Lanzarote und César Manrique: Künstler, Visionär und Umweltschützer
Von Margarete Berghoff
„Wir, die wir hier geboren sind, kennen deine magischen Kräfte, deine Weisheit, deine Vulkanologie, deine revolutionäre Ästhetik, wir, die wir gekämpft haben, um dich aus deiner geschichtlichen Vergessenheit und der dich immer kennzeichnenden Armut zu retten, zittern heute ob der Feststellung, wie sie dich zerstören und vermassen und begreifen, wie wichtig unsere Proteste und Hilferufe sind, angesichts der Raffgier der Spekulanten und der Tatenlosigkeit der Behörden, die zulassen, dass die Insel, die eine der berühmtesten und schönsten der ganzen Erde sein könnte, unwiderruflich zerstört wird“, sagt César Manrique…Die Inseln, die wir heute die Kanarischen Inseln nennen, wurden von den Phöniziern und Griechen die „Inseln der Glückseligen“ am Rande der Welt genannt. Lanzarote, eine der heute acht Kanarischen Inseln, war damals für seine Orchilla Flechte bekannt, aus der man die begehrte Farbe Purpur herstellen konnte.
Vulkankrater bei El Golfo, Foto: Margarete Berghoff
60 Jahre zeitgenössische Kunst in der Frankfurter Westend Galerie
Und Auszüge einer Rede zur Vernissage von Barbara Thurau
Seit ihrer Gründung 1966 durch Trude Müller und Salvatore A. Sanna steht die älteste ununterbrochen aktive Frankfurter Kunstgalerie, die engagierte Programmgalerie als Kunstforum der Deutsch-Italienischen Vereinigung e.V. für den intensiven künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Italien. Seit nunmehr 60 Jahren zeigte sie rund 300 Ausstellungen. Bei den ausgestellten Werken handelte es sich jeweils um aktuelle Positionen. Heute wird unter der künstlerischen Leitung von Barbara Thurau und der Vereinsvorsitzenden Caroline Lüderssen die Geschichte der Galerie weitergeschrieben, historische Impulse werden aufgebrochen, um sie in gegenwärtige Fragestellungen zu überführen. Die Galerie bildet einen lebendigen Resonanzraum, was die erste Jubiläumsausstellung als Thema aufgreift. Petra Kammann gibt einen kurzen Einblick.
Eliana Petrizzi, Uccidere la morte, Foto: Westend Galerie
Kurzweilig ist sie, die Fahrt ins Innere des Landes. Von der ersten antiken Hauptstadt Anuradhapura in die historische Vergangenheit der zweiten ehemaligen Königsstadt nach Polonnaruwa. Gemeinsam mit Kandy, einer weiteren, außergewöhnlichen Stadt, bilden sie das „kulturelle Dreieck“ des Landes, deren mittig gelegene Herzstücke Sigiriya und Dambulla heißen. Fünf kulturelle Höhepunkte! Mit ihrer reichen über 2.000 Jahre alten Geschichte und frühen Hochkultur, sind diese Königsstädte historische und religiöse Hochburgen in Sri Lanka. Und allesamt UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 und1991.
Ein Monumentalwerk der Bildhaukunst – die Buddha-Statuen von Gal Vihara aus flammenden Gneisgestein
Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte
Von Hans-Bernd Heier
Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.
Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann
Die Frankfurter Videografin Frieda Günzel stellt Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain in ihren kreativen Prozessen für FeuilletonFrankfurt vor. Mit Emili Pavel traf die den Frankfurter Künstler Jan Schmidt, der im Rahmen seiner Arbeit „Time flies“ (2021-2041) jedes Jahr eine Edelstahlbox mit 2.400 Ahornsamen bestückt. Bevor die Samen ihren Platz in der Box finden, erhalten sie eine handgeschriebene Nummer. In zufallsgesteuerten Abständen wirft die Edelstahlbox täglich sechs der Samen aus. „Wenn alles gut geht, sind bis 2041 etwa 48.000 Stück durchs Foyer geflogen“, so der Konzeptkünstler mit dem hintersinnigen Humor, für den auch das Material Aluminium eine große Rolle spielt. In seiner „Sägearbeit“ (2022) verwandelt er das massive Material durch regelmäßig kontrollierte Schnitte in ein feines Pulver. Schicht für Schicht siebt er das zermahlene Aluminium so lange, bis ein sorgfältig geformter Kegel zurückbleibt. Zuguterletzt sehen wir Jan Schmidt beim Legen von Glasplättchen zu und beobachten die Lichtstrahlen der Sonne, die durch das transparente Material auf dem zugedeckten Boden in der Ausstellung „Reflections / Spiegelwelten“ im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt in verschiedene Richtungen reflektiert werden.
Man könnte förmlich ins Schwärmen geraten, schaut man sich das Programm der Biennale für aktuelle Musik 2026 (4. bis 15. Februar 2026) an. Faszinierend sind die Dynamiken, die zwischen Natur, Kunst und Gesellschaft entstehen und die Neues zu schaffen vermögen. Im kommenden Februar wird abermals eine Kooperation zwischen dem Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester – Frankfurt Radio Symphony stattfinden. Dabei werden sowohl große Orchesterliteratur, Kammermusik, Lied und Chorgesang, Jazz und Installationen aufeinandertreffen als auch spezifisch neue Klänge wahrzunehmen sein. Auf die neuen Ohren- und Augeneinddrücke darf man gespannt sein.
Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain, führte ein in das Thema „Schwärmen“, Foto: Petra Kammann
Museum Wiesbaden und Alfred-Weigle-Stiftung zeichnen Künstlerin und Naturwissenschaftlerin aus
von Hans-Bernd Heier
In einer feierlichen Preisverleihung wurden diese Woche die Südkoreanerin Seongbin Ma und die Brasilianerin Juline Rodrigues da Conceição mit dem Maria Sibylla Merian-Preis 2025 ausgezeichnet. Mit jeweils 7.500 Euro können die beiden Preisträgerinnen ihre eingereichten Projekte verwirklichen: Seongbin Ma ist Künstlerin und studiert an der Städel-Schule in Frankfurt und Juline Rodrigues ist Naturwissenschaftlerin an der Universidade Federal do Espírito Santo und forscht über Mikroalgen. Das Landesmuseum mit seinen beiden Abteilungen Kunst und Natur eignet sich besonders für die Vergabe des Preises, da es die einzigen erhaltenen Tierpräparate aus Südamerika besitzt, die Merian von der ersten Forschungsreise (1699 bis 1701) mitbrachte.
Museumsdirektor Dr. Andreas Henning und Patrick Bruns, Geschäftsführer der Alfred-Weigle-Stiftung, gratulieren den Preisträgerinnen; Foto: Hans-Bernd Heier
Frieda Günzel mag es, Geschichten zu erzählen. Und das auf verschiedene Weise. Beobachten, schreiben und das Umsetzen innerer Prozesse in bewegte Bilder sind ihre Leidenschaft. Im Laufe der Zeit hat sie dazu mehrere Techniken erworben wie zunächst das Herstellen von Printmagazinen im Rahmen ihrer medienwissenschaftlichen Ausbildung an der Universität Siegen. An der Universität Hannover wiederum schloss sie in der Klasse Fernsehjournalismus und Dokumentarfilm ihr Studium mit dem Master of Arts ab. Heute liebt die freischaffende Videografin, die auch als TV-Redakteurin bei der Kindernachrichtensendung logo! (KiKA) praktizierte, vor allem Projekte, die ein intermediales Arbeiten und verschiedene Herangehensweisen erlauben. Und wer würde sich besser dazu eignen als Künstler und Künstlerinnen, die im Film manchmal nur durch eine Geste, einen Halbsatz oder einen Blick offenbaren, was das Geheimnis des Kreativen ist? Für FeuilletonFrankfurt stellt Frieda Günzel Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain vor. Zum Auftakt einer Reihe hier ein filmisches Porträt der Frankfurter Künstlerin Rachel von Morgenstern. Film ab!
Kontrolle abgeben und sich vom Material leiten lassen
Von Hans-Bernd Heier
Die neue Sonderausstellung im Museum Reinhard Ernst (mre) präsentiert den Dialog der Arbeiten von drei zeitgenössischen Künstler:innen mit Helen Frankenthalers großartigem Werk: Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess haben teilweise bisher nicht gezeigte Arbeiten Frankenthalers aus der Sammlung Reinhard Ernst ausgewählt und eine gemeinsame Hängung mit ihren eigenen Werken in Szene gesetzt. Die Schau lädt dazu ein, die faszinierende Wirkung dieser wegweisenden Malerin im Dialog mit drei herausragenden abstrakten Positionen der Gegenwart zu erleben.
Dokumentarisch-poetische Perlen der Video-Kunst, textile und skulpturale Arbeiten
Von Petra Kammann
Noch vor dem Gastlandauftritt der Philippinen auf der Frankfurter Buchmesse (14.10. bis 19.10.2025), und parallel dazu präsentiert die SCHIRN in ihrem Übergangsquartier in Bockenheim die philippinisch-kanadische Künstlerin und Filmemacherin Stephanie Comilang (*1980) mit einer raumgreifenden Soloschau. Erstmals in Deutschland sind dort ihre beiden jüngsten Filme „Search for Life. Diptych“ (2024/25) sowie ihre frühere Arbeit „Diaspora Ad Astra“ aus dem Jahre 2020 zu sehen:„Coordinates at dawn“. Eine echte Entdeckung!
Die Video-Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn, Foto: Barbara WalzerWeiterlesen