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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur und Gesellschaft

Ausgesperrt im Kabel, benebelt von einer Framing-Expertin: Deutschlandradio und die ARD produzieren ohne Not Ärgernisse

2019, Februar 20.

 

Die Deutschlandfunk-Programme werden seit einem Monat nicht mehr überall per Kabel verbreitet – Hessen ist von der Leerstelle betroffen. Und die ARD erntet gerade vehemente Kritik wegen eines internen Papiers zur Sprachregelung. Zwei Sachverhalte, die einen einordnenden und kommentierenden Medien-Zwischenruf verlangen.

Von Uwe Kammann

Widmen wir uns zunächst dem großen aktuellen Aufreger: dem „Framing Manual“ der ARD. Eine Handreichung, die uns allen einbläuen soll, wie wertvoll und mit uns allen verbunden der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist – und wie ungerechtfertigt jegliche Kritik an seinem Modell, seiner Struktur und seinen Programmen.

Präsenzwerbung der ARD auf der Frankfurter Buchmesse

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Städelrundgang 2019 – „Oven Light“ von Tala Madani in der Frankfurter Ausstellungshalle Portikus

2019, Februar 18.

Befremdlich-Hintergründiges Spiel mit Licht und Schatten 

von Petra Kammann

Blick aus der oberen Etage in den Ausstellungsraum: Komposition aus Fernsehapparaten und Gemälden Tala Madanis; Alle Fotos: Petra Kammann

Die magische Wirkung der Gestaltungskraft von Licht erlebt man beim Rundgang der Städelschule in diesen sonnigen Spätwintertagen ganz besonders im minimalistischen inneren White Cube des kleinen roten Hauses an der Alten Brücke, im Portikus, einem ihrer essentiellen Bestandteile für Ausstellungen von Nachwuchskünstlern. Dort ist auch über das Ende des Rundgangs hinaus die erste institutionelle Einzelausstellung der 1981 in Teheran geborenen und in Los Angeles lebenden Künstlerin Tala Madani unter dem Titel „Oven light“ zu sehen.

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Rundgang Städelschule 2019: Neue Welten und Architektur, die über das Bauen von Häusern hinausgeht

2019, Februar 16.

Architektur ist nur ein kleiner Teil der Ausbildung in der Städelschule. Trotzdem ist die Vielfalt da.

Von Petra Kammann

„1 square mile City“  Eine Quadratmeile Stadt – Das unter der Leitung des Stiftungsprofessors Peter Trummer entstandene eindrucksvolle Holzmodell steht im 1. Obergeschoss des Haupthauses der Städelschule, Alle Fotos: Petra Kammann 

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Die Pianistin Maria Sintamarian im Hauskonzert von Viviane Goergen

2019, Februar 13.

Von Erhard Metz

Ein stilvolles Ambiente gibt der adretten Wohnung ihr Gepräge, die Wände zeigen Gemälde des bedeutenden luxemburgischen Malers und Zeichners, Widerstandskämpfers und großen Europäers Edmond Goergen, dem im Sommer vergangenen Jahres in Bitburg eine große Retrospektive gewidmet war, des Vaters von Viviane Goergen, die ein musikaffines wie kennerschaftliches Publikum zu einem Hauskonzert eingeladen hatte. Das Polstermobiliar war vor den bestens gepflegten und gestimmten großen Steinway-Flügel gerückt, Wohn- und Esszimmer – mit mehr als 20 Stühlen bestückt – waren in ein angemessenes Auditorium verwandelt. Mit der Vorstellung von Maria Sintamarian verband Viviane Goergen mit einem vielversprechenden Augenaufschlag die Ankündigung, die Künstlerin werde ihr ungewöhnlich anspruchsvolles, ja überaus ambitioniertes Programm höchstpersönlich moderierend begleiten.

Viviane Goergen und Maria Sintamarian

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„Antanas Sutkus. Fotografien“ in den Rüsselsheimer Opelvillen

2019, Februar 12.

Emphatische Abbilder des schlichten Alltags und visionäre Fotografien – so „als ob die Vorahnung einer Flutwelle in der Luft hängt“   

Bekannt wurde er bei uns zunächst mit seinen Aufnahmen von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Heute zählt der 1939 in Kluoniškiai, Kaunas, Litauen, geborene Antanas Sutkus zu den großen humanistischen Fotografen der Welt, denn es sind fast ausschließlich Menschen, die ihn als Motiv interessieren. Geduldig beschäftigt er sich mit denjenigen, denen er begegnet und die er völlig unverstellt in die Kamera blicken lässt. Eine sehenswerte Ausstellung in den Rüsselsheimer Opelvillen zeugt davon.

Von Petra Kammann

Ausstellungsflyer; Foto: Petra Kammann

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Autokunst in Frankfurt und Düsseldorf – als Museumsattraktion

2019, Februar 6.

Von Uwe Kammann

Ein Hingucker, in jeder Hinsicht, dieser Kühlergrill eines Luxuswagens vom Ende der 20er Jahre. Fast niemand, der in der fulminanten Ausstellung zur Frankfurter Moderne im Museum Angewandte Kunst an diesem Ausstellungsstück vorbeiginge. Und der nicht die Fotos studieren würde, die näheren Aufschluss geben: das Schmuckstück gehört zu einer Kleinstauflage einer Marke, die inzwischen längst verschwunden ist – Adler –, damals aber zum Exklusivsten gehörte, was zu kaufen war. „Er ist ein fahrbares Zuhause, das auf der Reise das unbedingte Gefühl der Geborgenheit verleiht“: Mit diesem Spruch bewarb die Marke ihr Modell Standard 8 – noch heute dürften viele Autofahrer mit dieser Versprechung ihre Sehnsucht nach einer eigenen Karosse beflügelt und ihr Auto-Glück grundiert sehen.

Kühlergrill der Frankfurter Luxusmarke Adler, gestaltet von Walter Gropius, ausgestellt im Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Foto: Petra Kammann

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Die Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“ im Museum Angewandte Kunst

2019, Februar 4.

Frankfurt zwischen 1925 und 1932: Bauhausparallele, Großstadtutopie und vernetzte Moderne

Anlässlich des 100jährigen Bauhaus-Jubiläums hat inzwischen die erste von drei Ausstellungen zum Neuen Frankfurt begonnen. Das Museum Angewandte Kunst zeigt die „Moderne am Main“ mit Möbeln, Schriften, Mode, Musik, Film und Fotografie. Und sie visualisiert auch das riesige Netzwerk der Menschen, die an der Neugestaltung Frankfurts beteiligt waren.

Von Petra Kammann

Hereinspaziert in die „Moderne am Main“, Foto: Petra Kammann 

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FRANKFURTER ERKLÄRUNG DER „VIELEN“

2019, Februar 2.

Ein deutliches Signal für Weltoffenheit  –  Politisch sehr korrekt

„Die Vielen“ vor dem Historischen Museum stehen für die kulturelle Vielfalt in der Stadt. Foto: Petra Kammann

Als Gastgeber begrüßt Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, die „Vielen“, 56 Vertreter*innen der Frankfurter Kulturszene, im Sonnemann-Saal des Historischen Museums und bezieht sich dabei auf Leopold Sonnemann, der Radikaldemokrat gewesen sei.

Die Frankfurter Erklärung, in der u.a. auf die demokratischen Traditionen der Stadt eingegangen wird, ist Teil einer deutschlandweiten Kampagne „Die Vielen“. Zeitgleich folgen danach Kulturschaffende und Forscher in 14 anderen Städten dem Beispiel, das Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen bereits im November gegeben haben. In Frankfurt haben sämtliche großen Frankfurter Museen, Theater, Konzert- und Literaturveranstalter, dazu etliche freie Theatergruppen, kunstwissenschaftliche Einrichtungen, Bildungsstätten und kleinere Initiativen die Erklärung solidarisch unterzeichnet und damit auch ihre Zusammenarbeit für die Zukunft bekundet.

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Museum für Moderne Kunst MMK: „Weil ich nun mal hier lebe“ im TOWER

2019, Januar 30.

Arbeiten von Harun Farocki, Azin Feizabadi, Forensic Architecture, Natasha A. Kelly, Erik van Lieshout, Henrike Naumann, Emeka Ogboh, spot_the_silence, SPOTS, Hito Steyerl und Želimir Žilnik

Von Erhard Metz

Bei aller Eigenständigkeit einer jeden der drei Ausstellungen, die MMK-Direktorin Susanne Pfeffer Ende Oktober 2018 zeitgleich in allen drei Häusern des Frankfurter Museums für Moderne Kunst eröffnete, spannt sich über diese „Ausstellungstrilogie“ ein umfassender Bogen: Setzt sich Cady Noland in ihrem Werk im Haupthaus MUSEUMMMK mit dem Mythos des amerikanischen Traums und verschiedenen Ausdrucksformen von struktureller Gewalt auseinander und ging es in der mächtigen Videoarbeit von Marianna Simnett im ZOLLAMTMMK um Gewalt in Form medizinischer, technologischer und pharmakologischer Innovationen wie auch deren unmittelbare Eingriffe in den menschlichen und tierischen Körper, oft in Korrespondenz mit ökonomischen, gesellschaftlichen und patriarchalischen Machtstrukturen, so drehen sich die (Video-)Arbeiten im TOWERMMK vornehmlich um einen in Teilen der Gesellschaft immer noch alltäglich anzutreffenden Rassismus und Antisemitismus, um Fremdsein und gesellschaftliche Ab- und Ausgrenzung.

Eingang zum TOWERMMK

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Kleist, Feuchtwanger und Houellebecq in Bochum

2019, Januar 26.

Johan Simons führt Bochum zurück in die erste Liga der Schauspielhäuser

Von Simone Hamm

Es beginnt mit einem lauten Rums. Stockfinster ist es im Zuschauerraum des Bochumer Theaters. Auch auf der Bühne. Dann knallen Plastikstühle und -tische, Regalteile, Zimmerpalmen, Matratzen und Kleidungsstücke auf die Bühne. Es hat einen Terroranschlag gegeben im Club „Eldorador Aphrodite“ – 117 Menschen sind getötet worden…

Die Erstinszenierung von „Unterwerfung“ entstand 2017 in Kooperation von NTGent und Action Zoo Humain und Chokri Ben Chikha, Text: nach Michel Houellebecq, Deutsch mit englischen Übertiteln, Regie: Johan Simons, Foto: Tobias Kruse

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