Alle Artikel zu Wiesbaden
2026, Mai 30.
Wiederentdeckung eines virtuosen Dresdener Meisters
Von Hans-Bernd Heier
Viel zu lange zählte Georg Lührig zu den vergessenen Dresdener Künstlern. Sein Lebenswerk schlummerte viele Jahre im Besitz seiner Nachfahren. Dank eines aufwändigen Restaurierungsprojekts wird im Museum Wiesbaden das Lebenswerk dieses vielseitigen Künstlers, der für seine Gemälde des Jungendstils und Symbolismus, seine monumentalen Wandfresken, aber auch für seine Malerei als Kriegsjournalist einst gefeiert wurde, jetzt im Landesmuseum ausgestellt. Unter dem Titel „Jugendstil und Symbolismus: Georg Lührig. Ein Meister aus Dresden“ präsentiert das Museum bis zum 17. Januar 2027 über 100 Arbeiten. Höhepunkte der Schau sind großformatige Studien seiner monumentalen Wandgemälde, welche das damalige Königlichen Ministerium für Kultus und Unterricht und die Dreikönigsschule in Dresden schmückten, jedoch im Krieg zerstört wurden. Ergänzt durch interaktive Medienstationen wird Archiv-, Forschungs- und Museumsarbeit erlebbar.

Georg Lührig „Pelikan“, 1900/01, Öl auf Leinwand, Albertinum; © Albertinum | GNM, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski
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Bildende Künste, Kultur und Gesellschaft, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Museum Wiesbaden würdigt das Lebenswerk des Jugendstilmalers und Symbolisten Georg Lührig
2026, Mai 26.
Barockes Pop-Spektakel zwischen Melancholie, Dekadenz und digitaler Selbstinszenierung
Von Walter H. Krämer
Georg Büchner hinterließ, als er 1837 im Alter von nur 23 Jahren starb, ein erstaunlich umfangreiches Werk: Wissenschaftliche Arbeiten, Briefe, Erzählungen, drei dramatische Texte und nicht zuletzt die politische Kampfschrift „Friede den Hütten. Krieg den Palästen“ – deretwegen er gesucht und außer Landes fliehen musste. Nach dem umjubelten „Woyzeck“ setzt Stefan Pucher seine Büchner-Arbeiten am Hessischen Staatstheater Wiesbaden nun mit „Leonce und Lena“ fort – und in der kommenden Spielzeit folgt mit „Dantons Tod“ schließlich auch noch der dritte große Büchner-Text. Dass damit das gesamte dramatische Werk Georg Büchners in Wiesbaden zu erleben sein wird, ist ein bemerkenswerter Coup und zugleich ein Verdienst der Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine, die dem Schauspielprogramm damit eine klare Handschrift geben und dem Dichter Büchner den Platz einräumen, den er verdient.

In Büchners Lustspiel“ Leonce und Lena “ v. l. n. r. Trang Dông, Jonas Grundner-Culemann, Tabea Buser, Christian Klischat, Lennart Preining, Felix Strüven, Foto: Laura Nickel
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Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Theater, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Büchners „Leonce und Lena“ im Staatstheater Wiesbaden, inszeniert von Stefan Pucher
2026, April 20.
Das Gemälde „Bahnhof-Füssen“ schließt Sammlungslücke
„Das ist heute ein sehr glücklicher Tag“, sagte Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden, bei der Präsentation des Gemäldes „Bahnhof-Füssen im März“, das einen Wendepunkt in Alexej von Jawlenskys Schaffen darstellt. Das Gemälde des Wegbereiters der Modernen Kunst zählt zu seinen frühen, impressionistisch angehauchten Arbeiten. Das Werk aus dem Jahre 1905 war bereits zweimal im Rahmen von großen Sonderausstellungen temporär im Landesmuseum zu sehen, musste aber danach wieder zurück in die Schweiz zu seinem Eigentümer reisen. Jetzt ist es mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Hessischen Kulturstiftung gelungen, das Gemälde zu erwerben, und bleibt dauerhaft im Sammlungsbestand.
Alexej von Jawlensky „Bahnhof-Füssen im März“, Öl auf Pappe, 1905; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
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Bildende Künste, Kultur regional / Rhein Main, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Museum Wiesbaden erwirbt bedeutendes Frühwerk von Jawlensky
2026, Februar 24.
Wie Kunst, Typographie und Gestaltung zu politischem Machtinstrument wurden
Von Hans-Bernd Heier
„Unter Druck“ – die neue Plakatausstellung im Museum Wiesbaden zeigt, wie visuelle Kommunikation zwischen 1918 und 1933 von der Politik genutzt wurde: zur Information, zur Einflussnahme, aber auch zur Manipulation. 80 Plakate aus der Sammlung des Wiesbadeners Maximilian Karagöz verdeutlichen, wie einfach Bilder Emotionen schüren, Feindbilder schaffen oder politische Stimmungen fundamentieren oder anheizen können. Die eindrückliche Schau, eine Kooperation mit dem Hessischen Landtag, ist bis zum 9. August 2026 zu sehen.

Information, Manipulation, Provokation; Gestaltung Museum Wiesbaden/ Theresa Duck
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Bildende Künste, Kultur regional / Rhein Main, Wiesbaden, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Unter Druck – politische Plakate zwischen 1918 und 1933“ im Museum Wiesbaden
2026, Januar 22.
Besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit
Von Hans-Bernd Heier
Das 200-jährige Jubiläum mit einer großen Vielfalt an Sonderausstellungen und nicht zuletzt der Hype um Friedrich Heysers Gemälde „Ophelia“ lockten 2025 viele Besucherinnen und Besucher in das Museum Wiesbaden. Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur, ein Zweispartenhaus, kann eine stolze Bilanz ziehen und feiert das abgelaufene Jahr mit 130.986 Besuchern als eines seiner stärksten Ausstellungsjahre. Das waren im Vergleich zu 2024 rund 20.000 Gäste mehr. „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“ lautet das Fazit von Museumsdirektor Dr. Andreas Henning.

Besucherin vor Ophelias – Gemälde (Ausschnitt); Foto: Christoph Boeckheler
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Museum Wiesbaden blickt auf fulminantes Jubiläumsjahr mit Swiftie-Hype und Jawlensky-Archiv
2025, Dezember 18.
Weltweit erste Ausstellung der Künstlerinnen des Blauen Reiters und das Faszinosum Gift
Das Museum Wiesbaden hat dieses Jahr sein 200. Jubiläum mit einem faszinierenden Ausstellungsprogramm zelebriert. Museumsdirektor Dr. Andreas Henning nannte zwar noch keine Zahlen, aber sein erstes knappes Fazit lautet: „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“. Dazu dürfte auch das Musikvideo „The Fate of Ophelia“ von Taylor Swift beigetragen haben. Der Weltstar hat sich offensichtlich von dem Jugendstil-Gemälde „Ophelia“ von Friedrich Heyser inspirieren lassen. Das Gemälde kam 2019 durch die großzügige Jugendstil-Schenkung des Mäzens Ferdinand Wolfgang Nees ins Museum. In dem ersten Clip schlüpft Swift in die Rolle der tragischen Figur der Ophelia aus Shakespeares „Hamlet“ und löst damit bei Swiftie-Fans weltweit einen Hype aus. Dies war gewissermaßen das „ungeplante Sahnehäubchen“ eines ganz außergewöhnlichen Jubiläumsjahrs.
Ein Hingucker gleich im Foyer des Landesmuseums: Taylor Swift in ihrer Rolle als „Ophelia“; Foto: Hans-Bernd Heier
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Ausblick auf ’s Neue Jahr – Museum Wiesbaden trumpft auch 2026 mit vielseitigem Programm auf
2025, November 22.
Museum Wiesbaden und Alfred-Weigle-Stiftung zeichnen Künstlerin und Naturwissenschaftlerin aus
von Hans-Bernd Heier
In einer feierlichen Preisverleihung wurden diese Woche die Südkoreanerin Seongbin Ma und die Brasilianerin Juline Rodrigues da Conceição mit dem Maria Sibylla Merian-Preis 2025 ausgezeichnet. Mit jeweils 7.500 Euro können die beiden Preisträgerinnen ihre eingereichten Projekte verwirklichen: Seongbin Ma ist Künstlerin und studiert an der Städel-Schule in Frankfurt und Juline Rodrigues ist Naturwissenschaftlerin an der Universidade Federal do Espírito Santo und forscht über Mikroalgen. Das Landesmuseum mit seinen beiden Abteilungen Kunst und Natur eignet sich besonders für die Vergabe des Preises, da es die einzigen erhaltenen Tierpräparate aus Südamerika besitzt, die Merian von der ersten Forschungsreise (1699 bis 1701) mitbrachte.

Museumsdirektor Dr. Andreas Henning und Patrick Bruns, Geschäftsführer der Alfred-Weigle-Stiftung, gratulieren den Preisträgerinnen; Foto: Hans-Bernd Heier
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstorte, Kunstszene überregional, Wiesbaden, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Maria Sibylla Merian-Preis erstmals vergeben
2025, November 12.
Auf der Suche nach dem Leben – weiterer Höhepunkt im Jubiläumsprogramm
Von Hans-Bernd Heier
Louise Nevelson zählt zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der US-amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Mit ihren monumentalen Assemblagen prägte sie ab Mitte der 1950er-Jahre maßgeblich die US-Kunstszene und gilt als Pionierin der Installationskunst. Das Museum Wiesbaden rückt in der faszinierenden Ausstellung „Louise Nevelson. Die Poesie des Suchens“ jetzt erstmals ihr weniger bekanntes Collagenwerk in den Fokus. Arbeiten der vielseitigen Bildhauerin und Malerin, die durch ihre Teilnahme an der Biennale in Venedig (1962) sowie der Documenta in Kassel (1964 und 1968) internationale Anerkennung erlangte, waren bereits früher im Landesmuseum zu sehen.

Ausstellungsansicht; Foto: Christoph Boeckheler
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Malerei, Skulptur, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Louise Nevelsons unbekanntes Collagenwerk im Museum Wiesbaden
2025, November 4.
Kontrolle abgeben und sich vom Material leiten lassen
Von Hans-Bernd Heier
Die neue Sonderausstellung im Museum Reinhard Ernst (mre) präsentiert den Dialog der Arbeiten von drei zeitgenössischen Künstler:innen mit Helen Frankenthalers großartigem Werk: Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess haben teilweise bisher nicht gezeigte Arbeiten Frankenthalers aus der Sammlung Reinhard Ernst ausgewählt und eine gemeinsame Hängung mit ihren eigenen Werken in Szene gesetzt. Die Schau lädt dazu ein, die faszinierende Wirkung dieser wegweisenden Malerin im Dialog mit drei herausragenden abstrakten Positionen der Gegenwart zu erleben.

Ausstellungsansicht, Foto: Hans-Bernd Heier
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Bildende Künste, Kunstszene überregional, Kunstszene Rhein-Main, Malerei, Skulptur, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für „Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess“ im Wiesbadener mre
2025, Oktober 8.
Zwei außergewöhnliche Ausstellungen im Museum Wiesbaden
Von Hans-Bernd Heier
Seit 1983 vergibt die in der Schweiz angesiedelte Stiftung Vordemberge-Gildewart gemeinsam mit einem europäischen Ausstellungshaus ein hoch dotiertes Stipendium an Kunstschaffende bis zu 35 Jahren aus der jeweiligen Region. Die zu diesem Anlass kuratierte Gruppenausstellung „Stipendium 4.0“ bildet die Grundlage für die diesjährige Auswahl durch eine unabhängige internationale Jury. Das Museum Wiesbaden ist bereits zum vierten Mal der Ort, an dem eines der weltweit bedeutendsten Stipendien für Nachwuchskünstler:innen vergeben wird. Der Preis geht zurück auf eine Initiative von Ilse Leda, der Ehefrau von Friedrich Vordemberge-Gildewart. Ihre Persönlichkeit wird in der begleitenden Kabinettausstellung „KörperGeometrie“ vorgestellt.

Ausstellungsansicht mit „BOTULINUMTOXIN“ von Sonja Yakovleva und Display von Klara Schnieber; Foto: Christoph Boeckheler
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Bildende Künste, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für „Vordemberge-Gildewart-Stipendium 4.0“ und „KörperGeometrie“ in Wiesbaden