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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Bildung · Pisa von innen

KulturRegion Rhein-Main 2020

2020, Januar 16.

Das Glück der Region liegt in der Kultur – dank hervorragender Netzwerkarbeit 

„Willst du immer weiter schweifen?/ Sieh, das Gute liegt so nah./ Lerne nur das Glück ergreifen / Denn das Glück ist immer da….“ Frankfurts Dichter aus dem Großen Hirschgarten empfiehlt sich tatsächlich in vielen Lebenslagen…

Stadt und Land, Hand in Hand. Die Aufsichtsratsvorsitzenden: Kulturdezernentin Ina Hartwig (Mitte) und Landrat des Kreises Groß-Gerau Thomas Will (re) und Geschäftsführerin der KulturRegion Sabine von Bebenburg (re); Matthias Wagner K, Hausherr Museum Angewandte Kunst (li) und Kuratorin Magdalena Zeller (li), Foto: Petra Kammann

Wer also wissen möchte, wo und wann er im Umkreis von etwa 100 km Interessantes findet, kann getrost die relevanten Informationen in den Programmheften der Rhein-Main-Region zu Rate ziehen. Mit ihren Programmen und Projekten macht sie vielfältige kulturelle Angebote einer breiten Zielgruppe zugänglich. Dabei setzt sie 2020 den Fokus auf aktuelle Themen wie z. B. Nachhaltigkeit.

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Besondere Momente des Jahres 2019

2019, Dezember 27.

Bilder aus der Kulturwelt der Mainmetropole

Gesehen und aufgelesen von

Petra Kammann

Zum Auftakt des Bauhausjahres: Die „Moderne am Main“ im Museum Angewandte Kunst

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Kulturtipps: Was FeuilletonFrankfurt-Autoren empfehlen und was sie inspiriert

2019, Dezember 20.

Schauen, Entdecken und Staunen

Für Petra Kammann sind die Schätze des Städel Museums ein steter Quell neuer Seherfahrungen. 

Klar, in Sonderausstellungen wie „Making van Gogh“. Aber auch bei den alten Meistern der 2. Etage. Die Kostbarkeiten der italienischen und flämisch-niederländischen Renaissance stellen für mich einen großen Reiz dar wie zum Beispiel die „Lucca-Madonna“ des Jan van Eyck. Betörend allein ihr leuchtend rotes Gewand mit dem natürlichen Faltenwurf, die schützende Intimität des Innenraums, in dem Licht auf einzelne Gegenstände fällt, das sie ganz plastisch erscheinen lässt. Welch Detailreichtum lässt die feine Maltechnik des flämischen Meisters hier aufscheinen! Gleich ob im kostbar gewebten Baldachin, in den goldschimmernden Löwen an ihrer Seite oder in der nackten Existenz des Kleinkindes, dem sich die Mutter mit innigem Blick zuwendet. Frankfurt kann sich glücklich schätzen, ein Werk von einem der bahnbrechendsten Künstler seiner Zeit zu besitzen. 2020 wird Flandern ganz im Zeichen Jan van Eycks stehen, nicht nur die frisch renovierten Außentafeln seines berühmten Genter Altars. Und wir haben eines seiner Meisterwerke vor der Haustür…

Jan van Eyck, Lucca-Madonna, ca. 1437, 65,7 x 49,6 x 0,8 cm, Städel Museum Frankfurt am Main© Städel Museum 

Hans-Bernd Heier ist begeistert von der Jugendstil-Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden.

Der ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess hat seine einzigartige Kollektion dem Museum geschenkt – die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat.

Ein Riesenglücksfall für Wiesbaden und für Jugendstil-Freunde! Zum 90. Geburtstag des Mäzens wurde die grandiose Dauerausstellung im Juni 2019 eröffnet. Um eine adäquate Inszenierung der hochkarätigen Artefakte als Gesamtkunstwerk zu erreichen, wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut.

An dem Umbau beteiligte sich Neess mit einem Millionenbetrag. Zu bewundern sind rund 500 Preziosen allerhöchster Qualität – mit „Überwältigungsgarantie“, so der Kurator Dr. Peter Forster.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Renate Feyerbacher empfiehlt die Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Über 100 prall gefüllte Kartons mit dem filmbezogenen Nachlass kamen seinerzeit ins DFF. Sieben Monate sichtete der Archivar Schrift-, Bild-, Ton- und 3D-Dokumente des 2014 verstorbenen Maximilian Schell. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die zu Weltstars wurden. Aber er war nicht nur ein großer Schauspieler im Film und auf der Theaterbühne, sondern auch Produzent, Opernregisseur, Maler, Zeichner, Autor, Kunstexperte und Pianist – ein Multitalent. Früh in seiner Karriere erhielt er den Oscar für „Judgment at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg – 1961.) Eine Starbesetzung, zu der auch Marlene Dietrich gehörte. Mit 52 Jahren macht er sich an das Projekt „Marlene“ – ab 1982. Der Dokumentarfilm über die  legendäre Marlene Dietrich, die nicht gefilmt werden wollte, aber intensiv mit  Maximilian Schell redete, wurde vielfach ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.  Einige Tondokumente sind im Marlene-Separée zu hören.

Abbildung: Ausstellung Maximilian Schell im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum

Erhard Metz schätzt Maria Magdalena, die „Schöne Ulmerin“: zunächst des Ulmer Bildschnitzers Michel Erhart (um 1475-1480) und dann der wunderbaren Frankfurter Malerin Barbara Feuerbach (2004). 

Maria Magdalena, die starke, neben der Mutter Jesu bedeutendste Frau im Neuen Testament, verehrt als Gefährtin des Erlösers, die unter dem Kreuz stand, als die Jünger-Männer längst geflohen waren, die am offenen Grab als erste dem Heiland begegnete und die Kunde von der Auferstehung in die Jüngerrunde trug. Heilige, dann aber von einem männerbündischen Klerus (Papst Gregor I.!) noch bis in die Neuzeit als Prostituierte und Sünderin verfemt. Auch bei Meister Erhart steht die modische burgundische Hoftracht mit der riesigen Haube, das reich geschmückte Stirnband und der aufwändig ausgebreitete Schleier für eitlen, lasterhaft-sündigen Lebenswandel. Barbara Feuerbach überträgt das Bild dieser Magdalena ins Hier und Heute – nun als selbstbewusste, kesse wie zugleich sinnend-nachdenkliche junge Frau. Und mit ihrer provokanten Schleife gibt sie noch einem jeden Widersacher Kontra!

Michel Erhart, Reliquienbüste der Hl. Maria Magdalena, Ulm, um 1475-80, Lindenholz, spätgotische Fassung mit neueren Ergänzungen, Ulmer Museum, Bildnachweis: Rufus46, wikimedia commons/Creative commons CC 3.0/Barbara Feuerbach, Maria Magdalena, 2004, Acryl auf Holz, Foto: Erhard Metz

Simone Hamm war von Mircea Cartarescus neuem Roman „Solenoid“ tief beeindruckt

Bei dem rumänischen Autor Mircea Cartarescu muss man sich einlassen auf Wahn und Irrsinn, auf die abgedrehtesten Erinnerungen, auf Halluzinationen, auf eine morbide Erotik, auf psychedelische Träume.
In „Solenoid“ (Zsolnay) erzählt er auf über 900 Seiten die phantastische Geschichte eines Lehrers.
Mircea Cartarescu steigert die Wahrnehmungskraft seiner Protagonisten ins Unermessliche – sie sind wie in Trance, wie in einem visionären Traum. Hyperrealistisch.
Und er erzählt er von einem zerfallenen Bukarest, das sich in den Himmel erhebt. Für Cartarescu ist Bukarest immer eine mysteriöse Stadt geblieben, eine, die er sich selbst erträumt haben könnte. Ernest Wichner hat das grandios ins Deutsche übertragen.

   

Mircea Cartarescu, Foto: Simone Hamm

Die neapolitanische Krippe aus St. Leonhard im Dommuseum

2019, Dezember 18.

Jauchzet, frohlocket!

   

Krippenfiguren aus St. Leonhard, Dommuseum

2019 kann in St. Leonhard zwar endlich wieder Weihnachten gefeiert werden. Die Restarbeiten in der Kirche sind auch so gut wie abgeschlossen; die nördliche Vorhalle mit dem hängenden Gewölbe und der Heiliggrab-Kapelle werden jedoch noch eine ganze Weile Baustelle bleiben.

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Der International Christmas Tea im Frankfurter Römer

2019, Dezember 13.

Welcome, bienvenues les Dames! Alle Jahre wieder…

Vorweihnachtliche Benefizveranstaltung des International Women’s Club (IWC) mit großer konsularischer Präsenz

Von Petra Kammann

Die srilankesische Generalkonsulin Madurika Joseph Weninger, die japanische Generalkonsulin Setsuko Kawahara, IWC-Präsidentin Roseann Padula, die französische Generalkonsulin Pascale Trimbach, Bürgermeister Uwe Becker, (v.l.n.r.), Foto: Petra Kammann

von Petra Kammann

Auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Römer mit der hohen Tanne schüttet es nur so. Die Budenbetreiber sind nicht zu beneiden. Triefend nass betrete ich den Römer. Wie gut, dass wir das Glück haben, unter den Blicken der Kaiser ein bisschen Wärme zu erleben. „Herbei oh Ihr Gläubigen“ („Adeste fideles“) klingt es dann auch umso aufmunternder vom Posaunenchor der Bethlehem-Gemeinde, der am selben Abend noch von der Alten Nicolaikirche Weihnachtslieder spielte.

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Wissenschaftspreise der Ingrid zu Solms-Stiftung

2019, Dezember 5.

Weiblich – Wissenschaftlich – Würdig

Für Frauen mit Elitepotential

von Renate Feyerbacher

Die Medizinerin Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels gründete 1993 eine Stiftung, die sich um den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs kümmert. Zunächst war nur an eine Auszeichnung für Medizinerinnen gedacht. Später kamen die Natur- und Ingenieurwissenschaftlerinnen hinzu, es folgten Preise für Menschenrechte, für Kunst und Kultur und für die Förderung hochbegabter Schülerinnen.

Christina Zielinski, Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels, Katharina Höfer, Alle Fotos: Renate Feyerbacher

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Zum 450. Todesjahr Pieter Bruegels des Älteren

2019, Dezember 3.

Variationsreiche Spuren des flämischen Meisters in seiner Heimat

von Petra Kammann

Um den flämischen Meister Pieter Bruegel den Älteren (1525/30-1569), der vor allem unzureichend als „Bauernbruegel“ in die Geschichte eingegangen ist, rankten sich in diesem Jubiläumsjahr zwischen Brüssel und Antwerpen rund um seine Werke besondere Ausstellungen und Inszenierungen. Das Land, in dem der Künstler lebte und arbeitete, besitzt nicht nur verborgene Schätze, sondern es hat sich auch zu den Motiven des Malers, der tief im Land verwurzelt ist, eine Menge einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf den genialen Renaissancekünstler zu lenken, so real wie möglich, so digital wie nötig…

,Der Sturz der rebellierenden Engel‘ von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahre 1562 ist eines der Meisterwerke der Königlichen Museen der Schönen Künste in Belgien. Abb.: KMSKB, Brüssel, inv. 584 © KMSKB, Foto: Grafisch Buro Lefevre, Heule 

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Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky als Bastelbogen

2019, November 28.

Die Mutter der Einbauküche zum Falten und Kleben 

Die Frankfurter Küche hat Geschichte geschrieben. Der Leiter des städtische Hochbauamts Ernst May, der zwischen 1925 und 1930 ein Neues Frankfurt plante, um breite Bevölkerungsschichten mit günstigen, zweckmäßig ausgestatteten Wohnungen zu versorgen, hatte die damals knapp 30-jährige Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 in sein Team nach Frankfurt geholt. Schütte-Lihotzky hatte sich nämlich schon früh mit der Frage beschäftigt, wie richtiger Wohnungsbau die Hausarbeit erleichtern könnte. Für die neuen Frankfurter Siedlungsbauten entwickelte sie daraufhin eine Küche, die bis heute Vorbild für Einbauküchen aller Art ist. Sie ist sogar leicht aus Pappe und Papier nachzubauen.

Von Petra Kammann

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ZONTA: Mit Frauenpower gegen Gewalt am 25. November

2019, November 24.

Die Mainmetropole leuchtet orange

Von Petra Kammann

100-Jahrfeier der Powerfrauen im Römer. In der ersten Reihe: Zonta-Präsidentinnen Susan Georgijewitsch, Zonta-Club Frankfurt,(3.v.l.) Katrin Lowitz, Zonta-Club Frankfurt II Rhein-Main (5.v.l.), Dr. Susanne von Bassewitz Zonta-International- Präsidentin 2018-2020 (4.v.l.), Foto: Kathrin Dassel

Zonta, die global agierende überparteiliche Organisation, war am 8. November vor hundert Jahren in Buffalo, New York, gegründet worden. Gerade noch war Susanne von Bassewitz, die erste deutsche Weltpräsidentin von Zonta International, eigens in den Kaisersaal des Frankfurter Römer gekommen, um eine eindringliche Festrede ( s.u.)  zum 100-jährigen Bestehen des weltweiten Netzwerks engagierter berufstätiger Frauen zu halten, macht auch schon am 25. November eine in der Stadt sichtbare Zonta-Aktion gemeinsam mit dem Frauenreferat Frankfurt auf sich aufmerksam.

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Theaterpreis DER FAUST 2019 in Kassel

2019, November 23.

Ein Querschnitt durch die Deutsche Theaterlandschaft

von Renate Feyerbacher

Die glücklichen Preisträgerinnen und Preisträger bei der Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST, im Staatstheater Kassel am 9. November 2019; Fotos: Oliver Kern / FAUST Theaterpreis 

Einer der eigenwilligsten, deutschen Theatermacher, Roberto Ciulli, erhielt am 9. November im StaatstheaterKassel den renommierten deutschen Theaterpreis DER FAUST, der seit 2006 verliehen wird, für sein Lebenswerk. Endlich!

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