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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Das Vermächtnis des Professor Geh an die Stadt Bad Homburg 

2024, Februar 24.

Großherziger Nachlass für die Hölderlin-Forschung

Die Beziehung zwischen dem ehemaligen Direktor der Baden-Württembergischen Landesbibliothek, Prof. Dr. Hans-Peter Geh und Bad Homburg v. d. Höhe war eine ganz besondere. Hier hatte der hoch anerkannte Bibliotheksdirektor nach seinem Ruhestand Ende der 1990er Jahre gelebt, hier starb er am 21. September 2023. Geh war maßgeblich daran beteiligt, dass Mitte der 1970er Jahre die stadteigenen Hölderlin-Handschriften als Dauerleihgabe an die Baden-Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart übergeben wurden. Wie sehr ihm das Thema Hölderlin am Herzen lag, zeigte sich ebenfalls in seinem Nachlass. Der 89-Jährige hinterließ ein Vermächtnis, von dem auch die Kurstadt in hohem Maße profitiert. Völlig überraschend erhielt das städtische Kulturamt im vergangenen November die stattliche Summe von 50.000 Euro, die Prof. Geh der Stadt vermacht hat. Der Verwendungszweck war unmissverständlich: „Verwendung und Ergänzung der Sammlung Hölderlin im Stadtarchiv“. Als Dankeschön richtete die Stadt Bad Homburg einen Empfang in der Villa Wertheimer, dem Ort der städtischen Hölderlin-Forschung, aus, zu dem sich das Who-is-who deutscher Hölderlin-Kapazitäten eingefunden hatte.


Villa Wertheimber, Heimstätte des Hölderlin-Archivs, Foto: Petra Kammann

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Highlights des internationalen Tanzes – Die kubanische Gruppe Acosta Danza

2024, Februar 23.

Lebensfreude pur

von Simone Hamm

Die kubanische Gruppe Acosta Danza gab im Rahmen der Highlights des internationalen Tanzes im Bonner Theater eine Deutschlandpremiere.

PAYSAGE, SOUDAIN, LA NUIT by Lidberg and Satori ; Credit: Johan Persson

Auf einer Leinwand ist der Malecón, die Uferpromenade entlang der Küste von Havanna,  zu sehen. Auf der Mauer sitzen junge Leute. Den ganzen Tag. Die ganze Nacht. Sie gehen auf und ab, sie tanzen, sie sind vergnügt. Dieselben Tänzer, genauso gekleidet wie im Film, kommen auf die Bühne und tanzen fröhlich und ausgelassen. „De Punta a Cabo“ „Durchgängig“ heißt diese Choreografie von Alexis Fernández.

„Cuban Eclectico“ „Kubanischer Eklektizismus“ hatten Acosta Danza diesen Abend benannt, in dem sie ihre ihre ganze Bannbreite von Samba über Street Dance bis hin zum zeitgenössischen Ballett zeigten.

Acosta Danza ©Hugo Glendinning

Das Leben des Tänzers, Choreografen und Leiters der Ballettkompanie Carlos Acosta liest sich wie ein Märchen.

Aufgewachsen im Armenviertel Havannas, durfte er nach zähem Ringen sein Land verlassen und tanzte sich an die Spitze der besten Kompanien der Welt.

17 Jahre lang, bis 2015, war er Solotänzer am Royal Ballet in London. Sein Leben wurde 2018 verfilmt: „Yuli“. 2011 gründete er eine Ballettschule in Havanna, 2015 begann er, dort eine Ballettkompanie aufzubauen. Wo immer er hinkommt auf seinen Touren, seine Kompanie Acosta Danza und er werden begeistert gefeiert.

Kennzeichen dieser Kompanie sind die individuellen, sehr unterschiedlichen, ungewöhnlichen Tänzer. Star des Abends ist die große muskulöse Zeleidy Crespo. Mit ihren weit ausholenden Bewegungen, der unglaublichen Biegsamkeit ihres Körpers dreht sie im türkisen Kleid Pirouetten.

Zierlich und doch stark wirken die weißgekleidete Tänzer und Tänzerinnen im fröhlichen Reigen. Unter einem blauen Tuch windet sich ein Tänzer nach dem anderen hervor.

Acosta Danza © Enrique Soldevilla and Estudio 5

So unterschiedlich wie die Tänzer sind auch die Stücke, die Acosta Danza zeigt. In „Faun“ von Sidi Larbi Cherkaoui, nach Nijinskis berühmten „Nachmittag eines Fauns“ zu der Musk von Claude Debussy (hier kommt moderne Musik von Nitin Sawhney hinzu) zeigen sie, dass sie auch ganz anders tanzen können.

Weniger unbekümmert, ernster, aber nie zu ernst. Vor dem riesigen Foto eines lichten Waldes nähern sich der Faun und die Nymphe langsam an, sie tollen miteinander herum, necken sich, fassen nach einander, huschen unter den Beinen des anderen hinweg, biegen sich nach hinten, entdecken ihre Körper.

Die Tänzer von Acosta Danza tanzen mit unbändiger Leidenschaft, Kraft und Energie. Es ist die reine Tanzlust.

Ein Abend, der in erster Linie gute Laune verbreitete.

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM): immer in Bewegung

2024, Februar 20.

Grundverständnis als „Reallabor“ – 40. Geburtstag wieder im Haus am Main?

Von Uwe Kammann

Ziemlich zu Tode zitiert, aber manches Mal ein immer noch treffender Filmtitel: ‚Das Leben ist eine Baustelle’. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) kann ein (über-)langes Lied davon singen, macht aber immer wieder das Beste daraus im Ausweichquartier der Ostend-Zwischenresidenz, einem Bürohaus der 50er Jahre. Ein demnächst wohl in Wohnbauten umzuwandelnder Komplex, den die DAM-Verantwortlichen ziemlich fest in ihr Herz geschlossen haben und nur mit schwerem Herzen wieder in Richtung Schaumainkai verlassen werden, um in das angestammte Quartier, eine prächtige Stadtvilla, zurückzukehren; eine Villa, die Anfang der 80er Jahre von Oswald Mathias Ungers mit seinen obligatorischen Quadrateleien umgebaut wurde, mit einem ‚Haus im Haus’ als zentralen Element – was die umgebenden Räumlichkeiten insgesamt zu erheblicher Kleinteiligkeit verdammt.

DAM – Ausweichquartier im Ostend, Foto: Petra Kammann

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Iranisches Filmfestival im FilmForum Höchst

2024, Februar 20.

Bereits zum zweiten Mal seit Gründung des Vereins Cinema for Freedom e. V. im vergangenen Jahr findet im Zeitraum vom 21.- 27. März 2024 das Iranische Filmfestival im FilmForum Höchst statt.

Filmstill aus: Cause of death unknown, Foto: David Malek

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Uraufführung der Filmmusik von Karl Bartos zum Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ in der Alten Oper

2024, Februar 19.

Furchterregend, zeitgenössisch und zwielichtig

Von Petra Kammann

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene gilt als ein Meilenstein der Filmgeschichte. Als dieser erste Psychothriller 1920 uraufgeführt wurde, geschah dies ohne Originalmusik. Kurze Zeit später erschien der Film mit einer Musik von Giuseppe Becce, der als virtuoser Komponist und Arrangeur bekannt war. Der expressionistische Schwarz-Weiß-Film mit den Kulissen im Stil des Malers Alfred Kubin galt lange Zeit als verschollen und zerstört. Eine Filmrolle wurde vor 10 Jahren dann aufwändig von der Fritz Murnau-Stiftung in Wiesbaden digital in einer 4K-Fassung restauriert. Im Rahmen der Reihe Film und Musik hatte die Alte Oper Frankfurt dem Ex-Kraftwerk-Musiker und Techno-Pionier Karl Bartos eine komplette Neuvertonung mit den Mitteln der Elektronik in Auftrag gegeben. Im Großen Saal der Alten Oper steuerte Bartos nun bei der Uraufführung höchst persönlich punktgenau und synchron Klänge zu den bewegten und bewegenden Bildern des Filmes auf einer Großleinwand. Sein Sound-Designer Mathias Black arrangierte die Klangregie. Herauskam ein so intensives wie unvergessliches audio-visuelles Erlebnis!

Uraufführung mit dem Komponisten Karl Bartos und Sounddesigner Mathias Black im Großen Saal der Alten Oper, Foto: Wange Bergmann

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Ballett von Xin Peng Wang in Dortmund

2024, Februar 18.

Opulenter Tanz der großen Gefühle

von Simone Hamm

„Der Traum der roten Kammer“. Eine Ballettadaption

 Daria Suzi, Simon Jones, Amanda Vieira, Ensemble, Statisterie (c) Leszek Januszewski

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On the road – Der Frankfurter Fotograf Alexander Paul Englert

2024, Februar 17.

Großes Kino Indien – Alexander Paul Englerts Bilder vom Land aus 1001 Nacht

Von Petra Kammann

In Frankfurt ist er kein Unbekannter, wenn auch kein lauter Zeitgenosse: der Fotograf und Filmemacher Alexander Paul Englert. Manche kennen ihn, weil er sich bei Veranstaltungen im dunklen Raum mit schweren Fotogerät ruhig und diskret auf leisen Sohlen auf die Pirsch begibt, um die besondere Perspektive zu finden. Im Deutschen Romantik-Museum hat er die komplette Bauphase von 2015-2020 fotografisch dokumentiert. Zu sehen an den Wänden des dortigen Veranstaltungssaals. Die im Museum eingespielten Filme über heutige Romantik (s.Link) im Alltag stammen ebenfalls von ihm. Gerade hat sich der viel in der Welt Herumgekommene ein Bild, nein, viele Bilder von Indien gemacht, sensationelle und nachdenklich stille….

Der Frankfurter Fotograf und Filmemacher Alexander Paul Englert in seinem Studio, Foto: Petra Kammann

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Opelvillen verlängern Kahlo-Schau bis 7. April – Finissage mit der Mariachi-Band »Dos Aguilas«

2024, Februar 15.

Frida bricht alle Rekorde – höchste Besucherzahl

Von Hans-Bernd Heier

Die aktuelle Ausstellung in den Opelvillen »Frida Kahlo. Ihre Fotografien« bricht alle Rekorde: die höchste Besucherzahl, die schnellstens ausgebuchten Veranstaltungen und die fröhlichsten Frida-Fans! Rund 19.000 Gäste aus dem In- und Ausland haben bereits das schmucke Rüsselsheimer Ausstellungshaus besucht, um sich die ausgewählten Fotografien der weltberühmten mexikanischen Künstlerin aus der Sammlung des Frida Kahlo Museums in Mexico-City anzuschauen. Die Resonanz ist so enorm, dass die hervorragende Präsentation noch über Ostern bis zum 7. April 2024 verlängert wird.

Frida Kahlo, fotografiert von Guillermo Kahlo, 1932; © Diego Rivera & Frida Kahlo Archives, Bank of Mexico, Treuhänder im Diego Rivera and Frida Kahlo Museum Trust

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Die Künstlerin Gözde Ju mit einer Einzelausstellung im Kunstverein EULENGASSE von

2024, Februar 13.

Das Leben an fragilen Fäden schafft sich Raum

Von Petra Kammann

Im Kunstverein EULENGASSE  werden derzeit bis zum 25. Februar unter dem Titel „Leben unter uns“/“Life among us“ Werke der türkischen Künstlerin Gözde Ju ausgestellt, die das kunstvolle Weben und Nähen feinster Spitzen, die in der Vergangenheit in ihrer Heimat Türkei von Frauen als Mitgift oder zur Verschönerung des Hauses hergestellt wurden, kunstvoll transformiert.

Hinter jedem Porträtfoto lauert eine ungeschriebene Geschichte, erläutert Gözde Ju der Besucherin Renate von Köller, Foto: Petra Kammann

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Das Filmfestival AFRICA ALIVE wird 30!

2024, Februar 12.

Gemeinsam feiern das DFF Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und das Filmforum Höchst das Jubiläum vom 01. bis 24. Februar. Das Filmschaffen des afrikanischen Kontinents mit Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen mit geladenen Gästen, ein Vortrag, das traditionelle Kinderfest und ein Konzert stehen auf dem Programm. Im Kino-Foyer des DFF gibt es zudem eine kleine Präsentation von Filmplakaten aus 30 Jahren Festivalgeschichte.

Xalé, Foto: Les Films du continent

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