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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Herzlich Willkommen

„Le Grand Macabre“ von György Ligeti in der Oper Frankfurt

2023, November 16.

Der Weltuntergang wieder verschoben

Von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller/Oper Frankfurt 

Der Komet rast auf die Erde zu, verkünden die Bild-Medien in allen Sprachen. Was macht man in den letzten Stunden, die bleiben? Chaos an der Autobahn, Toccata für zwölf Autohupen, so beginnt die Oper „Le grand macabre“, die einzige von György Ligeti, die nach drei Jahren Verspätung durch Corona von Regisseur Vasily Barkhatov und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis nun realisiert werden konnte. Beide sind Liebhaber der Musik von György Ligeti (1923-2006), speziell dieser Oper.

v.l.n.r. Anna Nekhames (Venus), Peter Marsh (Piet vom Fass), Elizabeth Reiter (Amanda), Karolina Makuła (Amando) und Simon Neal (Nekrotzar) sowie im Hintergrund Statisterie der Oper Frankfurt

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(C6H10O5)n | THE ART OF HANDLING PAPER in der Galerie Heike Strelow

2023, November 15.

Papier: Gefaltet, gestapelt, geklebt, geschnitten, geritzt und überzeichnet

Von Petra Kammann

In der Schau (C6H10O5)n | THE ART OF HANDLING PAPER, die bis zum 22. Dezember 2023 in der Galerie Heike Strelow zu sehen ist, befinden sich neben Collagen und Decollagen, Frottagen, Kugelschreiber- und Graphitzeichnungen auch gefaltete, gestapelte, gewebte, geklebte, geschnittene und geritzte Papierarbeiten von 11 Künstlern und Künstlerinnen, die sich von der Sinnlichkeit des Materials Papier haben inspirieren lassen, sei es vom Träger zeichnerischen Materials oder von der Möglichkeit, dieses als Grundlage für skulpturale Objekte  wahrzunehmen. Wir greifen ein paar Beispiele der so verschiedenartigen künstlerischen Positionen heraus.

Blick in den Ausstellungsraum der Galerie Heike Strelow mit Lisa Tiemanns Skulptur aus der Serie „Couples“, Foto: Petra Kammann

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Das Hessische Staatsballett reüssiert mit einer Choreografie des Israelis Ohad Naharin, das spanisch-libanesische Choreografenduo Campos / Nader erzählt von Vertrauen

2023, November 6.

Weite Sprünge, groteske Verrenkungen, zartes Innehalten bei Tanz.Köln

von Simone Hamm

Die Batsheva Dance Company konnte nicht aus Tel Aviv nach Köln kommen. Tanz.Köln holte stattdessen das Hessische Staatsballett mit Ohad Naharins Choreographie „Last Work“. Wer seine Tickets behalten hatte, erlebte einen sehr bewegenden Tanzabend. Eine Ko-Produktion mit Montpellier Danse & HELLER AU – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden. Unterstützt durch den Batsheva New Works Fund und die Dalia und Eli Hurvitz-Stiftung

Last Work vom Hessischen Staatsballett, Choreografie: Ohad Naharin, Foto: Andreas Etter

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Picassos Druckgrafiken im Museum Ludwig

2023, November 3.

Hymne an den Eros

von Simone Hamm

Das Museum Ludwig zeigt Picasso. Und zwar die Grafiksammlung „Suite156“, die in den Jahren 1968 bis 1972 entstanden ist. Zehn Wochen vor Pablo Picassos Tod, im Januar 1973, hatte Louise Leiris in ihrer Pariser Galerie diesen Zyklus von erotischen Grafiken zum ersten Mal gezeigt: Er wurde Picassos Vermächtnis. 155 Radierungen sind erhalten und werden nun in Köln ausgestellt.

Pablo Picasso Suite 156 (Blatt 55) 23.5.1970 Radierung 41,4 x 47,8 cm Museum Ludwig, Köln  © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2023 Reproduktion: Rheinisches Bildarchiv, Köln

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„Laura J.Padgett: Regenerating Permanence“ im Kabinettraum des Jüdischen Museums

2023, November 3.

Modernes jüdisches Leben in der Stadtgesellschaft

von Petra Kammann

Die Jüdischen Kulturwochen, die 1980 auf Initiative von Michel Friedman und Hilmar Hoffmann entstanden, sind seither fester Bestandteil des Kulturprogramms der Jüdischen Gemeinde. Einen zentralen Ort im Selbstverständnis der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, die 2023 ihre Wiederbegründung vor 75 Jahren feiert, bildet mit ihrer komplexen Geschichte die Westend-Synagoge. Im Rahmen der diesjährigen Jüdischen Kulturwochen (22.10. – 97.11) stellt das Jüdische Museum Frankfurt nun in der zweiten Etage der Dauerausstellung „Wir sind Jetzt“ im Raum „Kunst und Tradition“ eine Fotoserie von Laura J. Padgett aus, welche die Künstlerin von der Architektur der Westend-Synagoge angefertigt hat. „Regenerating Permanence“ lautet der Titel der in Frankfurt lebenden US-amerikanischen Foto- und Film-Künstlerin Laura J. Padgett.

Die Foto-Künstlerin Laura J. Padgett vor einer ihrer Synagogen-Fotoarbeiten, Foto: Petra Kammann

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Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (23)

2023, Oktober 26.

“Der Geizige“ von Molière in einer Fassung von Sabrina Zwach und “0rlando“ nach Virginia Woolf

Von Renate Feyerbacher

Fotos: Thomas Aurin / Der Geizige und Jessica Schäfer / Orlando

„Der Geizige“, dieses Lustspiel des französischen Komödiendichters Jean Baptiste Poquelin alias Molière,  (1622-1773) ist in der Bankenstadt Frankfurt, wo die Goldkammer ist, übrigens gut angesiedelt. Denn die Banken können Geiz nicht gebrauchen. Sie machen trotz oder gerade wegen weltweiter Kriege und Krisen hohe Gewinne, die Mieten steigen enorm und bedrohen die Existenz vieler Menschen, die Obdachlosigkeit ist hoch. Aber kommen solche Gedanken in der Inszenierung überhaupt vor?

Der Geizige von Molière in einer Fassung von Sabrina Zwach Regie: Mateja Koležnik, Peter Schröder, Foto: Thomas Aurin

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„Gemischtes Doppel – Die Molls und die Purrmanns“ im Museum Wiesbaden

2023, Oktober 26.

Zwei Künstlerpaare zwischen Lovis Corinth und Henri Matisse – eine farbprächtige Augenweide

Von Hans-Bernd Heier

Unter dem frappierenden Titel „Gemischtes Doppel“ präsentiert das Museum Wiesbaden erstmals in einer großen Sonderausstellung das künstlerische Schaffen der Ehepaare Moll und Purrmann. Zu bewundern sind über 100 Werke, darunter jeweils 25 Gemälde und Skulpturen von Marg(arete) und Oskar Moll sowie Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann, den Mitbegründern der „Académie Matisse“. Ergänzt wird die farbprächtige  Schau durch exzellente Arbeiten von renommierten Künstlern, die die künstlerischen Werdegänge der Eheleute prägten, wie Henri Matisse, Lovis Corinth, Max Liebermann, Sabine Lepsius und Franz von Stuck.

Ausstellungsansicht; © Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

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Lyrisches Slowenien

2023, Oktober 24.

Eine kleine Zwischenpause zum Atmen, und eine Hommage an das diesjährige Gastland der Buchmesse …

Auch Staatspräsident*innen können Dichter sein… Und Übersetzer*innen sind wichtige Brückenbauer. 

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75 Jahre Jüdische Gemeinde Frankfurt – „Jüdische Gemeinde gab Halt für das Leben nach dem Überleben“

2023, September 12.

Zur 75-Jahr-Feier der Wiederbegründung

Am kommenden Freitag beginnt das zweitägige Neujahrsfest Rosch ha-Shana, mit dem das Jahr 5784 begrüßt wird. Traditionell wird im Neujahrsgottesdienst das Schofar, das ausgehöhlte Horn eines Widders, geblasen. Gleichzeitig feiert die Jüdische Gemeinde Frankfurt 75 Jahre ihrer Wiederbegründung nach der Zeit des Nationalsozialismus. Anfang der 1930er Jahre war sie die zweitgrößte Jüdische Gemeinde Deutschlands. 1933 zählte sie mehr als 30.000 Mitglieder. Während der Shoah wurden etwa 12.000 Mitglieder ermordet. 1948 wurde die Gemeinde wieder aufgebaut. Heute zählt die Gemeinde rund 6300 Mitglieder und gehört damit wieder zu den größten des Landes.

Blick in die Kuppel der Westend-Synagoge, Foto: Petra Kammann

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Impressionen vom Saisonstart der Galerien (1) in Frankfurt vom 8. – 10. September 2023

2023, September 11.

Frankfurts Kunstszene lebt und bebt.

Ein persönlicher Rundgang von Petra Kammann

Endlich wieder. Der Frankfurter Saisonstart, eines der ältesten Galerienwochenende Deutschlands, fand in diesem Jahr zum 29. Mal statt. Die spätsommerlichen Temperaturen hatten die Menschen am Wochenende raus in die Stadt getrieben. Überall brodelte es am Freitag, besonders bei den Galerien in der Fahrgasse. Entsprechend war die Stimmung bei den Vernissagen, Diskussionen oder Performances, auf den Trottoirs vor den Galerien. Daneben führten professionelle Kunstvermittlerinnen in etwa 30 Art-Walks Kunstinteressierte durch die Galerien und Off-Spaces in der Innenstadt, im Ostend, in Sachsenhausen, im Bahnhofsviertel, im Westend und erstmals auch im Nordend. Die professionellen Kunstvermittlerinnen gaben spannende Einblicke in ausgewählte Kunstorte .„Eine lebendige Galerienszene“, hatte Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig verkündet, sei nicht weniger als „ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Stadtlandschaft“. Diese Aussage hatte sich schon am ersten Abend bestätigt.

Blick in die Ausstellung  vom 1822 – Forum Frankfurter Sparkasse, Foto: Petra Kammann

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