Nachgefragt! Was die Region im Innersten zusammenhält
Seit einem Jahr ist Dr. Susanne Völker Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gewährt Einblicke in die Komplexität ihrer Arbeit. Für FeuilletonFrankfurt sprach Petra Kammann mit ihr, um sich von ihrer Person in dieser Funktion einen Eindruck zu verschaffen und etwas über zukünftige Perspektiven zu erfahren.
Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, in der Zentrale in Bad Homburg, Foto: Petra Kammann
Lanzarote und César Manrique: Künstler, Visionär und Umweltschützer
Von Margarete Berghoff
„Wir, die wir hier geboren sind, kennen deine magischen Kräfte, deine Weisheit, deine Vulkanologie, deine revolutionäre Ästhetik, wir, die wir gekämpft haben, um dich aus deiner geschichtlichen Vergessenheit und der dich immer kennzeichnenden Armut zu retten, zittern heute ob der Feststellung, wie sie dich zerstören und vermassen und begreifen, wie wichtig unsere Proteste und Hilferufe sind, angesichts der Raffgier der Spekulanten und der Tatenlosigkeit der Behörden, die zulassen, dass die Insel, die eine der berühmtesten und schönsten der ganzen Erde sein könnte, unwiderruflich zerstört wird“, sagt César Manrique…Die Inseln, die wir heute die Kanarischen Inseln nennen, wurden von den Phöniziern und Griechen die „Inseln der Glückseligen“ am Rande der Welt genannt. Lanzarote, eine der heute acht Kanarischen Inseln, war damals für seine Orchilla Flechte bekannt, aus der man die begehrte Farbe Purpur herstellen konnte.
Vulkankrater bei El Golfo, Foto: Margarete Berghoff
Schon die Römer kurten mit den heute berühmten Heilwässern
Von Erhard Metz
Eine Kur in der vom Königlich-Preußischen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné 1856 entworfenen, aus dem 19. Jahrhundert original erhaltenen Bad Homburger Parkanlage mit den Heilwässern beginnt damals wie heute im 1890 eröffneten Kaiser Wilhelms Bad (man beachte das Schluß-s am Namen Wilhelm als Ausdruck herrschaftlichen Anspruchs). Die Brunnenallee mit den Heilwasserquellen bildet die Magistrale des rund 40 Hektar großen, unter Denkmalschutz stehenden Kurparks, des größten und schönsten Deutschlands. Für den Kurbetrieb bedeutsam sind neben dem genannten großen Badehaus ferner die Bauwerke Brunnensälchen (1838, heute Sitz der Spielbank), Wandelhalle (1844, zunächst Orangerie), Musikpavillon und schließlich auch – wegen der damals zahlreichen Kurgäste aus Russland – die russisch-orthodoxe Kirche (1899).
Das repräsentative Kaiser Wilhelms Bad, Sitz des exklusiven Kur-Royal Day Spa, mit der Statue Kaiser Wilhelms I.Weiterlesen
60 Jahre zeitgenössische Kunst in der Frankfurter Westend Galerie
Und Auszüge einer Rede zur Vernissage von Barbara Thurau
Seit ihrer Gründung 1966 durch Trude Müller und Salvatore A. Sanna steht die älteste ununterbrochen aktive Frankfurter Kunstgalerie, die engagierte Programmgalerie als Kunstforum der Deutsch-Italienischen Vereinigung e.V. für den intensiven künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Italien. Seit nunmehr 60 Jahren zeigte sie rund 300 Ausstellungen. Bei den ausgestellten Werken handelte es sich jeweils um aktuelle Positionen. Heute wird unter der künstlerischen Leitung von Barbara Thurau und der Vereinsvorsitzenden Caroline Lüderssen die Geschichte der Galerie weitergeschrieben, historische Impulse werden aufgebrochen, um sie in gegenwärtige Fragestellungen zu überführen. Die Galerie bildet einen lebendigen Resonanzraum, was die erste Jubiläumsausstellung als Thema aufgreift. Petra Kammann gibt einen kurzen Einblick.
Eliana Petrizzi, Uccidere la morte, Foto: Westend Galerie
Kurzweilig ist sie, die Fahrt ins Innere des Landes. Von der ersten antiken Hauptstadt Anuradhapura in die historische Vergangenheit der zweiten ehemaligen Königsstadt nach Polonnaruwa. Gemeinsam mit Kandy, einer weiteren, außergewöhnlichen Stadt, bilden sie das „kulturelle Dreieck“ des Landes, deren mittig gelegene Herzstücke Sigiriya und Dambulla heißen. Fünf kulturelle Höhepunkte! Mit ihrer reichen über 2.000 Jahre alten Geschichte und frühen Hochkultur, sind diese Königsstädte historische und religiöse Hochburgen in Sri Lanka. Und allesamt UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 und1991.
Ein Monumentalwerk der Bildhaukunst – die Buddha-Statuen von Gal Vihara aus flammenden Gneisgestein
„So wie der Mensch nicht da ist, sondern erst entstehen muß, so muß auch die Kunst erst entstehen, denn es gibt sie noch nicht.“ Joseph Beuys (Lieblingszitat seines Verlegers Lothar Schirmer)
Vor40 Jahren verstarb mit Joseph Beuys (1921–1986) einer der prägendsten Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt besitzt mit »Block Beuys« seinen weltweit größten authentischen Werkkomplex. In sieben Räumen befinden sich dort fast 300 Werke aus der Zeit von 1949 bis 1972. Darunter bedeutende Arbeiten wie »Stuhl mit Fett«, »Filzanzug«, »Eurasienstab« oder »Szene aus der Hirschjagd« und große Installationen wie »Transsibirische Bahn«, »FOND II«und »FOND III«, außerdem in 23 Vitrinen Objekte aus Aktionen und zahlreiche Auflagenobjekte. Eine Gelegenheit, am Darmstädter Aktionstag das Werk und Denken dieses herausragenden Künstlers zu entdecken. FeuilletonFrankfurt erinnerte 2017 eindringlich in Kooperation mit dem Kunstverein Eulengasse und mit Beteiligung von Künstlern und Künstlerinnen der „Freien Szene“ an den Aktionskünstler anlässlich dessen 100. Geburtstags.
Beuys, dozierend und diskutierend vor der Düsseldorfer Kunstakademie, Foto: Inge Sauer
Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).
Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann
Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte
Von Hans-Bernd Heier
Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.
Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann
Die Frankfurter Videografin Frieda Günzel stellt Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain in ihren kreativen Prozessen für FeuilletonFrankfurt vor. Mit Emili Pavel traf die den Frankfurter Künstler Jan Schmidt, der im Rahmen seiner Arbeit „Time flies“ (2021-2041) jedes Jahr eine Edelstahlbox mit 2.400 Ahornsamen bestückt. Bevor die Samen ihren Platz in der Box finden, erhalten sie eine handgeschriebene Nummer. In zufallsgesteuerten Abständen wirft die Edelstahlbox täglich sechs der Samen aus. „Wenn alles gut geht, sind bis 2041 etwa 48.000 Stück durchs Foyer geflogen“, so der Konzeptkünstler mit dem hintersinnigen Humor, für den auch das Material Aluminium eine große Rolle spielt. In seiner „Sägearbeit“ (2022) verwandelt er das massive Material durch regelmäßig kontrollierte Schnitte in ein feines Pulver. Schicht für Schicht siebt er das zermahlene Aluminium so lange, bis ein sorgfältig geformter Kegel zurückbleibt. Zuguterletzt sehen wir Jan Schmidt beim Legen von Glasplättchen zu und beobachten die Lichtstrahlen der Sonne, die durch das transparente Material auf dem zugedeckten Boden in der Ausstellung „Reflections / Spiegelwelten“ im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt in verschiedene Richtungen reflektiert werden.
Am ersten Advent hatte der Bund Bildender Künstler (BBK) zu einer Konzertmatinee mit der Pianistin Prof. Angelika Nebel – in Frankfurt weiß Gott keine Unbekannte – in die Ausstellungsräume der Hanauer Landstraße eingeladen. Passend zu den ausgestellten Werken „Gay – heiter fröhlich“ bot die Pianistin ein ansprechendes Programm zwischen Klassik und Romantik und sagte in ihrer Eingangsrede: „Zur Lebensfreude gehört der Tanz!“ Doch was wäre der Tanz ohne die entsprechende Musik? Die seit langem in Frankfurt lebende polnische Fotografin Barbara Walzer fand die entsprechenden Bilder zu der besonderen musikalischen Veranstaltung…
Die in Frankfurt lebende, renommierte Pianistin Prof. Angelika Nebel in den Ausstellungsräumen des Frankfurter BBK