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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Das Eröffnungskonzert der Kronberg Academy 2022

2022, September 29.

Englische Eröffnung – Das Spiel beginnt

Ein architektonisches Klangwunder

Von Petra Kammann

In Kronberg, wo Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt in einem einmaligen Studiengang ausgebildet werden, ist nach fünf Jahren Bauzeit nun mit dem Casals Forum ein europaweit einzigartiger klimaneutraler, akustisch perfekter und ästhetisch gelungener Konzertort entstanden, der ab jetzt mit Musik gefüllt wird. Mit Beginn des Kronberg Festivals am 24. September wurde das Casals Forum in dem etwa 550 Personen fassenden neuen Konzertsaal eröffnet. Namensgeber des Neubaus war der weltberühmte Cellist Pablo Casals (1876-1973), für dessen Werte wie Exzellenz und Mitmenschlichkeit die Kronberg Academy steht. Zum Festival-Auftakt nahmen uns das Chamber Orchestra of Europe, Sir András Schiff und Solisten mit auf ihre Reise von England nach Deutschland und von Deutschland nach England mit Musik von John Dowland und Benjamin Britten, Joseph Haydn und… Johann Sebastian Bach. Außerdem waren etliche prominente Musikerinnen und Musiker gekommen.

International sowohl als Solist, als auch mit großen Orchestern unterwegs, trat Sir András Schiff hier als Dirigent des berühmten European Chamber Orchestra auf, Foto: Petra Kammann

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Erste Informationen zum Lesefest rund um den Römer – OPEN BOOKS zur Frankfurter Buchmesse!

2022, September 29.

Spannendes und abwechslungsreiches Programm bei freiem Eintritt

Das beim Publikum so beliebte Lesefest zur Buchmesse kann in diesem Jahr endlich wieder ganz offen und ohne Beschränkungen durchgeführt werden  – OPEN BOOKS. Auf dem städtischen Lesefest zur Frankfurter Buchmesse haben Besucher:innen hier die Gelegenheit, Autor:innen und ihre Bücher live zu erleben. Rund 100 Veranstaltungen laden dazu ein, Herbstneuerscheinungen aus den Sparten deutsche und internationale Belletristik, Sachbuch, Graphic Novel/Comic und Lyrik zu entdecken. Neben einem Schwerpunkt zum diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse – Spanien – liegt ein Fokus im internationalen Programm auf Autor:innen aus der Ukraine, u.a. mit Oksana Sabuschko, Juri Andruchowytsch und Tanja Maljartschuk. Zudem ist der Schweizer Buchpreis mit den nominierten Autor:innen der Shortlist vertreten. Bis auf die Eröffnungsveranstaltung, die gemeinsam mit dem Blauen Sofa in der Deutschen Nationalbibliothek durchgeführt wird, und dem Lyrikabend „Teil der Bewegung“ (Abendkasse) gilt bei allen Lesungen: freier Einlass.

Dr. Sonja Vandenrath (Kulturamt Stadt Frankfurt) und Moderator Ulrich Sonnenschein (hr) stellten das Programm vor; Foto: Petra Kammann

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Oper Frankfurt abermals „Opernhaus des Jahres“

2022, September 28.

Eine große Überraschung ist es nicht: Zum bereits sechsten Mal ist die Oper Frankfurt in der diesjährigen Umfrage der renommierten Zeitschrift „Opernwelt“ zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt worden – davon schon fünf Mal unter der Intendanz von Bernd Loebe.

FeuilletonFrankfurt gratuliert!

 Die Oper Frankfurt, zum 6, Mal „Opernhaus des Jahres, Foto: Uwe Kammann

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Verleihung des Rheingau Literatur Preises 2022 an Katerina Poladjan

2022, September 27.

Ausgezeichnete „Zukunftsmusik“ mit heiterer Melancholie

Von Petra Kammann

Wo gibt’s das schon? 111 Flaschen besten Riesling als Preis“geld“. Dazu noch reale 11.111 Euro. Die Entscheidung für die Preisträgerin des Rheingau Literatur Preises in diesem Jahr war genial… Er ging an die Schriftstellerin und Essayistin  Katerina Poladjan für ihren vielschichtigen und fein verwobenen Roman „Zukunftsmusik“. Ihre Dankesrede hat in der Symbolik alles übertroffen. Humor- und phantasievoll hat sie sich dabei auf das originelle 111er Zahlenspiel eingelassen.

Katerina Poladjan, geboren in Moskau, aufgewachsen in Rom und Wien, lebt heute in Deutschland und schreibt Theatertexte und Essays, Foto: Petra Kammann

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So haben Sie Musik noch nie gehört … Erste FeuilletonFrankfurt-Impressionen zur Eröffnung des Casals Forum in Kronberg

2022, September 24.

Und so gesehen auch nicht…

Die Kronberg Academy gilt heute als eine der wichtigsten Begegnungs- und Ausbildungsstätten für junge Geiger, Bratschisten, Cellisten und inzwischen auch für junge Pianisten. Mit der Eröffnung des „Casals Forums“, einem Kammermusiksaal mit angegliedertem Studienzentrum, wird die Kronberg Academy mit all ihren Aufgaben in Kronberg ein Zuhause mit Zukunft haben. Schauen wir uns das Ganze kurz vor der Eröffnung als work in progress an. Musik muss einem Zweck dienen. Sie muss Teil von etwas sein, das größer ist als sie selbst„, sagt der berühmte katalanische Cellist, Komponist und Dirigent Pablo Casals (1876-1973), ein Humanist durch und durch: „In erster Linie bin ich Mensch, in zweiter ein Künstler. Als Mensch ist es meine Pflicht, den Menschen Gutes zu tun„. Ganz fein schimmern seine Sätze auf den geschwungenen Außenwänden des Kammermusiksaals, der am 23. September eröffnet wurde. Casals Engagement stand Pate für das renommierte Kronberg Festival. Und nun wird im Casals Forum das Kronberg Festival eröffnet. Raimund Trenkler und allen Beteiligten sei Dank.

Intime Atmosphäre im neuen Konzertsaal des Casals Forums. Hier spielt die Musik ab sofort, nicht nur wie bei der Generalprobe. Hier kann man den Musikern beim Musizieren zuschauen, Foto: Petra Kammann

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Nachklapp zur Documenta 15

2022, September 23.

Was aber bleibet… und wie provokativ darf Kunst sein?

Simone Hamm hat sich kurz vor Ende der hoch umstrittenen Documenta 15 umgesehen

Das indonesische Kollektiv Ruangrupa hat die künstlerische der Dociumenta 15 kuratiert. Ruangrupa, will neue Perspektiven schaffen, sich vom den eingefahrenen Strukturen des Kunstmarktes lösen, Kunst aus ehemals kolonialisierten Ländern zeigen. Es wurden kaum Stars, kaum große Galerien eingeladen. An über 32 Orten in Kassel wird Kunst gezeigt. Gesprochen und geschrieben aber wird vor allem über ein Wimmelbild, auf dem ein Mann mit Davidstern und Hakennase zu sehen ist, über palästinensische Agitpropfilme, ein libanesisches Archivbuch und über eine Bilderserie mit dem Namen: „Guernica Gaza“. Gestritten wird darüber, ob das antisemitisch ist. Die Kunst selbst gerät in den Hintergrund.

documenta fifiteen: Black Quantum Futurism, Clepsydra Stage, 2022, Installationsansicht, Rondell, Kassel, 10. Juni 2022, Foto: Nicolas Wefers

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„Farbe satt“ in der exzellenten Nay-Schau im Museum Wiesbaden

2022, September 22.

Kraftvoll dynamische Bilder faszinieren in der ersten umfassenden Retrospektive seit 30 Jahren

Von Hans-Bernd Heier

Ernst Wilhelm Nay zählt zu den bedeutendsten Farbmalern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erstmals werden nach fast  30 Jahren die kraftvollen, dynamischen Bilder des überragenden Malers wieder in einer breit angelegten Retrospektive präsentiert. Als documenta- und Biennale-Künstler hat Nay nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bekanntheit erlangt. Sein facettenreiches Oeuvre ist figürlich und abstrakt. Nays Werkserien sind vielseitig, tiefgründig und farbgewaltig. Das Museum Wiesbaden zeigt in der grandiosen Ausstellung „Ernst Wilhelm Nay – Retrospektive“ nicht nur die berühmten Lofoten-, Scheiben- oder Augenbilder. Ein besonderer Fokus liegt auf den in der Rhein-Main-Region entstandenen bedeutenden Werkgruppen der „Hekate- und Fugalen Bilder“.

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

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Spitzenposition, vor den Theatern Frankfurt und Basel: Oper/Theater Bonn in der jüngsten Kritikerumfrage des Magazins „Die Deutsche Bühne“

2022, September 21.

Die Premieren der neuen Spielzeit in Bonn

von Simone Hamm

In der Kategorie „Gesamtleistung Großes Haus“ belegen Oper/Theater Bonn vor den Theatern Frankfurt und Basel in der jüngsten Kritikerumfrage des Magazins „Die Deutsche Bühne“ die Spitzenposition.  Das Theater Bonn ist für die Kritiker das überzeugendste Theater. Man sieht bei dem von Bernhard Helmich geleiteten Haus „einen bewundernswerten Durchhaltewillen an ambitionierten Projekten gegen alle Widrigkeiten festzuhalten, Risikobereitschaft, dramaturgische Konsequenz und philologisch wertvolle Arbeit“. Grund genug, die Premieren der neuen Spielzeit in Bonn zu besuchen: die Uraufführung Mega 38/Stimmen des türkisch-deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli, der Tanzabend Zwischenwelten von Ballett am Rhein im Rahmen des Beethovenfestes Bonn und die Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

Uraufführung MEDEA 38 / STIMMEN von Dogan Akhanl nach Christa Wolff & Euripides & Seneca, Schauspielhaus Bonn, Foto: Thilo Beu

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Heiner Goebbels Erstaufführung von „A House of Call“ in der Alten Oper Frankfurt. Utopische und unerhörte Klänge mit „echoes from the past“

2022, September 20.

Ein vielstimmiges Haus mit einer Sprache jenseits der Sprache

von Petra Kammann

Dialoge, Beschwörungen, Gebete, Anrufungen, Aufrufe, Sprechakte oder Lieder geben den Ton an in Heiner Goebbels neuester Komposition A House of Call. My Imaginary Notebook. Stimmen, auf die er teils zufällig gestoßen ist, gefunden auf Reisen oder in Tonarchiven und aufbewahrt in einem imaginären Notizbuch. Auf jeden Fall unverwechselbare Stimmen, die uns nachgehen und zu Protagonisten eines gesamten Konzertes werden: eigentümliche Stimmen von Zeitgenossen und ungehörte Stimmen von den Wachsmatrizen der einstigen Phonographen, die ein neues Licht auf die verstrickte Geschichte werfen. Die fabelhaften Musikerinnen und Musiker des Ensembles antworten individuell oder kollektiv, kommentierend, unterbrechend, unterstützend oder widersprechend darauf. Musikalisch, versteht sich. Den abendfüllenden 4-teiligen Orchesterzyklus hat der Komponist u.a. auf Initiative des Ensemble Modern Orchestra geschrieben. Aber bevor es an die Frankfurter Erstaufführung in der Alten Oper im Rahmen des Festivals FRATOPIA ging, gab Heiner Goebbels im Clara Schumann Foyer vorab Einblicke in sein Schaffen.

Heiner Goebbels während seines Vortrags vor der Frankfurter Erstaufführung, Foto: Petra Kammann

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Ein Genie der Freundschaft

2022, September 18.

Abschied von Fritz Pleitgen

Ein Nachruf von Peter Voß

Fritz Pleitgen in der Funktion als Intendant der Ruhr.2010; Foto: Petra Kammann

Mit Fritz Pleitgen ist eine Persönlichkeit gestorben, welche die deutsche Rundfunklandschaft maßgeblich geprägt hat. Zunächst als Journalist, dann als ARD-Korrespondent (Sowjetunion, USA, DDR), schließlich  in hohen Ämtern beim WDR als TV-Chefredakteur, als Hörfunkdirektor und abschließend als Indentant (1995 bis 2007). Zwei Jahre, von 2001 bis 2002, war er dabei Vorsitzender der ARD, des Verbundes der Landesrundfunkantalten. In dieser Zeit hat er eng mit Peter Voß, dem Intendanten des Südwestrundfunks, zusammengearbeitet. Beide haben damals wesentlich die Strategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitbestimmt. FeuilletonFrankfurt veröffentlicht hier einen Text, den Peter Voß in Gedenken an Fritz Pleitgen verfasst hat – gegründet auf langer freundschaftlicher Verbundenheit.(ff)

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