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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene überregional

Fotografie-Kunst: Bücher statt Museen und Galerien in Zeiten von Corona

2020, März 29.

Ein Peter-Lindbergh-Katalog, eine Barbara-Klemm-Hommage und ein Salgado-Bindeglied

Von Uwe Kammann

Peter Lindbergh, New York, 2016 © Stefan Rappo / Verlag Taschen

Drei mal vier Meter: Überwältigend groß und damit doppelt und dreifach eindrucksvoll sind einige der Fotos des großen Bildkünstlers Peter Lindbergh. Ja, sie sind noch da in der ersten Raumfolge des Museums „Kunstpalast“ in Düsseldorf. Aber nein, auch sie sind derzeit nicht ‚live’ zu sehen in der großen Ausstellung, die Lindbergh in Eigenregie ausgewählt und arrangiert hat unter dem Titel „Untold Stories“, in einem zweijährigen Prozess mit vielen Arbeitsstationen, um ein „Herzensprojekt“ des Künstlers – und sicher auch des „Kunstpalast“-Direktors Felix Krämer – zu verwirklichen. Ein Projekt, dessen glückliches Ende – und damit die Premiere der Präsentation am 5. Februar – der weltweit aktive Fotograf nicht mehr erlebte. Er starb im vergangenen Herbst in Paris (seinem Studiozentrum – und Wohnort, neben New York und Arles).

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Städtische Bühnen Frankfurt: Wie geht es weiter?

2020, März 21.

Verdrängt das Corona-Virus die Planungsdebatte? – Gefragt sind Kühnheit und Sparsamkeit

Von Uwe Kammann

Eine ewige Baustelle? Die Theater-Doppelanlage, Foto: Uwe Kammann

Theater? Oper? Spricht noch jemand in Frankfurt über diese Kulturschwergewichte und ihre Orte, ihre Häuser? Die Debatte um Sanierung oder Neubau für die beiden wichtigsten Bühnen der Stadt scheint wie Lichtjahre entfernt, seit ein unsichtbares Wesen mit dem Nachnamen Virus das öffentliche Leben in vielen Ländern lahmgelegt hat, gleichsam von gestern auf heute.

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Skulpturale Fotografien in der Galerie-Peter-Sillem

2020, März 18.

Barbara Klemms Blick auf Skulpturen von der Antike bis in die Gegenwart

Spannungsreicher Dialog zwischen Fotografie und Skulptur, zwischen Licht und Schatten, zwischen Tiefe und Weite

Von Petra Kammann

Die Frankfurter Studentin und Künstlerin Lena Eckerlein vor Barbara Klemms Fotos vom Reichstag, den Christo & Jeanne Claude verhüllt hatten, Foto: Petra Kammann

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„Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ im Museum Wiesbaden

2020, März 15.

Künstler auf Augenhöhe – erstmals ihr Oeuvre in gemeinsamer Schau vereint

Von Hans-Bernd Heier

Das Museum Wiesbaden präsentiert in der Doppelretrospektive „Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ erstmals das Oeuvre des Künstlerpaars Seite an Seite in einer gemeinsamen Schau. Die Beiden zählen zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten des Expressionismus und waren entscheidend für die Entwicklung der Modernen Kunst. Die Ausstellung vereint zentrale Werke Jawlenskys und Werefkins und zeigt mit rund 190 Gemälden, Grafiken und Zeichnungen die äußerst spannungsgeladenen künstlerischen Werdegänge beider Persönlichkeiten auf. Zu sehen sind auch Werke, die bisher noch nie öffentlich ausgestellt waren.

   

Marianne von Werefkin „Selbstbildnis“, 1910, Tempera und Lackbronze auf Karton; Städtische Galerie im Lenbachhaus; Foto: Simone Gänsheimer, Ernst Jank
Alexej von Jawlensky „Selbstbildnis“, 1912, Öl auf Karton; Museum Wiesbaden; Foto: Museum Wiesbaden ⁄ Bernd Fickert

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„Ich sollte…“ Ingrid Godons Porträts laden ein zum Weiterdenken

2020, März 12.

Zurück ins Dunkel? PKs Überlegung aus aktuellem Anlass 

Eigentlich hätte ich gerade über die Frankfurter Luminale berichten wollen und Klanginstallation im Museum Angewandte Kunst anhören … Dann kam am späten Vormittag die Nachricht: „Die Messe Frankfurt hat sich in enger Abstimmung mit dem Frankfurter Gesundheitsamt entschieden, kurzfristig die Luminale abzusagen“. Eine Minute später folgte die Mail des Museums Angewandte Kunst: „während der Ausstellungslaufzeit von „Ingrid Godon. Ich wünschte…“ wird das Haus mit der Klanginstallation sound 48H silence (d.o.o.r.) bespielt, die vom 13. März bis zum 15. März in einer abschließenden Live-Performance mit 12 Klangkünstler*innen und Musiker*innen aus unterschiedlichen Ländern (Großbritannien, USA, Österreich, Italien) enden sollte. Aufgrund der aktuell schwierigen Einreisesituation findet die Veranstaltung nicht statt“.  Es folgte also auch das Aus für diese kommunikativen öffentlichen Veranstaltungen wie so oft in den vergangenen Tagen. Da kamen mir wieder Ingrid Godons eigenwillig-geheimnisvolle Bilder aus der Ausstellung in den Sinn…

Zeichnung von Ingrid Godon, noch bis zum 15. 3. im Museum Angewandte Kunst, Foto: Petra Kammann

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Die Medienkünstlerin: „Katharina Sieverding – Unwiderstehliche historische Strömung“ im Art Foyer der DZ Bank

2020, März 11.

Fotografie als Transformation und Palimpsest

 „Geprägte Form, die lebend sich entwickelt“ 

von Petra Kammann

Ihr Gesicht, das sich in vielen ihrer Werke spiegelt, wurde zu einer Art Ikone. Die durch Solarisation, Schichtung und Montage bearbeiteten Selbstporträts der Katharina Sieverding sind vielleicht am bekanntesten. Mit dem komplexen Zusammenspiel von Ursache und Wirkung greift die Künstlerin aber seit rund einem halben Jahrhundert auch politische und globale Themen auf wie Krieg, atomare Bedrohung, ideologische Kämpfe, Vergangenheitsbewältigung und ökonomische Machtstrukturen sowie Genderthemen und entwickelte daraus ihre monumentalen Fotoarbeiten. In diesen Werken schöpft sie die Ausdrucksformen der künstlerischen Fotografie aus, auch indem sie die globalisierte Welt immer wieder unter neuen Aspekten in ihren Blick nimmt. Im Art Foyer der DZ Bank sind derzeit zwölf großformatige Fotoarbeiten sowie eine Videoarbeit der international agierenden und in Düsseldorf lebenden Künstlerin zu sehen.

Die Künstlerin Katharina Sieverding, alle Fotos: Petra Kammann

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Das Museum für Moderne Kunst (MMK): selbstgenügsam, selbstbezüglich?

2020, März 9.

Das Museum der Moderne manövriert sich in eine pseudo-politische Sackgasse

Eine persönliche Bilanz von Uwe Kammann

Les jeux sont faits. Es ist vorbei. Wir können uns nicht mehr über das weiße Hemd mit dem kleinen schwarzen Fleck und dem vermeintlich anspielungsreichen Etikett in der pappeversteiften Kragenpartie beugen. Justine Juliette COLLECTION DESIR waren die Schlüsselworte, die Rosemarie Trockel hat einsticken lassen. Das sorgfältig gefaltete Kleidungsstück ruhte auf einem Sockel, dem Ganzen war ein großer Saal gewidmet. Mit drei Zugaben: einem Trockel-Video, einer Sturtevant-Warhol-Blumen-Aneignung, einem Gilbert & George-Scherzdruck. Ansonsten: Leere.

Das Museum MMK an der Braubachstraße in Frankfurt, Foto: Uwe Kammann

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Hommage an die Frankfurter Fotografin Ursula Seitz-Gray im Museum Goch

2020, März 7.

Zum Weltfrauentag: „Paris – ein Fest fürs Leben“

Noch bis zum 08.03.2020 wird die Frankfurter Fotografin Ursula Seitz-Gray mit einer Werkgruppe von Fotografien gewürdigt, die in den 50er bis Anfang der 60er Jahre in Paris entstanden. Seitz-Gray arbeitete bis zu ihrem Tod 2017 als freie Fotografin in Frankfurt am Main, vor allem auch für Museen… Kurz vor der holländischen Grenze, im Museum Goch, sind ihre „Ansichten“ nun wiederzuentdecken. In einer Sonntagsmatinée „Paris – ein Fest fürs Leben“ wird es passend zu den atmosphärisch dichten Schwarz-Weiß-Fotografien am 8. März um 11.30 Uhr in den Ausstellungsräumen des Museums einen Vortrag von Rita Mielke geben – eine literarische Spurensuche in der französischen Metropole.

Die typischen Pariser Stühle in den Parks mit ihren reizvollen Licht- und Schattenspielen, Foto: Ursula Seitz-Gray

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Das Museum als Möglichkeitsort? „Ingrid Godon: Ich wünschte“. Openhouse. im Museum Angewandte Kunst

2020, März 4.

Museum für alle und immer? Umdenken? Neudenken? Oder einfach einmal Innehalten…

Petra Kammann über Ich wünschte, ich denke, ich sollte

Der Virus geht um und zwingt Großveranstaltungen wie die Frühjahrsbuchmesse in Leipzig, die Buchmesse in London, die ITB in Berlin abzublasen. In Paris wurde sogar der ständig bestens besuchte Louvre geschlossen. Natürlich sind auch andere Museen betroffen. In Frankfurt  hat sich – allerdings nicht als Reaktion auf die aktuelle Lage –  ein Museum die Frage gestellt, wie man ein Haus auch anders bespielen kann als mit dem schlichten Ausstellen von Kunstwerken. Es wurde gewissermaßen leergeräumt, um performativen Experimenten Raum zu geben, die persönliche Befindlichkeiten ausdrücken. Dabei war Ausstellungskurator Thomas Linden auf eine besondere belgische Illustratorin gestoßen: Ingrid Gordon, deren anrührende Figuren als Projektionsfläche für unterschiedliche sinnliche Erfahrungen dienen. Normalerweise passen ihre Zeichnungen zwischen zwei Buchdeckel, im Museum Angewandte Kunst werden sie in der Ausstellung „Ingrid Godon. Ich wünschte“ raumgreifend in Szene gesetzt und fordern Kreative aus der Umgebung zu Reaktionen heraus.

Beim Eingang in die Ausstellung kann man sich der Verlorenheit des Blickes dieses – von Ingrid Godon gezeichneten – Jungen nicht erwehren, Alle Fotos: Petra Kammann

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„Fantastische Frauen“ – „Rausgekickt aus der Kunstgeschichte“ und ganz präsent in der Schirn

2020, Februar 25.

„Da war nix mit Muse“ – Metamorphosen und eine Umkehr der Perspektive

von Petra Kammann

Frida Kahlo und Meret Oppenheim, sie sind inzwischen vielen ein Begriff. In der Schirn sind aber Entdeckungen surrea­lis­ti­scher Kunst von Frauen aus mehr als drei Jahr­zehn­ten zu machen, – Werke von Künstlerinnen aus den 1930er- bis 1970er-Jahren. Dort wird nämlich derzeit in einer großen Sammelschau erst­mals der weib­li­che Beitrag zum Surrea­lis­mus ausgeleuchtet. Verbindendes Element der mehr oder weniger bekannten Künstlerinnen stellte dabei die persönliche Beziehung zu André Breton, dem Grün­der der Surrea­lis­ten, dar. Denn „die Gruppe um Breton war offen für Kollektivität und neue Kreativität (…) und stellte Werke aus aller Welt auf Augenhöhe aus“, sagt Ingrid Pfeiffer, die Kuratorin der bemerkenswerten Überblicks­aus­stel­lung „Fantastische Frauen“.

Schirn-Kuratorin Dr. Ingrid Pfeiffer bei der Pressekonferenz, Foto: Petra Kammann

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