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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Performance

BIENNALE FÜR LICHTKUNST UND STADTGESTALTUNG – Die Luminale 2018 in Frankfurt

2018, März 13.

Frankfurt leuchtet – Lichtkunst für Alle

Alle zwei Jahre findet die Luminale, das Lichtfestival Frankfurt-Rhein-Main, statt. Begründet wurde sie im Jahr 2002 durch die Messe Frankfurt Light + Building, die seither das Festival umfangreich fördert und unterstützt. Regelmäßig ließen sich seitdem in den wenigen Tagen der Luminale rund 200.000 Besuchern begeistern.  Vom 18. bis 23. März 2018 geht nun die Luminale mit einem neuen Konzept an den Start. Frankfurt und Offenbach werden sich nicht nur in eine Bühne für Lichtkunst verwandeln, sondern auch selbst Gegenstand des Festivals sein und einen Impuls für die Positionierung der Stadt als attraktiver Zukunftsstandort geben.

Pressekonferenz im HR – v.l.n.r.: Patricia C. Borna, Vorsitzende Luminale e.V., Festivalleiterin Isa Rekkab, OB Peter Feldmann, Lichtkünstler Philipp Geist, Iris Jeglitza-Moshage, Chief of Communications, Geschäftsleitung der Messe Frankfurt GmbH, vor der Projektion „FRANKFURT FADES “ – des multimedialen Projekts am Römer mit großflächiger Bodenprojektion von Philipp Geist; Foto: Petra Kammann

Pünktlich zur Eröffnung am Sonntag, den 18.3.2018, um 18.30 Uhr werden OB Peter Feldmann und der Licht- und Videokünstler Philipp Geist auf dem Römerberg das Licht anschalten.

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„Boom for Real“ – Große Basquiat-Retrospektive in der Schirn

2018, Februar 22.

Basquiat: Downtown Manhattans wilder Maler, Dichter, Musiker, DJ und Performer

Von Petra Kammann

Der einstige Jungstar der New Yorker Kunstszene, Jean-Michel Basquiat, 1960 als Sohn eines haitianischen Vaters und einer puertoricanischen Mutter in Brooklyn geboren, wuchs inmitten der Post-Punk-Szene in Lower Manhattan auf und starb mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin. Die Ausstellung in der Frankfurter Schirn „Basquiat. Boom for Real“ zu seinem dreißigsten Todestag einen umfassenden Einblick in sein Gesamtwerk mit um die 100 Gemälden, Objekten, seltenen Filmen und Fotografien, mit Musik und Archivmaterial aus privaten und öffentlichen Sammlungen. Voller Verve malte der ruhelose Basquiat auf Postkarten, Kühlschränke, Wände, Leinwände oder Türen seine Bilder: eine wilde Mischung aus comicähnlichen Figuren, Satzfetzen, Chiffren und Piktogrammen. Die Abgründe des hinterlassenen Werks mit geheimnisvollen Chiffren des afroamerikanischen Künstlers spiegeln das raue Leben auf den Straßen New Yorks der 70er und 80er wider – eine Welt voller Lärm, Gewalt, Rassismus, Kapitalismus und ständiger Reizüberflutung. Bis heute wirken seine getaggten, remixten und gesampelten Arbeiten so brisant und frisch wie einst. 

Roland Hagenberg, Basquiat, Painting with cigarette, New York 1983, Pigment Print, 100 x 70 cm Ed.12 + 4 AP, Foto von der Galerie – Peter – Sillem zur Verfügung gestellt

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Das Next Wave Festival in Brooklyn

2017, Dezember 22.

Das Next Wave Festival in der Brooklyn Academy of Music zeigte von Ende September bis Mitte Dezember Theater und Tanztheater, zeigte das Innovativste und Außergewöhnlichste aus Amerika, Asien, Afrika, Europa.

Von Simone Hamm, New York

Tanztheater Wuppertal Pina Bauschs Café Müller im Opera House der Brooklyn Akademie of Music am 13.  September  2017. Café Müller (1978). Ein Stück von Pina Bausch (Choreographie) Musik: Henry Purcell Kostüm und Bühnenbild: Rolf Borzik; Tänzer: Helena Pikon,White dress, Scott Jennings, white shirt Photo: Stephanie Berger

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„ON DESIRE. Über das Begehren“

2017, November 28.

Sehnsucht, Lust und andere Obsessionen – Die B3 Biennale des bewegten Bildes 2017

„ON DESIRE. Über das Begehren“ an Orten der Transition an Rhein und Main

 Ausschnitthafte Einblicke von Petra Kammann

Die B3 Biennale des bewegten Bildes findet vom 29. November bis 3. Dezember 2017 an verschiedenen Orten in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet statt. Festivalzentrum ist das frühere Gelände der Deutschen Bank und Areal des künftigen Hochhausquartiers FOUR Frankfurt mit einer Leitausstellung auf rund 3.000 Quadratmetern mit Bewegtbildern von Künstlern, Wissenschaftlern und Medienschaffenden aus 20 Ländern, welche den Ist-Zustand und die Zukunft der Bewegtbildbranchen präsentieren und zur theoretischen Reflexion anregen.  

 Premiere am Schauspiel Frankfurt: Sequenz 01_2

Eröffnungspressekonferenz in der „verbotenen Stadt“: v.l.n.r.: Prof. Bernd Kracke, Galeristin Anita Beckers, Kulturdezernentin Ina Hartwig, Minister Boris Rhein, Helmut Müller (Kultur- fonds Frankfurt Rhein Main) und Wirtschaftsdezernent Markus Frank  

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„Het Vlot –Triennale“ in Ostende – Das Floß der Medusa inspiriert zeitgenössische Künstler

2017, Oktober 24.

Wie ein Floß auf dem Meer – Über Schiffbruch und Kreativität

Jan Fabre hat seine Künstlerfreunde mit ihren Werken an die Küste gebeten…

Petra Kammann hat sich in Ostende einige der neuesten Produktionen zeitgenössischer Künstler angesehen

Die webähnlich vernetzte Installation „Uncertain journey“ der japanischen Künstlerin Chiharo Shiota, 2017

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Das New Yorker Lincoln Center Festival: Theaterschwerpunkt auf Kompanien aus dem Nahen Osten

2017, August 2.

Das Lincoln Center Festival in New York gibt es seit nunmehr 50 Jahren. Es zeigt herausragende Produktionen aus Tanz, Theater und Musik. In diesem Jahr hat das Festival seinen Theaterschwerpunkt auf Kompanien aus dem Nahen Osten gelegt. Künstler aus Israel, aus dem Maghreb, aus Syrien sind zu Gast.

Ein Beitrag aus New York von

Simone Hamm

In „To The End of The Land“:  Efrat Ben Zur und Dror, Performance Images_credit Stephanie Berger 

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FLEXN

2017, Juni 16.

Flexing ist eine Form des Street Dance mit völlig neuen tänzerischen Ausdrucksformen, die das übliche Bewegungsrepertoire des postmodernen Tanzes radikal sprengt.  FLEXN ist die tänzerische Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit und Rassismus. Wut und Frustration über die Verhältnisse werden hier auf beeindruckende Weise herausgetanzt.  Flexing nahm sich manches aus Jamaicas Reggae Clubs und Dance Halls, aber letztlich holt es sich seine innovative Kraft aus den Straßen von Brooklyn, den Vierteln New Yorks, in denen die Black Lives Matter-Bewegung Fahrt aufnahm. Um diesen unmittelbaren Ausdruck rebellischer Wut zu dramatisieren, ohne dass sich die Energie in schicker Ästhetik verliert, gibt es keinen begabteren Transmitter als Peter Sellars, das großartige, ewige amerikanische Wunderkind. Mit jeder seiner Inszenierungen hat Sellars Maßstäbe gesetzt. Mit Kraft, Anmut, Seele und purer Freude erzählen die Tänzer mit vielfältigen und elektrisierenden Flexing-Tanztechniken von Liebe, Gerechtigkeit und ihren persönlichen Geschichten.

Von Simone Hamm

Ace (Franklin Dawes) in FLEXN Evolution at Park Avenue Armory. Photo by Stephanie Berger

In der noblen Park Armory in New York werden die innovativsten Produktionen aus aller Welt gezeigt. Hier traten Martina Abramovic, Bob Wilson, Charlotte Rampling und einmal auch Heiner Goebbels mit einer Schafherde auf. Derzeit ist man nicht nur künstlerisch, sondern auch politisch auf der Höhe:

Jetzt wird „FLEXN“, gezeigt, Street Dance aus Brooklyn mit der Gruppe D.R.E.A.M. Ring. Das ist Tanz und soziales Anliegen gleichermaßen. Es geht um Rassismus, Gewalt, Masseninhaftierungen. Weiterlesen

66. Hörspielpreis der Kriegsblinden

2017, Mai 23.

Mit 66 in die Zukunft

Auszeichnung für den belgischen Radiomacher Lucas Derycke für „Screener“  – Preisverleihung im Deutschlandfunk in Köln

Von Petra Kammann

Die 66. Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, die am 17. Mai im Deutschlandfunk stattfand, war in verschiedener Hinsicht eine besondere Veranstaltung. Drei Stücke waren nominiert worden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Alle miteinander waren sie aber absolut preiswürdig: „Evangelium Pasolini“ aus der Hörspielabteilung des HR, ein erzähltes Hörspiel über das Matthäus-Evangelium von Arnold Stadler und Oliver Sturm, „Mein Herz ist leer“ von Werner Fritsch (Deutschlandradio Kultur und Radio Bremen) über japanische Haikus, das von der Wiederentdeckung der Langsamkeit und der intensiven Wahrnehmung der Natur handelt sowie „Screener“ (WDR), das Hörstück über Gewaltvideos im Internet und die damit einhergehende Verschiebung von digitalen und tatsächlichen Realitäten von Lucas Derycke. Das vom Thema her aktuell Drängendste machte dann am Ende auch das Rennen und wurde mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

v.l.n.r.: Juryvorsitzende Gaby Hartel, Finalisten Oliver Sturm und Werner Fritsch, Angelika Zimmermann, Stellvertr. Leiter des  des Bundes der Kriegsblinden Reinhard Zimmermann, Preisträger Lucas Derycke, Film- und Medienstiftungsdirektorin Petra Müller, WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber, Deutschlandradio-Kulturchef Mathias Gierth

Die Veranstaltung

Musikalisch eingestimmt wurde die Präsentation der von der Jury nominierten Hörspiele und ihrer Macher mit den variationsreichen Free Jazz Sounds nach der Musik von John Zorn durch das Jazztrio Vinograd Express, die virtuos von der Klarinettistin Annette Maye improvisiert wurde. Weiterlesen

Zeitgenössische Kunst in Antwerpen – Wiedereröffnung des Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen M HKA

2017, Mai 9.

Offen für die Kultur einer imaginären Welt:

Das Kunstland Flandern

Von Petra Kammann

↑ Das frisch renovierte Gebäude des M HKA in Antwerpen in einem umgebauten Getreidesilo

↓ Blick in einen der lichten Räume der ständigen Sammlung des M HKA, Fotos: M HKA

Über das Meer und die Schelde kam die Welt schon immer nach Antwerpen. In der zweitgrößten Hafenstadt auf dem europäischen Festland brummt es auch heute noch. Hier stellt man sich auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft ein. Das hippe Viertel „T’Eilandje“ („Inselchen“), das älteste Hafengebiet von Antwerpen, das einst die Lagerhäuser der Stadt beherbergte, war nach der Verlagerung des Hafengeschehens nach außen zunächst einmal heruntergekommen. Nach und nach entstand hier aber wieder eine neue spannende Architektur wie etwa das MAS (das Museum aan den Strom) oder das Auswanderer-Museum, das Red Star Line Museum.

Antwerpen war nicht zuletzt der Lage wegen auch immer wieder ein Zentrum der Ein- und Auswanderer. Heute leben in der belgischen Hafenmetropole 174 Nationen. Das inspiriert nicht nur die Avantgarde der Architektur, sondern auch die Künste. Hier leben profilierte international bekannte Künstler wie Jan Fabre, Luc Tuymans, David Claerbout oder Panamarenko. Künstlerisch gibt es u.a. eine lange Beziehung der Wide White Space Gallery von Betty und Gerd Lohaus zur rheinischen Kunstszene der 60er und 70er Jahre, u.a. durch Joseph Beuys, aber auch durch die Szene der ZERO-Künstler, die damals schon im Hessenhuis in Antwerpen ausstellten. Weiterlesen

Nacht der Museen – Nacht der Ideen in Frankfurt am Main

2017, Mai 8.

Bilder einer Großstadt

Impressionen von einer frischen Frankfurter Mainacht

Zu ihrem 18. Geburtstag am 6. Mai wurde die „Nacht der Museen“ flügge. Die Organisatoren dieser ungewöhnlichen Nacht hatten sich in Frankfurt und Offenbach spannende Performances, szenische Lesungen und Live-Musik ausgedacht. Bei dem außergewöhnlichen Programm und den angenehmen Frühlingstemperaturen strömten über 40.000 Menschen zum nächtlichen Kunsterlebnis in über 40 Museen und an die ungewöhnlichen Kunstorte. Die Atmosphäre war herrlich ungezwungen und die Stimmung bestens, und das nicht nur am Museumsufer. Eine Mischung aus Off-Szene und Stadtgeschichte bot das Programm im Frankfurter Gallus, während in Offenbach  aufregende Ausstellungskonzepte zeitgenössischer Kunst, die Inszenierung des „Blauen Krans“ und Hafenführungen die Besucher überzeugten. Dort wurde der Hafenplatz zu einer Mischung aus Hip Hop und Songwriter-Pop in Anwesenheit des Offenbacher und des Frankfurter Oberbürgermeisters und der Kulturdezernenten eingeweiht. Aber nicht alles bekommt man mit. Es ist schier unmöglich, das komplette Angebot an einem Abend wahrzunehmen. Aber auch das ist Großstadtfeeling. Man weiß, dass etwas los ist, was man schon wieder verpasst hat. 

Frankfurt by night: Spitzenblick aus dem Maintower 

Wer in Mainhattan dem Himmel ein Stück näher sein wollte, der konnte Teil der Künstlerperformance „The Treadmill Runner“ werden. Er konnte  in einem Fitnessstudio des Main Towers auf 200 Meter Höhe einen Künstler auf einem Laufband durch Tempokommando erleben und antreiben. Wer hoch hinaus will, muss schon ein bisschen leiden. Um in den 24. Stock Einlass zu bekommen, war Geduld angesagt. Da musste man schon einmal etwas längeres Warten in der Schlange vor dem Main Tower in Kauf nehmen. Dafür wurde man dann allerdings mit einer großartigen Aussicht belohnt. Frankfurt war in ein Lichtermeer getaucht. Da oben war man den anderen Hochhausspitzen ganz nah…

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