home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Tanz

Die Recklinghausener Ruhrfestspiele 2024 unter dem Motto „Vergnügen und Verlust“

2024, Mai 26.

Geradewegs ins Herz der Finsternis

von Simone Hamm

Die Ruhrfestspiele unter dem diesjährigen Motto „Vergnügen und Verlust“ haben fulminant begonnen. Mit dem Zirkus „Pulse“, bei dem die Akrobaten mit ihren Körpern schwindelerregend hohe Pyramiden bauten. Sie lassen sich fallen, zeigen die Kraft der Gemeinschaft. Seit Jahren gibt es in Recklinghausen Zirkus aus aller Welt zu sehen, Zirkus ist zum Schwerpunkt geworden. Theater und Tanzkompanien, Musiker und Schriftsteller werden kommen, das Festival für schwarze Literatur „Resonanzen“ gehört auch zu den Ruhrfestspielen. Tiago Rodriguez und die Comédie de Genève führen uns mit „As Far As Impossible“ geradewegs ins Herz der Finsternis. Stephanie Rheinsberger ist Thomas Bernhards  Regietyrann. Dibbuk – zwischen (zwei) Welten. Der universelle Dämon

Die Comédie de Genève mit Adrien Barazzone, Beatriz Brás, Baptiste Coustenoble und Natacha Koutchoumov spielt „As far as possible“, Foto: Ruhrfestspiele

Weiterlesen

Berühmte Tanzkompanien in Köln, Bonn und Dortmund

2024, Mai 22.

Rasant und auch berührend: Das Nederlands Dance Theater 2 in Köln

Von Simone Hamm

Voller Schwung beginnt der Tanzabend des Nederlands Dance Theater 2, der Kompanie der jungen Tänzer bei Tanz/Köln im Opernhaus.„Bedtime story“ des Choreographen Nadav Zelner ist furioser Tanz. Er zeigt die Momente kurz vorm Einschlafen zwischen Tag und Traum. Die Tänzer scheinen tagsüber eine Menge erlebt zu haben, so dynamisch wie sie kurz vorm Einschlafen tanzen. Zu Musik aus dem nahen Osten (Libanon, Tunesien, Syrien) kommen die schwarz bekleideten Tänzer einzeln oder zu zweit auf die Bühne, drehen sich, drehen einander, werfen sich zu Boden, zucken, springen wieder auf. Gehen schnell von der Bühne und noch schneller treten andere Tänzer auf, ein Reigen von Duetten. Dann wieder tanzen alle zusammen, fassen sich an den Händen, grimassieren, flirten. Viel Erotik ist im Spiel. Ihr Stil reicht von feinem Tanz über halsbrecherische Akrobatik bis hin zu HipHop. Das ist belebend, aufregend.

„Bedtime Story“ von Nadav Zelner, Nederlands Dance Theater 2, Foto: © Rahi Rezvani

Weiterlesen

„Ida Dehmel-Kunstpreis der GEDOK“ für Iris Hoppe und deren Ausstellung „Counter Balance“

2024, Mai 11.

Ausloten der Grenzen von Körper, Psyche und Lebensraum

Von Petra Kammann

Zum dritten Mal wurde der „Ida Dehmel-Kunstpreis der GEDOK“ bundesweit ausgeschrieben. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr mit dem Ida Dehmel-Kunstpreis der GEDOK e.V.(Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden e.V) das Gesamtwerk einer Künstlerin, „die in der Auseinandersetzung mit zentralen Themen der Gegenwart und zu herausragenden Ausdrucksformen gefunden hat“. Er ging  an die Multi-Media-Künstlerin Iris Hoppe. Eines ihrer Themen: Ist die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht geraten? Der Sinn für die Balance, den Körper und die Psyche ins Gleichgewicht zu bringen, durchzieht das gesamte Werk der in Köln arbeitenden experimentierfreudigen Künstlerin. In Zeichnungen, Videos, Fotos, Skulpturen und Performances komponiert sie vorgefundene und händisch bearbeitete Materialien in Fläche und Raum, in Bewegung, Handlung und Zeit. Und sie bringt diese mit poetischen Texten und musikalischen Kompositionen ästhetisch in Schwingung.

Exercises on equality von Iris Hoppe 

Weiterlesen

„Surrogate Cities“ von Heiner Goebbels als Tanzuraufführung von Demis Volpi

2024, Mai 4.

Szenen einer Großstadt – Abschied von Demis Volpi aus Düsseldorf

von Simone Hamm

Der deutsch-argentinische Choreograph und Opernregisseur Demis Volpi gibt seine letzte Uraufführung im Ballett am Rhein. Und was für eine! Das gesamte Ensemble, rund vierzig Tänzer und Tänzerinnen und achtzig Düsseldorfer Symphoniker schlendern lässig auf Bühne (Leitung: Vitali Alekseenok).

Demis Volpi “Surrogate Cities”: Clara Nougué Cazenave, Joaquin Angelucci, Edvin Somai, Nelson López Garlo, Philip Handschin, Foto: Bettina Stöß

Als alle angekommen sind, erklingt ein akustisch verfremdetes Posaunensolo (Matthias Muche), fern und sehnsüchtig, dann knatternd laut.

Weiterlesen

Tanzabende in Köln und Bonn: Donnerschläge in Köln. Träumer in Bonn

2024, April 17.

Eine Welt im Dunkeln

Botis Sevas Mama / Until We Sleep bei tanz.köln am Schauspiel Köln

von Simone Hamm

Kaum zu erkennende Gestalten im nebeligen Dunkel vor leuchtenden Leuchtstoffröhren, die schräg in die Bühne hereinragen. Sieben zottelige Wesen. Ein Pfeifen ist zu hören, das zu Vogelzwitschern wird. So beginnt Botis Sevas „Mama / Until We Sleep“. Botis Seva und seine siebenköpfige Tanztruppe „Far From Norm“ wollen tief eintauchen in die Geschichte des Kolonialismus und des Postkolonialismus.

Mama /Until We SleepBotis Seva / Far from the Norm,Foto: Tom Visser

Wim Vandekeybus „Infamous Offspring“ bei Tanz.Köln/ Schauspiel Köln

2024, März 13.

Der Gott, die Kinder und die unbändige Wut

Von Simone Hamm

So habe ich die Geschichte des Göttervaters Zeus, seiner Frau Hera und der Kinder, die Zeus mit anderen, sterblichen Frauen gezeugt hat, noch nie gesehen. Als wilden, rauschhaften, grausamen Tanz. Als Spiel von Leidenschaft, Eifersucht und Tod, Ausgrenzung und Hass. Die Kinder sehnen sich nach der Anerkennung des Vaters Zeus. Dafür spielen sie sich gegeneinander aus, dafür morden sie. „Infamous offspring – infame Nachkommen“ hat de belgische Choreograf Wim Vandekeybus diesen Abend genannt.

„Infamous Offspring“  Wim Vandekeybus / Ultima Vez, Foto: Wim Vandekeybus, Danny Willems

Weiterlesen

Dark Matter II – Grandioser Tanzabend in Köln

2024, März 6.

Die Zwischenräume, von denen wir leben

Von Simone Hamm

Ana Paula Camargo tanzt allein auf der riesigen schwarzen Bühne im gedämmten Licht. Den Kopf stolz erhoben, trotzt sie den Zeilen des Liedes, das die französische Chansonette Barbara singt: „Weil sie sich geliebt haben, sind die Verdammten der Liebe gestorben, sie sind aus Liebe gestorben. SIDA hat sie getötet.“ SIDA  ist das französische Wort für AIDS und das Wortspiel „Si d’amour as mort „(„wenn du aus Liebe gestorben bist“) und SIDA (AIDS) ist unübersetzbar. Die Botschaft aber kommt an. Obwohl schon fünfzehn alt, hat diese Choreografie nichts von ihrer Dramatik verloren. Ana Paula Camargo Trauer ist majestätisch.

Starker Solo-Trauertanz von Ana Paula Camargo – „Tué“ Foto: © Robert Robinson

 

Weiterlesen

„THE CULTURE. HIP-HOP und zeitgenössische Kunst im 21. Jahrhundert“ in der Frankfurter Schirn

2024, März 3.

Von der Subkultur zur einflussreichen kulturellen Bewegung

Von Hans-Bernd Heier

Anlässlich seines 50. Geburtstags widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Hip-Hop und seinem tiefgreifenden Einfluss auf die aktuelle Kunst und Kultur unserer Gesellschaft eine große Ausstellung. Hip-Hop entstand in der Bronx im New York der 1970er-Jahre als Subkultur unter Schwarzen und lateinamerikanischen Jugendlichen. Zu seinen Ausdrucksformen gehörten MCing oder Rappen, DJ-ing, Graffiti-Writing und Breakdance.

„THE CULTURE“, Ausstellungsansicht in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Emily Piwowar / NÓI Crew

Weiterlesen

Highlights des internationalen Tanzes – Die kubanische Gruppe Acosta Danza

2024, Februar 23.

Lebensfreude pur

von Simone Hamm

Die kubanische Gruppe Acosta Danza gab im Rahmen der Highlights des internationalen Tanzes im Bonner Theater eine Deutschlandpremiere.

Auf einer Leinwand ist der Malecón, die Uferpromenade entlang der Küste von Havanna,  zu sehen. Auf der Mauer sitzen junge Leute. Den ganzen Tag. Die ganze Nacht. Sie gehen auf und ab, sie tanzen, sie sind vergnügt. Dieselben Tänzer, genauso gekleidet wie im Film, kommen auf die Bühne und tanzen fröhlich und ausgelassen. „De Punta a Cabo“ „Durchgängig“ heißt diese Choreografie von Alexis Fernández.

PAYSAGE, SOUDAIN, LA NUIT by Lidberg and Satori ; Credit: Johan Persson

Weiterlesen

Ballett von Xin Peng Wang in Dortmund

2024, Februar 18.

Opulenter Tanz der großen Gefühle

von Simone Hamm

„Der Traum der roten Kammer“. Eine Ballettadaption

 Daria Suzi, Simon Jones, Amanda Vieira, Ensemble, Statisterie (c) Leszek Januszewski

Weiterlesen