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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Samstag, Sonntag, Montag von Eduardo die Filippo am Schauspiel Bochum, Zeche 1, in der Inszenierung von Johan Simons

2020, Februar 24.

Das perfekte italienische Dinner

von Simone Hamm

Auch das Publikum ist Teil der Aufführung: Foto: Martin Steffen / Schauspielhaus Bochum

Der hufeisenförmige lange Tisch ist weiß eingedeckt. Auf dem Antipastiteller liegen gefüllte Auberginen und Zucchini, Champignons mit Frischkäse, Tomaten, Mozzarella , eingelegte Paprika, gebackenen Artischocken. Die Gäste breiten die Stoffservietten aus und beginnen zu essen. Doch sie sind in keinem gewöhnlichen italienischen Restaurant. Sie sitzen im kleinen Raum der Zeche 1 in Bochum, sind Teil einer Inszenierung  von Johan Simons. Es wird „Samstag, Sonntag, Montag“ von Eduardo de Filippo gespielt.

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„Ludwig Knaus – Homecoming“ im Museum Wiesbaden

2020, Februar 22.

Rückkehr der Hauptwerke des brillanten  Genremalers …. Aufstieg und Fall des einst gefeierten Stars

Von Hans-Bernd Heier

Ludwig Knaus zählte zu den bedeutendsten deutschen Malern im 19. Jahrhundert. Der in Wiesbaden 1829 geborene Künstler galt in seiner Zeit als der berühmteste Sohn der Stadt, der er sein ganzes Leben lang eng verbunden blieb. Mit seinen im In- und Ausland äußerst erfolgreichen „Sehnsuchtsbildern“ verhalf er der Genremalerei zu einer einzigartigen Popularität. Die aufstrebende Kurstadt „schmückte“ sich seinerzeit gerne mit dem Maler und war sich dessen künstlerischer Stellung im internationalen Kontext immer bewusst. Nach Knaus‘ Tod 1910 in Berlin verblasste jedoch sein Ruhm rasch und mit ihm auch die Bedeutung der Genremalerei.

Ludwig Knaus „Die Goldene Hochzeit“, 1859, Öl auf Leinwand; Grohmann Museum at Milwaukee School of Engineering; Foto: Grohmann Museum and Larry Sanders, Milwaukee

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Zum Tod von Ror Wolf

2020, Februar 21.

Ein Nachruf

von Hans Burkhard Schlichtung

Sich breitmachende Erzählgemütlichkeit, schlichte Illusionen, Heilsbotschaften und Worte zur Lage der Nation lagen ihm nicht. Ror Wolf, der am 17. Februar dieses Jahres gestorben ist, hat hierzulande nie zu den meinungsbildenden Autoren gehört, sondern auf andere Weise literarische Maßstäbe gesetzt.

Der Schriftsteller Ror Wolf am 26.02.2008 in seiner Wohnung in Mainz. Der 75-jährige erhält 2008 den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Die erstmals mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde Wolf für sein bisheriges Werk verliehen. Foto: Uwe Anspach dpa, zur Verfügung gestellt vom Verlag Schöffling & Co, Kaiserstra§e 79, 60329 Frankfurt am Main

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Kulturpreis der Ingrid zu Solms-Stiftung an Cellistin Raphaela Gromes

2020, Februar 20.

Eine enge Beziehung zum Instrument

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

„Wenn ich traurig bin, habe ich manchmal das Gefühl, das Instrument spürt das. Es klingt dann auch deprimiert, leicht verhangen. Aber umgekehrt, wenn ich fröhlich bin, spürt das auch das Cello [..]“ – zitiert nach der Laudation von Professor Norbert Abels.

Am Tag der Preisverleihung, am 30. Januar, die in der Villa Bonn, Sitz der Robert-Schumann-Gesellschaft, stattfand, klang es nicht nach Traurigkeit, nach Niedergeschlagenheit. Im Gegenteil: das Cello spürte die Freude der jungen Cellistin, die ihm herrliche Töne entlockte. Ihr Cello sang.

v.l.n.r.: Raphaela Gromes und ihr Klavierpartner Julian Riem mit Gräfin Ingrid zu Solms–Wildenfels 

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Ein ungewöhnlicher Liederabend mit Julian Prégardien (Tenor) und Tamar Halperin (Piano) in der Alten Oper

2020, Februar 17.

Von Bach, über Beethoven bis zu Busoni. Ein besonderer Dialog von Stimme und Piano

von Petra Kammann

Der Saal war gefüllt und die Spannung groß bei einem Programm, das zunächst auf den ersten Blick etwas abenteuerlich erschien. Wie lassen sich Lieder und Arien zwischen Barock und Spätromantik konzipieren, verbunden durch Präludien aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach. Bach –  ein romantischer Komponist?

Großer Beifall für die Solisten Julian Prégardien (Tenor) und Tamar Halperin (Klavier) im Mozart Saal der Alten Oper, Foto: Petra Kammann

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„Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ im Caricatura Museum

2020, Februar 16.

Höhen und Tiefen der letzten Dekade humorvoll und pointiert aufgespießt

Von Hans-Bernd Heier

Cartoonistinnen und Cartoonisten erweisen sich regelmäßig als scharfe Chronisten: Ihre Arbeiten spiegeln Höhe- und Tiefpunkte, Skandale sowie den herrschenden Zeitgeist wider – und das mit den Mitteln von Nonsens, pointierter Kritik und beißendem Humor. Unter dem Titel „Beste Bilder“ versammelt der Lappan-Verlag seit 2010 die treffsichersten Cartoons des Jahres von Deutschlands bekanntesten Cartoonisten in einer Buch-Reihe. Das Caricatura Museum Frankfurt würdigt dieses zehnjährige Jubiläum mit der großartigen Sonderschau „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“.

© Gerhard Haderer (aus: Beste Bilder – Band 7, 2016)

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Rundgang 2020 in der Städelschulen (2) – Begehrte Preise

2020, Februar 15.

Preisverleihungen zum Rundgang

In jedem Jahr vergibt der Förderverein Städelschule Portikus e.V. Kunstpreise mit Unterstützung seiner langjährigen Sponsorenpartner  an die Studierenden wie die Hans und Stefan Bernbeck Stiftung, Antje und Jürgen Conzelmann, Colliers International, Ernst & Young GmbH, FILIGRAN Trägersysteme GmbH & Co. KG, Künstlerhilfe Frankfurt e.V. , Landwirtschaftliche Rentenbank, Linklaters LLP, Lowland, R & S Daimlerstr. GmbH. Die jeweilige Fördersumme kommt den Preisträgerinnen und Preisträgern unmittelbar zugute. Außerdem ehrt sie die Arbeit, welche die Studierenden anlässlich des Rundgangs präsentieren. Moderiert wurde die Preisverleihung in diesem Jahr von Jack Brennan und David Moser.

Moderation: Jack Brennan und David Moser

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Rundgang 2020 in der Städelschulen (1)

2020, Februar 13.

Times are changing

von Petra Kammann

Kurz vor der Öffnung des Städelschulen-Rundgangs, Foto: Petra Kammann

Noch wird überall gewerkelt, bevor der alljährliche, im Februar traditionell stattfindende Rundgang der Städelschule stattfindet, auf dem die Studierenden einen Einblick in ihre aktuellen Arbeiten geben. Am Freitag, dem 14. Februar geht es dann um 10 Uhr los und endet am 16. Februar um 20 Uhr. Bevor die Besucher in die Städelschule strömen, hat der Direktor Philippe Pirotte, der seit sechs Jahren die renommierte Schule geleitet hat, noch zur Pressekonferenz geladen. Es ist eine besondere Station, weil er erst- und letztmalig im Duo mit Yasmin Raymond antritt, die nämlich ab April seine Nachfolge für die kommenden fünf Jahre antreten wird. Pirotte, der sich wieder stärker um inhaltliche Belange kümmern möchte, wird jedoch der Städelschule als Professor für Kunstgeschichte und Curatorial Studies erhalten bleiben.

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Van Gogh im Sturm erobert

2020, Februar 12.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

von Hannelore Kaus-Schwoerer

Vieles wurde in der Presse über die spektakuläre, in dieser Woche zu Ende gehende Ausstellung Making van Gogh im Frankfurter Städel geschrieben. Meist lobend wurde der Ansatz, die Rezeption  des umfangreichen Werkes des holländischen Malers in Deutschland einmal unter die Lupe zu nehmen, gewürdigt. Und natürlich wurde es geschätzt, dass 50 Originalgemälde und -grafiken Vincent van Goghs aus aller Welt und aus Privatsammlungen gezeigt wurden, die wohl in absehbarer Zeit nicht mehr in Deutschland zu sehen sein werden.

Außenwerbung am Städel für die Ausstellung, Foto: Petra Kammann

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Der Fotograf Denis Dailleux – diesmal mit Motiven aus Ghana

2020, Februar 12.

Ghana – Ein anderer Kosmos

Sie erinnern sich? Vor zwei Jahren hatte der renommierte und vielfach ausgezeichnete Fotograf Denis Dailleux (2019 zuletzt mit dem Prix Roger Pic) schon einmal in der Galerie-Peter-Sillem ausgestellt und zwar mit seinen malerischen Fotos „Denis Dailleux. Egypte. Mère et fils“, darunter einige von geradezu altertümlich-biblischer Schönheit.

Von Petra Kammann

Dailleux, der mehr als ein Jahrzehnt in Kairo gelebt hat, hatte seinerzeit Szenen des in manchem archaisch wirkenden Ägyptens mit seiner Kamera umkreist, dabei alltägliche Szenen aber niemals ausgespart. Er näherte sich den Menschen, die im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen, immer mit einer gewissen Diskretion und mit viel Zeit . An seiner Form des Sich-Annäherns an die andere Kultur hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Motive sind andere geworden.

Blick in die Ausstellung: „Denis Dailleux, Ghana“ in der Galerie-Peter-Sillem, Foto: Petra Kammann

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