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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Fotografie · Video · Film

„Die Zeit hat kein Zentrum“ – Stücke aus der privaten Kunstsammlung von Ulrike Crespo

2025, Oktober 23.

Die Sammlerin selbst: offen für die Fragen der Zeit und der Menschen

Von Petra Kammann

Unter dem Titel „Die Zeit hat kein Zentrum“ präsentiert die Crespo Foundation erstmals eine umfangreiche Auswahl mit rund 130 Werken aus der privaten, mehr als 800 Werke umfassenden persönlichen Kunstsammlung der Stiftungsgründerin, Fotografin und Psychologin Ulrike Crespo (1950–2019), angefangen von der Malerei über Zeichnungen und Skulpturen bis hin zur Fotografie und einer Videoinstallation. Die Schau spiegelt Crespos künstlerische Leidenschaft und ihren so individuellen offenen Blick auf die Welt wider: das Wahrnehmen, Erinnern und Aufbewahren von Zeitschichten in Artefakten, in „geprägte(n )Formen, die lebend sich entwickel(t)n„, wie Goethe es in Urworte. Orphisch nannte.

Wenn Sie diese Treppe hinuntergehen, treten Sie ein in Ulrike Crespos Kunstwelt und entdecken die Zeit in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, Foto: Petra Kammann

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Retrospektive der DADA-Pionierin Suzanne Duchamp in der Frankfurter Schirn

2025, Oktober 11.

Eine unabhängig-eigensinnige Künstlerin

Von Petra Kammann

Spielerisch, humorvoll, genreübergreifend und dazu noch international: die erste umfassende Einzelausstellung der unabhängigen Künstlerin Suzanne Duchamp (1889–1963) findet in den Räumen der ehemaligen Dondorf Druckerei mit dem rauhen Charme der industriellen Backsteinarchitektur, in der Schirn Bockenheim, statt. Zu sehen sind in der dort neu eingerichteten Halle 1 erstmals rund 80 Werke aus fünf Jahrzehnten der vielseitigen Künstlerin, darunter experimentelle Collagen, figurative Darstellungen, abstrakte Gemälde, historische Fotografien und seltene Archivfunde. Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich erarbeitete Retrospektive wurde kenntnis- und beziehungsreich von den Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer (Schirn) und Talia Kwartler (Gastkuratorin, Zürich) in Szene gesetzt.

Verantwortliche der Suzanne Duchamp-Retrospektive: Schirn-Chef Sebastian Baden und die beiden Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer und Talia Kwartler, Foto: Petra Kammann

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Zum Tod des Ur-Fernsehmenschen Georg Stefan Troller

2025, Oktober 1.

Ein traumwandlerischer Menschenfresser

Von Uwe Kammann

Der Journalist, Dokumentarfilmer und Autor Georg Stefan Troller ist am 27. September im Alter von 103 Jahren in Paris gestorben. Troller, der 1921 in Wien geboren wurde und 1941 in die USA emigrierte, wurde in den 60er Jahren durch sein „Pariser Journal“ in der ARD bekannt. Uwe Kammann* erinnert an den außergewöhnlichen Filmemacher.

Georg Stefan Troller, Foto: © Norbert Schmidt

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Eindrucksvolle filmische Installationen der philippinisch-kanadischen Video-Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn

2025, September 25.

Dokumentarisch-poetische Perlen der Video-Kunst, textile und skulpturale Arbeiten

Von Petra Kammann

Noch vor dem Gastlandauftritt der Philippinen auf der Frankfurter Buchmesse (14.10. bis 19.10.2025), und parallel dazu präsentiert die SCHIRN in ihrem Übergangsquartier in Bockenheim die philippinisch-kanadische Künstlerin und Filmemacherin Stephanie Comilang (*1980) mit einer raumgreifenden Soloschau. Erstmals in Deutschland sind dort ihre beiden jüngsten Filme „Search for Life. Diptych“ (2024/25) sowie ihre frühere Arbeit „Diaspora Ad Astra“ aus dem Jahre 2020 zu sehen:„Coordinates at dawn“. Eine echte Entdeckung!

Die Video-Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn, Foto: Barbara Walzer Weiterlesen

Dagmar Schuldt: Archäologie der Gedanken. Von der Kunst des Sichtbaren und Unsichtbaren

2025, September 10.

Wieviel damals steckt im heute? Wege- und Gedankennetze abseits des Krönungswegs

Von Petra Kammann

Mit der Ausstellung „Archäologie der Gedanken – Von der Kunst des Sichtbaren und Unsichtbaren“ zeigt das Archäologische Museum Frankfurt ab dem 10. September 2025 eine Einzelausstellung der in Hamburg lebenden Künstlerin Dagmar Schuldt. Mit deren genreübergreifendem künstlerischen Projekt macht das Museum auf den südwestlichen Stadtraum Frankfurts aufmerksam, insbesondere auf Niederrad und auf den Frankfurter Stadtwald, und zwar auf das, was auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar, aber erinnerungswürdig ist.

Schichten und Geschichten einer Stadt: Dagmar Schuldts  „Karte Frankfurt 2.2.“, 2024 Papier, Schellack, Tuschen, Graphit, 21 x 29,7 siebenmal gefaltet, Foto: Dagmar Schuldt, Courtesy: Claus Friede Contemporary Arts 

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Wim Wenders – Wirklich 80? Un clin d’œil – Ein Zublinzeln aus dem Augenwinkel

2025, August 13.

Ein Gespräch über Bewegendes und Bewegtes

Von Petra Kammann

Neben etlichen anderen Begegnungen – wie u.a. in NRW in Düsseldorf im Zusammenhang mit der Film- und Medienstiftung, in Frankfurt in der Paulskirche als Laudator des brasilianischen Friedenspreisträgers Sebastião Solgado– bleibt neben seinen Filmen die Erinnerung an ein ausführliches Gespräch präsent, das ich 2011 mit dem großartigen Filmemacher und Regisseur Wim Wenders auf der Berlinale im Anschluss an die Premiere seiner filmischen Hommage „PINA“ an die Choreographin und Erfinderin des Tanztheaters Pina Bausch für die Zeitschrift ..IN RHEINKULTUR führte. Da ging es um die emotionalen und technischen Herausforderungen des für ihn neuartigen 3-D-Films, um Körpersprache, um An- und Abwesenheit von PINA .

Wim Wenders in Düsseldorf 2013 beim Helmut-Käutner-Preis an Christian Petzold, Foto: Petra Kammann

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Serras Skulpturen im Spiegel von Dirk Reinartz Fotografien

2025, August 11.

Museum Wiesbaden zeigt spannende Aufnahmen vom Entstehungsprozess der stählernen Monumentalskulpturen

Von Hans-Bernd Heier

Richard Serra zählt zu den renommiertesten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine kolossalen Stahlskulpturen prägen heute viele Landschafts- und Stadträume. Der deutsche Fotograf und Bildjournalist Dirk Reinartz reiste für ein Verzeichnis der Skulpturen Serras viele Jahre um die Welt und hielt diese fotografisch fest. Unter dem Titel „work comes out of work“ versammelt eine Schau 125 Schwarz-Weiß-Fotografien von Dirk Reinartz zum Werk von Richard Serra im Museum Wiesbaden. Zu sehen  noch bis zum 14. September.

Dirk Reinartz, o. T. (Walzen der Grobbleche für die Skulptur „Dirk’s Pod“ in der Dillinger Hütte in Dillingen), 2003 © Dirk Reinartz Estate / Deutsche Fotothek und Stiftung F.C. Gundlach

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„Stadt.Licht“ in der BBK-Galerie – Licht-Blicke von Barbara Walzer

2025, August 5.

Ein feines Gespür für Licht und Schatten

Von Petra Kammann

Das Bild der Main- und Bankmetropole Frankfurt ist durchaus changierend. In der aktuellen Ausstellung in der BBK-Galerie setzen sich 8 Frankfurter Künstler und Künstlerinnen bildnerisch mit dem Licht, das auf ihre Stadt fällt, auseinander wie: Thorsten Faber, Anne Killat, Friederike Mühleck, Elisa Rivera, Contessa Roberts, Jan Henrik Sohnius, Christiaan Tonnis, Simone Vandeloo und Barbara Walzer, deren Schwarz-Weiß-Fotografien wir hier ins Visier nehmen. Mal sind sie kühn skulptural angelegt, mal ganz zart. Immer spielt das Licht mit.

Kühn und monumental wirkt die durch den Schatten verdoppelte Aluminiumskulptur in der „Welle“ hinter der Alten Oper, Foto: Barbara Walzer

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Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025 – Die Philippinen

2025, August 2.

Ein reichhaltiges Kulturprogramm unter dem Motto „Fantasie beseelt die Luft“

Ein seltener Einblick in die gesamte Bandbreite philippinischer Kreativität  

Als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025 stellen die Philippinen vom 15. bis 19. Oktober rund 100 Autor*innen und Kreative bei mehr als 77 Literaturveranstaltungen vor. Das Kulturprogramm, entwickelt unter Leitung von Kurator Patrick Flores und in Zusammenarbeit mit bedeutenden deutschen Kultureinrichtungen, bietet dem deutschen Publikum die lebendige zeitgenössische Kunstszene, die reichen Traditionen des Landes sowie namhafte Künstler*innen der Philippinen. Das Ehrengastmotto„Fantasie beseelt die Luft“ spiegelt die engen Verbindungen zwischen philippinischer Literatur, Kultur und Geschichte wider und lädt zu einer Auseinandersetzung mit den vielfältigen Überlieferungen des Landes der 7.841 Inseln ein.

Das Ehrengastteam bei der Pressekonferenz in der Evangelischen Akademie, Foto: Petra Kammann

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Annegret Soltaus Retrospektive „Unzensiert“ – noch wenige Tage im Städel zu sehen

2025, Juli 28.

Die Risse des Lebens und Nähte als Lebensfäden

Soltaus radikale Vernähungen des verletzten Körpers

Von Petra Kammann

Galt die in Darmstadt lebende Annegret Soltau (*1946) lange Zeit als Geheimtipp, so genießt sie mit ihrer feministisch inszenierten Fotografie und ihrer Body Art in der Kunstwelt inzwischen internationalen Ruhm. Das Frankfurter Städel widmet ihr unter dem Titel „Unzensiert“ noch bis zum 17. August eine Retrospektive mit rund 80 Werken aus mehr als fünf Jahrzehnten. Mutig wurde Soltaus Arbeit allerdings schon 2011 unter dem Titel „Generativ“ in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks gewürdigt, die damals alles andere als widerspruchslos hingenommen wurde. Zuvor war sie damals mit dem feinen Marielies-Hess-Kunstpreis ausgezeichnet worden. 

Annegret Soltau in der Ausstellung im Städel vor ihrer „Vatersuche“, Foto: Petra Kammann

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