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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Musik

Nachbarschaftsmusik. Ein dezentrales Konzert im Freien zum Zuhören und Mitmachen

2020, Mai 22.

Die Kammerphilharmonie Frankfurt geht raus und spielt in den Nachbarschaften ihrer Mitglieder. „Hören, singen, Seele baumeln“ lautet das Credo der Musikerfamilie Anna-Lena Perenthaler und Nicolai Bernstein, die nun schon seit Mitte März jeden Sonntag mit ihren Instrumenten durch die Nachbarschaft zieht und eine treue und wachsende Zuhörerschaft findet.

Der Geiger Nicolai Bernstein und die Cellistin Anna-Lena Perenthaler spielen im Freien

Mal sehen, wer diesmal ans Fenster kommt oder im Vorbeigehen einen Moment bei einem dezentralen Konzert im Freien verweilt? Denn am kommenden Sonntag, 24. Mai ist es wieder soweit. Da spielen die Mitglieder des Orchesters zwar “dezentral”, doch zur gleichen Zeit an über 20 verschiedenen Spielorten in ganz Frankfurt.

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Rheingau Musik Festival 2020 – Kein 33. „Sommer voller Musik“

2020, Mai 2.

Freiheit, die wir meinen?

Noch vor wenigen Tagen zeigte sich Intendant Michael Herrmann optimistisch, das im Beethoven-Jahr unter dem Thema „Freiheit“ stehende Rheingau Musik Festival 2020 durchführen zu können.

Die Veranstalter bei der Präsentation des Rheingau Musik Festivals 2020, Alle Fotos: Petra Kammann 

Das Rheingau Musik Festival, das jährlich über 120.000 Besucher anzieht, gab nun mit größtem Bedauern bekannt, dass der 33. „Sommer voller Musik“ vom 20.6. bis 5.9.2020 nicht stattfinden kann. 137 Veranstaltungen in der Region von Frankfurt über Wiesbaden bis ins Mittelrheintal waren geplant.

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Musiker in Zeiten von Corona

2020, April 24.

Musiker, die um ihr Leben spielen. Schöner und besser im Home-Office?

von Simone Hamm

Der Musiker Albrecht Maurer hatte sich eine gotische Fidel gekauft, ein Instrument mit einem archaischen Klang. Er war beglückt von der Einfachheit des Instruments, der Resonanz mit ganz einfachen langen Tönen und einfachen Doppelklängen. Jetzt steht die gotische Fidel in der Ecke und wird nur noch zum privaten Üben hervorgeholt. Im letzten Jahr hatte er bis Mitte April schon 25 Konzerte gespielt, in diesem Jahr waren es ganze drei gewesen. Etliche Konzerte, etwa im Baltikum und in Spanien mussten ausfallen.

Der Musiker Albrecht Maurer mit der gotischen Fidel

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Die Hamburger Elbphilharmonie digital und Solidarität mit Künstlern

2020, April 14.

Elphi at Home

von Angelika Campbell

Musikgenuss per Internet, Alle Fotos: Maxim Schulz

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Die Frankfurter Jazzlegende Emil Mangelsdorff wird 95

2020, April 11.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Emil!

Emil Mangelsorff bei seinem 205. Montagskonzert am 5. März 2020 im Holzhausenschlösschen, Foto: Petra Kammann

Er ist ein Urgestein des Frankfurter Jazz, der Praunheimer Bubb‘. Man kann es einfach nicht fassen, wie lebendig und mit wieviel Spaß Emil auch mit 95 immer noch musiziert und sogar täglich drei Stunden übt. Aber wer unter den Nazis als 14-Jähriger zu einer Combo zählte, die im „Rokoko“ an der Frankfurter Kaiserstraße tatsächlich Jazz spielte; wen die Gestapo verhörte und unter Druck setzte; wer als blutjunger Mann, der nicht in den Krieg ziehen wollte, nach Russland verschleppt wurde; wer 1949 dann endlich aus der Gefangenschaft wieder nach Frankfurt zurückkam und bei Null anfangen musste; wer verschiedene Blasinstrumente dazulernte, weil er den Jazz über alles liebte und ihn über Bebop und Cool Jazz, Jazz & Lyrik weiterentwickelte: der wird nicht nur 95, sondern mindestens 195…

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„Salome“ von Richard Strauss in der Oper Frankfurt

2020, März 8.

Weiß der Leib, schwarz das Haar, rot der Mund. „Ein wildes Stück mit fantastischer Musik“

von Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus  / Oper Frankfurt

Dunkelheit nur punktuell vom Lichtkegel durchbrochen, intensives Flügelschlagen, Figur mit großer Federkopfbedeckung und goldener Robe, den Rücken zum Publikum gedreht, so beginnt „Salome“, das Operndrama von Richard Strauss, das am 1. März Premiere hatte. Ein starker, faszinierender Beginn und so geht es weiter. Fast zwei Stunden lang eine dunkle Bühne, auf der anfangs fast nur die agierende Person, Salome, vom ihr ständig folgenden Lichtkegel hervorgehoben wird. Wichtig sei für Ambur Braid gewesen, immer auf der richtigen Position zu stehen, erzählt die Sänger-Darstellerin der Salome. Sie nennt und spielt sie als „durchgeknallten Teenager“.

Ambur Braid (Salome)

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Viviane Goergen spielt Werke noch wenig bekannter Komponistinnen

2020, März 8.

Ein musikalischer Bogen von der Schweiz nach Paris

Von Erhard Metz

Von einem musikalischen Ereignis im Frankfurter Bechstein Centrum im vergangenen Monat gilt es heuer zu berichten, wobei die geneigte Leserschaft dem Chronisten die zeitliche Verzögerung nachsehen möge. Damen, die sich der Musik verschrieben haben, Komponistinnen des späten 19. und frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts, standen im Vordergrund dieses Ereignisses, welches einen musikalischen Bogen von der Schweiz nach Paris spannte. Die renommierte Konzertpianistin Viviane Goergen brachte eine Auswahl aus deren kompositorischem Schaffen einem gespannt lauschenden Publikum zu Gehör.

Viviane Goergen im Frankfurter Bechstein Centrum am mächtigen D-Flügel, dem „Flaggschiff“ des weltberühmten Hauses

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Alcina an der Deutschen Oper am Rhein

2020, Februar 27.

Händels Zauberoper im Wellnessresort

von Simone Hamm

Die schöne Zauberin Alcina lockt Edelmänner auf ihre Insel, umgarnt und verführt sie. Wenn sie keine Lust mehr auf sie verspürt, verwandelt sie sie in wilde Tiere, Pflanzen oder Steine. Auch Ruggiero, ein Ritter aus dem Heer Karls des Großen, erliegt ihrer Verführungskunst und vergisst seine Geliebte Bradamante. Diese verkleidet sich als ihr eigener Bruder, reist auf die Insel, will Ruggiero zurückgewinnen.

Wallis Giunta (Bradamante), Maria Kataeva (Ruggiero), Jacquelyn Wagner (Alcina). FOTO: Jochen Quast / Deutsche Oper am Rhein

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Kulturpreis der Ingrid zu Solms-Stiftung an Cellistin Raphaela Gromes

2020, Februar 20.

Eine enge Beziehung zum Instrument

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

„Wenn ich traurig bin, habe ich manchmal das Gefühl, das Instrument spürt das. Es klingt dann auch deprimiert, leicht verhangen. Aber umgekehrt, wenn ich fröhlich bin, spürt das auch das Cello [..]“ – zitiert nach der Laudation von Professor Norbert Abels.

Am Tag der Preisverleihung, am 30. Januar, die in der Villa Bonn, Sitz der Robert-Schumann-Gesellschaft, stattfand, klang es nicht nach Traurigkeit, nach Niedergeschlagenheit. Im Gegenteil: das Cello spürte die Freude der jungen Cellistin, die ihm herrliche Töne entlockte. Ihr Cello sang.

v.l.n.r.: Raphaela Gromes und ihr Klavierpartner Julian Riem mit Gräfin Ingrid zu Solms–Wildenfels 

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Ein ungewöhnlicher Liederabend mit Julian Prégardien (Tenor) und Tamar Halperin (Piano) in der Alten Oper

2020, Februar 17.

Von Bach, über Beethoven bis zu Busoni. Ein besonderer Dialog von Stimme und Piano

von Petra Kammann

Der Saal war gefüllt und die Spannung groß bei einem Programm, das zunächst auf den ersten Blick etwas abenteuerlich erschien. Wie lassen sich Lieder und Arien zwischen Barock und Spätromantik konzipieren, verbunden durch Präludien aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach. Bach –  ein romantischer Komponist?

Großer Beifall für die Solisten Julian Prégardien (Tenor) und Tamar Halperin (Klavier) im Mozart Saal der Alten Oper, Foto: Petra Kammann

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