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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Bildung · Pisa von innen

„Farbe satt“ in der exzellenten Nay-Schau im Museum Wiesbaden

2022, September 22.

Kraftvoll dynamische Bilder faszinieren in der ersten umfassenden Retrospektive seit 30 Jahren

Von Hans-Bernd Heier

Ernst Wilhelm Nay zählt zu den bedeutendsten Farbmalern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erstmals werden nach fast  30 Jahren die kraftvollen, dynamischen Bilder des überragenden Malers wieder in einer breit angelegten Retrospektive präsentiert. Als documenta- und Biennale-Künstler hat Nay nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bekanntheit erlangt. Sein facettenreiches Oeuvre ist figürlich und abstrakt. Nays Werkserien sind vielseitig, tiefgründig und farbgewaltig. Das Museum Wiesbaden zeigt in der grandiosen Ausstellung „Ernst Wilhelm Nay – Retrospektive“ nicht nur die berühmten Lofoten-, Scheiben- oder Augenbilder. Ein besonderer Fokus liegt auf den in der Rhein-Main-Region entstandenen bedeutenden Werkgruppen der „Hekate- und Fugalen Bilder“.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

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Zum Tod von Fritz Pleitgen

2022, September 16.

Fritz Pleitgen – ein journalistisches Urgestein. Der langjährige WDR-Intendant war nicht nur ARD-Korrespondent in den den USA und in der Sowjetunion, sondern neben vielem anderen auch ein erfolgreicher Kulturmanager der Ruhr.2010. Gestern Abend starb er im Alter von 84 Jahren. Eine kleine persönliche Erinnerung  an den so weitsichtigen wie unerschütterlich standfesten Manager der Ruhr.2010 von Petra Kammann, die ihn für die damalige Zeitschrift …IN RHEINKULTUR mehrfach zu Gesprächen und Reportagen traf.

Fritz Pleitgen wollte zusammenbinden, was zusammengehört und die 53 Städte des Ruhrgebiets zur Kulturhauptstadt machen, Foto: Petra Kammann.

Welche Herausforderung das war, die Partikularinteressen der verschiedenen Kommunen zu vereinen, zeigte die Karte in seinem Arbeitszimmer in Essen im Jahre 2009. Ganz früh schon sagte er: „Wir wollen massenattraktiv sein und gleichzeitig hoch anspruchsvoll“. Voller Elan verfolgte er die spektakuläre Idee, die A 40 zu sperren, um alle Leute im Revier an einen Tisch zu setzen und das an der viel befahrenen West-Ost-Schlagader. Wie visionär für den handfesten Pragmatiker. Er war eben ein Medienprofi! Eine andere Begebenheit war die unkonventionelle „Rote Sofa“-Aktion, wo Petra Kammann ihn journalistisch begleitete (S. Anlage).

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74. Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) mit dem Ehrengast Spanien. Das spanische Königspaar, König Felipe VI und Königin Letizia, ist auch dabei

2022, September 8.

Ehrengastland Spanien

Es wird Herbst und nach zwei schwierigen Jahren steht die 74. Frankfurter Buchmesse (19. – 23. Oktober 2022) mit dem Ehrengastland Spanien in den Startlöchern. Mit hohem Staatsbesuch des spanischen Königspaars, König Felipe VI. und Königin Letizia, ist zu rechnen, mit zahlreichen internationalen Autoren wie Donna Leon, Elvira Sastre, Mithu Sanyal, Florence Brokowski-Shekete u.v.a., und auch mit einer sprachlichen Vielfalt. Damit rückt auch das Thema Übersetzen ins Zentrum. „Translate. Transfer. Transform“ heißt da die Devise. Einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie erotisch das Übersetzen sein kann, gab heute bei der Pressekonferenz die spanische Autorin Christina Morales, deren Übersetzerin Friederike von Criegern auch dort war und der die Autorin ausdrücklich dankte. Buchmessedirektor Juergen Boos blickte optimistisch in die Zukunft. Frankfurt sei die größte Kulturmesse der Welt und immer schon ein Seismograf für aktuelle Themen gewesen. So haben sich trotz der vertrackten Weltlage schon wieder über 80 Länder angemeldet. Gehen wir also den Herbst optimistisch und selbstbewusst an!

Buchmessedirektor Juergen Boos auf der Pressekonferenz, Foto: Petra Kammann

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Zum Saisonstart: Einzelausstellung „Longing souls and bodies lost“ von Alice Máselníková

2022, September 1.

Alice im Wunderland

Von Petra Kammann

Gedichte, Ölbilder, Aquarelle und Skizzen auf Papier der tschechischen, in Stockholm lebenden Künstlerin Alice Máselníková sind in einer Einzelausstellung im Kunstverein Eulengasse in skurrilen Bildern zu erleben. Sie spiegeln die Sehnsucht nach der verlorenen Einheit von Körper, Geist und Seele Vernissage ist am 2. September 2022.

Die in Stockholm lebende Malerin und Kuratorin Alice Máselníková, Foto: Petra Kammann

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München 72: Die olympischen Spiele in der Rückschau

2022, August 26.

Zwei Publikationen bieten eine gute Grundlage für produktive Erinnerungen

Von Uwe Kammann*

„Munich 22″– unter diesem Motto liefen gerade die European Champions. Wer die Bilder des Sportfestes gesehen hat, kann sich annähernd vorstellen, wie das war, vor 50 Jahren, nachdem in München am  26. August die Spiele der XX. Olympiade eröffnet wurden. Das Motto lautete so einfach wie vielversprechend: „Die heiteren Spiele“. Und es wurde in jeder Minute eingelöst, getragen von einer Begeisterungswelle und einer Stimmung, die schnell eine Schlagzeile auslöste: Goldmedaille für das Publikum. In der Tat: Es feierte die Athleten, ganz unabhängig von Medaillenerfolgen und Nationalitäten, es feierte sich selbst in seiner Weltoffenheit – und bestätigte aufs Beste die Intentionen der Olympiamacher.

Hostessen vor dem Olympiaturm 1972: Die Damen sollten zwischen 19 und 30 Jahren alt sein, mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen sowie sich durch ein freundliches Wesen auszeichnen; Bildnachweis: /BSB/Alle Fotos –  bis auf die Autorenfotos – aus: „München in Bildern“, Volk Verlag/Bildarchiv/ Georg Fruhstorfer

Bis sich, im Morgengrauen des 5. September, der heitere bayerische Himmel zum finstersten Schwarz verdunkelte: mit dem Anschlag des palästinensischen Terrorkommandos Schwarzer September auf die israelische Mannschaft. Elf als Geiseln genommene Sportler wurden ermordet. Fünf der Terroristen wurde bei einer fehlgeschlagenen Befreiungsaktion erschossen. Ein Polizist starb.

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Die Jüdischen Filmtage 2022 – Jüdische Kultur mitten in Frankfurt

2022, August 24.

Die Jüdischen Kulturwochen, 1980 auf Initiative von Michel Friedman und Hilmar Hoffmann gegründet, sind seit über 40 Jahren fester Bestandteil des Kulturprogramms der Jüdischen Gemeinde und der Stadt Frankfurt. Sie …“öffnen den Blick für gesellschaftspolitische Debatten und Krisen der Gegenwart und gewähren zugleich Einblicke in historische Kontexte jüdischen Lebens“, sagt Frankfurts Kultur- und Wissenschaftsdezernentin lna Hartwig. In ihrer nunmehr vierten Auflage vom 4. bis 18. September 2022 tragen die Filmtage jüdisches Leben und die spannende sichtbare Vielfalt des zeitgenössischen jüdischen Filmschaffens in ausgewählten Programmkinos sowie im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum in die Stadt, und zwar mit 25 Filmscreenings, Lesungen, Konzerten und weiteren Formaten. Dabei legt das Festival unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine u.a. einen Fokus auf ukrainische, postsowjetische und osteuropäische jüdische Lebenswelten.

Still aus Paweł Łozińskis Dokumentation: „Der Balkonfilm“

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022: Sasha Marianna Salzmann hält Laudatio auf Serhij Zhadan

2022, August 2.

Die Autorin, Theatermacherin und Kuratorin Sasha Marianna Salzmann  hält die Laudatio auf Serhij Zhadan, der in diesem Jahr mit dem Friedens­preis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, den 23. Oktober 2022, um 10:45 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen.

Sasha Salzmann, Laudatorin für den Friedenspreisträger 2022, © Vera Tammen

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„Richard Wagner und das deutsche Gefühl“ –  Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin

2022, Juli 30.

Von  Renate Feyerbacher

Gleich zwei Ausstellungen im Deutschen Historisches Museum (DHM) in Berlin widmen sich zwei herausragenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts: Karl Marx, Philosoph, Ökonom und Gesellschaftstheoretiker und Richard Wagner, Komponist, Schriftsteller, Journalist, Festspielgründer, der außerdem auch noch Revolutionär, Exilant, Bankrotteur, Protegé wohlhabender und adeliger Männer war und vor allem von Bayerns König Ludwig II. unterstützt wurde.

Ausstellungsansicht „Richard Wagner und das deutsche Gefühl“© Deutsches Historisches Museum/David von Becker

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Fluxus – „fließende“ Kunstform auch nach 60 Jahren faszinierend

2022, Juli 27.

Im Fokus des Jubiläumsprogramms „Fluxus Sex Ties“ künstlerische Positionen von Frauen

 Von Hans-Bernd Heier 

1962 fanden im Vortragssaal des Museums Wiesbaden, dem jetzigen Hessischen Landesmuseum für Kunst und Natur, die „Fluxus Internationale Festspiele Neuester Musik“ statt. Diese kulminierten in der legendären Zerstörung eines Steinway-Konzertflügels mit Axt und Säge und sorgten weltweit für Schlagzeilen. Diese spektakuläre öffentliche Zertrümmerung eines Pianos wurde als brutaler Affront gegen bürgerliche Traditionen und als regelrechter Skandal wahrgenommen. Die gewaltsame Klavier-Zerstörung ging in die Kunstgeschichtsschreibung ein und wurde als Geburtsstunde der neuen, damals noch revolutionären Kunstform angesehen.

Dorothy Iannone: „A Souvenir for Ajaxander“, 1989/90, Foto: Giorgia Palmisano, Courtesy: Archivio Conz, Berlin

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KulturRegion Rhein-Main: Tage der Industriekultur mit dem Fokus auf „Zukunft(s)formen“

2022, Juli 22.

Zukunftsvisionen zum 20-jährigen Jubiläum

Zum 20. Mal finden vom 3. bis 11. September 2022 die „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ statt. Seit 2014 zeigt das beliebte Veranstaltungs-format der KulturRegion einem breiten Publikum industriekulturelle Orte in der Metropolregion FrankfurtRheinMain, die sonst nicht zugänglich sind.

Hafen Offenbach, Foto: Sabine von Bebenburg

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