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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Musik

„Armenian Soul“ mit dem hr-Sinfonieorchester und dem virtuosen Geiger Sergey Khachatryan unter der Leitung von Alain Altinoglu in der Alten Oper

2026, April 18.

Starke Musik mit komplexen Rhythmen, horrender Klangkraft und lyrisch-leisesten Tönen

Von Petra Kammann

Die Familie von Alain Altinoglu, dem 1975 in Paris geborenen Chefdirigenten des hr-Sinfonieorchesters, stammt aus dem vielgestaltigen Armenien, was ihn mit dem 10 Jahre jüngeren, in Frankfurt aufgewachsenen und aus Eriwan stammenden virtuosen Geiger Sergey Khachatryan verbindet, so dass aus dem Dialog der beiden der Programmakzent „Armenian Soul“ entstand. In der Alten Oper wurde Aram Khatchaturians Adagio aus „Spartacus und Phrygia“ und dessen Violinkonzert in d-Moll präsentiert. Nach der Pause folgte das 1913 in Paris uraufgeführte revolutionäre Ballett „Sacre du printemps“ von Igor Strawinky. Und zum Schluss noch ein kammermusikalisches Nach(t)konzert mit Alain Altinoglu als Solist am Klavier und  Sergey Khachatryan an der Geige. Das Duo spielte armenische Kompositionen von Komitas Vardapet und Aram Chatschaturjans Säbeltanz – aus dem Ballett „Gayaneh“. Ein atemberaubender Konzertabend.

hr-Sinfoniekonzert „Sacre du printemps“ am 16.04.2026 Foto: © hr/Sebastian Reimold 

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„Donnerstag der Großherzogin“ – Ausstellung von Helmut Werres im Kunstverein EULENGASSE

2026, April 17.

Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen

Rede der Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser zur Vernissage 

Helmut Werres ist ein vielseitig aktiver und ausgezeichneter Künstler der Darmstädter Sezession und zugleich Mitglied des Kunstvereins EULENGASSE. Als solcher lädt er in die Galerie EULENGASSE ein zu musikalischen und literarischen Interferenzen in seinem künstlerischen Schaffen der letzten Jahre.

Feldzeichnung und Portrait der Großherzogin vom Helmit Werres

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„Turandot“ von Giacomo Puccini an der Oper Frankfurt

2026, April 16.

Studie eines Machtmissbrauchs

Von Margarete Berghoff  und Walter H. Krämer

Die Regisseurin Andrea Breth, bekannt für ihre tiefgründigen und tiefschürfenden Deutungen von Opern und Theaterstücken, entmystifiziert die unvollendete, märchenhafte Oper „Turandot“. Sie zeigt in Frankfurt eine sehr aktuelle Interpretation. Sie nimmt den Staat „Nordkorea“ als Vorbild für die Oper „Turandot“ und stellt damit einen eindeutigen aktuellen politischen Zeitbezug her, der auch auf andere totalitär geführte Staaten übertragbar ist. Nordkorea, ein Staatssystem der absoluten Macht, das Folter, Mord, Kriege zum Machterhalt und zur Machterweiterung einsetzt. Andrea Breth hat dabei die jüngere Schwester, Prinzessin Kim Jo Jong, des Diktators Kim Jong Un im Auge und sieht in ihr Parallelen zu der Figur der Turandot.

Elza van den Heever (Turandot; mit dem Rücken zum Betrachter) und Inho Jeong (Timur; rechts, mit verbundenen Augen) sowie Ensemble © Oper Frankfurt / Bernd Uhlig

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Das hr-Sinfonieorchester in der kommenden Konzertsaison 26/27

2026, April 15.

Deutsche Mythologie und französische Klangfantasien im Programm von Altinoglu

Eine Spielzeit voller Entdeckungen und Emotionen mit Gustav Mahler in monumentalen Klangdimensionen, mit berührenden Beethoven-Momenten zu dessen 200. Todestag 2027, mit opulenten französischen Farben wird das hr-Sinfonieorchester Frankfurt in der Konzertsaison 2026/27 unter Chefdirigent Alain Altinoglu sowie mit dem virtuosen „Artist in Residence“ Kirill Gerstein bieten. Außerdem ist es wieder im Wiener Musikverein zu Gast, in der Hamburger Elbphilharmonie, beim Musikfest Bremen und beim Festival International de Colmar. Ferner gibt es Gastspiele in Linz und Ludwigsburg und es wird wieder auf Asien-Tournee durch Korea und China unterwegs sein…

Alain Altinoglu, Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, Foto: Petra Kammann

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30 Jahre Kooperation Yehudi Menuhin Live Music Now e.V. (LVMN) und Hochschule für Musik und Darstellende Künste

2026, April 14.

„Herz über Kopf“- Ein besonderes Jubiläumskonzert

„Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude“ Yehudi Menuhin

Dem Violinisten, Bratschisten und Dirigenten Yehudi Menuhin, der sich jahrzehntelang persönlich für Völkerverständigung, Frieden und Menschenrechte einsetzte, lag immer auch die Förderung junger, talentierter Künstler am Herzen. Mit der Gründung der Organisation Live Music Now verband er diese beiden Anliegen, um damit junge Musikerinnen und Musiker zu fördern und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich in der Kunst des Vortragens zu üben und den Kontakt zum Publikum zu finden. In der Mainmetropole wurde Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e.V. 1996 gegründet. Das 30-jährige Jubiläum wird nun mit einem festlichen Konzert begangen, dessen Besetzung die gewachsene Partnerschaft eindrucksvoll widerspiegelt.

Hans Christian Aavik, ehemaliger Stipendiat von Live Music Now und heute Vertretungsprofessor für Violine an der HfMDK im Jubiläumskonzert, Foto: Susann Koomaegi

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Ausblicke auf die Konzertsaison 2026-2027 der Frankfurter Museums-Gesellschaft

2026, April 10.

Programmschlaglichter – Neuigkeiten und Traditionen

Besondere Kammerkonzerte, Familienkonzerte und Weihnachtskonzerte, dazu alljährlich 10 Sinfoniekonzerte sind bei der Museums-Gesellschaft gesetzte Größen. Dazu kommt eine kleine formale Neuigkeit: Bei einer Umfrage im November 2025, ob die traditionellen Montagskonzerte nicht früher anfangen könnten, haben Zweidrittel der Besucher das befürwortet, so dass (nur) die Montagskonzerte ab der kommenden Spielzeit schon eine halbe Stunde früher beginnen werden, also statt um 20 h, schon um 19.30 h. Unverändert hingegen bleiben die spannenden Konzertprogramme mit immer neu zu entdeckenden Klangwelten. Da ist es ratsam, sich schon jetzt seinen Stammplatz zu sichern. Der Abonnementverkauf hat begonnen. Hier vorab das Programm im Überblick, das von Dr. Burkhard Bastuck, Vorsitzender der Frankfurter Museums-Gesellschaft, von Thomas Guggeis, dem so engagierten wie kompetenten GMD der Oper Frankfurt und künstlerischen Leiter der Museumskonzerte, sowie vom  stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Andreas Odenkirchen der Presse präsentiert wurde.

Bester Stimmung nach dem Pressegespräch: Dr. Burkhard Bastuck (re), Thomas Guggeis, (Mitte) sowie Dr. Andreas Odenkirchen, (li)

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Artikulierte Stimmen in Bachs h-Moll-Messe in der Alten Oper unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann

2026, April 2.

Schlanker Klang mit erstklassigen Solisten

Anders als die Bach-Passionen, die in der Vor-Osterzeit landauf landab in Kirchen und Konzerthäusern gespielt werden, wirkt die h-Moll-Messe, bedingt durch den lateinischen Text, abstrakter. Das vielstimmige, höchst raffiniert konzipierte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach, das von 1724 bis zwei Jahre vor Bachs Tod 1750 entstand, beschäftigt sich mit so existentiellen Themen wie Einsamkeit und Verzweiflung angesichts des Todes Jesu bis hin zur lebensbejahenden Freude. Für Sänger und Sängerinnen wie auch für Instrumentalisten sowohl technisch als auch emotional eine gewaltige Herausforderung. Die Gaechinger Cantorey, das Ensemble der internationalen Bachakademie Stuttgart, führte unter der äußerst kundigen Leitung von Hans-Christoph Rademann die liturgische Messe, die Missa tota, im prall gefüllten Großen Saal der Alten Oper Frankfurt auf.

Eingeladen wurde die Gaechinger Cantorey mit Hans-Christoph Rademann von den Frankfurter Bachkonzerten, Foto: Mart in Forster

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„Was man in der Hölle, im Fegefeuer und im Paradies hört“ – Marie Jaëlls Kompositionen zu Dantes „Göttlicher Komödie“

2026, März 23.

Viviane Goergen über die französische Komponistin, die ihrer Zeit weit voraus war

Von Petra Kammann

Die in Paris geborene und an der École normale de musique u.a. bei dem brillanten Pianisten Thierry de Brunhoff ausgebildete luxemburgisch-schweizerische Pianistin Viviane Goergen hat sich intensiv mit der in Vergessenheit geratenen, hochbegabten Pianistin und Komponistin Marie Jaëll (1846- 1925) beschäftigt und dabei erstaunliche Funde gemacht. Die von Franz Liszt außerordentlich geschätzte Musikerin hat in „18 Pièces pour piano“ Passagen aus Dantes „Göttlicher Komödie“ vertont. Im Frankfurter Steinway Haus stellte die Autorin Goergen die Komponistin und Musikwissenschaftlerin vor, las aus ihrem kürzlich erschienenen Buch und spielte eindrückliche Passagen aus Jaëlls Dante-Klavierzyklus. Gerade wurde die Einspielung wiederentdeckter Kammermusikwerke von Jaëll von den „Victoires de la musique classique 2026“, der höchsten französischen Auszeichnungnominiert.

Viviane Goergen liest, erläutert und spielt aus den „Pièces pour pianos“ im Frankfurter Steinway Haus, Foto: Petra Kammann

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Wim Wenders – Mit Brille immer in der ersten Reihe – Von der Kurzsichtigkeit zum Weitblick

2026, März 14.

Befreiende Fluchtbewegungen in bewegten und bewegenden Bildern und Tönen

Von Petra Kammann

Bekannt wurde Wim Wenders vor allem durch Filme und Roadmovies wie „Im Lauf der Zeit“, „Der amerikanische Freund“, „Paris Texas“, „Der Himmel über Berlin“, „Pina“, ein 3 D-Film, oder „Das Salz der Erde“, ein Porträt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, und zuletzt „Perfect days“, die Geschichte des Tokyoter Toilettenreinigers. Umfassend und mit Requisiten aller Art ist das Gesamtwerk des multimedialen Filmemachers, Künstlers, Musikafficionados und Erzählers im Frankfurter Filmmuseum (DFF) in der Ausstellung „W.I.M. Im Lauf der Zeit“ zu entdecken. Inspirierend aber auch seine Music-Lectures unter dem Titel „Driven by Music“ in der Alten Oper, wo man Hintergründiges über Wenders‘ Liebe zur Musik, seine Freundschaft mit Musikern, zum Soundtrack seines Lebens, zur eigenen Sammlung von Musikträgern erfuhr. Begleitet wurden seine Erinnerungen durch besondere Filmvorführungen wie u.a. „Die Gebrüder Skladanowsky“(1995), einem Stummfilm mit Dialogen, musikalisch begleitet von Laurent Petitgand.

Wim Wenders in der Ausstellung „W.I.M. Im Lauf der Zeit“ im  DFF in Frankfurt, Foto: Petra Kammann

Eine musikalische Sternstunde: Miłosz Sroczyński spielt Bachs „Goldberg-Variationen“ im Hauskonzert von Viviane Goergen

2026, März 13.

Von Erhard Metz

Es gilt von einem musikalischen Ereignis zu berichten, zu welchem dem Autor Stefan Zweigs Metapher „Sternstunde“ zur Verfügung steht, in diesem Fall eine musikalische. Eine solche war jüngst zu erleben im Hauskonzert der in Bad Homburg wirkenden Konzertpianistin, Musikcoachin und Buchautorin Viviane Goergen: Auf ihre Einladung spielte Miłosz Sroczyński Bachs weltweit bekannte sogenannte Goldberg-Variationen, BWV 988 . „Ein musikalischer Gipfelpunkt, den nahezu alle bedeutenden Pianistinnen und Pianisten im Laufe der Zeit zu erklimmen versuchten … ein faszinierendes Stück, das bis heute Rätsel aufgibt“ schrieb Peter Uehling (Stiftung Berliner Philharmoniker), und Karl Böhmer „Die Krönung einer besonderen Form der Cembalomusik“ (Kammermusikführer Villa Musica); „zweifellos der bedeutendste Klavierzyklus des 18. Jahrhunderts“ (G. Henle-Verlag); „bis heute eine fundamentale Herausforderung für jeden Cembalisten und Pianisten“ (Bärenreiter), um nur einige renommierte Stimmen zu nennen.

Viviane Goergen und Miłosz Sroczyński, Foto © Rainer Opferkuch Weiterlesen