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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Jugendstil und Art Deco in Brüssel beim BANAD Festival

2019, März 22.

Von Simone Hamm

Privatleute öffnen Ihre Häuser für architekturinteressierte Touristen. Das „Brussels Art Nouveau & Art Deco“ Festival ist noch bis zum 31. März 2019 eine einzigartige Gelegenheit, neben Führungen durch meist nicht öffentlich zugängliche Gebäude, Vorträgen, Veranstaltungen, Familienaktivitäten und einer Antiquitätenbörse, neue Orte zu entdecken, die zu den Juwelen zweier Brüsseler Baustile gehören. 

Art-Nouveau-Treppenhaus des Hotel Tassel: © EB

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„On Violence“ – Gedanken und Anmerkungen zu einem Symposion im Museum für Moderne Kunst (MMK)

2019, März 20.

Von Uwe Kammann

Daniel Loick (links) im Gespräch mit Moderator Tobi Müller, Alle Fotos: Uwe Kammann

Ein über die Helmkamera direkt in die sozialen Medien eingespeister und dann millionenfach geteilter, gesehener (genossener?) Massenmord in Neuseeland; eine Demonstration der Gelbwesten in Paris, die in eine exzessive Gewaltchoreographie und -lust vornehmlich des Schwarzen Blocks mündete und ebenfalls in Echtzeit und zigfacher Wiederholung ihren Weg in viele Bildmedien fand: Das wäre Anfang März ein prototypisches Material gewesen für eine Tagung des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt. Zwei Tage lang sollte „On Violence“ reflektiert werden, in Referaten und anschließenden kleinen Fragerunden.

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„Vergessen – warum wir nicht alles erinnern“. Eine facettenreiche Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt

2019, März 19.

Der lange Schatten des Vergessens und der Strudel der Erinnerung

Von Petra Kammann

Kann man sich vornehmen, etwas zu vergessen oder zu behalten? Wie speichern wir die Erinnerung?  Wie wichtig sind Gefühle, wenn es um das Erinnern und um das Vergessen geht? Ist Vergessen krankhaft? Gibt es auch ein Vergessen, das für den Menschen gut und notwendig ist? Was ist der Unterschied zwischen Verdrängen und Vergessen? Dies sind nur einige der so vielfältig wie interdisziplinär angelegten Aspekte der Frankfurter Ausstellung, die das Spektrum von der Angst vor dem Vergessen über die Leugnung und Verdrängung der Vergangenheit bis hin zum Nicht-Vergessen-Können aufzeigt. Und das Museum selbst spielt dabei auch eine Rolle…

„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“?, Foto: Petra Kammann

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Wiederentdeckt: Der Künstler Erich Franke im Kunstraum Bernusstraße

2019, März 17.

Erich Franke (1911-2008) – Zeitwende

Theater und Malerei im Strudel geschichtlicher Wenden

Von Petra Kammann

Erich Franke entwickelte unter dem Einfluss der Kunstströmungen der 1920er und 30er Jahre schon früh abstrakte Arbeiten unterschiedlichster Techniken. Das vielfältige Werk des über sieben Jahrzehnte schaffenden Künstlers entfaltete sich vor dem Hintergrund der historischen Phasen und ihrer Wenden. Dem Einfluss modern denkender Lehrer sowie der weltoffenen und künstlerischen Prägung durch seine Familie und Wegbegleiter ist es wohl zu verdanken, dass Erich Franke die abgeschnittenen künstlerischen Fäden wieder aufnehmen konnte. Der mit dem verstorbenen Künstler befreundete Wegbegleiter Thilo Herrmann, der seinen Nachlass verwaltet, präsentiert eine Auswahl der Arbeiten im Kunstraum Bernusstraße.

Experimentelles Bild von Erich Franke: Siegellack mit Draht auf Farbe. Dieses Werk wurde wohl parallel zu Henzes Uraufführung 1949 in Heidelberg gezeigt; © Thilo Herrmann

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Fotografien von Robert Voit in der Galerie-Peter-Sillem

2019, März 16.

Sehen lernen in der Ausstellung ‚Hide & seek‘

von Hannelore Kaus-Schwoerer

Mal wieder mit dem offenen Cabrio durch Amerikas sonnigen Süden reisen? Auf den ersten Blick kommt Reiselust auf beim Betrachten der Fotografien ‚Desert Mountain, Scottsdale, Arizona‘ und ‚Mobile Home Park, Las Vegas, Nevada‘. Nimmt man jedoch die Kakteen und Palmen, die die Fotografien vertikal durchteilen, genauer ins Visier, bleibt der Blick auf den kaum erkennbaren elektrischen Zuleitungen an deren Fußende haften. Es handelt sich hier nämlich um verkleidete Mobilfunkmasten, die überall in den USA zu finden sind. Schnell wandelt sich die anfängliche Reiselust in einen kritischen Blick auf Echtheit und Künstlichkeit in diesen Color Prints.

Robert Voit, Desert Mountain, Scottsdale, Arizona,USA 2005 

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Rückblende: Mein Berlinale-Tagebuch in der Zeit vom 12.bis 17. Februar 2019

2019, März 15.

Berlinale-Kamera für die Filmemacherin Agnès Varda

Einer der außergewöhnlichen Momente dieser Berlinale war die Preisverleihung der Berlinale-Kamera an Agnès Varda. Die bald 91 jährige – ihr Alter ist ihr, wie sie sagt,“wurscht“ – wurde von Noch-Festival-Leiter Dieter Kosslick im Berlinale Palast empfangen. Von hoch oben sah ich den Empfang, die kleine Person, die durch die keck gefärbte Frisur hervorsticht. Aber oben angekommen, ging die kleine Gestalt, verdeckt vom Kordon der Freundes-Eskorte und dem Sicherheitspersonal, schlicht unter. Ich verlor sie aus den Augen. Dann aber ergatterte ich ganz vorne im Kinosaal einen Platz und Agnès Varda schritt am Arm von Kosslick fast hautnah an mir vorbei zur Bühne. Was für eine energiegeladene Künstlerin, die sich über diese Ehrung sichtlich freute. Ihre unbändige Leidenschaft war auch in ihrer kurzen Dankesrede zu erkennen, fein ist ihr Humor.

von Renate Feyerbacher

Berlin: Roter Teppich für die französische Filmemacherin Agnés Varda, Foto: Renate Feyerbacher

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Wanda Pratschke: „Große Frau – ein Fels“

2019, März 14.

Zwei Einzelausstellungen zum 80. Geburtstag der Künstlerin in der Galerie Hanna Bekker vom Rath und im Kunstverein Familie Montez

Von Erhard Metz

Große Frau – ein Fels, 2017/2018, Bronze schwarz patiniert, 165 x 105 x 105 cm

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Ein Highlight: Bachs Hohe h-Moll-Messe mit Raphaël Pichon und seinem Ensemble Pygmalion in der Alten Oper Frankfurt

2019, März 13.

Hoch sind die Anforderungen, die Bach an die Ausführenden mit seiner weit ausgreifenden „Hohen Messe in h-Moll BWV 232“ stellt. In der Alten Oper konnte der französische Dirigent und Sänger Raphaël Pichon mit seinem 2006 gegründeten und auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Vokal- und Instrumentalensemble Pygmalion sein ganzes Können unter Beweis stellen. Bereits zum zweiten Mal gastierte der Franzose bei den Frankfurter Bachkonzerten in der Alten Oper, wo er mit jugendlicher Frische dirigierte.

Von Petra Kammann 

Lässig und souverän: der Dirigent Raphaël Pichon, Foto: Francois Sechet

Die Hohe h-Moll-Messe, das komplexe Bachsche Werk, an dem Bach selbst ein viertel Jahrhundert lang gearbeitet und neben der kontrapunktischen Kunst sämtliche Stiltypen seiner Zeit eingebaut hat, wie zum Beispiel die ausdrucksstarken Chöre, die verzweigten Fugati und emotionalen Arien, dieses Opus Summum war nach Bachs Tod zunächst einmal in Vergessenheit geraten und wurde erst im 19. Jahrhundert wieder wahrgenommen. In Frankfurt am Main aber fand schon 1856 mit dem Cäcilienchor die erste vollständige Aufführung statt. Insofern war Frankfurt der geeignete und fast symbolische Ausgangsort für die Deutschland-Tournee des renommierten Pygmalion-Ensembles unter der Leitung von Raphaël Pichon, bevor es ihn weiter in die Philharmonie nach Köln und Essen und zuletzt in die Neue Philharmonie nach Paris zog.

Denn obwohl das Werk, ein Füllhorn technischer Möglichkeiten und Finessen, heutzutage bei uns häufig gespielt wird, kann man die Aufführung in der Alten Oper als eine ganz besondere werten: Sie war geprägt von sowohl subjektiver Innerlichkeit, als auch von großer sich entfaltender Pracht und diszipliniert strenger Moderne. Zurecht schwärmte Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung vor kurzem von dem jungen dynamischen Dirigenten: „Raphaël Pichon ist der derzeit spannendste und visionärste unter den Bach-Dirigenten“, und er nannte ihn einen Musiker, „der die absolute Notwendigkeit der Kunst fürs Leben begriffen hat.“ Genau das wurde an dem Abend hör- und spürbar, weswegen nach dem „Dona nobis pacem “ im vollbesetzten großen Saal erst einmal Stille einkehrte, dem dann ein brausender Beifall mit begeisterten Bravorufen folgte.

Mit seinen gerade mal 35 Jahren kann Raphaël Pichon bereits auf eine erstaunliche musikalische Karriere zurückblicken, die ihn zu einem der bemerkenswerten Nachwuchsdirigenten in der Alten Musik macht. Nach einem erstem Violinunterricht wurde der 1984 geborene Pichon mit 10 Jahren Mitglied in der „Maîtrise des Petits Chanteurs de Versailles“ ‒ einem Knabenchor, in dem das stilbewusste Musizieren übliche Praxis war. Dort hatte er neben Violine auch Klavier studiert, bevor er sein Studium in den Fächern Alte Musik, Musiktheorie, Chor- und Orchesterleitung am Pariser Konservatorium fortsetzte, wo der vielseitig Begabte zusätzlich die Fächer Dirigieren und Orchesterdirigat bei Pierre Cao, Michel Marc Gervais und Boris Tewlin belegte.

Ihm ist die Orchesterarbeit ebenso vertraut wie das Ausschöpfen des Gesangpotenzials, seines eigenen als auch das der anderen. Zu den Opernpartien, die er interpretierte, zählen The Spirit of Sorceress (Dido and Aeneas), Ombra di Bussiride (Ercole amante) und Nutrice (Giuditta). Als Countertenor trat er selbst schon unter so renommierten Dirigenten wie Jordi Savall, Gustav Leonhardt, Ton Koopman, Gabriel Garrido, Vincent Dumestre und Laurence Equilbey auf, was ihn, den begeisterten Barockmusik-Interpreten, nicht daran hinderte, als Mitglied von „Les Cris de Paris“ auch sein Interesse am zeitgenössischen Repertoire zu entwickeln. Dennoch nimmt Bach eine zentrale Rolle in Pichons Kosmos ein.

Das Ensemble Pygmalion, Foto:©PIERGAB

So können seine verschiedenen musikalischen Erfahrungen zwischen Barock, Romantik und Moderne in sein Verständnis der Hohen h-Moll Messe einfließen, die als die „urkatholische“ Messe Bachs gilt, wenn man den Begriff des Katholischen als allumfassend interpretiert. Als fundierter Bachkenner kann Pichon aus dem Füllhorn seines musikalischen Ausdrucks schöpfen, vertritt er doch sowohl einen historisch orientierten, als auch einen modernen, aber undogmatisch wirkenden Ansatz. Für einen Franzosen, dessen Landsleute meist einem anderen Repertoire folgen – Bach wird in Frankreich häufig als spröde protestantisch empfunden – , ist für Pichon Bachs Musik schon seit seiner Kindesheit vertraut. Dessen Johannespassion wurde für den Zehnjährigen zum musikalischen Schlüsselerlebnis. Vielleicht hatte er schon früh die sinnlich-barocke Atmosphäre, die sich in der Versailler Anlage samt Schloss mit strenger Disziplin und Rationalität verbindet, verinnerlicht…

Insofern bezieht sich Raphaël Pichon in seiner Interpretation der Hohen Messe einerseits auf die Urfassung der Missa von 1733 und folgt darin seinem verehrten Originalklang-Pionier Nikolaus Harnoncourt, indem er die Vortragszeichen, Crescendi und Tempovorschriften ernst nimmt. Da klingt zum Beispiel das anfängliche „Adagio“ extrem langsam, während später dann völlig selbstverständlich die rhythmischen Verschiebungen im anschließenden Duett mit dem dem klaren Sopran von Joanne Luna und der eher zurückgenommenen Altstimme von Lea Desandre schnell durchgezogen wurde. Stimmungswechsel durchziehen Pichons gesamte Interpretation, so wenn er in einem virtuosen Solopart während der Bass-Arie „Quoniam tu solus sanctus“ das brillante Solo eines ventillosen Jagdhorns (Annette Scott) ertönen lässt, dem er kurz darauf ein dynamisch gesungenes „Cum Sancto Spiritu“ folgen lässt und dies fast Schubertschen romantischen Elementen gegenüberstellt wie in den zurückgenommenen Pianissimi des Chors in „Et incarnatus est“, die fast tonlos im Raum standen. Grundiert von den Bässen, zielt er dann völlig unpathetisch im „Credo“ auf eine romantisch-existenzielle Empfindungstiefe.

Wie befreit wirkte der Chor mit den präzisen und transparenten Stimmen seiner 28 Sängerinnen und Sänger nach der verschränkten Umstellung, der sich durch die stärkere Durchmischung der Stimmen noch stärker im Raum entfalten konnte. Das „Sanctus“ wirkte geradezu tänzerisch heiter, wenn es darum geht, stärker noch die Pracht und Ehre Gottes hervorzuheben. Und die anschwellende Herrlichkeit wurde dann auch noch bestens durch die Blechbläser unterstützt und kulminierte schließlich  im jubilierenden „Osanna“, einem der Höhepunkte der Aufführung.

Voller Begeisterung, aber ebenso souverän und selbstverständlich forderte der eher schlaksig wirkende Dirigent mit seinen schmalen Händen, dessen Finger ständig in lebhafter Bewegung sind, sowohl die Sänger als auch die einzelnen Orchestermusiker immer wieder zu intensiven, großen Klanggesten heraus. So funktionierte denn auch in den Solopartien das Wechselspiel zwischen den Arien und den Solo-Instrumentalparts bestens. In den Gesangspartien überzeugten vor allem in den Arien die Sopranistin Joanne Luna und der chilenische Tenor Emiliano Gonzalo Toro im „Benedictus“, während die Altistin Lucile Richardot in ihrem abschließenden „Agnus Dei“ eher etwas metallisch streng klang. Dass der ansonsten durchaus renommierte Bass-Bariton Manuel Walser an dem Abend möglicherweise weniger disponiert war, gehört eben auch zu einem Live-Konzert wie diesem, in der das Publikum auch mitbekommt, dass historische Instrumente immer wieder neu gestimmt werden müssen und dass der Atem der Blasinstrumente unmittelbar spürbar ist. Auch das unterscheidet ein lebendiges Konzert vom Hören einer akustisch „bereinigten“ CD. Außerdem war die Erfahrung positiv, dass ein inzwischen noch so bekanntes „klassisches“ Werk völlig entstaubt werden und auch bei jungen Menschen große Begeisterung auslösen kann.

Bemerkenswert war es dann auch, den Menschen Raphaël Pichon nach dem Konzert beim Signieren der CDs zu erleben, der keinerlei Dirigentenallüren herauskehrte und sich mit den Anstehenden zum Teil auf Deutsch ebenso selbstverständlich unterhielt wie er dirigiert hatte. Selbst nach der Anstrengung wirkte er völlig natürlich, entspannt und unverbraucht.

Raphaël Pichon beim Signieren der CDs, Foto: Petra Kammann

Biographie

Der 1984 geborene Raphaël Pichon studierte Violine und Klavier in Versailles, außerdem Alte Musik, Musiktheorie, Chor- und Orchesterleitung in Paris. Zudem trat er als Countertenor unter Dirigenten wie Jordi Savall, Gustav Leonhardt und Ton Koopman sowie Geoffroy Jourdain und Laurence Equilbeys auf.

2006 gründete Raphaël Pichon das Ensemble Pygmalion, das auf historische Aufführungspraxis spezialisiert ist und zu dem ein Orchester und ein Chor gehören. Mit dem Ensemble Pygmalion spielte er Bachs Missae Breves BWV 234 und 235 ein – eine Aufnahme, die 2008 den Diapason d’Or und den Orphée d’Or erhielt und zur Editor’s Choice der Zeitschrift Gramophone gewählt wurde.

Das Ensemble Pygmalion hat sich besonders mit den Chorwerken von Johann Sebastian Bach sowie mit Opern von Jean-Philippe Rameau einen Namen gemacht und tritt regelmäßig bei renommierten französischen Musikfestivals auf, etwa beim Festival de La Chaise-Dieu, in Beaune, Ambronay und dem Folle Journée de Nantes. Darüber hinaus gastierte Raphaël Pichon mit seinem Ensemble im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, an der Opéra National de Bordeaux, Opéra Comique in Paris, Palau de la Música Catalana in Barcelona, an den Opern in Versailles und Rouen, beim Musikfest Bremen und bei den Hamburger Philharmonikern.

Um sich stärker auch dem Repertoire der Klassik bis in die Moderne zu widmen, gründete Raphaël Pichon den Kammerchor OTrente und später ein Orchester, das auf historisch authentisch Instrumenten Musik der Klassik und Romantik spielt.

Auch für Gastauftritte ist Raphaël Pichon zusehends gefragt und wurde ans Pult des Stavanger Symphony Orchestra, des Orchestre National de Montpellier,Orchestre symphonique et lyrique de Nancy, Orchestre de chambre de Lausanne sowie zu den Violons du Roy nach Québec, in die Philharmonie in Köln in Essen und in Paris, ins Amsterdamer Muziekgebouw, nach Rio de Janeiro and Sao Paulo eingeladen. 2014 feierte der Dirigent sein Debüt beim Opern-Festival in Aix-en-Provence mit einem Programm aus Kantaten von Johann Sebastian Bach.

 

Erste Retrospektive der mexikanischen Fotografin Graciela Iturbides in Deutschland im Fotografie Forum Frankfurt

2019, März 12.

Zwischen Tradition und westlicher Moderne – Magische Momente des Alltags

Fotokennern ist sie schon seit Langem ein Begriff, in den großen Museen ist sie ebenfalls präsent. Die berühmte mexikanische, 1942 geborene Fotografin Graciela Iturbide ist eine Ikone der lateinamerikanischen Fotografie. Aber erst jetzt hat sie in Deutschland ihre erste Retrospektive im Frankfurter Fotografie Forum. Dort sind bis zum 30. Juni 115 ihrer Werke aus der Zeit von 1969 bis 2008 zu entdecken. Sie sind aus der spanischen Mapfre-Stifung entliehen, die kürzlich rund 300 Iturbide-Werke erworben hat.

Von Petra Kammann

Mujer ángel, desierto de Sonora. México, 1979 Angel Woman, Sonoran Desert, Mexico, 1979 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019 

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Der Lyrik einen Resonanzraum geben – Der erste Frankfurter Festivalkongress „Fokus Lyrik“

2019, März 10.

„Wer A sagt…“ – Es kommt auf den ersten Schritt an und auf die, die folgen

Von Petra Kammann

Vom 7. bis 10. März fand in Frankfurt der große Festivalkongress „Fokus Lyrik“ statt. „Dass Frankfurt eine Stadt der Lyrik ist, würde man auf den ersten Blick nicht erwarten. Zwischen Hochhaustürmen der Banken und Kanzleien läuft der städtische Alltag im Eiltempo ab. Dabei bedarf die freie, spielerische Sprache der Poesie Zeit und Muße“, sagt die Kulturdezernentin der Mainmetropole. Aber kann nicht gerade ein solcher Ort, an dem überdies Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Milieus leben, ein Kraftquell poetischer Energien sein, an dem man zum Innehalten, genauen Hinschauen und zu neuem Atemholen animiert wird? Um solchen und ähnlichen Fragen nachzugehen, hat der Kongress mehr als 100 Akteure der Lyrikszene nach Frankfurt gelockt. Neben einem öffentlichen Programm fanden nicht-öffentliche Roundtables mit Autoren sowie Experten aus den Bereichen Übersetzung, Veranstaltung, Verlage, Buchhandel, Schule, Universität, Kritik, Zeitschriften statt. Da wurden zentrale Anliegen, Thesen und Forderungen in Sachen Lyrik formuliert.

Auftakt – Der schwedische Dichter Magnus William-Olsson öffnet den Brief mit der deutschen Übersetzung; Fotos: Petra Kammann

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