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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Autorinnen und Autoren

Jette Steckels phänomenale Inszenierung „Das große Heft“ nach einem Roman von Ágota Kristóf

2025, November 6.

Was Krieg aus den Menschen macht…

von Simone Hamm

Dutzende von Aluminiumrohren hängen von der Bühne, die von schwarzem Sand bedeckt ist. Lichtbänder fassen sie ein. Es ist fast dunkel. Ein Geiger (Matthias Jakisic) und ein Schlagzeuger (Karsten Riedel) spielen sehr laute Musik (Musikalische Leitung: Mark Badur). Noch bevor der erste Satz gesprochen ist, ist da ein verstörendes Gefühl. Die Aluminiumstangen können zusammenfahren, nach oben rauschen, einen Wald bilden oder einen Duschraum, können Kirchenglocken sein. Aber immer bedeuten sie Enge. Die quadratische Spielfläche wird zur Schräge. Es gibt kein Entkommen.

Linde Dercon, Risto Kübar, Pierre Bokma, Ole Lagerpusch, Guy Clemens (v. li.), Foto: Armin Smailovic

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Suhrkamp-Kultur: ein Fall für die Frankfurter Bürgerstiftung

2025, Oktober 30.

Ein aufschlussreiches Podium im Holzhausenschlösschen geht auf Spurensuche

Von Uwe Kammann

„Der Mensch lebt durch den Kopf“: In dicken Ausrufezeichen stand diese Brecht-Zeile über 25 gleich großen Porträts von Heroen des Suhrkamp-Verlags, von Max Frisch über Jürgen Habermas, Adorno, James Joyce, Uwe Johnson, Ernst Bloch, Peter Weiss und Walter Benjamin bis hin zu Paul Celan. In wie vielen Studentenzimmern mag dieses Kopf-Poster in den 70er Jahren ganz programmatisch die Wand bestimmt haben? Es war sichtbarster Ausdruck dessen, was damals als „Suhrkamp-Kultur“ firmierte, ein Begriff, den der amerikanische Kulturkritiker George Steiner 1973 geprägt hatte, gemünzt auf das, was unter dem Verlagsnamen vor allem an geisteswissenschaftlicher Theorie versammelt war. Suhrkamp, das war eine Welt für sich, ein eigener Kosmos, deckungsgleich mit dem intellektuellen Universum der Bundesrepublik.

Das private Archiv und die Bibliothek von Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld aus der Klettenbergstraße befindet sich jetzt im Holzhausenschlösschen, Foto: Petra Kammann

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Die indische Autorin Arundhati Roy auf der Lit.COLOGNE Spezial

2025, Oktober 29.

Urgewalten

von Simone Hamm

Unberechenbar ist sie und herrisch. Aber auch stark und selbstbewusst. Die Mutter von Arundhati Roy. Sie ist die Zuflucht und der Sturm im Leben von Indiens berühmtester Schriftstellerin gewesen. „Meine Zuflucht und mein Sturm“. Das ist auch der Titel des Memoir von Arundhati Roy. Der englische Originaltitel klingt weit weniger pathetisch „Mother Mary Comes To Me“ eine Zeile aus dem Beatlessong „Let It Be“.

Die indische Bookerpreisträgerin Arhundaty Roy auf der Lit.Cologne Spezial, Foto: Katja Tauber

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Johan Simons inszeniert „Spieler“ nach Fjodor Dostojewskij in Bochum

2025, Oktober 24.

Leidenschaft und Sucht

Von Simone Hamm

Die große rote Kugel rollt in einer Vertiefung am Rande einer hellen Drehscheibe. Ein paar viereckige Scheiben schweben darüber. Ein schwarzer Tisch. Ab und an ist Video von Menschen am Spieltisch zu sehen, darunter der Intendant des Bochumer Schauspiels Johan Simons, der den „Spieler“ nach Dostojewskij inszeniert hat. An der Seite hängt ein Bild des bärtigen Dostojewskij, der das Geschehen zu beobachten scheint. Dostojewskij war selbst Spieler, in Wiesbaden, Baden Baden und Bad Homburg spielte er Roulette.

Stefan Hunstein, Stacyian Jackson (v. li.) als Spieler, Foto: Armin Sailovic

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Caricatura Museum zeigt “FLIX. IMMER SUPER GLÜCK”

2025, Oktober 13.

Superheld kämpft als „Man of K-Rupp-Stahl“ in Deutschland

Von Hans-Bernd Heier

Flix, eigentlich Felix Görmann, gehört zu den Stars der deutschen Comic- und Cartoonszene und feiert seit Jahren internationale Erfolge. Der Caricatura Salon #4 widmet ihm nun eine Ausstellung mit seinen jüngsten Projekten: „Superman. Man of K-Rupp-Stahl“ und mit Illustrationen zu seinem ersten Jugendroman „Immerland“. Zudem werden in der sehenswerten Schau Originale des Comicstrips „Glückskind“ gezeigt, die wöchentlich in der FAZ erscheinen. Besucherinnen und Besucher können sich zudem auf die zweite Neuhängung der Sammlungsausstellung freuen, in der rund 150 Werke der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule und weiterer Künstler aus der Sammlung des Caricatura Museums zu sehen sind.

Vorzeichnung für „Superman – The World“; ©TM DC, Panini Comics 2025; ©Flix

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Eine Spur von Hoffnung und Vernunft in wahnsinnigen Zeiten?

2025, Oktober 5.

Was die Leute so sagen… Gedankensplitter

Von Eldad Stobezki

Der in Tel Aviv aufgewachsene und seit viel Jahren in Frankfurt lebende Autor versucht, mosaikartig die davoneilende Zeit durch Alltagsbeobachtungen und Erinnerungen an Gespräche festzuhalten und die Verbindungen zu seinen Freunden in Israel nicht abreißen zu lassen…

Musik war das Thema, über das ich bei einem festlichen Essen mit meiner Tischnachbarin sprach. Johann Sebastian Bach mag sie nicht und bemerkte: „Seine Musik ist konstruiert.“ Darüber wollte ich nicht mit ihr diskutieren.
Bach sei zu „mathematisch“ sagte mir vor Jahren ein Klarinettist in Israel, mit dem ich in meiner Jugend zusammen musiziert habe.

Verkehrte Welt? Der einstige Leipziger Thomaskantor und Komponist Bach würde sich im Grabe umdrehen, Foto: Petra Kammann

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Interview mit der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs

2025, September 30.

Die zukunftsorientierte Brückenbauerin

2019 wurde  die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs (Verlag Hermann Schmidt) als Nachfolgerin von Heinrich Riethmüller (Osiandersche Buchhandlung) in das Amt der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt: Nach Dorothee Hess-Maier (Ravensburger) ist sie die zweite Frau an der Spitze in der Geschichte des 200-jährigen Börsenvereins. Nach der diesjährigen Frankfurter Buchmesse 2025 endet ihre zweite Amtsperiode. Im Interview mit FeuilletonFrankfurt-Herausgeberin Petra Kammann resümiert sie ihre Amtzeit mit den Aufs und Abs und wirft einen Blick auf die Zukunft der Branche. Und sie spricht über die Bedeutung des Friedenspreises, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird.

Börsenvereinsvorsteherin Karin Schmidt-Friderichs 2025 blickt positiv in die Zukunft, Foto: Gaby Gerster

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Themen und Highlights der 77. Frankfurter Buchmesse (15. -19. Oktober 2025)

2025, September 16.

Mabuhay! Francfort is calling you! Was gibt’s Neues?

Die Frankfurter Buchmesse, die größte Fachmesse für internationales Publishing und branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation, öffnet schon bald ihre Tore. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet für den globalen Handelsplatz seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert – in diesem Jahr die Philippinen unter dem Motto: „Fantasie beseelt die Luft”.  Die global agierende Buchmesse steht insgesamt in bewegten Zeiten wie diesen ganz im Zeichen von Verbindung und Gesprächen und bietet daher gezielt einen Resonanzraum für vielfältige und intergenerationelle Debatten.

Buchmessepresskonferenz mit Buchmessedirektor Juergen Boos, Foto: Petra Kammann

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Das unvollendete Mozart-Requiem und „Das Leben geht weiter“

2025, August 31.

Koschere Mangos und ein Rondo von Mozart

Gedankenkiesel zur Weltlage von Eldad Stobetzki

Mit einer gelben Schleife befestigt die israelische Architektin und Künstlerin Sharon Pazner in Tel Aviv Betonplatten an Wände und Mauern. Sie sollen an das Massaker vom 7. Oktober 2023 erinnern und Alltag ins Zentrum rücken. Es sind immer zwei Worte: ein Verb und ein Substantiv. „Kühlschrank öffnen“, „im Meer schwimmen“, „Klimaanlage einschalten“, „Vater anrufen“, „Fahrrad fahren“.

Dieses Foto schickte Sharon Panzer us Tel Aviv an den in Frankfurt lebenden israelischen Autor Eldad Stobezki, Foto: Sheran Panzer

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„Freiräume – 110 Möglichkeiten der Welt zu begegnen“ im Romantik-Museum

2025, August 29.

Erlesene Gemälde und Ölskizzen aus der Privatsammlung Stephan

Von Hans-Bernd Heier

In einer umfassenden Sonderausstellung zeigt das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt unter dem etwas sperrigen Titel „Freiräume‘ – 110 Möglichkeiten der Welt zu begegnen“ Gemälde, Graphiken und Ölskizzen von 70 internationalen Künstlern aus der bedeutenden Privatsammlung von Klaus-Dieter Stephan. Die Freiräume des privaten Sammelns liegen im individuellen Zugriff und in der persönlichen Fragestellung an die Kunst, die neue Blicke in eine bekannte Zeit ermöglichen.

Camille Corot „Marino“, um 1826/27 Öl auf Leinwand; © Privatsammlung, Foto: Alexander Paul Englert

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