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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Film

Erster Hessischer Dokumentarfilmtag

2020, Januar 25.

„Näher an der Wirklichkeit“

Informationen von Renate Feyerbacher

v.l.n.r.: Hannes Karnick, Regisseurin Melanie Gärtner, Leiterin der Geschäftsstelle Frankfurt, Thomas Frickel, Filmregisseur, Produzent und seit 1986 Geschäftsführer der AG Dok, Foto: Renate Feyerbacher

Mit Unterstützung von Hessen Film und Medien GmbH startet das Regionalteam der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm – kurz AG DOK genannt – den 1. Hessischen Dokumentarfilmtag. Vom nördlichen Witzenhausen bis zum südlichen Darmstadt werden am Sonntag, den 26. Januar 2020, in neun Kinos neuere, aber auch ältere Dokumentarfilme aus dem Filmerbe gezeigt. In Frankfurt zum Beispiel sind das „Mal Sehn‘ Kino“, in Wiesbaden die Filmbühne „Caligari“ beteiligt. Nach den Vorstellungen gibt es Gespräche mit den Machern*Innen.

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„Crescendo – #makemusicnotwar“

2020, Januar 18.

Kraft der Musik  – musikalische Friedensarbeit

von Renate Feyerbacher

Schlussszene am Flughafen: Darsteller Sabrina Amali (LAYLA), Tala Al-Deen (SADIN) und Hassan Bakri. © CCC Filmkunst, Fotograf: Christian Luedeke

Der Film, den die Produktionsfirma CCC, die Alice Brauner heute leitet, kommt in die Kinos. Die Tochter des verstorbenen Artur Brauner, der mit seinen Filmen unermüdlich an den Holocaust erinnerte, aber auch zu Versöhnung, Verständigung und Frieden aufrief, kümmert sich weiterhin um diese Thematik.

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Auf Wiedersehen im neuen Jahrzehnt!

2019, Dezember 31.

2020 – Der Vorhang zu und alle Fragen offen …

Foto: Petra Kammann

Kulturtipps: Was FeuilletonFrankfurt-Autoren empfehlen und was sie inspiriert

2019, Dezember 20.

Schauen, Entdecken und Staunen

Für Petra Kammann sind die Schätze des Städel Museums ein steter Quell neuer Seherfahrungen. 

Klar, in Sonderausstellungen wie „Making van Gogh“. Aber auch bei den alten Meistern der 2. Etage. Die Kostbarkeiten der italienischen und flämisch-niederländischen Renaissance stellen für mich einen großen Reiz dar wie zum Beispiel die „Lucca-Madonna“ des Jan van Eyck. Betörend allein ihr leuchtend rotes Gewand mit dem natürlichen Faltenwurf, die schützende Intimität des Innenraums, in dem Licht auf einzelne Gegenstände fällt, das sie ganz plastisch erscheinen lässt. Welch Detailreichtum lässt die feine Maltechnik des flämischen Meisters hier aufscheinen! Gleich ob im kostbar gewebten Baldachin, in den goldschimmernden Löwen an ihrer Seite oder in der nackten Existenz des Kleinkindes, dem sich die Mutter mit innigem Blick zuwendet. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, ein Werk von einem der bahnbrechendsten Künstler seiner Zeit zu besitzen. 2020 wird Flandern ganz im Zeichen Jan van Eycks stehen, nicht nur die frisch renovierten Außentafeln seines berühmten Genter Altars. Und wir haben eines seiner Meisterwerke vor der Haustür…

Jan van Eyck, Lucca-Madonna, ca. 1437, 65,7 x 49,6 x 0,8 cm, Städel Museum Frankfurt am Main© Städel Museum 

Hans-Bernd Heier ist begeistert von der Jugendstil-Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden.

Der ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess hat seine einzigartige Kollektion dem Museum geschenkt – die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat.

Ein Riesenglücksfall für Wiesbaden und für Jugendstil-Freunde! Zum 90. Geburtstag des Mäzens wurde die grandiose Dauerausstellung im Juni 2019 eröffnet. Um eine adäquate Inszenierung der hochkarätigen Artefakte als Gesamtkunstwerk zu erreichen, wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut.

An dem Umbau beteiligte sich Neess mit einem Millionenbetrag. Zu bewundern sind rund 500 Preziosen allerhöchster Qualität – mit „Überwältigungsgarantie“, so der Kurator Dr. Peter Forster.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Renate Feyerbacher empfiehlt die Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Über 100 prall gefüllte Kartons mit dem filmbezogenen Nachlass kamen seinerzeit ins DFF. Sieben Monate sichtete der Archivar Schrift-, Bild-, Ton- und 3D-Dokumente des 2014 verstorbenen Maximilian Schell. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die zu Weltstars wurden. Aber er war nicht nur ein großer Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, sondern auch Produzent, Opernregisseur, Maler, Zeichner, Autor, Kunstexperte und Pianist – ein Multitalent. Früh in seiner Karriere erhielt er den Oscar für „Judgment at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg – 1961.) Eine Starbesetzung, zu der auch Marlene Dietrich gehörte. Mit 52 Jahren macht er sich an das Projekt „Marlene“ – ab 1982. Der Dokumentarfilm über die  legendäre Marlene Dietrich, die nicht gefilmt werden wollte, aber intensiv mit  Maximilian Schell redete, wurde vielfach ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.  Einige Tondokumente sind im Marlene-Separée zu hören.

Abbildung: Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Erhard Metz schätzt Maria Magdalena, die „Schöne Ulmerin“: zunächst des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart (um 1475-1480) und dann der wunderbaren Frankfurter Malerin Barbara Feuerbach (2004). 

Maria Magdalena, die starke, neben der Mutter Jesu bedeutendste Frau im Neuen Testament, verehrt als Gefährtin des Erlösers, die unter dem Kreuz stand, als die Jünger-Männer längst geflohen waren, die am offenen Grab als erste dem Heiland begegnete und die Kunde von der Auferstehung in die Jüngerrunde trug. Heilige, dann aber von einem männerbündischen Klerus (Papst Gregor I.!) noch bis in die Neuzeit als Prostituierte und Sünderin verfemt. Auch bei Meister Erhart steht die modische burgundische Hoftracht mit der riesigen Haube, das reich geschmückte Stirnband und der aufwändig ausgebreitete Schleier für eitlen, lasterhaft-sündigen Lebenswandel. Barbara Feuerbach überträgt das Bild dieser Magdalena ins Hier und Heute – nun als selbstbewusste, kesse wie zugleich sinnend-nachdenkliche junge Frau. Und mit ihrer provokanten Schleife gibt sie noch einem jeden Widersacher Kontra!

Michel Erhart, Reliquienbüste der Hl. Maria Magdalena, Ulm, um 1475-80, Lindenholz, spätgotische Fassung mit neueren Ergänzungen, Ulmer Museum, Bildnachweis: Rufus46, wikimedia commons/Creative commons CC 3.0/Barbara Feuerbach, Maria Magdalena, 2004, Acryl auf Holz, Foto: Erhard Metz

Simone Hamm war von Mircea Cartarescus neuem Roman „Solenoid“ tief beeindruckt

Bei dem rumänischen Autor Mircea Cartarescu muss man sich einlassen auf Wahn und Irrsinn, auf die abgedrehtesten Erinnerungen, auf Halluzinationen, auf eine morbide Erotik, auf psychedelische Träume.
In „Solenoid“ (Zsolnay) erzählt er auf über 900 Seiten die phantastische Geschichte eines Lehrers.
Mircea Cartarescu steigert die Wahrnehmungskraft seiner Protagonisten ins Unermessliche – sie sind wie in Trance, wie in einem visionären Traum. Hyperrealistisch.
Und er erzählt er von einem zerfallenen Bukarest, das sich in den Himmel erhebt. Für Cartarescu ist Bukarest immer eine mysteriöse Stadt geblieben, eine, die er sich selbst erträumt haben könnte. Ernest Wichner hat das grandios ins Deutsche übertragen.

   

Mircea Cartarescu, Foto: Simone Hamm

REMAKE – Frankfurter Frauen Film Tage

2019, November 26.

Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart

von Renate Feyerbacher

Bereits zum zweiten Mal veranstaltet die Kinothek Asta Nielsen e.V., die ihr 20jähriges Bestehen feiert, ein Frauen-Filmfestival besonderer Art: Remake. Dabei konzentrieren sich die Filmwissenschaftlerinnen Gaby Babic, Karola Gramann, Heide Schlüpmann auf die Filmgeschichte der Frauen. „Geschichtsanschauung. Her Story im Kino“ lautet daher der Programmschwerpunkt.

von links: Heide Schlüpmann, Karola Gramann, Gaby Babic

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BRIDGES. BRÜCKEN – das Thema der neuen IWC-Präsidentin Roseann Padula

2019, November 21.

Brücken – von Ufer zu Ufer, von Sprache zu Sprache, von Kunst zu Musik, von Kultur zu Kultur, von Beruf zu Ehrenamt, von Frau zu Frau, von Mensch zu Mensch

Petra Kammann besuchte die US-amerikanische Präsidentin des International Women’s Club in Wiesbaden.

Roseann Padula geht auf Menschen zu, Fotos: Petra Kammann  Weiterlesen

30 Jahre  Hessischer Film- und Kinopreis

2019, November 1.

Leidenschaft für Film und Kino

von Renate Feyerbacher

Vor wenigen Tagen wurde in Frankfurt der Hessische Film- und Kinopreis 2019 verliehen – zum 30. Mal. Würde die Gala in der Alten Oper ohne Probleme gelingen? Diese Frage hatte sich vorher gestellt, nachdem viele Filmemacher gedroht hatten, mit HessenFilm nicht mehr zusammen arbeiten zu wollen, Jury-Mitglieder hatten mit Rücktritt gedroht und Mitarbeiter distanzierten sich. Ein Imageschaden für HessenFilm und seine Filmwirtschaft wäre die Folge gewesen. Der Grund der Drohungen: der Geschäftsführer von HessenFilm hatte sich in ‚freundschaftlicher‘ Atmosphäre mit einem führenden Vertreter der AfD zum politischen Gespräch getroffen. Der Aufsichtsrat von HessenFilm und Medien GmbH, unter Leitung der Vorsitzenden, Kunst- und Kultur-Ministerin Angela Dorn, hat sich einstimmig vom Geschäftsführer getrennt und einen kommissarischen Leiter bestellt.

Hessischer Film- und Kinopreis 2019 in der Alten Oper in Frankfurt am Main am 18.10.19Foto: Markus Nass

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Norwegen als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse – Eine kleine Vorschau

2019, Oktober 11.

 „Der Traum in uns“

Unter diesem Motto – Worte aus dem Gedicht „Das ist der Traum“ des beliebten norwegischen Dichters Olav H. Hauge (1908 – 1994) – steht Norwegens Auftritt als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse 2019. Für den Ehrengast Norwegen besteht der Traum darin, mit Literatur und Kunst aus Norwegen zu überraschen, das Publikum zu bewegen und an unbekannte Orte zu versetzen – wie es in Hauges Gedicht heißt: „In eine Bucht, um die wir nicht wussten.“ Diesen Traum zu teilen bedeutet, Geschichten aus Norwegen zu erzählen, die Freude am Lesen zu befördern und für die Freiheit des Wortes einzutreten. Meinungsfreiheit ist in der politischen Kultur Norwegens von höchster Bedeutung. Ein Highlight des Ehrengastlands: Vom 14. bis 15. Oktober fährt Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit höchstpersönlich, und begleitet von 19 Autorinnen und Autoren, mit dem Literaturzug von Berlin über Köln zur Frankfurter Buchmesse. Neben dem Literaturprogramm präsentiert Norwegen außerdem ein umfangreiches Kulturprogramm mit zeitgenössischen Künstler, Regisseuren, Filmemachern, Designern, Architekten, die mit der Natur und den Mythen ihres Heimatlandes auseinander setzen…

Botschafterin für norwegische Literatur im Ausland: Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit, Foto Eivind Röhne / NORLA

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Evolution: Höhepunkt der Ruhrtriennale 2019 mit György Ligetis Requiem

2019, Oktober 3.

Am Wochenende endete die Ruhrtriennale mit einem Fest in der Bochumer Jahrrhunderthalle.

Die Jahrhunderthalle war wenige Tage zuvor Spielstätte der mit Abstand besten Inszenierung der diesjährigen Ruhrtriennale gewesen: der Inszenierung von György Ligetis Requiem.

Von Simone Hamm

v.l.n.r. Virpi Räisänen, Yeree Suh, Foto: Heinrich Brinkmöller-Becker/Ruhrtriennale 2019

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Das große Lesefest der Stadt Frankfurt zur Buchmesse „Open Books“ und ein vielfältiges Kulturprogramm zum Themenschwerpunkt Norwegen

2019, September 19.

Lesungen rund um den Römer und Veranstaltungen des Ehrengastlands Norwegen

Wenn am 15. Oktober die Frankfurter Buchmesse (15. bis 19. Oktober ) ihre Tore öffnet, nehmen auch in diesem Jahr Frankfurter Kulturinstitutionen und das Kulturamt der Stadt dies wieder zum Anlass, ein vielfältiges Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Über 150 Veranstaltungen mit rund 250 Autoren aus Deutschland und der Welt sind in diesem Jahr auch in der Altstadt geplant,  welche die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes im Bereich der deutschsprachigen Belletristik und Lyrik, des Sachbuches, der Graphic Novels und der internationalen Literatur – insbesondere des Gastlands Norwegen – sowie des Kinderbuches präsentieren ,unter anderem mit Jakob Augstein, Isabel Bogdan, Rebecca Gablé, Joachim Gauck, Maja Lunde, Marina und Herfried Münkler, Luisa Neubauer, Sascha Lobo und Sarah Wagenknecht.

Kulturdezernentin Ina Hartwig bei der Pressekonferenz von Open Books, Fotos: Petra Kammann

„Das städtische Lesefest Open Books gilt heute als eine bundesweit anerkannte Kulturmarke. Seit 2009 gelingt es dem Organisationsteam um Sonja Vandenrath jedes Jahr aufs Neue, unterschiedlichste Literaturgenres auf vielfältige Weise erlebbar zu machen. Die dabei im Frankfurter Stadtraum angebotenen Buchpräsentationen und Lesungen, Ausstellungen oder Performances schaffen eine einmalige Begegnungs- und Austauschmöglichkeit für Autoren und Leser, von der auch die Verlage deutlich profitieren“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

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