60 Jahre zeitgenössische Kunst in der Frankfurter Westend Galerie
Und Auszüge einer Rede zur Vernissage von Barbara Thurau
Seit ihrer Gründung 1966 durch Trude Müller und Salvatore A. Sanna steht die älteste ununterbrochen aktive Frankfurter Kunstgalerie, die engagierte Programmgalerie als Kunstforum der Deutsch-Italienischen Vereinigung e.V. für den intensiven künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Italien. Seit nunmehr 60 Jahren zeigte sie rund 300 Ausstellungen. Bei den ausgestellten Werken handelte es sich jeweils um aktuelle Positionen. Heute wird unter der künstlerischen Leitung von Barbara Thurau und der Vereinsvorsitzenden Caroline Lüderssen die Geschichte der Galerie weitergeschrieben, historische Impulse werden aufgebrochen, um sie in gegenwärtige Fragestellungen zu überführen. Die Galerie bildet einen lebendigen Resonanzraum, was die erste Jubiläumsausstellung als Thema aufgreift. Petra Kammann gibt einen kurzen Einblick.
Eliana Petrizzi, Uccidere la morte, Foto: Westend Galerie
Kurzweilig ist sie, die Fahrt ins Innere des Landes. Von der ersten antiken Hauptstadt Anuradhapura in die historische Vergangenheit der zweiten ehemaligen Königsstadt nach Polonnaruwa. Gemeinsam mit Kandy, einer weiteren, außergewöhnlichen Stadt, bilden sie das „kulturelle Dreieck“ des Landes, deren mittig gelegene Herzstücke Sigiriya und Dambulla heißen. Fünf kulturelle Höhepunkte! Mit ihrer reichen über 2.000 Jahre alten Geschichte und frühen Hochkultur, sind diese Königsstädte historische und religiöse Hochburgen in Sri Lanka. Und allesamt UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 und1991.
Ein Monumentalwerk der Bildhaukunst – die Buddha-Statuen von Gal Vihara aus flammenden Gneisgestein
Besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit
Von Hans-Bernd Heier
Das 200-jährige Jubiläum mit einer großen Vielfalt an Sonderausstellungen und nicht zuletzt der Hype um Friedrich Heysers Gemälde „Ophelia“ lockten 2025 viele Besucherinnen und Besucher in das Museum Wiesbaden. Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur, ein Zweispartenhaus, kann eine stolze Bilanz ziehen und feiert das abgelaufene Jahr mit 130.986 Besuchern als eines seiner stärksten Ausstellungsjahre. Das waren im Vergleich zu 2024 rund 20.000 Gäste mehr. „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“ lautet das Fazit von Museumsdirektor Dr. Andreas Henning.
Besucherin vor Ophelias – Gemälde (Ausschnitt); Foto: Christoph Boeckheler
Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).
Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann
Weltweit erste Ausstellung der Künstlerinnen des Blauen Reiters und das Faszinosum Gift
Von Hans-Bernd Heier
Das Museum Wiesbaden hat dieses Jahr sein 200. Jubiläum mit einem faszinierenden Ausstellungsprogramm zelebriert. Museumsdirektor Dr. Andreas Henning nannte zwar noch keine Zahlen, aber sein erstes knappes Fazit lautet: „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“. Dazu dürfte auch das Musikvideo „The Fate of Ophelia“ von Taylor Swift beigetragen haben. Der Weltstar hat sich offensichtlich von dem Jugendstil-Gemälde „Ophelia“ von Friedrich Heyser inspirieren lassen. Das Gemälde kam 2019 durch die großzügige Jugendstil-Schenkung des Mäzens Ferdinand Wolfgang Nees ins Museum. In dem ersten Clip schlüpft Swift in die Rolle der tragischen Figur der Ophelia aus Shakespeares „Hamlet“ und löst damit bei Swiftie-Fans weltweit einen Hype aus. Dies war gewissermaßen das „ungeplante Sahnehäubchen“ eines ganz außergewöhnlichen Jubiläumsjahrs.
Ein Hingucker gleich im Foyer des Landesmuseums: Taylor Swift in ihrer Rolle als „Ophelia“; Foto: Hans-Bernd Heier
Vier Jahre lang hatte es Anfang der 1990er-Jahre den Wiener Fotografen Willy Puchner mit seinen beiden Polyester-Pinguinen Joe und Sally in die weite Welt gezogen, um neue Blickweisen auf die unterschiedlichsten Kontinente zu vermitteln. Das Pinguinpaar wurde seither für den Fotografen und Künstler Buchen er zur Projektionsfläche seiner Reiseträume, auch seiner nicht enden wollenden Sehnsucht nach einer fremden Geborgenheit. Inzwischen überträgt er diese auf andere Objekte wie auf die verborgenen Schätze der Natur.
Doppelseite aus Willy Puchners Buch „Ansichten der Natur“
Kunst als Metapher für Leben und grundlegende existenzielle Konflikte
Von Hans-Bernd Heier
Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Unter dem schlichten Titel „Beckmann“ rückt das Städel Museum diese Arbeiten derzeit in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Schau. In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung sind rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken.
Kuratorin Regina Freyberger erläutert in der Ausstellung die Zeichnung „Junge mit Hummer“, Foto: Petra Kammann
Frieda Günzel mag es, Geschichten zu erzählen. Beobachten, schreiben und das Umsetzen innerer kreativer Prozesse in bewegte Bilder sind die Leidenschaft der Frankfurter Videografin. Für FeuilletonFrankfurt stellt Frieda Günzel Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain vor. Diesmal traf sie den 1935 in Breslau geborenen Olaf Rademacher, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in der Berliner Werkkunstschule als Plakatmaler arbeitete, bevor es ihn Ende der 50er Jahre als Werbegrafiker nach Frankfurt zog. In den 70ern machte er sich als freischaffender Layouter selbstständig und zeichnete zunächst nebenbei immer Karikaturen, u.a. für die Frankfurter Rundschau. 1988 publizierte der S. Fischer-Verlag seine Cartoons. In der Kreativwerkstatt vom Frankfurter Verband und im Liebieghaus Kurse gab Rademacher Kunststudierenden Unterricht. Inzwischen widmet er sich ganz der Malerei.
Auf der Suche nach dem Leben – weiterer Höhepunkt im Jubiläumsprogramm
Von Hans-Bernd Heier
Louise Nevelson zählt zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der US-amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Mit ihren monumentalen Assemblagen prägte sie ab Mitte der 1950er-Jahre maßgeblich die US-Kunstszene und gilt als Pionierin der Installationskunst. Das Museum Wiesbaden rückt in der faszinierenden Ausstellung „Louise Nevelson. Die Poesie des Suchens“ jetzt erstmals ihr weniger bekanntes Collagenwerk in den Fokus. Arbeiten der vielseitigen Bildhauerin und Malerin, die durch ihre Teilnahme an der Biennale in Venedig (1962) sowie der Documenta in Kassel (1964 und 1968) internationale Anerkennung erlangte, waren bereits früher im Landesmuseum zu sehen.
Frieda Günzel mag es, Geschichten zu erzählen. Und das auf verschiedene Weise. Beobachten, schreiben und das Umsetzen innerer Prozesse in bewegte Bilder sind ihre Leidenschaft. Im Laufe der Zeit hat sie dazu mehrere Techniken erworben wie zunächst das Herstellen von Printmagazinen im Rahmen ihrer medienwissenschaftlichen Ausbildung an der Universität Siegen. An der Universität Hannover wiederum schloss sie in der Klasse Fernsehjournalismus und Dokumentarfilm ihr Studium mit dem Master of Arts ab. Heute liebt die freischaffende Videografin, die auch als TV-Redakteurin bei der Kindernachrichtensendung logo! (KiKA) praktizierte, vor allem Projekte, die ein intermediales Arbeiten und verschiedene Herangehensweisen erlauben. Und wer würde sich besser dazu eignen als Künstler und Künstlerinnen, die im Film manchmal nur durch eine Geste, einen Halbsatz oder einen Blick offenbaren, was das Geheimnis des Kreativen ist? Für FeuilletonFrankfurt stellt Frieda Günzel Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain vor. Zum Auftakt einer Reihe hier ein filmisches Porträt der Frankfurter Künstlerin Rachel von Morgenstern. Film ab!