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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Schauspiel

Jens Harzers Bravourleistung: De Profundis

2026, Januar 29.

Oscar Wildes Schmerzensschrei des Berliner Ensembles als Gastspiel am Bochumer Schauspiel

Von Simone Hamm

Grelle Neonröhren, die die Augen blenden. Eine Stimme aus dem Dunklen. Und dann steht er da, im schwarzen Mantel in einem kleinen Kasten, dessen Grundfläche ein, vielleicht zwei Quadratmeter hat: Jens Harzer. Er  rezitiert Oskar Wildes Brief aus dem Zuchthaus: „De Profundis – aus der Tiefe“, einen der berühmtesten Liebesbriefe der Weltliteratur. In seiner Einzelzelle rechnet er ab mit seinem ehemaligen Liebhaber, mit der verlogenen viktorianischen Gesellschaft.

Jens Harzer in „De Profundis“, Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

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Das 63. Theatertreffen der Berliner Festspiele vom 1. bis 17. Mai 2026 

2026, Januar 20.

Alle Jahre wieder – und diesmal zum 63. Mal – werden bemerkenswerte Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum nach Berlin zum Theatertreffen eingeladen – Ausgewählt von einer 7-köpfigen Jury.

Von Walter H.Krämer

Vom 17. Januar bis 31. Dezember 2025 bereisten die sieben Jurymitglieder 98 Städte und sichteten insgesamt 739 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Shortlist befanden sich am Ende 36 Inszenierungen, die final diskutiert wurden. Zehn davon sind jetzt zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen.

Die Theatertreffen-Jury 2026: Alexandra Kedves, Martin Thomas Pesl, Sabine Leucht, Falk Schreiber, Vincent Koch, Sascha Westphal, Christine Wahl © Berliner Festspiele /Stefan Wieland

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Jette Steckels phänomenale Inszenierung „Das große Heft“ nach einem Roman von Ágota Kristóf

2025, November 6.

Was Krieg aus den Menschen macht…

von Simone Hamm

Dutzende von Aluminiumrohren hängen von der Bühne, die von schwarzem Sand bedeckt ist. Lichtbänder fassen sie ein. Es ist fast dunkel. Ein Geiger (Matthias Jakisic) und ein Schlagzeuger (Karsten Riedel) spielen sehr laute Musik (Musikalische Leitung: Mark Badur). Noch bevor der erste Satz gesprochen ist, ist da ein verstörendes Gefühl. Die Aluminiumstangen können zusammenfahren, nach oben rauschen, einen Wald bilden oder einen Duschraum, können Kirchenglocken sein. Aber immer bedeuten sie Enge. Die quadratische Spielfläche wird zur Schräge. Es gibt kein Entkommen.

Linde Dercon, Risto Kübar, Pierre Bokma, Ole Lagerpusch, Guy Clemens (v. li.), Foto: Armin Smailovic

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Georg-Büchner-Preis 2025 für Ursula Krechel

2025, November 3.

Eine wortgewaltige Veranstaltung über Ohnmacht und Selbstbehauptung

von Petra Kammann

Die Schriftstellerin Ursula Krechel wurde in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Staatstheater Darmstadt geehrt, was man in ihrem Fall als Auszeichnung für ein sprachlich ausgezeichnetes Lebenswerk begreifen kann. Das umfangreiche Schreiben der 77-jährigen Autorin umfasst Lyrik, Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Essays und zu den wiederkehrenden Themen in Krechels Werk zählen Flucht und Exil, Gewalt und Verdrängung, weibliche Autorschaft und literarische Selbstbehauptung. Es gehört zur Tradition, dass neben dem Büchner-Preis in Darmstadt noch zwei weitere Preise verliehen werden: der Merck-Preis für literarische Kritik und Essay, diesmal an die Essayistin und Rezensentin, Übersetzerin und Herausgeberin Ilma Rakusa, und der Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa an den deutsch-israelischen Historiker Dan Diner.

Die Büchner-Preisträgerin im Interview, Foto: Petra Kammann

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Johan Simons inszeniert „Spieler“ nach Fjodor Dostojewskij in Bochum

2025, Oktober 24.

Leidenschaft und Sucht

Von Simone Hamm

Die große rote Kugel rollt in einer Vertiefung am Rande einer hellen Drehscheibe. Ein paar viereckige Scheiben schweben darüber. Ein schwarzer Tisch. Ab und an ist Video von Menschen am Spieltisch zu sehen, darunter der Intendant des Bochumer Schauspiels Johan Simons, der den „Spieler“ nach Dostojewskij inszeniert hat. An der Seite hängt ein Bild des bärtigen Dostojewskij, der das Geschehen zu beobachten scheint. Dostojewskij war selbst Spieler, in Wiesbaden, Baden Baden und Bad Homburg spielte er Roulette.

Stefan Hunstein, Stacyian Jackson (v. li.) als Spieler, Foto: Armin Sailovic

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Wies’n und Theater in München: Ödon von Horvaths „Kasimir und Karoline“

2025, Oktober 14.

Scheitern, aufstehen, wieder scheitern…

Von Walter H. Krämer

In diesen Tagen dreht sich die Bühne täglich mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen vor und während der Frankfurter Buchmesse (15 – 19 10.2025). Und was wird im Süden des Landes gespielt? Das interessierte unseren Theateraficiaonado Walter H. Krämer, der das dramatische Geschehen in Frankfurt und anderswo beobachtet. Zuletzt die Inszenierung von Ödon von Horvaths Volksstück „Kasimir und Karoline“ am Münchener Residenztheater. Da schlägt er nachdenkliche Töne an. Welche Mittel sind geeignet, um Spannung in einem zeitgenössischen Theater zu erzeugen?

Anna Drexler, Thomas Lettow, Robert Dölle, Simon Tagermann, Juliane Köhler © Matthias Horn

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FC Bergman Toneelhuis aus Antwerpen zeigt Guernica. Guernica in der Jahrhunderthalle Bochum

2025, September 29.

Brandaktuell. Tiefsinnig. Bildreich. Bewegend.

Das hätte der Eröffnungsabend der Ruhrtriennale sein sollen! Es war der Abschiedsabend.

von Simone Hamm

Zuerst scheint es so, als lägen Puppen auf der Bühne. Versehrt, verletzt, in unnatürlichen Posen, kopfüber über einem Stuhl hängend, verkrampft auf dem Rücken. Dann sieht man, wie sich eine Brust hebt und senkt, ein Finger sich bewegt. Es sind die Schauspieler des FC Bergman Toneelhuis aus Antwerpen, die das große, von Pablo Picasso geschaffene Gemälde „Guernica“ nachstellen.

Fotoprobe des Theaters Guernica Guernica mit dem Theater Kollektiv FC Bergmann am 18.09.2025 in der Jahrhunderthalle in Bochum. Foto: RT2025/ Caroline Seidel

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Aufstieg und Fall der Stadt Theben

2025, September 18.

„Anthropolis“ wird wieder am Hamburger Schauspiel gezeigt. Griechische Antike at it’s best.

Ein Gespräch mit dem Autor Roland Schimmelpfennig

Von Simone Hamm

Roland Schimmelpfennig ist Lyriker, Autor von Romanen, Hörspielautor und einer der meistgespielten Dramatiker auf deutschen Bühnen. Sein neustes Buch ist „Sie wartet, aber sie weiß nicht auf wen“, ein düsterer Reigen aus Gewalt und Sex, und manchmal auch aus zarten Gefühlen. Im Herbst wird sein Gedichtband „Bericht von der Mondlandung“ erscheinen. Zuletzt wurde seine Fassung des Nibelungenliedes „See aus Asche“ bei den Wormser Nibelungenspielen gezeigt. Am Schauspiel Hamburg wird seit 2023 überaus erfolgreich „Anthropolis“ aufgeführt.

Der Autor und Dramatiker Roland Schimmelpfennig, Foto: © Adriana Jacome / Verlag S. Fischer

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Ein Paukenschlag am Kölner Schauspiel: „GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND – Ein Nachspiel“

2025, September 15.

Eine szenische Lesung noch vor Beginn der offiziellen Spielzeit

von Simone Hamm

Auf der Bühne steht Andreas Beck. Hinter ihm ein langer Tisch mit weißem Tischtuch. Umgeworfene Weinflaschen, vertrocknete Blumen, übrig gebliebener Streuselkuchen.

Andreas Beck in GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND – Ein Nachspiel, Foto: © Anna Sorgalla 

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„We Are The Lucky ones“ – die Wirtschaftswunderkinder

2025, September 13.

Kollektive Erinnerung in der Jahrhunderthalle

von Simone Hamm

Sie haben einfach Glück gehabt. Die Generation derer, die zwischen 1940 und 1949 geboren ist. Sie haben nach Kriegende viele Jahre in Frieden leben können. Sie sind die Wirtschaftwunderkinder. Von ihrem Leben erzählt „We Are The Lucky Ones“, die Oper von Philip Venables, die in diesem Jahr in Amsterdam uraufgeführt wurde. Es ist seine erste große besetzte Oper. Jetzt war sie  auf der Ruhrtriennale in Bochum in der Jahrhunderthalle zu sehen.

Öffentliche Hauptprobe von „We Are The Lucky Ones“ in der Jahrhunderthalle in Bochum, Foto: Caroline Seidel / RT2025

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