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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Museum Wiesbaden blickt auf fulminantes Jubiläumsjahr mit Swiftie-Hype und Jawlensky-Archiv

2026, Januar 22.

Besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit

Von Hans-Bernd Heier

Das 200-jährige Jubiläum mit einer großen Vielfalt an Sonderausstellungen und nicht zuletzt der Hype um Friedrich Heysers Gemälde „Ophelia“ lockten 2025 viele Besucherinnen und Besucher in das Museum Wiesbaden. Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur, ein Zweispartenhaus, kann eine stolze Bilanz ziehen und feiert das abgelaufene Jahr mit 130.986 Besuchern als eines seiner stärksten Ausstellungsjahre. Das waren im Vergleich zu 2024 rund 20.000 Gäste mehr. „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“ lautet das Fazit von Museumsdirektor Dr. Andreas Henning.

Besucherin vor Ophelias – Gemälde (Ausschnitt); Foto: Christoph Boeckheler

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Das 63. Theatertreffen der Berliner Festspiele vom 1. bis 17. Mai 2026 

2026, Januar 20.

Alle Jahre wieder – und diesmal zum 63. Mal – werden bemerkenswerte Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum nach Berlin zum Theatertreffen eingeladen – Ausgewählt von einer 7-köpfigen Jury.

Von Walter H.Krämer

Vom 17. Januar bis 31. Dezember 2025 bereisten die sieben Jurymitglieder 98 Städte und sichteten insgesamt 739 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Shortlist befanden sich am Ende 36 Inszenierungen, die final diskutiert wurden. Zehn davon sind jetzt zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen.

Die Theatertreffen-Jury 2026: Alexandra Kedves, Martin Thomas Pesl, Sabine Leucht, Falk Schreiber, Vincent Koch, Sascha Westphal, Christine Wahl © Berliner Festspiele /Stefan Wieland

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Museum für Kommunikation Frankfurt: Programm in 2026

2026, Januar 16.

Breit gefächert und höchst aktuell

Von Hans-Bernd Heier

Im Rahmen eines Pressegesprächs  konnte Dr. Annabelle Hornung eine stolze Bilanz ihres ersten Jahres als Direktorin des Museums für Kommunikation Frankfurt präsentieren. Sie stellte ein facettenreiches, ambitioniertes Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm für das laufende Jahr vor –  mit dem Fokus auf Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz und gesellschaftlichem Dialog.

Über das vielseitige Jahresprogramm informierten (von links): Dr. Corinna Engel, Leiterin Ausstellungen, Bildung, Kommunikation, Direktorin Dr. Annabelle Hornung und Pressereferentin Regina Hock; Foto: Hans-Bernd Heier

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Städel und Liebieghaus: Rückblick auf das besucherstarke Jahr 2025 und Vorausschau für 2026

2026, Januar 13.

Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen  hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).

Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann

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Hessisches Staatsballett bei „tanz.köln“

2026, Januar 11.

Überwältigend: das Signaturstück von Sharon Eyal Corps de Walk“ an der Kölner Oper .

Von Simone Hamm

Sharon Eyal hat „Corps de walk“ 2011 für die norwegische Kompanie Carte Blanche choreografiert. Da war sie noch kein Star, der die Häuser füllt. Ihre Tanzabende sind ausverkauft. Auf der diesjährigen Ruhrtriennale gab es für ihr fulminantes „Delay the Sadness“ eine Zusatzvorstellung.

Corps de Walk, Foto: © Sinah Osner

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Triumph der Ameise

2026, Januar 8.

Peter Ronnefelds fulminante Oper „Die Ameise“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Wer ist Peter Ronnefeld? fragt man sich. Dabei war Ronnefeld  doch Anfang der 60iger Jahre ein aufstrebender Musiker, dem eine glänzende Karriere vorausgesagt wurde. Er war in Star in der Dirigentenszene, Assistent von Herbert von Karajan, Chefdirigent in Bonn, 1963 mit nur 28 Jahren Generalmusikdirektor in Kiel, Cembalist im Concentus Musicus von Nicolas Harnoncourt. Engster Freund von Thomas Bernhard, der in seiner Kurzoper „Die Nachtausgabe“ eine Sprechrolle übernahm. Da war Ronnefeld 21 Jahre alt.

„Die Ameise“ Nicole Wacker, Dietrich Henschel, Foto:© Bettina Stöß

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Reiche Kultur, pure Natur in Sri Lanka, Teil II

2026, Januar 4.

Unterwegs zur antiken Königsstadt Anuradhapura und ihren heiligen Stätten

Text und alle Fotos: Paulina Heiligenthal

„Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment“. Buddhistische Weisheit

Auf den Spuren der jahrhundertealten buddhistischen Spiritualität geht es heute in Richtung ehemalige Königsstadt, nach Anuradhapura, ca. 200 km nördlich von Colombo entfernt. Ins Herz der Nord-Zentral-Provinz, deren Hauptstadt sie ist. Der erste Halt auf dieser Route gilt der Stadt Negombo. Einer Fischerstadt, nur ein Steinwurf von Colombo entfernt. An der Westküste des Indischen Ozeans.

Im Vorhof der Oriental Library aus 1931 – am Bodhi-Baum – erhöht der Duft der gezündeten Räucherstäbchen die spirituelle Schwingung und Energetik

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2026: Auf ein gutes Neues!

2026, Januar 1.

Voller Hoffnung, Friede und Zuversicht,

Standhaftigkeit und Mut

Kultur und Lebensart in allen Variationen wünscht

den Leserinnen und Lesern von

FeuilletonFrankfurt

Die Herausgeberin Petra Kammann

 

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Die Verfilmung des Romans „L’Etranger“ von Albert Camus kommt Anfang des Jahres in die Kinos

2025, Dezember 30.

Nach Visconti nun François Ozons filmische Interpretation

Von Corinne Elsesser

„J’ai tué un Arabe“, sagt Meursault, als er in die Sammelzelle des Gefängnisses von Algier geworfen wird und konfrontiert damit, sachlich und kühl, auf den älteren – algerischen – Strafgefangenen, der ihn fragte, antwortet, warum er hier sei. Es sind die Schlüsselworte eines der großen Romane des Existentialismus.

https://www.forumdesimages.fr/avant-premiere-positif-letranger-de-francois-ozon

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Was FeuilletonFrankfurt- Autoren und Autorinnen besonders in 2025 auf- und gefiel…

2025, Dezember 29.

Bon Courage, Engagement und Durchhaltekraft fürs nächste Jahr

Petra Kammann wünscht sich mehr Mut, um für ein paar europäische Errungenschaften gerade zu stehen.

Alles in Europa auf verlorenem Posten? Doch wo bleiben unsere besonderen Errungenschaften, auf die wir stolz sein können, etwa auf die Deutsch-französische Freundschaft, oder auf das Medium Film, wenn wir so etwas nicht mutig verteidigen? Haben wir keine Träume und Utopien mehr? In Filmen scheinen sie neben viel Realität immer wieder auf. Das hat sich auf grandiose Weise der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Christophe Braouet mit seiner Equipe, dem Institut français (IFRA) und dem Arthouse Kino Cinéma zunutze gemacht und nicht nur die 25. Französische Filmwoche mit Premieren und Diskussionen organisiert, dazu auch noch ein  launiges Gala-Diner in Anwesenheit des georgisch-französischen Regisseurs Akaki Popkhadze. Nebenan in der Alten Oper wurde die Verleihung des Hessischen Film-und Kino-Preises fürs nächste Jahr abgeblasen. Klar müssen wir alle sparen. Aber manchmal braucht eine Kulturstadt wie Frankfurt auch ein wenig Glamour. Das gehört zum Film, nicht zuletzt, um so herausragende Leistungen zu würdigen wie den packenden Thriller „Brule le sang“ von Akaki Popkhadze  – diese Mélange aus Familienliebe, Exilleben, Realität, Gewalt, Heimweh und tief verwurzelter Religiosität jenseits der Côte- d’Azur-Postkartenidylle von Nizza. Hinzukommt: Die Französische Filmwoche lockte über 1000 Besucher an und bescherte der DFG zudem neue Mitglieder.

Roter Teppich für den französischen Film v.li.: Frankreichs Generalkonsul Nicolas Bergeret mit Gattin, Stadtverordnete Ina Hauck, Regisseur Akaki Popkhadze, DFG-Präsident Christophe Braouet und IFRA-Kulturbeauftragte Dominique Petre, Foto: Petra Kammann

 

Walter H. Krämer liebt das Theater

Wir leben in finsteren Zeiten. Wer hätte gedacht, dass das Drama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert wieder ein Stück „der Stunde“ werden könnte? Umso bemerkenswerter, dass es zwei Frankfurter Ensembles / Häuser aus der Freien Szene der Stadt sind, die dies auf den Spielplan setzten. Nicht als museale Veranstaltung, sondern mitten ins Herz heutiger Zuschauer*innen. Dem grandiosen Spiel von Eric Lenke im Kulturhaus Frankfurt – inszeniert von Anna-Sophie Sattler – kann man sich nicht entziehen. Hier wurde der Text genau gelesen und Kriegsheimkehrer Beckmanns Alptraum in seiner Bildhaftigkeit auch lautmalerisch in Szene gesetzt. Linus König  inszenierte das Stück in den Landungsbrücken – mit großem Ensemble und Jochen Döring als Beckmann. Ihnen zur Seite Sven Marco Schmidt, der in seiner Rolle als Dramaturg immer wieder das Spiel und die Geschichte unterbricht, um die Bedeutung für uns heute und deren Umsetzung auf der Bühne zu hinterfragen. Beides auch und gerade in ihrer Unterschiedlichkeit großartige und absolut sehens- und hörenswerte Arbeiten, die zeigen, dass die Frankfurter Freie Szene lebendig und sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung durchaus bewusst ist. Sich den finsteren Zeiten entgegenstellt und trotzdem / gerade deshalb das Leben feiert.

Noch immer oder schon wieder aktuell Borcherts Drama: „Draußen vor der Tür“

Margarete Berghoff blickt hinter die Kulissen der Regie

 

Drei Namen – Ein Mensch – Es geht um die Feministin und Sozialreformerin Bertha Pappenheim. Deren Krankengeschichte die Vorlage für Sigmund Freuds Fall „Anna O“ wurde und die unter dem Pseudonym P. Berthold veröffentliche. Der Text von Carolin Millner kommt mit wenigen eindringlichen Worten und Sätzen aus und sagt dabei mehr als ein ganzes Buch. Eine Regie, die aus wenig viel macht, voller zündender Ideen, die einfach umgesetzt werden, aber genau ins Schwarze treffen. 70 Minuten Theater vom Besten! Regie, Bühne und Kostüm durchdringen meisterhaft  Themen wie Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit, Widerstand gegen bestehende destruktive Normen und explizit gegen den damals grassierenden Mädchenhandel.

Choreografiertes Sprechtheater mit den beiden „brillanten“ Schauspielerinnen Mariann Yar und Judith Altmeyer. Intelligent, engagiert, assoziativ, informativ und interessant! Geplant sind außerdem weitere Aufführungen in Berlin, Frankfurt und Wien.

Ich bin kein Fall /Die Leben von Anna O., Bertha Pappenheim und P. Berthold.  „Produktionshaus Naxos“ in der Naxoshalle Frankfurt

 

Uwe Kammann wünscht sich mehr Schönheit in der Stadt

Frankfurt und seine Stadtgestalt: Was wird uns das neue Jahr zu diesem Thema bringen? Viele von uns treibt um, dass sich vieles nicht zum Positiven entwickelt. Umso dringlicher und wichtiger, dass sich die Bürgerschaft einbringt, wie es so schön heißt, je intensiver, umso besser. Gut deshalb, dass die einzigartige Institution des Deutschen Architekturmuseums (DAM) auch 2026 ein zentrales Forum für wesentliche Debatten bieten wird, und dass es Anschauung vermittelt, in welche Richtung es mit vorbildhafter Architektur gehen sollte und könnte, so beim DAM-Architekturpreis.

Den Rück-Umzug in das angestammte Villen-Haus am Schaumainkai im Juni mögen manche bedauern, weil das Zwischenquartier im Ostend mit seinem rauen Industriecharme auch Vorzüge bot. Aber das im Inneren schneeweiße Haus hat mit seiner Strenge auch vieles für sich: Vor allem Konzentration. Für überzeugte Frankfurter daher eine Empfehlung ohne jede Einschränkung: das DAM zu besuchen – und sich jederzeit gedanklich auf einen der Diskussionsstühle zu setzen. So wie in jener Runde, als es um die Nachhaltigkeit in der Architektur und Stadtplanung ging – und nicht zuletzt um die Schönheit der Stadt.

Auf diesen Stühlen finden im DAM immer interessante Diskussionen statt, Foto: Uwe Kammann

Paulina Heiligenthal mit neugierigem, auch fotografischem Blick in der Welt unterwegs

 

Es ist der letzte Abend meiner Kulturreise in Italien, als sich eine Tür der Basilika in Padua öffnet und zur Besichtigung oder auch zur Hl. Messe einlädt. Drinnen erklingten mystischer Gesang, und Gebete, die zur Erhöhung der Spiritualität beitragen. Ich bin ganz beim Hl. Antonius. Bat ihn schon als Kind um seine Hilfe, wenn ich etwas verloren hatte.

Die monumentale Basilika mit romanischen und gotischen Stilelementen, 1232 grundgelegt, erhebt sich über dem Grab des hier verstorbenen Heiligen und enthält viele Kunstschätze und Reliquien, wie die unversehrte Zunge des Heiligen. Nach und nach wurde die kleine Kirche mit Seitenschiffen, zahlreichen Kapellen, Kuppeln und Türmen erweitert. Und mit Fresken und Basreliefs, die begeistern.  Verschönert mit einem wunderschönen Weihwasserbecken mit der Statuette von Johannes dem Täufer aus Marmor von Tullio Lombardo ( 1455 -1532.) Aber, oh Schreck, das heilige Wasser befindet sich im Becken in einer billigen Porzellanschale. Eindrucksvoll und würdig für den wortgewandten, charismatischen Prediger dagegen die Innengestaltung aus Carrara-Marmor in Weiß und Gold, die das Grabmal fast überirdisch zum Leuchten bringt. Der Weg des um 1190 in Lissabon in eine portugiesische Adelsfamilie hineingeborenen Antonius, der in Coimbra die Priesterweihe empfing, führte nach Marokko, krankheitsbedingt nach einem Schiffsbruch schließlich nach Sizilien und ganz Italien.. Nach Rückkehr aus Padua fand ich einen längst verloren geglaubten goldenen Ohrhänger wieder. Grazie, San Antonio, Du Glorreicher!

Die monumentale Basilika von 1232 mit romanischen und gotischen Stilelementen, Foto: Paulina Heiligenthal

 

Simone Hamm liebt die Literatur, gelesene und gesprochene

 

Die Schauspielerin Angela Winkler hat ihre Erinnerungen „Das blaue Zimmer als Hörbuch eingelesen. Mit ihrer dunklen, vollen sanften Stimme. Es ist eine außergewöhnliche und großartige Lesung, weil vieles von dem, was sonst bei Hörbuchproduktionen weggeschnitten wird, bleibt. Das macht den Charme dieses Hörbuchs aus.

Angela Winkler seufzt, lacht, trinkt einen Schluck Wasser. Sie kommentiert ihre Erinnerungen. Sie liest vom Tod und schiebt ein – „Übermorgen gehe ich auf die Beerdigung meines Bruders“. Sie erzählt von schwierigen Inszenierungen, privaten Sorgen. Sie gibt sich nicht als Star. Sie schont sich nicht. Erzählt, wie der eine Hund an einer Raststätte versehentlich vergessen worden ist, der andere weglief und ins Tierheim kam. Sie hat ihn nicht abgeholt. „Gemein fügt sie hinzu.

Angela Winkler: „Mein blaues Zimmer. Gelesen von Angela Winkler. speak Low, Berlin 2025. 240 Min., 1 MP3-CD, 22,– €.