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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Oper

Anspruchsvoll, opulent, und sehr berührend – „Awakening“ von Param Vir

2026, März 5.

Aufführung an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Ein Mann in orangefarbener Mönchskutte sitzt unter einem riesigen Halbmond zwischen Trümmern. Nur die Scheinwerfer am Rand der Bühne stehen noch. Er aber scheint unbeirrt inmitten der Verwüstung.

Statisterie, Cody Quattlebaum, Martin Tzonev, Chor des Theater Bonn, Tänzerinnen und Tänzer, Foto: © Max Borchardt

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Auf dem E-Scooter durch die Bonner Altstadt

2026, Februar 10.

Matthew Wild inszeniert Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Auf einem Roller saust der berühmte Tenor Graf Almaviva nach einer Gala am Opernhaus durch die Bonner Innenstadt, vorbei an Universität und Rathaus. Das ist während der Ouvertüre auf einer großen Leinwand zu sehen. In der Altstadt stellt Almaviva seinen E- Scooter ab. Die Musiker, die er vom Bonner Beethovenorchester rekrutiert hat, um unterm Fenster seiner angebeteten Rosina zu spielen, steigen bei leicht fallenden Schnee in den Theaterbus. Sie treffen sich vor Figaros Barber Shop und der Zahnarztpraxis des Dr. Bartolo (Videodesign: Clemens Walter).

 

Grisha Martirosyan, Jessica Alino, Foto: © Bettina Stöß

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Triumph der Ameise

2026, Januar 8.

Peter Ronnefelds fulminante Oper „Die Ameise“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Wer ist Peter Ronnefeld? fragt man sich. Dabei war Ronnefeld  doch Anfang der 60iger Jahre ein aufstrebender Musiker, dem eine glänzende Karriere vorausgesagt wurde. Er war in Star in der Dirigentenszene, Assistent von Herbert von Karajan, Chefdirigent in Bonn, 1963 mit nur 28 Jahren Generalmusikdirektor in Kiel, Cembalist im Concentus Musicus von Nicolas Harnoncourt. Engster Freund von Thomas Bernhard, der in seiner Kurzoper „Die Nachtausgabe“ eine Sprechrolle übernahm. Da war Ronnefeld 21 Jahre alt.

„Die Ameise“ Nicole Wacker, Dietrich Henschel, Foto:© Bettina Stöß

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Bachs Weihnachtsoratorium in der Alten Oper mit den Augsburger Domsingknaben und dem B’Rock Orchestra

2025, Dezember 21.

Bach lebt: Jauchzet, Frohlocket!

Von Petra Kammann

Eine Adventszeit ohne Bachs Weihnachtsoratorium ist frei nach Loriot möglich, aber sinnlos. Zu Bachs Zeiten wurde es ausschließlich in Kirchen oder Klöstern aufgeführt, vielfach auch heute. Aber mit einem gemischten Chor und Starsolisten hat es oft mehr Konzert- oder gar Operncharakter. In der Alten Oper konnte man im Rahmen der Frankfurter Bachkonzerte nun eine passionierte Aufführung der Kantaten I-IV des Bachschen Wunderwerks erleben – mit den jungen Stimmen der Augsburger Domsingknaben und dem Genter B’Rock Orchestra, das auf historischen Instrumenten spielte. Eine Erinnerung an die Praxis von damals und gleichzeitig eine Verjüngungskur heutiger Bachscher Aufführungspraxis…

Alle Jahre wieder: Weihnachtsoratorium  in der Alten Oper Frankfurt, Foto. Petra Kammann

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„Mitridate“ von Mozart: Was einen Opern-König in Frankfurt umtreibt

2025, Dezember 12.

Viel Beifall für eine ungewöhnliche Doppel-Inszenierung von Claus Guth

Von Uwe Kammann

Darf man von Frühwerk, muss man von Wunderwerk sprechen, oder ist nur das Prädikat Meisterwerk angebracht? In der Einführung zur Opernpremiere „Mitridate, re de Ponto“ durch den Dramaturgen der Oper Frankfurt Konrad Kuhn blieb dies offen. Stattdessen führte Kuhn auf einen Schaffenspfad, der ganz unabhängig davon war/blieb, was einen 14jährigen dazu bringen konnte, eine in sich höchst komplexe Personenkonstellation auf die Bühne zu bringen. Es gehe nicht um rationale Kennzeichnungen oder psychologische Ausdeutungen der Hauptpersonen, sondern um „musikalische“ Denkfiguren.

Viel Applaus für Mitridate (Robert Murray) und den Majordomus Philippe Jacq,  1. Reihe, Foto: Petra Kammann

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Barrie Koskys Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Saul“

2025, Dezember 3.

Bilderpracht an der Kölner Oper

von Simone Hamm

Auf der langen Tafel sind riesige Blumenbuketts aufgetürmt. Ein Hirsch liegt da und ein Wildschwein, eine riesige Auster, ein Schwan und ein Pfau. Alles ist knallbunt. Reglos stehen die Sängerinnen des Opernchores in bonbonfarbenen Reifröcken Opernchores auf und vor dem Tisch.  Wie die daneben stehenden Männer tragen sie Rokkokoperücken. Ganz langsam erhebt sich hier und da eine Hand.

Chor der Oper Köln, Tänzer*innen © Sandra Then

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Puccinis „Turandot“ am Staatstheater in Mainz

2025, Oktober 9.

Entromantisiert und mit offenem Ende

Von Walter H. Krämer

„Turandot“ ist die letzte Oper von Giacomo Puccini. Das Libretto schrieben Giuseppe Adami und Renato Simoni nach dem gleichnamigen Theaterstück (1762) von Carlo Gozzi. Das der Commedia dell’arte nahestehende Märchenspiel war von diesem Autor dramatisiert worden und diente als Vorlage für die Oper. Gegenüber der Vorlage war Turandot aber bei Puccini keine kalte Schönheit, sondern am Ende gedacht als eine liebesfähige Frau. Das Staatstheater Mainz zeigt Giacomo Puccinis (1858 1924) Oper „Turandot“ (UA 1926 in Mailand) in seiner nicht fertig gestellten Fassung und somit den einzig wahren Puccini.

Facettenreich: Julija Vasiljeva als Turandot, Foto: Johannes Etter

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Mozarts Oper „Così fan tutte“ in der Oper Frankfurt – Eine Maskerade in parallelen Welten 

2025, September 24.

Das Spiel von Liebe, Treue und Täuschung  – Alles nur Schein und Trug?

Von Petra Kammann
Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt 

Ebenso frisch, spritzig und komödiantisch wie hintergründig war in der Oper Frankfurt die Premiere von Mozarts „Così fan tutte“ zu erleben, inszeniert von der französischen Regisseurin Mariame Clément. Fabelhaft agierte der springlebendige junge GMD Thomas Guggeis, der abwechselnd das renommierte Frankfurter Opern- und Museumsorchester dirigierte und dazu im Orchestergraben Begleitpassagen auf dem Hammerklavier spielte. Was die Solisten und Solistinnen wie Jonas Müller, Magnus Dietrich, Liviu Holender, Teona Todua, Karolina Bengtsson und Kelsey Lauritano sicher noch mehr anspornte, ihr Bestes zu geben. Ein mutmachender Auftakt für die neue Saison!

Liviu Holender (Don Alfonso; in der Bildmitte) und Ensemble, Foto: Barbara Aumüller

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Der erschrockene Engel

2025, Juli 6.

Uraufführung  von Philippe Manourys Thinkspiel „Die letzten Tage der Menschheit“ nach Karl Kraus an der Kölner Oper

von Simone Hamm

Ein Zeitungsverkäufer schreit die Schlagzeile: Erzherzog Franz Ferdinand ist in Sarajevo ermordet worden. Der Trauerzug ist gewaltig. Der Chor singt von allen Seiten. Ein geschmückter Sarg, dann ein zweiter, ein schlichter Holzsarg, schließlich Leichensäcke, die über den Sarg geworfen werden. Noch schlendern die Menschen durch Wien. Es ist das Jahr 1914.

Miljenko Turk,  Foto: Sandra Then

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Ein Interview mit dem ‚Alcina‘-Regisseur Johannes Erath

2025, Juni 25.

Über Grenzen gehen und den Kokon sprengen…

Am Rande einer vorangegangenen Probe sprach Petra Kammann mit dem Regisseur, der im Prozess der Inszenierung immer auch als Musiker mitdenkt

Der Regisseur Johannes Erath im Wolkenfoyer der Oper Frankfurt, Foto: Petra Kammann

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