideen ausführte. Begeisterung beim Publikum für das gesamte Produktions-Team und frenetischer Beifall für Sängerinnen und Sänger.

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Museumskonzerte der Frankfurter Museumsgesellschaft 2022/2023

2022, März 22.

Die Abschiedssaison des Sebastian Weigle

von Petra Kammann

Es waren coronabedingt schwierige Jahre für alle Musiker und Konzertveranstalter mit den sich ständig ändernden Sonderregelungen. Nun, nach über zwei Jahren, fand endlich die erste Pressekonferenz der Frankfurter Museumsgesellschaft unter dem Vorsitz von Burkard Bastuck wieder live statt. Die Themen Abschied und Aufbruch waren wegen der durch  die Fenster blitzenden Sonne von einem Hoffnungsschimmer beseelt. Die fulminanten symphonischen Zyklen mit dem Dirigenten Sebastian Weigle gehörten dann auch zu den Highlights des Programms. „Der Zug fährt weiter“, sagte der Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt unpathetisch und sichtlich vergnügt. Seine Ära endet nach 15 Jahren mit der Saison 2022/23. Die Pandemie hat der begehrte Dirigent u.a. in Japan und den USA erlebt. In Tokio läuft sein Vertrag noch bis 2025… Und von seinem Domizil in Berlin aus, wo ihm auch in Zukunft das ein oder andere Konzert sicher sein dürfte, seien es auch nur noch vier Zug-Stunden bis Frankfurt, merkte er an. Soviel Optimismus, gepaart mit Weitblick, ist selten. Wir können daher weiter mit seinen Gastauftritten rechnen und wir dürfen auf den neuen Shooting-Star Kit Armstrong, gespannt sein, der auch für Weigle kein Fremder ist…

GMD Sebastian Weigle verströmte Optimismus; Foto: Petra Kammann

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Leoš Janáceks tragische Oper „Katja Kabanova“

2022, März 14.

Gefangene eines hoffnungslosen Systems

von Simone Hamm

Die Bühne ist ein einziger großer holzvertäfelter Raum. Vor den Fenstern sieht man einen Fluß vorbeiziehen. Das könnte hoffnungsvoll stimmen. Doch schon im zweiten Bild ist die Wolga verschwunden, die Bühne steigt schräg an. Hinter dem ersten ist ein zweiter Raum sichtbar. Es gibt keine Hoffnung, nur Enge und Ausweglosigkeit. So beginnt in Duisburg in der Deutschen Oper am Rhein Leoš Janáceks tragische Oper „Katja Kabanova“.

v.l.n.r.: Daniel Frank (Boris), Sami Luttinen (Dikoj), Ekaterina Aleksandrova (Glascha), Cornel Frey (Kudrjasch). Foto: Sandra Then-Friedrich

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Bianca e Falliero, Melodrama von Gioachino Rossini an der Oper Frankfurt

2022, März 13.

Dorniger Weg zur Freiheit 

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Das Werk, 1819 an der Mailänder Scala uraufgeführt, hatte am 20. März seine Frankfurter Erstaufführung. In Mailand gab es damals 39 Vorstellungen, dennoch geriet es in Vergessenheit und auch in der Rossini-Literatur fand es kaum Beachtung. Felice Romani, der Hauslibrettist, lieferte für „Bianca e Falliero“ einen abgeänderten Text der Tragödie „Les Vénetiens ou Blanche et Montacassin“ des französischen Dramatikers und Lyrikers Antoine Vincent Arnault (1766-1834). Die düstere Liebesgeschichte endete nicht mit dem Tod des Helden Falliero, sondern mit der Heirat.

v.l.n.r. Theo Lebow (Contareno), Beth Taylor (Falliero), Heather Phillips (Bianca; auch in der Projektion), Carlos Andrés Cárdenas (Ein Offizier), Kihwan Sim (Capellio) sowie rechts und links: Chor der Oper Frankfurt

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Alexander Kluge: Der „Teilchenbeschleuniger“ des Kulturuniversums wird 90

2022, Februar 12.

Ein einzigartiger Sinn-Arbeiter

Von Uwe Kammann

Ein Tausendsassa? Nein, völlig falsch. Ein Zehntausendsassa, wenn nicht noch mehr. Alexander Kluge ist ein Intellektueller mit einer unglaublichen Anzahl von Facetten, egal in welcher seiner vielen Rollen: zu denen die des Autors, Filmemachers, Fernsehproduzenten, Medienpolitikers und Universaltheoretikers gehören. Immer zusammengefasst unter einem Obertitel: dem des Erzählers. Mit Frankfurt war und ist dieser in München lebende Großmeister aller Sinn-Arbeit in vielem verbunden, man denke nur an den frühen Film „Die Patriotin“ (1979), der das Westend als Spekulationssopfer zeigt, oder seine große Poetik-Vorlesung (2012) an der Goethe-Universität. Und man muss unbedingt die grundkritische Frankfurter Schule nennen, ein A und O seiner Denkwelt. Jetzt, am 14. Februar, wird Alexander Kluge 90 Jahre alt. Und wirkt jung wie eh und je. Ein einmaliges Phänomen in der Kulturgeschichte der Bundesrepublik.

Alexander Kluge, Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor, Philosoph und Rechtsanwalt; Foto: Petra Kammann Weiterlesen

„Warten auf Heute“ – ein Abend in der Oper Frankfurt miteinem Einakter von Arnold Schönberg und einem Melodram von Frank Martin

2022, Februar 6.

Von heute auf morgen: Einsamkeit, Tod und Jedermann

Drei Einakter von Schönberg und ein Melodram von Frank Martin zu dem Opernabend „Warten auf Heute“

von Renate Feyerbacher und alle Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Von heute auf morgen: v.l.n.r.: Elizabeth Sutphen (Die Frau), Sebastian Geyer (Der Mann), Brian Michael Moore (Der Sänger) und Juanita Lascarro (Die Freundin)

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