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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Sonneninsel Usedom: Wo der letzte deutsche Kaiser zur Sommerfrische weilte

2017, Juli 22.

Drei Kaiserbäder, ein Weinberg, ein Wasserschloss, Bäderarchitektur, Wald, Seen, Sandstrand und rundherum Meer – was will der Urlauber mehr?

Text und Fotos: Elke Backert 

Bei der Sanierung von St. Petri in Benz, 1229 erstmals erwähnt, wurde die mittelalterliche Bausubstanz Feldstein wieder freigelegt. Der obere Turm und die Innenausstattung mit feiner gemalter Kassetten-Decke stammen aus dem 18./19. Jahrhundert.

Ich halte es nicht mit den Journalisten, denen man witzelnd nachsagt, sie guckten eine Kirche nur von außen an. Ich gehe hinein. Das mache ich auch in Benz auf der pommerschen Insel Usedom und erlebe einen alten Herrn Pastor, der zu Erstklässlern spricht. Auf kindgerechte Weise will er ihnen die Geschichte des Ortes und ihrer berühmten Kirche nahebringen. Immerhin hat sie der weltbekannte deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871-1956) variationsreich, mal in Öl, mal in lichten Aquarellfarben, für die Nachwelt festgehalten.

56 km lang ist der Feininger-Rundweg

Der Pastor erzählt sehr lebendig und endet mit einer tollen Geschichte, die die Zweitklässler aufhorchen lässt. Er habe eine alte Urkunde im Kirchturm gefunden, die merkwürdige, nicht entzifferbare Schriftzeichen enthält. Ein befreundeter Chinese aber habe eines der Zauberzeichen entschlüsseln können. Es stünden da drei große B, BBB, und der Chinese kannte auch ihre Bedeutung. Ein Benzer Brause-Baum wüchse im Kirchgarten.

 

Erdholländers Ex-Pastor Martin Bartels vor der Holländerwindmühle

„Habt ihr schon mal einen Brausebaum gesehen?“ – „Nein“, schreien die Kleinen. – „Doch“, entgegnet der Pastor, „den gucken wir uns jetzt mal an.“ Die Kinder stürmen hinaus. Tatsächlich hängen da an einem Baum gelbe Limonaden-Flaschen, und rote, die „reifen“, liegen schon im Gras. Jubelnde Kinder sind dem Pastor gewiss.

Der gebürtige Amerikaner Feininger hielt sich gern im beschaulichen Achterland, dem Hinterland der Insel, auf. Auf seinem Fahrrad Marke Cleveland-Ohio mit Holzfelgen und Gummibereifung fuhr er jedes Jahr Zigtausende Kilometer. Wo es ihm gefiel, warf er das Rad in den Graben und skizzierte die Landschaft, einen Weg, die Benzer Holländerwindmühle von 1830, die bis 1972 in Betrieb war, oder eben die Kirche St. Petri.

1912 schrieb Feininger aus Benz, übersetzt etwa: „Ich befinde mich inmitten der Motive, die ich mag und die mich inspirieren.“ Die Zeichnung des Benzer Erdholländers, die erste bildliche Darstellung des Kulturdenkmals, besitzt heute die Familie Rockefeller.

Das und noch viel mehr erfährt der Besucher in der schmucken Reet gedeckten Galerie gleich neben St. Petri. Für das Achterland sind Rohr- oder Schilfdächer, also Reet gedeckte Häuser, typisch, während in den drei „Kaiserbädern“ der Pommerschen Bucht, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, die Bäderarchitektur vorherrscht, eine gelungene Summierung aller Stilepochen von der Antike bis zum Jugendstil, die im 19. Jahrhundert und in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg an der Küste entstand: Loggien, Brüstungen, Veranden, Erker, Türmchen oder Säulen.

Der Galerist Johannes Albers ist stolz auf sein kleines Feininger-Kabinett mit Kunstdrucken und einem originalen Brief, den der in Deutschland verfemte Feininger 1937 aus der Emigration in den Vereinigten Staaten schreibt: „Was wird aus all’ unseren Künstlerfreunden im nunmehrigen ’Naziland’???“

Das Feininger-Rad im Kunst-Kabinett

Auch des Malers Rad von 1897 wird im Kunst-Kabinett aufbewahrt. Albers, der „unsere kleine Strohdach-Hütte“ seit 1955 betreibt, dem Jahr, in dem Feininger die Benzer Kirche malte, erklärt gern den Inhalt eines Bildes. Ein Kunstdruck vom „Rathaus in Swinemünde“ hängt gleich zweimal an der Wand, einmal mit polnischem Titel, einmal auf deutsch. In dem Gemälde gehe es, satirisch überhöht, um die feinen Damen, hochgewachsen und in schicker Garderobe, die im Kaiserbad Swinemünde promenieren und ihre kleinen rundlichen Männer dominieren. Die Herren haben das dicke Geld für den Schick ihrer Damen. „Das wirklich erste Kaiserbad“, ergänzt Albers, „war nämlich Swinemünde.“ Dessen Zeit als Seebad begann 1820. Die „3 Kaiserbäder“ der Insel Usedom, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, übernahmen den publikumswirksamen Namen. Nicht ohne Grund, denn Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, wählte sie als Sommerfrische.

Bei soviel Feininger ist es kein Wunder, dass die Insel dem Promi einen Rad-Rundweg widmet, 56 Kilometer lang und gekennzeichnet durch Weg-Beschilderung, aber auch durch Bronzeplatten im Erdboden vor den jeweiligen Objekten. 40 Orte, an denen man über 80 seiner Gemälde nachvollziehen kann.

Der Kunstdruck der Benzer Kirche mit den Maßen ist in der Galerie zu erwerben. Da sich die Galerie durch hervorragende Akustik auszeichnet, darf das Usedomer Musikfestival jedes Jahr im September die Räume für Konzerte nutzen.

Das legendäre Seeschlösschen

1924 spazierte aber auch kein Geringerer als Thomas Mann gemeinsam mit seiner Ehefrau Katia und den Kindern über die Promenade und feilte im Bansiner „Haus Seeblick“ am letzten Kapitel seines Jahrhundertromans „Der Zauberberg“.

Mellenthin ist der Ort, wo das gleichnamige Wasserschloss aus dem Jahre 1575 als Hotel und Restaurant dient und immer ausgebucht scheint. Weil die Portionen für Riesen gemacht sind? Inzwischen hat es eine Brauerei und eine Kaffeerösterei eröffnet. Zwei Euro „Brückenzoll“ kostet es, sich dem Schloss zu nähern. Die werden aber beim Verzehr angerechnet.

Einen Tisch vorbestellen sollten Fischfreunde, wollen sie im „Waterblick“ in Loddin essen. Hier haben sie einen schönen Blick über das Achterwasser auf die Halbinsel Görmitz, und sie treffen bei Peter Noack auf den nördlichsten Weinberg Deutschlands mit 99 Rebstöcken. Die Pflege des zwölf Jahre alten pommerschen Weingartens und Erzeugung des tiefroten Cabernet-Sauvignon „Loddiner Abendrot“ überlässt Herr Noack lieber einem Winzer von der Nahe, denn „wir Pommern sollten Kartoffeln buddeln, von Wein haben wir keine Ahnung, das ist zu komplex.“

Das Achterwasser, das zusammen mit dem Peenestrom die eigenwillig geformte Insel vom Festland trennt, lernt man bestens bei einem Segeltörn mit der „Weißen Düne“ kennen. Auf der Fahrt von Neppermin nach Karlshagen muss der Segelschoner die Wolgaster Klappbrücke durchqueren, die sich nur zu festen Zeiten öffnet. Ein aufregendes Erlebnis, zumal bei einem Abendtörn und glutrotem Sonnenuntergang.

Der größte Teil der Insel ist zusammen mit der nahen polnischen Insel Wollin seit 1966 Landschaftsschutzgebiet und als Naturpark mit einer Eule beschildert, ein Refugium für Fauna und Flora. Hier zählt man die größte Seeadler-Population Deutschlands. Am besten seien sie von der Zecheriner Brücke aus, möglichst am frühen Morgen, zu sichten. Fernglas vorausgesetzt, damit man sie nicht etwa mit der Lachmöwe verwechsele. Der lärmende Autoverkehr Richtung Anklam störe sie nicht.

Usedoms Wasserschloss Mellenthin

Dort, im Usedomer Winkel, kann man sich auch gleich die zum technischen Denkmal erklärte Eisenbahn-Hubbrücke von Karnin ansehen. Ein Meisterwerk, 1876 als 360 Meter lange Fünfbogenbrücke für die Eisenbahnstrecke Ducherow-Swinemünde erbaut. Für Schiffsdurchfahrten gab es eine Drehbrücke. Steigende Zugzahlen erforderten einen Neubau der Brückenöffnung. Dabei entschied man sich für eine Hubbrücke, die nach dem Fahrstuhlprinzip des Schiffshebewerks Niederfinow arbeitet. Ende 1933 nahm man die Brücke in Betrieb, die eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern zuließ. Am 23. April 1945 sprengte die Wehrmacht die Pfeiler der Überbauten und fuhr die „Tröge“ nach oben, um die vorrückende Rote Armee aufzuhalten.

Eine der schönsten Lindenalleen – es sollen 337 achtzig- bis 100jährige Bäume sein – führt ins 130-Seelen-Dorf Krummin, das sich wegen seines winzigen Jachthafens in der Krumminer Wiek „Klein Nizza“ nennt. Von dort blickt man zur Halbinsel Gnitz. Das Mittelstück der gotischen 750 Jahre alten Backsteinkirche, der ältesten Usedoms, ist der letzte erhaltene Teil eines Zisterzienserinnen-Klosters. Ausruhen bei hausgemachtem Kuchen und Hausmannskost lässt sich in der „Naschkatze“, dem ersten und einzigen Sitz-, Steh- und Liegecafé Usedoms. Gesine, Peter und die Katze bieten mit ihren Ferienwohnungen auch Platz zum Schlafen.

Man kann aber auch ganz allein im Sommer wie im Winter einen Strandspaziergang am weißen Dünenstrand bis nach Polen machen oder den Weg entlang der Promenade erradeln.

Picknick-Zeit – auch im Museum, im Frankfurter MAK

2017, Juli 19.

Summer in the city – Eine Reise durch verschiedene Zeiten und Räume einer Esskultur im Freien

Petra Kammann hat sich die Schau „Picknick-Zeit“ im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt angesehen 

 

Balázs Vesszösi, Gündem Gözpinar, Déjeuner sur l’herbe 2.0, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst

In Anspielung auf Edouard Manets berühmtes Gemälde „Déjeuner sur l’herbe“ von 1863 prangt einladend gleich am Eingang des Museums eine gesprayte Version des Originals. Damals galt Manets Bild als das erste provokative Kunst-Event. Es wurde von den Juroren des Pariser Salons abgelehnt, da dort nur „anständige“ Tableaus hängen sollten. Doch die Freude an der neu empfundenen Freizügigkeit war unaufhaltsam und machte Furore. Heute hängt das Bild im Pariser Musée d’Orsay und zieht die Touristen an. Und getafelt wird nach wie vor mit großer Lust im Grünen.

In der Schau „Picknick-Zeit“ erzählen bis zum 17. September 2017 auf über 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zahlreiche Objekte, Installationen, Fotografien und Filme sowie die verschiedensten Picknick-Utensilien vom Variantenreichtum der beliebten Kulturpraxis Picknick in den verschiedensten Ecken der Welt. Denn der Kult ums entspannte Speisen im Freien zieht sich rund um den Globus und machte nicht erst im 19. Jahrhundert Geschichte; schon die alten Griechen schätzten das Mahl unter freiem Himmel.

Auch in anderen Kulturen reicht diese Tradition viele Jahrhunderte weiter zurück bis ins 8. Jahrhundert zum Beispiel bei den Japanern. Sie schufen feinste Lack-Utensilien und eigene Sake-Fläschchen für das höfische Kirschblütenfest, das im Freien gefeiert wurde. Die älteste Darstellung eines Picknicks in der Schau ist eine sizilianische Jagddarstellung in einem antiken Mosaik aus dem 4. Jahrhundert, bei dem Männer, auf einem Stibadion (eine Art Bett) lagernd, rund um einen Rost genüsslich ein Hähnchen grillen.

→ Picknickkoffer für 4 Personen von Barret’s & Sons, London, 1900, Korpus aus Leder, Textil, Geschirr aus Porzellan und Metall emailliert, Glas, Bast. Sammlung Axel Plambeck, Zürich, Foto: Uwe Dettmar, © Museum Angewandte Kunst

Spätestens mit der Erfindung des Picknickkorbs im England des 18. Jahrhunderts ging es zunächst ganz royal und auch snobbish zu. Und das sogar bis heute. Man denke nur an die britischen Kultorte Goodwood, Ascot, Epsom, Henley, auf denen das Picknickvergnügen mit sportlichen Ereignissen verbunden ist oder an Glyndebourne, in Südengland,  wo seit der Gründung 1934 eine Opernaufführung fester Bestandteil des Essgelages ist.

Porzellangeschirr, Silberbesteck und mundgeblasene Champagnerflöten lassen dabei keine Wünsche offen. Und in Frankreich etwa wurden für Auto- und Motorradfahrten ins Grüne eigens elegant-stabile Lederkoffer von Louis Vuitton entwickelt. Bei den Briten wurde absurderweise sogar auch im Krimkrieg zum gesellschaftlichen Ereignis Champagner serviert, bevor das Picknick durch die Industrialisierung der Städte und dank der zunehmenden Mobilität breiter Gesellschaftsschichten zum Gemeingut wurde.

Da erwies sich etwa leichtes Aluminiumgeschirr als überaus praktisch, wenn es zum Beispiel zum Bergwandern in die Schweiz ging. Mit der Demokratisierung ging auch die Produktion von Kunststoffgeschirr einher. Wunderbare Beispiele sind hier aus den skandinavischen Ländern zu sehen. Denn für die Mahlzeiten im Freien wurden spezielle Utensilien entwickelt. So stehen Designprodukte aus Kunststoff für pragmatischen Komfort. Speziell erdachte Tische und Stühle, Kleidung, Fächer und Schirme ergänzen die Auswahl der Ausstellungsexponate.

In einer eigens für die „Picknick-Zeit“ angefertigten Serie von Karikaturen spießt der Maler, Cartoonist und Illustrator Hans Traxler, dem ein kleines Häuschen in der Ausstellung gewidmet ist, die kleinen Absurditäten des britischen Picknicks mit spitzer Feder auf: Die Briten lassen sich sogar die Mahlzeiten nicht am, sondern im! Swimmingpool servieren … Und aus Frankfurt steuerte der Ruderclub Germania, der an der Regatta in Henley teilgenommen hat, sogar ein Rennruderboot bei .

Mit einem solchen Rennruderboot des Ruderclubs Germania waren die Frankfurter bei der Royal Henley Regatta auch dabei… Foto: Petra Kammann

Ob beim High Society Event in der feinen britischen Gesellschaft oder der fröhlichen Landpartie: das ungezwungene Picknicken in der Natur erweist sich stets als gemeinschaftsstiftend; so zieht sich die Lust an der spielerischen Freiheit quer durch die gesellschaftlichen Schichten und wirkt entspannend. Auch heute erfreut es sich großer Beliebtheit. Und in den westlichen Metropolen zeichnet sich ein Trend zum Revival des arrangierten Picknicks ab, sei es beim stilvollen „Dîner en Blanc“, wo alle Gäste weißgekleidet kommen, oder bei schlichten und fröhlichen Ausflügen mit Kind, Kegel und Klappgrill ins Grüne.

Unterschiedliches ist ausgestellt: Picknick in den Bergen (Jean Troillet und Nicole Niquille beim Vorbereiten eines Fondues auf der K2-Expedition, Pakistan, 1985, © Alpines Museum der Schweiz, Bern) und bei der Henley Royal Regatta, mit dem Foto von Julian Gregor, 2016, Museumsansicht, Foto: Petra Kammann

Die Frankfurter Fotografin Barbara Klemm hat in den letzten 40 Jahren weltweit zahlreiche Picknick-Szenen aufgenommen, die erstmals in dieser Ausstellung dem Publikum gezeigt werden. Auf Reisen, die sie auf ihren FAZ-Reportagen etwa nach Kapstadt, China, in die Ukraine oder den Iran führten, bannte sie die Szenen dieses geselligen Beisammenseins poetisch auf ihre schwarzweißen Rollfilme.

In China ging es 1985 noch sehr schlicht zu… (Peking, China, 1985, © Barbara Klemm). Die Fotografin steuerte insgesamt 35 Schwarz-Weiß-Fotografien mit Picknick-Szenen aus verschiedenen Ländern bei. 

Aber auch andere künstlerische Aktionen lassen sich in der variationsreichen Schau im Museum für Angewandte Kunst ausmachen wie in dem groß angelegten partizipativen Kunstprojekt BIGNIK der Riklin-Brüder, die seit 2012  in der einstigen Textilregion Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee mit Hilfe der Bevölkerung eine überdimensionale Picknickdecke für die ganze Region herstellen.

Nähwerkstatt der BIGNIK-Aktion der Aktionskünstler Frank und Patrik Riklin: Auf der Rampe beim Bahnhof Goldstatt werden die gesammelten Decken auf eine Größe gebracht, damit sie anschließend zu einer Riesen-Picknickdecke ausgelegt werden. Foto der Museumsansicht: Petra Kammann

Oder das „Déjeuner sous l’herbe“ des Eat Art-Künstlers und Nouveau Réaliste Daniel Spoerri. Er hatte im Jahre 1983 hundert Personen aus der Pariser Kunstszene zu einem Picknick-Bankett in den Park des Schlosses Montcel in Jouy-en-Josas an eine eine 40 Meter lange Tafel geladen, zu der Geschirr und Besteck mitgebracht werden sollten. Nach dem Tafeln im Freien ließ er die Überreste dieses Events vor Ort vergraben (daher „sous l’herbe“). Erst 2010 wurden Teile von Spoerris Aktion als erstes zeitgenössisches Kunstwerk von Archäologen wieder ausgegraben. Ein vom Künstler angefertigter Bronzeabguss der Ausgrabungsobjekte ist in der Ausstellung ebenso zu bestaunen wie eine Fotodokumentation von BIGNIK.

Auch historisch ist die variationsreiche Ausstellung interessant und lehrreich. So steht  in einer Ecke das Tor vom Stacheldrahtzaun des Eisernen Vorhangs sowie ein halber Trabi, der, stehen gelassen bei der Flucht am 19. August 1989 nach Österreich, an ein Ereignis im ungarischen Sopron erinnert, nämlich an das „Paneuropäische Picknick“, an dem  die ersten DDR-Bürger den Zaun, der sie vom Westen abtrennte, überwanden – weil niemand sie mehr aufhielt und auf sie schoss!

Die Spanne des Dargestellten ist äußerst breit. Sie verweist sowohl auf ungewöhnliche Aspekte der Picknick-Kultur wie auf den Frankfurter Wäldchestag oder auf die einmalige Sperrung des Ruhrschnellwegs im Jahre 2010, als die Metropole Ruhr auf diese Weise zum Kulturhauptstadtevent zusammenfand wie auch auf Traditionen in anderen Erdteilen. Da wirft die Ausstellung einen Blick auf den Totentag in Mexiko, wo in einem mehrtägigen Fest auf den Friedhöfen zwischen tanzenden Skeletten gepicknickt wird.

Fondueland Gstaad, Riesen-Caquelon, Installation in der Ausstellung Picknick-Zeit, 2017, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Und wenn dann am 1. August 2017  die Schweiz ihren 726. Geburtstag feiert, lädt das Schweizer Generalkonsulat in Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst und Gstaad Saanenland Tourismus zu einem gemeinsamen Picknick in den Museumspark ein, wo auch das Riesen-Caquelon unübersehbar ist. Da werden dann im Metzlerpark kulinarische Besonderheiten aus der Schweiz wie Biokäse-Raclette aus der Region Gstaad oder Schweizer Wein, Bier oder helvetische Limo aus Milchserum zum Selbstkostenpreis angeboten.

Ob man sich am Main dann wie in den Alpen fühlt, wird man sehen oder besser hören, wenn nämlich das Alphorn-Duo Alpcologne zu jeder vollen Stunde und zu jeder halben Stunde ertönt.

Als besonderes Geschenk an Frankfurt ist der Eintritt in das Museum während der Öffnungszeit von 10 Uhr bis 18 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher frei.

Im Rahmenprogramm der Schau „Picknick-Zeit“ und in Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum lädt das Museum Angewandte Kunst im August zu einer thematischen Filmreihe ein. In den fünf ausgewählten Filmen spielt das Picknick eine Schlüsselrolle: Sie zeigen die Lust und Sinnlichkeit, die kollektive Vergnügtheit oder aber das komische Misslingen der Mahlzeit in der Natur. Neben zwei Klassikern von Jean Renoir führen die Filme nach England Anfang des 19. Jahrhunderts, folgen dem geheimnisvollen Ausflug australischer Schülerinnen Anfang des 20. Jahrhunderts oder zeigen den Konflikt des französischen Bürgertums mit dem Leben in freier Natur im Mai 1968.

Den Auftakt der Reihe bildet am 2. August um 18 Uhr der impressionistische Film „Eine Landpartie“ von Jean Renoir aus dem Jahr 1936. Eine junge Frau aus Paris erlebt bei einem Tagesausflug aufs Land ihre erste Liebe. Renoir gelang es eindrucksvoll, die literarische Vorlage von Guy de Maupassants mit viel Liebe zum Detail nachzugestalten. 

Veranstaltungsort ist das Deutsche Filmmuseum.

 

Das Musée d’Arts de Nantes und eine filgrane Installation von Susanne Fritscher

2017, Juli 17.

Das ehemalige Musée des Beaux Arts von Nantes wurde als Musée d’Arts de Nantes  zum Sommeranfang 2017 nach 6-jähriger Renovierung wieder eröffnet. 

Eindrücke und Fotos von Petra Kammann

 

Die frisch renovierte Fassade des Musée d’Arts de Nantes

Nantes ist seit einigen Jahren eine dynamische Stadt, die auf Innovation und Kreativindustrie gesetzt hat. „Le voyage à Nantes“ – so der stadteigene Slogan – ist immer eine Reise wert, besonders aber auch der Kunst wegen. Dabei hat die einstige Hafenstadt an der Loiremündung ihre Geschichte nicht vernachlässigt, so auch nicht das Musée des Beaux Arts, das bislang in einem mächtigen Palais des ausgehenden 19. Jahrhunderts seine kostbare Kunstsammlung vom 13. bis zum 20. Jahrhundert beherbergte.

Doch war das Museum in die Jahre gekommen und mehr als renovierungsbedürftig, u.a. weil die Fassade angegriffen, die Oberlichter, von denen das Licht auf die Kunstwerke fiel, nicht mehr dicht waren und weil sich die Verbindung von alter und neuer Kunst heute anders erschließt. Nach sechs Jahren Museumsschließung, Überarbeitung und einem zusätzlichen Neubau hat das Museum, das inzwischen Musée d’Arts de Nantes heißt, in diesem Sommer seine Tore wieder für das Publikum geöffnet.

Das ursprüngliche Gebäude, das 1900 in der Rue Clemenceau eröffnet worden war, war inzwischen für die Sammlung mit 12.000 Werken, die sich in den letzten Jahren durch bedeutende zeitgenössische Werke vergrößert hat, zu klein geworden. Nun können zusätzlich weitere 900 Werke gezeigt werden, von der alten Malerei aus dem 13. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Videoinstallation. Dabei macht die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts inzwischen 55% der Sammlung aus. Da mussten neue Verbindungswege gefunden werden.

Die bisherige Ausstellungsfläche wurde vom britischen Architekturbüro Stanton Williams um 30% erweitert, auf dessen Konto auch das Royal National Theater, der Tower of London oder das Theater in Belgrad geht. Nun flutet ein 3 500 m2 große Glasfläche das Licht ins Innere des Museums. Ursprünglich gab es keine Verbindung zwischen den früheren und den heutigen Werken. Das hat sich nun gründlich geändert.

Da die Architekten das Palais auf geschickte Weise mit der dahinterliegenden Gebetskapelle, die früher nur über den Museumsgarten zugänglich war, verbunden haben, wirkt das Ensemble schon zur Straße hin heute sehr einladend, zumal sie einen minimalistischen vom lokalen Tuffstein inspirierten Kubus aus hellem Marmor wie einen Bindestrich in den Gebäudekomplex eingeschoben haben. Das gelungene neue 2 000 m2 große Gebäude, der „Cube“ ist dabei ausschließlich der zeitgenössischen Kunst gewidmet.

Verbindungsgang zum White Cube

 „Die Transformation des alten Palais mit seinem neuen Vorplatz ebenso wie die neue Erweiterung, welche das Museum mit der Kapelle miteinander verbindet, ergeben ein museales Ensemble, das sich zur Straße hin öffnet, zum Viertel wie auch zur Stadt und ihren Bewohnern hin. Durch dieses Projekt wollten wir das wunderbare Licht des Atlantik sichtbar machen, in das die verschiedenen Galerien getaucht sind“, erläutert Patrick Richard, einer der beiden Architekten. Das ist den Baumeistern wirklich geglückt.

Blick in das Souterrain des Museums, wo vor allem pädagogische Räume, Restaurierungsateliers, ein Konferenzsaal, eine Salle blanche und das Depot untergebracht sind

Außerdem wurde sowohl ein Museumscafé wie auch eine Buchhandlung in den Eingangsbereich integriert. Die Kosten der aufwändigen Renovierung betrugen insgesamt erstaunlicherweise „nur“ 88,5 Millionen Euro inklusive der Fassadenrenovierung und der Restaurierung einiger historisch bedeutender Kunstwerke.

Patio im Musée d’arts de Nantes mit der Installation „De l’air, de la lumière et du temps“ von Susanne Fritscher

Beim Betreten des Gebäudes gibt es auch gleich eine weitere Überraschung, wenn der Blick auf den minimalistisch in Weiß gehaltenen 15 Meter hohen und Patio mit den übereinandergestaffelten Rundbögen fällt. Er lädt unmittelbar zum Besuch ein. Von weitem hat man den Eindruck, als rieselten unaufhörlich feine Wassertropfen von der Decke herab. Da öffnet und verwandelt sich ganz diskret ein Raum aus nichts als Licht, Luft und Atem. Und das durch eine höchst subtile Installation mit schwingenden Tönen der österreichischen Künstlerin Susanna Fritscher, die den Dialog mit dem hohen Raum des Patios aufgenommen hat: „Nur mit Luft, mit Licht und mit Zeit“.

Susanna Fritscher, Objekt „Souffle“ (Atem) im Musée d’Arts de Nantes

Begibt man sich in diesen 500 Quadratmeter großen Raum, so nimmt man ganz feine von der Decke herabrieselnde, so leicht bewegliche wie durchsichtige Silokonfäden wahr, welche einen in eine Art schleierhaftes Labyrinth führen. Sie strukturieren den Raum, den sich der Besuche  sinnesgeschärft erobert und in dem er die anderen Besucher zu Schemen verschwinden lässt. Da wird der Betrachter zum Akteur, indem er neue Räume innerhalb des Raumes schafft. Und er ist für die verschiedensten Weißschattierungen geradezu äolischen Klänge sensibilisiert. Durch die  mundgeblasenen Glasskulpturen an den Rändern erlebt man so etwas wie den Hauch eines Atems.

Die fragile und ganz leicht wirkende Installation ist ein sowohl zeitgenössisch architektonisches Entreeerlebnis als auch ein poetischer Eingang in die Welt der Kunst des Museums, das durch die Blicke von oben aus der ersten und zweiten Etage auf die Installation noch gesteigert wird. Vergangenheit und Gegenwart werden hier auf höchst raffinierte Weise miteinander verknüpft.

 

Susanna Fritscher Installation „De l’air, de la lumière et du temps“

Musée d‘Art de Nantes
10, Rue Georges Clemenceau
44000 Nantes

→ Die Passage Pommeraye: Ein magisch-nostalgischer Ort in Nantes
→ Tolle Tage – „La folle Journée 2016“ in Nantes

→ Nantes – Reise in die innovative Stadt“>Voyage à Nantes – Reise in die innovative Stadt

→ Nantes und die „Küste der Liebe“ – ein Familienziel

Frankfurter Musikpreis an den Geiger David  Garrett

2017, Juli 15.

„Visumspflicht für Klassik abgesagt“

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

Im Rahmen der Musikmesse und des Musikmesse Festivals erhielt der Geiger David Garrett im April den Frankfurter Musikpreis, der erstmals in der Paulskirche verliehen wurde. Dotiert mit 15.000 Euro wird er seit 1982 verliehen und ist von der Frankfurter Musikmesse und den Musikinstrumenten-Herstellern ausgelobt.

Viele der Gäste, aber auch Schaulustige drängten sich vor der Paulskirche, um David Garretts  Ankunft zu erleben. Er kam aus New York, wo er lebt. Sofort war er umringt von Presseleuten und Fans. Ein Künstler zum Anfassen. Leger gekleidet, offenes Hemd, Pferdeschwanz, Jeans, den metallenen Geigenkasten fest im Griff, gab er Interviews, Autogramme auch denjenigen, die nicht zu den Gästen gehörten, sondern hinter der Absperrung standen. Er verließ den roten Teppich und ging zu ihnen. Keine Spur von Überheblichkeit. Er ließ sich vom Protokoll nicht drängen.

Stadtrat Mike Josef begrüsste den 36-Jährigen, der 1980 in Aachen als David Christian Bongartz geboren wurde. Er ist das mittlere von drei Kindern des deutschen Juristen und Geigenauktionators Bongartz und der amerikanischen Ballerina Dove-Marie Garrett.

Schon früh entdeckt der Junge in der familiären Schallplattensammlung die großen Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin, David Oistrach, Henryk Szeryng und Isaac Stern. Als Kind nimmt er bereits an Jugend musiziert teil und gewinnt einen Preis. Als sich das große Können des Kindes mehr und mehr abzeichnet, entscheiden die Eltern , ihn unter dem Namen der Mutter auftreten zu lassen, da dieser griffiger klingt als der Name des Vaters.

Mit 12 Jahren hat er bereits seinen ersten Schallplattenvertrag mit der Deutschen Grammophon in der Tasche. Nach dem Abitur besucht er auf Wunsch der Eltern zunächst das Royal College of Music in London, schwänzt aber die Vorlesungen und muss  das College verlassen. Endlich darf er nach  New York zum älteren Bruder ziehen und die Juilliard School of Music besuchen. Itzhak Perlman ist sein Lehrer. Mit 23 gewinnt er den Komponistenwettbewerb der School.

Anfangs war David Garrett ausschließlich der klassischen Musik verpflichtet. Dann entwickelte er sein Cross-Over-Projekt. Das heißt, seither verbindet er verschiedene Musikrichtungen wie Klassik, Rock und Pop miteinander. Die Klassik-Puristen sind nicht begeistert. Kritiker nennen ihn: „Fernsehgeiger“, „Hasselhoff der Klassik“, „Pop-Geiger“. Doch zu unrecht. Die Bezeichnungen „Geigenrebell“ und „Teufelsgeiger“ treffen die Situation viel mehr.

Denn, so erzählt Laudator Wolfram Goertz, Musikkritiker der Rheinischen Post, in der Paulskirche, kann Garrett in der Tat teuflisch schnell spielen. Der Geiger kam sogar mit Rimsky-Korsakows  „Hummelflug“ als schnellster Geiger ins GuinessBuch der Rekorde. Und er übernahm auch in dem Film „Der Teufelsgeiger“ die Rolle des Niccolò Paganini. Damit hat er sich allerdings keinen Gefallen  getan. „Garrett bleib bei deinen Saiten“, lautete die Headline in einer Zeitungskritik.

Aber Garretts Crossover-Musik hat nichts mit dem Musi-Schmalz von André Rieu zu tun. Sie bleibt immer geschmackvoll, driftet nicht in schmalzigen Kitsch ab. „Visumspflicht für Klassik abgesagt“, so nennt es Laudator Goertz bei der Preisverleihung. Mancher hätte im Zusammenhang mit Paganini von Pasta-Soße gesprochen. Mit seiner Crossover-Musik lockt Garrett das junge konzertsaalferne Publikum in die Stadien, in leerstehende Hallen oder zum Open-Air, also an unprätensiöse Orte, die junge Menschen bevorzugen.

Wochenlang ist Garrett oft auf Tournee. Nach dem Musikpreis gastierte er unter anderem in Rüsselsheim beim Hessentag, dann in Wien, München, Freiburg, Berlin, Leipzig, Erfurt in München und in Basel …

Garrett erhielt die Goldene Kamera, den Bambi, dreimal den ECHO Pop und fünfmal den ECHO Klassik – zuletzt 2015 mit Brahms und Bruch mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta. 2018 wird er mit Christoph Eschenbach  in mehreren Städten präsent sein. Weltberühmte Dirigenten bekennen sich zu ihm. In der Paulskirche überraschte er sein Publikum mit einer Sonate von César Franck, grandios und einfühlsam – unterstützt von seinem langjährigen Klavierbegleiter, dem französischen Pianisten Julien Quentin. Das Ganze begleitet von frenetischem Beifall, der eine Zugabe herausforderte.

Das Konzert war am  14. Juni beim Hessentag in Rüsselsheim in der Hessentagsarena zu hören. Mit von der Partie war der Jazz-Pianist, Komponist, Entertainer Joja Wendt.

Verleihung des Prix AbiBac 2017 auf dem Düsseldorfer Frankreichfest

2017, Juli 13.

Bereits zum fünften Mal wurde bei heiterster Stimmung im Innenhof des Düsseldorfer Rathauses auf dem diesjährigen Frankreichfest der „Prix AbiBac“ vom Deutsch-Französischen Kreis an ausgewählte AbiBac-Schüler des Lycée français sowie des Luisen-Gymnasiums – beides Düsseldorfer Schulen mit AbiBac-Zweig – verliehen. Diesmal ließ es sich der durch die Tour de France erprobte Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel im Beisein des französischen Generalkonsuls Vincent Muller nicht nehmen, den Schülern alles Gute mit auf den Lebensweg  zu geben.

→ 1. Preis für Alexandra Fadel

Das AbiBac ist eine Symbiose aus dem deutschen Abitur (Abi) und dem französischen „Baccalauréat“ (Bac). Es wird in beiden Ländern als vollwertige Hochschulreife anerkannt. In den AbiBac-Klassen werden zusätzlich zum verstärkten Französisch/Deutsch-Unterricht jeweils zwei Sachfächer in französischer und deutscher Sprache von französischen und deutschen Prüfern unterrichtet und geprüft. Der „Prix Abibac“ zeichnet jeweils die besten Schüler/innen aus, die aus der Oberstufe des jeweiligen Gymnasiums hervorgegangen sind.

v.l.n.r.: Lisa Haupt und Jordis Ingenhoven (nominiert, Luisen-Gymnasium), Pierre-Alexandre Krause (3. Preis, Lycée français), Hendrik-André Rootering (2. Preis, Lycée français ), Düsseldorfs OB Thomas Geisel, Geschäftsführerin des DFK Christiane von der Groeben, Juryvorsitzende Petra Kammann und der französische Generalkonsul Vincent Muller

Das AbiBac ist eine Symbiose aus dem deutschen Abitur (Abi) und dem französischen „Baccalauréat“ (Bac). Es wird in beiden Ländern als vollwertige Hochschulreife anerkannt. In den AbiBac-Klassen werden zusätzlich zum verstärkten Französisch/Deutsch-Unterricht jeweils zwei Sachfächer in französischer und deutscher Sprache von französischen und deutschen Prüfern unterrichtet und geprüft. Der „Prix Abibac“ zeichnet jeweils die besten Schüler/innen aus, die aus der Oberstufe des jeweiligen Gymnasiums hervorgegangen sind.

Die Auswahl für den „Prix AbiBac“ des Deutsch-Französischen Kreises basiert auf einem schriftlichen Beitrag der Abiturienten in der jeweiligen anderen Landessprache und einem anschließenden Gespräch mit den Jurymitgliedern, an dem auch der Präsident des Kreises, Dr. Cornelis Canenbley, sowie die Geschäftsführerin, Christiane von der Groeben, teilnehmen.

Denn die französischen Schüler vom Lycée français sollen nicht nur sehr gut Deutsch, die deutschen Schüler vom Luisen-Gymnasium nicht nur sehr gut Französisch sprechen und schreiben können. Sie sollen vor allem auch die Kultur des jeweiligen anderen Landes verstehen und repräsentieren können. Die prämierten Schüler und Schülerinnen sollen somit nicht nur Sprach-Botschafter, sondern auch Botschafter für das Verständnis der jeweils anderen Kultur sein.

→ v.l.n.r.:
Mark-Alexander Schreiweis, Sprachbeauftragter des Institut francais für das Land NRW,  Vincent Muller, französischer Generalkonsul, und DFK-Präsident Cornelis Canenbley

Der erste Preis (300 Euro) ging in diesem Jahr an Alexandra Fadel (Luisen Gymnasium), der zweite Preis (200 Euro) an Hendrik-André Rootering (Lycée français), der dritte Preis (100 Euro) an Pierre Alain Krause (Lycée français). Nominiert – auch das ist eine Auszeichnung – wurden außerdem Antonin Jean vom Lycée français sowie Lisa Haupt und Jordis Ingenhoven vom Luisen-Gymnasium.

Der Jury des „Prix AbiBac“ unter Vorsitz der Romanistin, Dozentin und Publizistin Petra Kammann gehören noch weitere Präsidiumsmitglieder des Deutsch-Französischen Kreises an wie Professor Bernd Kortländer (ehem. Stellvertr. Leiter des Heinrich-Heine-Instituts) sowie Mark-Alexander Schreiweis, Sprachbeauftragter des Institut français für das Land NRW.

Als Erinnerung an die Preisverleihung erhielten die ausgewählten Schüler und Schülerinnen den dreisprachigen Gedichtband von Stéphane Hessel „O, ma mémoire“ aus dem Düsseldorfer Grupello Verlag sowie eine CD mit französischen Chansons.

Text: Petra Kammann, Fotos: Uwe Kammann