Alle Artikel zu Kunstszene Rhein-Main
2025, November 4.
Kontrolle abgeben und sich vom Material leiten lassen
Von Hans-Bernd Heier
Die neue Sonderausstellung im Museum Reinhard Ernst (mre) präsentiert den Dialog der Arbeiten von drei zeitgenössischen Künstler:innen mit Helen Frankenthalers großartigem Werk: Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess haben teilweise bisher nicht gezeigte Arbeiten Frankenthalers aus der Sammlung Reinhard Ernst ausgewählt und eine gemeinsame Hängung mit ihren eigenen Werken in Szene gesetzt. Die Schau lädt dazu ein, die faszinierende Wirkung dieser wegweisenden Malerin im Dialog mit drei herausragenden abstrakten Positionen der Gegenwart zu erleben.

Ausstellungsansicht, Foto: Hans-Bernd Heier
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Bildende Künste, Kunstszene überregional, Kunstszene Rhein-Main, Malerei, Skulptur, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für „Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess“ im Wiesbadener mre
2025, Oktober 6.
Verwobene und pulsierende Zwischenräume
Von Erhard Metz
Es ist wieder einmal eine Ausstellung in der Frankfurter Galerie Heike Strelow, die uns besonders inspiriert und aufmerken lässt: Malerei der in Brasilien geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin Isabelle Borges; eine Palette voll betörender, gleichwohl mit Kalkül und Geschick gesetzter Farben, gebändigt durch stringent gezogene, Räume weitende wie begrenzende, meist schnurgerade Linien; ein eigenartiger, faszinierender Kontrast zwischen sich üppig präsentierendem Floralem, Vegetativem und dem strengen Eingriff Ordnung gebietender Disziplin, einschreitendem Gestaltungswillens.

Isabelle Borges in der Vernissage vor ihrer Arbeit LOOPS, 2025, Acryl auf Leinen, 210 x 130 cm; Foto: Erhard Metz Weiterlesen
Bildende Künste, Kultur Frankfurt, Kunstszene Rhein-Main, Malerei | Kommentare deaktiviert für Isabelle Borges: „Woven Fields“ in der Frankfurter Galerie Heike Strelow
2025, Oktober 2.
Kunst als Akt der Befreiung
Von Hans-Bernd Heier
Die Opelvillen präsentieren die erste museale Ausstellung zum Werk der Malerin Hélène de Beauvoir (1910 – 2001) in Deutschland, der in Vergessenheit geratenen Schwester von Simone de Beauvoir. Ihre Werke reichen von Kupferstichen über Aquarelle bis zu großformatigen Malereien in Öl oder Acrylfarbe. Mit Stichel, Stift oder Pinsel lotete die experimentierfreudige Künstlerin die Möglichkeiten gegenständlicher und ungegenständlicher Kunst aus, bis sie die Trennlinien in den 1960er-Jahren ausdrucksstark auflöste. In der retrospektiven Ausstellung „Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen“ sind rund 170 Exponate versammelt, darunter über 70 Ölgemälde und erstmalig auch Skizzenblöcke, Entwürfe und Vorzeichnungen der Malerin.

Hélène de Beauvoir „Selbstporträt [Autoportrait]“, 1955, Privatsammlung; © Ute Achhammer, APP, Foto: Christian Kempf
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Bildende Künste, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene Frankfurt/Offenbach, Kunstszene Rhein-Main, Malerei, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für „Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen“ – Retrospektive in den Opelvillen
2025, September 5.
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Schirn Kunsthalle
Am Sonntag, den 7. September ist es soweit: Da verlässt die renommierte Kunstinstitution Schirm ihr angestammtes Gebäude am Römerberg, das derzeit energetisch saniert wird, auf Zeit. Mit einer partizipativen Parade „In C – Community“ durch die Innenstadt feiert sie den Umzug in die eigens für die Nutzung der Schirn ertüchtigte, ehemalige Dondorf Druckerei in Bockenheim. Zusammen mit der international renommierten Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests aus Berlin, rund 100 Tänzerinnen und Tänzern und der Techno Marching Band MEUTE sind alle – Frankfurter und Nicht-Frankfurter eingeladen, teilzunehmen.

Marcus Gwechenberger, Martina Weinhart, Susanne Völker, Timon Gremmels und Sebatian Baden (v.l.) vor der Schirn in Bockenheim © Foto: Moritz Bernoully
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Bildende Künste, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene Frankfurt/Offenbach, Kunstszene Rhein-Main, Performance, Schauspiel, Schirn Kunsthalle, Tanz | Kommentare deaktiviert für Interimsqiuartier der Schirn ab Sonntag in der ehemaligen Dondorf Druckerei in Bockenheim
2025, Juli 18.
Eine einzigartige Schenkung ist zu bewundern: die Sammlung Eduard und Barbara Beaucamp
Von Uwe Kammann
Staatskunst, igitt. Das war, salopp formuliert und zugespitzt, lange Zeit eine gängige Reaktion der westlichen Kunstkritik, wenn es um Maler aus der DDR ging. Dazu kam noch die Vokabel Sozialistischer Realismus, und fertig war das Urteil. Natürlich, wer sich tiefgreifender mit der Kunst befasste, die hinter der Mauer entstand, der korrigierte das Verdikt sofort mit einer Vorsilbe, so dass es sich ganz anders las: Vor-Urteil. Einer, der mit dieser Korrektur unermüdlich beschäftigt war, blieb lange Zeit ein Einzelkämpfer: Eduard Beaucamp, der seit 1966 über viele, viele Jahre das Kunstressort der FAZ leitete.

Dr. Eduard Beaucamp, langjähriger Feuilletonchef der FAZ, Kunstsammler und Kenner der DDR-Kunst, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Buch und Literatur, documenta Kassel, KultTouren, Kultur und Gesellschaft, Kunst Orte, Kunstszene Rhein-Main, Städel Museum, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Auch im Kleineren das ganz Große: Werner Tübke im Städel Museum
2025, April 15.
Eine Passion voller Würde, luzider Klarheit und berückender Schönheit
Von Petra Kammann
Es ist Passionszeit. Jetzt haben die Musiker des Pygmalion-Ensembles mit ihren historischen Instrumenten und ihrem Dirigenten Raphaël Pichon in der Alten Oper Frankfurt die berühmte Johannes-Passion aufgeführt. Hätte es eine bessere Referenz geben können als dass sie in der – nach dem Brand – frisch renovierten Kathedrale Notre-Dame in Paris aufgetreten sind? Jeder Moment der Frankfurter Passion, die zweite Station einer besonderen Tournee des Ensembles zwischen Amsterdam, Hamburgs Elphi und Mailand, hat die außergewöhnliche Qualität ihrer Interpretation belegt. Pichon hat dazu die bekannte Bach’sche Passion durch eindrückliche musikalische Ergänzungen bereichert. Schon gleich zu Anfang …

Entspannung nach der gelungen, konzentrierten Aufführung – der Dirigent Raphaël Pichon, Foto: Petra Kammann
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Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene überregional, Kunstszene Rhein-Main | Kommentare deaktiviert für Die Bach’sche Johannes-Passion mit Raphaël Pichon und dem Ensemble Pygmalion in der Alten Oper
2025, März 9.
Wie aus Künstlicher Intelligenz künstlerische Intelligenz wird
Von Hans-Bernd Heier
Die Werke des Künstlerkollektivs Troika überschreiten disziplinäre Grenzen und untersuchen die Trennlinien zwischen Natur und Künstlichkeit, Realem und Romantischem, Lebendigem und Nichtlebendigem. Die Künstler*innengruppe ergründet, wie neue Technologien die Beziehung des Menschen zur Welt beeinflussen. Für die Schirn Kunsthalle Frankfurt hat Troika eine ortsspezifische immersive Installation entwickelt, die neue und bestehende Arbeiten kombiniert und um verschiedene Arten von Intelligenz kreist.

Troika, Produktionsstill eines animierten Roboters; © Troika
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Installation · Performance · Objektkunst, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene Rhein-Main, Schirn Kunsthalle | Kommentare deaktiviert für Schirn präsentiert mit „Troika – Buenavista“ raumfüllende immersive Installation
2024, Dezember 14.
Jenseits von Weiß – die Sphäre reinen Lichts
Von Petra Kammann
Schwarz gilt als die dunkelste aller Farben so wie Weiß als die hellste gilt. Seit Malewitschs „schwarzem Quadrat“ von 1915, dem nicht genau 80 mal 80 schwarz bemalten Viereck, dem wenig später ein „weißes Quadrat“ folgte, haben beide unifarbenen Quadrate Kultstatus erreicht. Durch die Redaktion auf das Wesentliche, auf die Schattierungen von Licht, scheinen sie schwerelos zu schweben. Zero-Künstler wie Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker, die nach dem Zweiten Weltkrieg künstlerisch Tabula rasa machten und wieder bei Null (zero) anfingen, griffen auf der Suche nach neuen Wegen den Ansatz wieder auf, die Wirklichkeit radikal zu reduzieren. Der Einfluss dieser Avantgardekünstler ist auch in der Ausstellung „Beyond White“ spürbar, wo insgesamt 17 Künstlerinnen und Künstler ihre eigene künstlerische Handschrift zum Thema entwickelten, darunter auch Werke von Künstlern wie Oskar Holweck und Rolf Kissel, die eng mit der Zero-Bewegung verbunden waren. Beflügelnd wirkt die Reaktion auf die Farbe Weiß allemal.

Kerstin Walter (Strelow und Walter Kunst GbR) vor dem Gemälde des Leipziger Malers Ulf Puder, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Fotografie · Video · Film, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene überregional, Kunstszene Frankfurt/Offenbach, Kunstszene Rhein-Main, Malerei | Kommentare deaktiviert für „Beyond White“ von Strelow & Walter Projects in der Galerie Heike Strelow
2024, Oktober 18.
Von Erhard Metz
Die sogenannte Englische Kirche in Bad Homburg, durch Landgraf Ferdinand errichtet, 1868 als Kirche der Church of England geweiht und zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 profaniert, heute Kulturzentrum und Konzertsaal der Stadt, bildete wieder einmal den überzeugenden Rahmen für einen Liederabend, der im Publikum wahre Begeisterung auslöste: mit der Altistin Katharina Magiera und dem begleitenden Pianisten Hilko Dumno. Die Moderation des Abends hatte die Konzertpianistin, Musikcoachin und Veranstalterin Viviane Goergen übernommen.

Katharina Magiera und Hilko Dumno beim Liederabend in der Englischen Kirche, Foto Erhard Metz Weiterlesen
Kultur regional / Rhein Main, Kunstszene Rhein-Main, Musik | Kommentare deaktiviert für Spanischer Liederabend mit Katharina Magiera und Hilko Dumno im Kulturzentrum Englische Kirche Bad Homburg
2024, September 6.
Und… Fotos von Wolfgang Günzel und Barbara Rademacher aus über 30 Jahren Frankfurter Kunstszene
Frankfurt wäre nicht die internationale Stadt, für die sie bekannt ist, wenn sie nicht auch während des Saisonstarts, der heute um 18 Uhr beginnt, vielfältige globale Blickweisen zu entdecken anbieten würde. Seit 35 Jahren fotografiert Wolfgang Günzel die Frankfurter Kunstszene, die in Offspaces, Galerien und Museen zuhause ist, und schuf damit ein einzigartiges, eindrucksvolles Zeitdokument. Es zeigt, wie Kunst in Frankfurt Großes bewegen kann, Häuser und Straßen füllt und Menschen immer wieder auf aufregende Weise zusammenbringt. Ein Kurzüberblick, was heute zu erwarten ist…

Elizabeth Price ‚Sound of the Break‘ Schirn Kunsthalle Frankfurt/M. 2023, Foto: Wolfgang Günzel Weiterlesen
Bildende Künste, Fotografie · Video · Film, Frankfurter Kunstverein, Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Kunst Orte, Kunstorte, Kunstszene überregional, Kunstszene Frankfurt/Offenbach, Kunstszene Rhein-Main, Malerei, MMK Museum für Moderne Kunst, Offenbach, Skulptur, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für The Frankfurt Art Experience 2024: 30. Saisonstart vom 6. bis zum 8. September