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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Herzlich Willkommen

„Guido Reni. Der Göttliche“ im Städel

2022, Dezember 4.

Vom gefeierten Malerstar „Il divino“ zum gefallenen Engel

Von Hans-Bernd Heier

Guido Reni, der einstige Superstar des italienischen Barock, war einer der erfolgreichsten und meistgerühmten Maler nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa. Schon zu Lebzeiten erhielt er den ehrenvollen Beinamen „Il divino“ („Der Göttliche“). Bedeutende Auftraggeber aus Adel und Klerus rissen sich um seine Werke. Im 19. Jahrhundert geriet er aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben etwas in Vergessenheit und wurde später von seinem Zeitgenossen Caravaggio an Popularität überflügelt. Heute hat er im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient. Das dürfte sich mit der großartigen Schau im Städel Museum ändern: Erstmals seit über 30 Jahren führt das Städel in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid rund 130 seiner erlesenen Meisterwerke zusammen und eröffnet einen neuen Blick auf diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit.

„Büßende Magdalena“, um 1635, Öl auf Leinwand, 90 × 74  Foto: The Walters Art Museum, Baltimore

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Ein gemeinsames neues Festival für Frankfurt und die Region: Mainly Mozart

2022, November 18.

Mainly-Mozart heißt es, wenn sich vom 21. bis 30. April 2023 in verschiedensten Formaten die Blicke auf das facettenreiche Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts richten: Hauptsache Mozart. Sechs führende Frankfurter Musikinstitutionen, die Alte Oper Frankfurt, die Frankfurter Museums-Gesellschaft, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, die hr-Bigband, das hr-Sinfonieorchester sowie die Oper Frankfurt plus vier assoziierte Partner in der Region wie die Bad Homburger Schlosskonzerte, die Mozart-Gesellschaft Wiesbaden, die Primus-Linie und die Stadt Offenbach ziehen an einem gemeinsamen Strang.

Key Visual, Mainly Mozart 2023, Foto: Alexander Paul Englert/Christian Schön

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Für Hanne Kulessa – Rede zur Gedenkfeier im Holzhausenschlösschen im September 2022 von Verena Auffermann

2022, Oktober 2.

Gedenkveranstaltung für Hanne Kulessa

„Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.“

Hausherr Clemens Greve rief und alle kamen ins Holzhausenschlösschen, der „zweiten Heimat von Hanne“: Freunde und Wegbegleiter der kürzlich verstorbenen Moderatorin, Autorin und Organisatorin Hanne Kulessa, um sie nochmal lebendig werden zu lassen und Abschied von ihr zu nehmen. Patentochter Marie sprach sehr persönlich gefärbte bewegende Abschiedsworte, der Pianist Dmitry Ablogin spielte ihre Lieblingsstücke: Bach-Präludien und eine Fuge aus dem Wolhltemperierten Klavier und vor allem die legendären Goldberg Variationen sowie Schuberts Ges-Dur Impromptu. Die Schauspielerin und Sprecherin Birgitta Assheuer las eindrucksvolle Texte: von Hanne Kulessa selbst und eine Erzählung von Ilse Aichinger. Einen Nachruf, der uns die besonderen literarischen und menschlichen Facetten Hanne Kulessas nahebrachte, verfasste die mit ihr befreundete Literaturkritikerin Verena Auffermann, den wir hier im Wortlaut wiedergeben.

 Abschied mit Freunden und Weggefährten von Hanne Kulessa mit dem Pianisten Dmitry Ablogin, einer wunderbaren Lesung von Birgitta Assheuer und…, Das so lebendige projizierte Foto stammt von Isolde Ohlbaum, Gesamtfoto: Petra Kammann

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Akustisches Optimum. Der neue Kammermusik-Saal in Kronberg

2022, Oktober 1.

Bauherr verpflichtete Architekt und Akustiker zur Kooperation „auf Augenhöhe“

Von Uwe Kammann

Eine leichte Steigung. Der Weg vom historisch  verspielten S-Bahnhof führt vorbei an der Bruchstein-Mauer eines Hotelwürfels mit dem Namen Vienna-House, dann an einer hohen hellbronzenen Skulptur mit elegant emporgedrehten Spitzblättern, trifft an einem schön proportionierten Platz auf einen breiten Eingang in einem ebenfalls soliden Steinsockel, der zugleich eine Terrasse trägt – und über dessen Trennschreiben ein Dach aufstrebt, das mit seiner leichten Krümmung an ein Zirkuszelt erinnert.

Das neue Casals Forum an der Bahnhofstraße in Kronberg, Foto: Petra Kammann

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Spitzenposition, vor den Theatern Frankfurt und Basel: Oper/Theater Bonn in der jüngsten Kritikerumfrage des Magazins „Die Deutsche Bühne“

2022, September 21.

Die Premieren der neuen Spielzeit in Bonn

von Simone Hamm

In der Kategorie „Gesamtleistung Großes Haus“ belegen Oper/Theater Bonn vor den Theatern Frankfurt und Basel in der jüngsten Kritikerumfrage des Magazins „Die Deutsche Bühne“ die Spitzenposition.  Das Theater Bonn ist für die Kritiker das überzeugendste Theater. Man sieht bei dem von Bernhard Helmich geleiteten Haus „einen bewundernswerten Durchhaltewillen an ambitionierten Projekten gegen alle Widrigkeiten festzuhalten, Risikobereitschaft, dramaturgische Konsequenz und philologisch wertvolle Arbeit“. Grund genug, die Premieren der neuen Spielzeit in Bonn zu besuchen: die Uraufführung Mega 38/Stimmen des türkisch-deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli, der Tanzabend Zwischenwelten von Ballett am Rhein im Rahmen des Beethovenfestes Bonn und die Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

Uraufführung MEDEA 38 / STIMMEN von Dogan Akhanl nach Christa Wolff & Euripides & Seneca, Schauspielhaus Bonn, Foto: Thilo Beu

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„Water on Fire / Brennendes Wasser“- Passend zum Wiesbadener Jahr des Wassers

2022, September 17.

Thomas Kilppers aufrüttelnde Arbeiten im Kunsthaus Wiesbaden

Das Kunsthaus Wiesbaden präsentiert anlässlich des Wiesbadener Jahrs des Wassers 2022 die Schau „Water on Fire / Brennendes Wasser“ von Thomas Kilpper. Der renommierte Künstler thematisiert mit seinen eigens für die Ausstellung geschaffenen Arbeiten die vielfältigen sozialen Aspekte rund um das Thema Wasser. Der 1956 in Stuttgart geborene und heute in Berlin lebende vielseitige Künstler arbeitet meist ortsspezifisch mit einer breiten Palette von Medien: Installation, Skulptur, Grafik, Fotografie und Video. International bekannt wurde er durch die Umwidmung von Fußböden – zumeist leerstehender Gebäude – zu großformatigen Druckstöcken und Installationen, wie z.B. 1999 mit der Arbeit „Don´t look Back“ in der ehemaligen Basketballhalle im Camp King / Oberursel oder 2009 mit seiner Ausstellung „State of Control“ im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR in Berlin.

Ausstellungsansicht „Water on Fire“ von Thomas Kilpper; Foto: © Patrick Bäuml

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Marion Poschmann ist die neue Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim

2022, September 4.

Der renommierte Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“ 

Die Schriftstellerin und Essayistin Marion Poschmann ist die 49. Inhaberin des Amts der Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Die Auszeichnung beinhaltet das Wohnrecht im Stadtschreiberhaus in Bergen und ein Preisgeld von 20.000 Euro. Poschmann tritt damit die Nachfolge der Schweizer Autorin Dorothee Elminger an.

Die neue Stadtschreiberin Marion Poschmann; Foto: Petra Kammann

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„Tage des Exils“: erstmals in Frankfurt

2022, August 25.

Vom 1. bis 17. September 2022 finden die Tage des Exils erstmals in Frankfurt am Main statt. Das publikumsorientierte Veranstaltungs- und Begegnungsprogramm ist eine Initiative der Hamburger Körber-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Frankfurter Organisationen und Einrichtungen ist ein vielfältiges Programm mit mehr als vierzig Veranstaltungen entstanden: Die teilweise mehrsprachigen Angebote reichen von Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Begegnungsangeboten, Lesungen und Podiumsgesprächen bis hin zu Theater- und Filmvorführungen.

„Aktenzeichen 605“- Das Key Visual der „Tage des Exils“ 2022, gestaltet von der Künstlerin und und Menschenrechtsaktivistin Sara Nabil , Foto: © Sara Nabil Weiterlesen

Die Jüdischen Filmtage 2022 – Jüdische Kultur mitten in Frankfurt

2022, August 24.

Die Jüdischen Kulturwochen, 1980 auf Initiative von Michel Friedman und Hilmar Hoffmann gegründet, sind seit über 40 Jahren fester Bestandteil des Kulturprogramms der Jüdischen Gemeinde und der Stadt Frankfurt. Sie …“öffnen den Blick für gesellschaftspolitische Debatten und Krisen der Gegenwart und gewähren zugleich Einblicke in historische Kontexte jüdischen Lebens“, sagt Frankfurts Kultur- und Wissenschaftsdezernentin lna Hartwig. In ihrer nunmehr vierten Auflage vom 4. bis 18. September 2022 tragen die Filmtage jüdisches Leben und die spannende sichtbare Vielfalt des zeitgenössischen jüdischen Filmschaffens in ausgewählten Programmkinos sowie im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum in die Stadt, und zwar mit 25 Filmscreenings, Lesungen, Konzerten und weiteren Formaten. Dabei legt das Festival unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine u.a. einen Fokus auf ukrainische, postsowjetische und osteuropäische jüdische Lebenswelten.

Still aus Paweł Łozińskis Dokumentation: „Der Balkonfilm“

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Marcel Reich-Ranicki. Ein Leben, viele Rollen. Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt

2022, August 18.

Poesie als Asyl – Musik als Zukunft – Aber Hass – Nein

„Bei allem, was ich tue, handele ich auch aus Trotz.“

von Renate Feyerbacher

Corona hat die Ausstellung zum 100. Geburtstag des bedeutenden Literaturkenners, -kritikers und Autors Marcel Reich-Ranicki in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt vor zwei Jahren verhindert. Zu seinem 102.Geburtstag, am 2. Juni 2022 wurde sie nun nachgeholt. Kuratiert haben die Ausstellung Dr. Sylvia Asmus, die Leiterin des Deutschen Exilarchiv 1922-1945 in der DNB, und Dr. Uwe Wittstock, der in seinem Buch Marcel Reich-Ranicki. Die Biografie (Piper Verlag 2020) neue Dokumente gesichtet hat, die nun auch in die Schau aufgenommen wurden. Zur Eröffnung waren seine Enkelin Carla Ranicki und seine Schwiegertochter Ida Thompson gekommen.

Die Kuratoren Sylvia Asmus und Uwe Wittstock mit Carla Ranicki in der Ausstellung, Foto: Renate Feyerbacher

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