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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Buchmessen

Aus aktuellem Anlass: Der algerisch-französische Autor Boualem Sansal ist frei!

2025, November 12.

Eine kleine Freude über das, was wir Demokratie nennen…

Gerade fand ich in meinen noch nicht digitalisierten Schätzen diesen Beitrag, den ich für meine frühere Zeitschrift …IN R(H)EINKULTUR 2011 in Düsseldorf über ihn geschrieben habe… (hier leider nicht als Doppelseite, sondern nur nacheinander abbildbar). Und ich freue mich für den freiheitsliebenden und liebenswürdigen Boualem Sansal, der aus politischen Gründen nach fast einem Jahr Haft in einem algerischen Gefängnis endlich freigelassen und durch die Intervention unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begnadigt wurde (s.u.). Ich wünsche dem schwerkranken 81jährigen Autor, dass er bald genesen und die wiedergewonnene Freiheit noch genießen kann. Petra Kammann

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„Unter Dichtern“ mit Michael Krüger – Eine literarische Tour d’horizon durch ein halbes Jahrhundert

2025, November 8.

Den Echoraum der Dichter ausloten

Von Petra Kammann

„Michel“ Krüger, wie der frühere Hanser Verleger (1986 bis 2013) von Insidern genannt wird, hat nahezu sein ganzes Leben mit Dichtern verbracht, sie gelesen, kritisiert, verlegt, ist mit ihnen gereist. Beim Petrarca-Preis, den er mit Hubert Burda und Peter Handke, mit Nicolas Born und Bazon Brock gründete, konnte er ihnen sehr unmittelbar begegnen. Einige hat er zum Nobelpreis nach Stockholm begleitet. In seinem Erinnerungsband „Unter Dichtern“ legt er uns aber auch Autoren und Bücher zur Lektüre ans Herz, von denen einige im schnelllebigen Büchermakt kaum mehr präsent sind. Im Gespräch mit dem Journalisten Paul Ingendaay schöpfte er während einer Open Books-Veranstaltung im Foyer des Frankfurter Kunstvereins aus dem Vollen seines Anekdotenschatzes. Dabei ist Michael Krüger übrigens nicht nur Verleger, sondern in erster Linie selbst Dichter…

Der Verleger, Lektor, Übersetzer und Autor Michael Krüger, Foto: Petra Kammann

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Suhrkamp-Kultur: ein Fall für die Frankfurter Bürgerstiftung

2025, Oktober 30.

Ein aufschlussreiches Podium im Holzhausenschlösschen geht auf Spurensuche

Von Uwe Kammann

„Der Mensch lebt durch den Kopf“: In dicken Ausrufezeichen stand diese Brecht-Zeile über 25 gleich großen Porträts von Heroen des Suhrkamp-Verlags, von Max Frisch über Jürgen Habermas, Adorno, James Joyce, Uwe Johnson, Ernst Bloch, Peter Weiss und Walter Benjamin bis hin zu Paul Celan. In wie vielen Studentenzimmern mag dieses Kopf-Poster in den 70er Jahren ganz programmatisch die Wand bestimmt haben? Es war sichtbarster Ausdruck dessen, was damals als „Suhrkamp-Kultur“ firmierte, ein Begriff, den der amerikanische Kulturkritiker George Steiner 1973 geprägt hatte, gemünzt auf das, was unter dem Verlagsnamen vor allem an geisteswissenschaftlicher Theorie versammelt war. Suhrkamp, das war eine Welt für sich, ein eigener Kosmos, deckungsgleich mit dem intellektuellen Universum der Bundesrepublik.

Das private Archiv und die Bibliothek von Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld aus der Klettenbergstraße befindet sich jetzt im Holzhausenschlösschen, Foto: Petra Kammann

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75 Jahre Friedenspreis: Persönliche Erinnerungssplitter  

2025, Oktober 21.

Immer wieder neue Anstöße: Was bedeutet Frieden?

Von Petra Kammann

Bescheiden hat 1950 alles angefangen mit der Verleihung des Preises an den Schriftsteller, Lektor und im norwegischen Exil lebenden jüdischen Verleger Max Tau. Und doch hat der Auftakt anspruchsvolle Maßstäbe gesetzt. Die Verleihung des Friedenspreises schon im Jahr danach in der damals nur notdürftig wieder aufgebauten Frankfurter Paulskirche bildet seither traditionell den Höhepunkt und Abschluss der Frankfurter Buchmesse. Inzwischen wird der renommierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels mit 25.000 Euro dotiert und erfährt viel mediale Aufmerksamkeit. Worum geht es inzwischen? Um Frieden oder Krieg? Stehen wir an einem Wendepunkt der Geschichte?

Die Anfänge des Friedenspreises in einer Ausstellung auf der Buchmesse 2009, Foto: Petra Kammann

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Karl Schlögel: Friedenspreisträger als Warner, Mahner – und Ermutiger

2025, Oktober 20.

Engagierte und bewegende Rede in der Paulskirche – Osteuropa „lesen“ und leben

Von Uwe Kammann

Dem Historiker, Autor und Publizisten Karl Schlögel wurde am 19. Oktober in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Die Laudatio hielt die in Berlin lebende, aus der Ukraine stammende Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Katja Petrowskaja. Hier fassen wir Eindrücke des Festaktes zusammen.

Die Dankesrede des diesjährigen Friedenspreisträgers Karl Schlögel wurde mit anhaltendem Applaus bedacht, Foto: Petra Kammann

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Die Frankfurter Buchmesse 2025 (15.- 19.10.2025) – Lebendiger Ort des Meinungsaustausches

2025, Oktober 16.

Buchmessesplitter: Eröffnung und Auftakt

Subjektive Impressionen von Petra Kammann

Immer wieder begegnet sich die Welt alljährlich am internationalen Handelsplatz für Lizenzen und Rechte zum persönlichen zivilen Meinungsaustausch. Unter dem Motto „Fantasie beseelt die Luft” des diesjährigen Ehrengasts, dem Archipel der Philippinen, wurde die 77. Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober 2025 offiziell eröffnet. Die Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Kultur zeigten sich beeindruckt vom Auftritt der Philippine Madrigal Singers, dem Frankfurter DJ und Künstler Jan Hennig alias Kabuki sowie von den drei philippinischen Poetinnen verschiedener Generationen: Merlie M. Alunan, Marjorie Evasco und Mookie Katigbak-Lacuesta. Nicht zuletzt waren sie angetan von der kämpferischen Rede der philippinischen Senatorin Loren Legarda wie auch von der Grundsatzrede des neuen Staatskulturministers Wolfram Weiner, der sich mit den Risiken der KI auf die Branche beschäftigte und seine Rede mit „echten“ Rilke-Versen beendete.

Eindrucksvoller Gesang der Philippine Madrigal Singers bei der Buchmesseeröffnung, Foto: Petra Kammann

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Themen und Highlights der 77. Frankfurter Buchmesse (15. -19. Oktober 2025)

2025, September 16.

Mabuhay! Francfort is calling you! Was gibt’s Neues?

Die Frankfurter Buchmesse, die größte Fachmesse für internationales Publishing und branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation, öffnet schon bald ihre Tore. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet für den globalen Handelsplatz seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert – in diesem Jahr die Philippinen unter dem Motto: „Fantasie beseelt die Luft”.  Die global agierende Buchmesse steht insgesamt in bewegten Zeiten wie diesen ganz im Zeichen von Verbindung und Gesprächen und bietet daher gezielt einen Resonanzraum für vielfältige und intergenerationelle Debatten.

Buchmessepresskonferenz mit Buchmessedirektor Juergen Boos, Foto: Petra Kammann

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Die Philippinen zu Gast in Frankfurt

2025, September 1.

Aspekte des vielfältigen Inselreichs

Von Walter H. Krämer

Mit einem Festival und zahlreichen Uraufführungen feiert der Frankfurter Mousonturm schon vorab das Buchmessen-Gastland.

The Filipino Superwoman Band beim 2024. Spring Festival 2004  in Utrecht, Photo:© Spring Performing Arts Festival 2024, Allard Willemse Weiterlesen

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2025 geht an Karl Schlögel

2025, Juli 30.

Ein ausgewiesener Kenner Osteuropas

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den 1948 in Hawangen im Allgäu geborenen Historiker und Essayisten Karl Schlögel zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Schlögel reiste 1966 erstmals in die Sowjetunion reiste, erlebte 1968 den Prager Frühling persönlich und promovierte nach einem Studium der osteuropäischen Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slawistik 1981 an der FU Berlin mit einer Dissertation über Arbeiterkonflikte in der Sowjetunion. Er wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Gerda-Henkel-Preis 2024.

Der diesjährige Friedenspreisträger Karl Schlögel, Foto: Peter Andreas Hassiepen

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Lojze Wiesers persönliche Würdigung des Übersetzers und Herausgebers Gero Fischer

2025, Juli 10.

Europa übersetzen – Die lange Reise zur Übersetzung eines Jahrhundertromans

Von Lojze Wieser

Etliche kennen Lojze Wieser von der Frankfurter Buchmesse. Bis heute ist es das Ziel dieses legendären Gründers des Klagenfurter Wieser/Drava Verlags unbekannte Literatur aus Slowenien und anderen Ländern Ost- und Mitteleuropas in deutscher Übersetzung herauszugeben, besonders in der Reihe „Europa erlesen“. Anlässlich des Todes von Gero Fischer (1939 – 2025) erinnert Wieser sich persönlich an dessen Übersetzung von „Die Fahnen“. Dieses sprachgewaltigen Kaleidoskop der europäischen Geistes-und Kulturgeschichte des kroatischen Dichters Miroslav Krleża, hat Fischer mit seiner Übersetzung auch den deutschen Lesern zugängig gemacht.

Der Verleger Lojze Wieser, der auch den kulinarischen Spezialitäten Südosteuropas zugetan ist, Foto: Robert Lachowitz/Archiv Wieser 2021

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