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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Binding-Kulturpreis 2024 an Frankfurt LAB e.V.

2024, Juni 19.

Das Theater als Labor – Entfaltungsort des Experimentellen

von Renate Feyerbacher

Zum 29. Mal hat die Binding Kulturstiftung den mit 50.000 Euro dotierten Binding-Kulturpreis verliehen, der erstmals 1996 an das Ensemble Modern verliehen wurde. Das Frankfurt LAB e.V. nahm den Preis aus den Händen von Bergit Gräfin Douglas, der Vorsitzenden des Vorstands, in der Paulskirche entgegen. Sie, wie zuvor Stadträtin Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, lobte die experimentelle Forschung und Entwicklung des Vereins, den es seit 15 Jahren gibt und zu einer bedeutenden Kultureinrichtung der Stadt Frankfurt wurde. „Ein Kultur-Hotspot von großen Bedeutung“, so Ina Hartwig.

von links: Otto J. Völker (Vorstand der Binding-Brauerei), Kerstin Hort-Schelm (Kanzlerin der HfMDK), Prof. Ingo Diehl (Präsident Hessische Theaterakademie), Paul Cannon (Ensemble Modern), Anna Wagner (Intendantin Künstler*innenhaus Mousonturm), Dr. Philipp Schulte (Vorstand Frankfurt LAB e.V.), Annika Glose (Geschäftsführerin Dresden Frankfurt Dance Company), Stadträtin Dr. Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft), Marcus Dross (Intendant Künstler*innenhaus Mousonturm), Bergit Gräfin Douglas (Vorsitzende des Vorstands der Binding-Kulturstiftung) , Foto: Renate Feyerbacher

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Florian Kochs MeterMorphosen – Geschichte und Geschichten am laufenden Meter

2024, Juni 18.

Mit Wissen und Witz – Auch Kulturmanagement geht so

Von Petra Kammann

Der Frankfurter Publizist, Kurator und Verleger Florian Koch schafft seit gut einem Vierteljahrhundert im Verlag MeterMorphosen, den er im Jahre 1998 mitbegründet hat, buchaffine sogenannte „Nonbooks“.  Dass etliche seiner einfallsreichen buchähnlichen Produkte mit Preisen ausgezeichnet oder nominiert wurden, wen wundert’s? So erschien u.a. bei MeterMorphosen schon 2015 das beliebte Redensarten-Memospiel des erfolgreichen Frankfurter Illustrators Philip Waechter. Aber Koch ist nicht nur Verleger. In Frankfurt/Rhein-Main betreibt er mal eine Kulturmanagement-Agentur, mal kuratiert er in Sachsenhausen mit dem Künstler Daniel Hartlaub die Frankfurter KunstSäule, wo Künstler in drei Wechselausstellungen pro Jahr ihr Werk auf einer 3,80 m hohen Litfaßsäule präsentieren. Schließlich hilft Koch auch seit 2004 dem Kulturamt der Stadt Frankfurt bei der Planung, Koordinierung und Umsetzung des zweijährlich stattfindenden Literaturfestivals LiTeraTurm in den Hochhaustürmen der Stadt Frankfurt.

Der Nonbook-Verlag MeterMorphosen im Hinterhof in Oberrad, Foto: Petra Kammann

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Das Crespo Haus der Fotografin, Psychologin und Stiftungsgründerin Ulrike Crespo (1950–2019) kann ab sofort bespielt werden

2024, Juni 17.

Eine transparente Werkstatt im Herzen der Stadt

Von Petra Kammann

Mit der Crespo-Foundation unterstützt – so das Vermächtnis von Ulrike Crespo, Enkelin des Wella AG-Gründers Karl Ströher – Menschen, die nachteilige Startbedingungen haben, aber ihren eigenen Werdegang bewusst selbst gestalten wollen. Untergebracht war die Stiftung zuletzt wenig sichtbar im „Haus des Buches“ in der Braubachstraße. Nun aber ist sie umgezogen in ein denkmalgeschütztes, rundumsaniertes und weiterentwickeltes Haus aus den 1950er Jahren in der Weißfrauenstraße. Gelegen zwischen Theaterdoppelanlage, Römer und Paulskirche, in der Nähe der SCHIRN, dem Frankfurter Kunstverein und dem Museum MMK für Moderne Kunst und in unmittelbarer Nachbarschaft des Karmeliterklosters und damit des Instituts für Stadtgeschichte soll das Crespo Haus als Scharnier zwischen Bahnhofsviertel und Neuer Altstadt als offener Begegnungsort wirken. Die durchlässige Architektur spiegelt das Anliegen der Stiftung und macht es im Stadtbild sichtbar.

Zwischen dem historischen Gebäude des Karmeliterklosters und dem Crespo Haus wurde eine gläserne Verbindung geschaffen, Foto: Petra Kammann

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„Vergnügen und Verlust“, „Begegnungen“ und … Shakespeare bei den Ruhrfestspielen

2024, Juni 13.

Angela Winkler liest und das delian::quartett spielt dazu

Von Simone Hamm

Hinreißend. Es war ein ungewöhnlicher, ein außergewöhnlicher Abend bei der Ruhrestspielen. Angela Winkler rezitiert Shakespeare und das delian::quartett spielt dazu die großen Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch (Nr. 8) und Felix Mendelssohn Bartholdy (Nr.6). Die Musiker untermalen die Lesung nicht einfach nur. Bei der gemeinsamen Arbeit sind sie und die Rezitatorin vielmehr von der Musik ausgegangen. Nicht zuletzt deshalb fügten sich Musik und Text organisch zusammen. „Begegnungen“ heißt der Abend dann auch.

Angela Winkler rezitiert musikalisch und mitreißend, Foto: Joachim Gern / Ruhrfestspiele

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Mario Adorf, ein Weltstar, im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF)

2024, Juni 12.

In Hollywood habe er sich nicht wohlgefühlt

von Renate Feyerbacher

Karten für das Gespräch mit Mario Adorf, das wegen Corona nun Ende Mai nachgeholt werden konnte, waren lange ausverkauft. Das Publikum im voll besetzten Foyer des DFF begrüßte den 93jährigen Filmschauspieler, Autor, Hörspielsprecher frenetisch. Seine Ehefrau Monique und Tochter Stella saßen in der ersten Reihe. Mit Urs Spörri (DFF) sprach er über seine Karriere, seine Filme, über sein Leben.

Mit diesem Plakat wurde Mario Adorf im DFF empfangen, Foto: Renate Feyerbacher

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Alljährliches Freundschaftsfest des International Women’s Club (IWC) mit einem ungewöhnlichen Spendenprojekt

2024, Juni 11.

Das Cookingbike, eine fahrbare Kochstation, die Gehörlose sichtbar macht 

Von Petra Kammann

Wenn die Sprache versagt, muss eine neue Sprache her. Wie aber können Kontakte und Berührungspunkte zwischen Hörenden und Gehörlosen, die in zwei Parallelwelten leben, geschaffen werden? Diese Frage stellte sich der International Women’s Club, der alljährlich ein soziales Projekt unterstützt. „Grenzen, Barrieren, Horizonte“ lautete das Motto, das die diesjährige IWC- Präsidentin Laura Melara-Dürbeck ausgerufen hatte, und sie war dabei auf ein ganz besonderes Projekt gestoßen: das Resto-Café Sinn&Wandel im Nordend. Gehörlose und hörende Mitarbeiter empfangen hier alle Gäste bei einem Cappuccino, bei köstlichem hausgemachten Kuchen, einem Apérol Spritz oder kleinen Apéro-Snacks. Dabei werden Berührungsängste mit Gehörlosen abgebaut und das Verständnis füreinander wächst. Sascha Nuhn hat gemeinsam mit dem Hessischen Verband für Gehörlose und hörbehinderte Menschen diesen ganz besonders einladenden Ort geschaffen, um Barrieren der Kommunikation einzureißen. Denn Essen verbindet. Das wurde auch in vielfachen Variationen Thema des Internationalen Freundschaftsfest des IWC zum Abschluss des Clubjahres erlebbar.

Laura Melara-Dürbeck (Mitte) überzeugt sich, wie der Ablauf der Bestellungen im Resto-Café funktioniert, Foto: Petra Kammann

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Pilar Colinos Kunst der Zerbrechlichkeit im Nebbienschen Gartenhaus

2024, Juni 10.

„Nichts ist selbstverständlich“

Von Petra Kammann

Nichts bleibt, wie es war. Klingt wie eine Binse: Genau aber das empfinden wir gerade häufig als schmerzlich. Unser friedliches Zusammenleben ist nicht unantastbar, das Leben in der Natur schon lange nicht. Stromleitungen und Windräder zerschneiden die Bilder einer unberührten – wie wir meinen- romantischen Natur. Vögel suchen nicht mehr ihre Nester in Bäumen, sondern auf  Stromleitungen. Und ist ein Haus wirklich  eine feste Burg? Auch Häuser verfallen. Pilar Colino, die Künstlerin aus Valencia, deckt in ihren groß angelegten Bildern verschiedene Schichten der angegriffenen Natur auf. Sie fotografiert die Idyllen, legt sie als Siebdruck in den Hintergrund Ihrer Leinwände und übermalt sie. Bis zum 16. Juni sind ihre eindrucksvollen Werke noch im Nebbienschen Gartenhaus in den Wallanlagen zu sehen. Am kommenden Wochenende ist sie für den Weißenburger Kunstpreis nominiert.

Die Künstlerin Pilar Colino vor „Der Fuchs und sein Revier“(2023), Foto: Petra Kammann

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Daniel Kehlmann mit dem Börne-Preis 2024 ausgezeichnet

2024, Juni 9.

Der Schriftsteller und Essayist Daniel Kehlmannwurde heute am Tag der Europawahl in der Paulskirche mit dem Börne-Preis ausgezeichnet worden. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Frankfurt am Main. Der Preis wurde überreicht von Michael A. Gotthelf, Vorsitzender des Vorstandes der Ludwig-Börne-Stiftung, der auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Felicitas von Lovenberg, Daniel Kehlmann und dem Schauspieler und Autor Christian Berkel moderierte.

Dankesrede des Börne-Preisträgers Daniel Kehlmann in der Paulskirche, Foto: Andreas Varnhorn

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Abschiedsveranstaltung von Stefan Bachmann mit dem „Sommernachtstraum“

2024, Juni 8.

Das Beste kommt zum Schluß: Verdammt, ich lieb Dich!

Jan Bosse zeigt als letzte Inszenierung unter der Intendanz von Stefan Bachmann einen phantastischen Sommernachtstraum in Köln. Besser kann man sich nicht verabschieden.

Von Simone Hamm

Ein alter Hippibus samt live Band rollt auf den Platz vorm Theater.  Buntgekleidete Menschen in Schlaghosen und Plateauschuhen purzeln heraus. Hermina (Rebecca Lindauer), ganz in zartviolett und Lysander (Justus Meier) in zitronengelbem Frottee (Kostüme: Kathrin Plath), kapern den Bus, fliehen, wollen in den Wald, um ihre Liebe zu leben. Das Publikum trabt hinterher, ins Dunkle durch die Kulissen zu den Sitzplätzen. Taschenlampen werden ausgegeben, Handylichter gezückt.

William Shakespeare, „Ein Sommernachtstraum“, Regie: Jan Bosse, Foto: Birgit Hupfeld

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Wolfgang Bunzel: Ein Brückenbauer der Romantik, der unbekannte Schätze hebt und interessante Ort reanimiert

2024, Juni 6.

Mittler konkreter Kulturgeschichte in einem Kosmos voller Bezüge

Ein Besuch bei Prof. Wolfgang Bunzel

Von Petra Kammann

Unmöglich, sein reichhaltiges Forscher- und Vermittlertum auf eine Kurzformel zu bringen. Wolfgang Bunzels Feld ist so weit gefächert wie fokussiert. Der Leiter der Dauerausstellung im Deutschen Romantik-Museum Prof. Dr. Wolfgang Bunzel koordiniert seit 2007 verantwortlich die umfangreiche historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Werke und Briefe von Clemens Brentano, und er ist Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Zudem lehrt er an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. als Professor für Neuere deutsche Literatur. Natürlich ist Bunzel auch beteiligt an der aktuellen Ausstellung „Wälder“, die derzeit in drei Museen läuft, im Deutschen Romantik-Museum, im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg und im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. 2014 wurde der Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Romantik zudem einer der beiden Geschäftsführer der Trägergesellschaft Brentano-Haus Oestrich-Winkel gGmbH. Und an der Brentano-Akademie in Aschaffenburg ist er im Kuratorium für den literarischen Bereich zuständig. Wie bringt man das alles unter einen Hut, wie sich ihm nähern?

Prof. Dr. Wolfgang Bunzel in seinem Büro im Freien Deutschen Hochstift, Foto: Petra Kammann

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