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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Bildung · Pisa von innen

80 Jahre UNESCO: ein festlicher Erinnerungsakt in Kronberg

2025, November 20.

Die Akademie beschwört am Gründungstag das Vermächtnis des Welt-Musikers Pablo Casals

Von Uwe Kammann

Mit einem Festakt würdigte die Kronberg Academy am 16. November den Gründungstag der UNESCO vor genau 80 Jahren. Sie verband bei dieser Gedenkveranstaltung einen vorangehenden Gesprächspart mit einem nachfolgenden Konzert junger Studenten, das der künstlerische Leiter der Akademie, Friedemann Eichhorn, zusammengestellt hatte und in seinen Grundgedanken dem Publikum vorstellte. FeuilletonFrankfurt durfte die Veranstaltung begleiten.

v.l.n.r.: Begrüßung durch Raimund Trenkler, Jörg Süßenbach, Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto, Dr. Christine Volkmann, Prof. Dr. Christoph Wulf, Foto: Petra Kammann

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Aus aktuellem Anlass: Der algerisch-französische Autor Boualem Sansal ist frei!

2025, November 12.

Eine kleine Freude über das, was wir Demokratie nennen…

Gerade fand ich in meinen noch nicht digitalisierten Schätzen diesen Beitrag, den ich für meine frühere Zeitschrift …IN R(H)EINKULTUR 2011 in Düsseldorf über ihn geschrieben habe… (hier leider nicht als Doppelseite, sondern nur nacheinander abbildbar). Und ich freue mich für den freiheitsliebenden und liebenswürdigen Boualem Sansal, der aus politischen Gründen nach fast einem Jahr Haft in einem algerischen Gefängnis endlich freigelassen und durch die Intervention unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begnadigt wurde (s.u.). Ich wünsche dem schwerkranken 81jährigen Autor, dass er bald genesen und die wiedergewonnene Freiheit noch genießen kann. Petra Kammann

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Schmerz und Aufgabe bleiben…

2025, November 11.

Gedenken in der Paulskirche und anderswo

Wahrnehmungen eines Besuchers

Am 9. November 2025 fand in der Frankfurter Paulskirche eine zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 statt. Die Stadt Frankfurt gedachte damit der nationalsozialistischen Gewalt gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 entlud. Damals wurden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte zerstört und über 10.000 Menschen verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Im Namen der Stadt Frankfurt eröffnete OB Mike Josef (SPD) die Veranstaltung. Rachel Heuberger, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, sprach ein bewegendes Grußwort. Und unter dem Titel „Erinnerungskultur heute und Erinnerungsarbeit in der digitalen Welt“ diskutierten junge Vertreter:innen der Projektgruppen „Synagoge Unterlindau“ und „Jüdischer Friedhof Bockenheim“, moderiert von Pola Sarah Nathusius. Einfühlsam wurde die Veranstaltung musikalisch vom Trio Delyria begleitet.

Die Max-Beckmann-Schule in Frankfurt-Bockenheim hat sich intensiv mit dem 9. November befasst, Foto: Max-Beckmann-Schule

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Zum 9. November – Licht und Schatten. Jubel und Abgrund

2025, November 9.

Der 9. November – 1918, 1938, 1989

Licht und Schatten. Jubel und Abgrund: Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen. Bundespräsident Steinmeier hat anlässlich des 9. Novembers zu einer Matinee ins Schloss Bellevue eingeladen, um an die Ausrufung der Republik 1918, die Novemberpogrome 1938 und den Mauerfall 1989 zu erinnern.

Matinée im Schloss Bellevue mit Marina Galic, Jens Harzer und der Cellistin  Nora Krahl, Foto: Bundespräsidialamt

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„Unter Dichtern“ mit Michael Krüger – Eine literarische Tour d’horizon durch ein halbes Jahrhundert

2025, November 8.

Den Echoraum der Dichter ausloten

Von Petra Kammann

„Michel“ Krüger, wie der frühere Hanser Verleger (1986 bis 2013) von Insidern genannt wird, hat nahezu sein ganzes Leben mit Dichtern verbracht, sie gelesen, kritisiert, verlegt, ist mit ihnen gereist. Beim Petrarca-Preis, den er mit Hubert Burda und Peter Handke, mit Nicolas Born und Bazon Brock gründete, konnte er ihnen sehr unmittelbar begegnen. Einige hat er zum Nobelpreis nach Stockholm begleitet. In seinem Erinnerungsband „Unter Dichtern“ legt er uns aber auch Autoren und Bücher zur Lektüre ans Herz, von denen einige im schnelllebigen Büchermakt kaum mehr präsent sind. Im Gespräch mit dem Journalisten Paul Ingendaay schöpfte er während einer Open Books-Veranstaltung im Foyer des Frankfurter Kunstvereins aus dem Vollen seines Anekdotenschatzes. Dabei ist Michael Krüger übrigens nicht nur Verleger, sondern in erster Linie selbst Dichter…

Der Verleger, Lektor, Übersetzer und Autor Michael Krüger, Foto: Petra Kammann

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 „Aufbruch in die Freiheit“: Filmveranstaltung im DFF mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema § 218 StGB

2025, November 5.

Wo und ab wann beginnt die Würde des Menschen?

Es war die dritte Folge eines dreiteiligen Veranstaltungmarathons zum 30-jährigen Jubiläums des Zontaclubs Frankfurt II Rhein Main mit Spendenaufruf für das Mädchenbüro Milena. Nach dem im DFF gezeigten berührenden Film „Aufbruch in die Freiheit“(2018) schloss sich eine Diskussion mit einem fachlich hochrangig besetzten Podium an: mit der Drehbuchautorin des Films Dr. Andrea Stoll, der Leiterin der ZDF-Redaktion Fernsehspiel I, Caroline von Senden, der Direktorin der Mainzer Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit Prof. Dr. Anette von Hasenburg sowie dem Strafrechtler der Goethe-Universität und Richter am OLG  Prof. Dr. Matthias Jahn, moderiert von der früheren hr2-Radiofrau Rosemarie Tuchelt.

Zu Gast im Filmmuseum: Präsidentin des Zontaclubs Frankfurt II – Rhein-Main Uta Friedlein und die künstlerische DFF-Direktorin Christine Kopf, Foto: Petra Kammann

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Georg-Büchner-Preis 2025 für Ursula Krechel

2025, November 3.

Eine wortgewaltige Veranstaltung über Ohnmacht und Selbstbehauptung

von Petra Kammann

Die Schriftstellerin Ursula Krechel wurde in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Staatstheater Darmstadt geehrt, was man in ihrem Fall als Auszeichnung für ein sprachlich ausgezeichnetes Lebenswerk begreifen kann. Das umfangreiche Schreiben der 77-jährigen Autorin umfasst Lyrik, Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Essays und zu den wiederkehrenden Themen in Krechels Werk zählen Flucht und Exil, Gewalt und Verdrängung, weibliche Autorschaft und literarische Selbstbehauptung. Es gehört zur Tradition, dass neben dem Büchner-Preis in Darmstadt noch zwei weitere Preise verliehen werden: der Merck-Preis für literarische Kritik und Essay, diesmal an die Essayistin und Rezensentin, Übersetzerin und Herausgeberin Ilma Rakusa, und der Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa an den deutsch-israelischen Historiker Dan Diner.

Die Büchner-Preisträgerin im Interview, Foto: Petra Kammann

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Aufbruch zur modernen Stadt von 1925–1933. Drei Schauplätze im Vergleich: Frankfurt, Wien und Hamburg

2025, Oktober 31.

Vorstellungen vom richtigen und guten Leben in der Stadt – Visionäre Reformen

Von Petra Kammann

Nach „Was war das Neue Frankfurt?“ und neben „Yes, we care“ und der damit verbundenen Frage nach dem Gemeinwohl wurde im Museum Angewandte Kunst nun die letzte Ausstellung im Jubiläumsjahr „100 Jahre Neues Frankfurt“ eröffnet, diesmal unter dem Motto: „Aufbruch zur modernen Stadt von 1925–1933“. Da stehen gleich drei unterschiedliche Schauplätze im Visier: Das Rote Wien, das Neue Frankfurt und die Wohnstadt Hamburg. Eine Herausforderung vereint jedoch alle drei, in ihrer Grundstruktur so unterschiedlichen Städte: die Bekämpfung der Wohnungsnot mit schnellen Reformen. Der Kurator, Architekturkenner und -historiker Wolfgang Voigt, früher auch am DAM, hat in der Ausstellung die Unterschiede herausgearbeitet.

Kurator Wolfgang Voigt führt durch die Ausstellung. Hier mit Blick auf „Zickzackhausen“, Foto: Petra Kammann

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Suhrkamp-Kultur: ein Fall für die Frankfurter Bürgerstiftung

2025, Oktober 30.

Ein aufschlussreiches Podium im Holzhausenschlösschen geht auf Spurensuche

Von Uwe Kammann

„Der Mensch lebt durch den Kopf“: In dicken Ausrufezeichen stand diese Brecht-Zeile über 25 gleich großen Porträts von Heroen des Suhrkamp-Verlags, von Max Frisch über Jürgen Habermas, Adorno, James Joyce, Uwe Johnson, Ernst Bloch, Peter Weiss und Walter Benjamin bis hin zu Paul Celan. In wie vielen Studentenzimmern mag dieses Kopf-Poster in den 70er Jahren ganz programmatisch die Wand bestimmt haben? Es war sichtbarster Ausdruck dessen, was damals als „Suhrkamp-Kultur“ firmierte, ein Begriff, den der amerikanische Kulturkritiker George Steiner 1973 geprägt hatte, gemünzt auf das, was unter dem Verlagsnamen vor allem an geisteswissenschaftlicher Theorie versammelt war. Suhrkamp, das war eine Welt für sich, ein eigener Kosmos, deckungsgleich mit dem intellektuellen Universum der Bundesrepublik.

Das private Archiv und die Bibliothek von Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld aus der Klettenbergstraße befindet sich jetzt im Holzhausenschlösschen, Foto: Petra Kammann

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Jorinde Voigt: „Die gefaltete Zeit“ im neuen Hochhaustum FOUR

2025, Oktober 25.

Schwingungen und schwebende Elemente im Raum

Von Petra Kammann

Frankfurt leuchtet. In der 29. Etage des neues Towers FOUR 1, im Entrée der großen Anwaltskanzlei Freshfields, wird man in luftigen Höhen mit Blick auf die Stadt von einem Kunstraum empfangen. Dieser ungewöhnliche Raum wurde gestaltet von der international angesehenen und multidisziplinär arbeitenden Konzeptkünstlerin Jorinde Voigt, deren Arbeiten in zahlreichen renommierten Sammlungen zu sehen sind wie etwa im New Yorker MoMA, im Centre Pompidou Paris, im Art Institute of Chicago, in der Pinakothek der Moderne in München, im Kunsthaus Zürich, im Istanbul Modern, im Kupferstichkabinett Berlin oder der Kunsthalle Praha. Die „Gefaltete Zeit“ nennt sie das in Frankfurt entstandene Ensemble.

Der organisch geschwungene Empfangsdesk der Anwaltskanzlei Freshfields im neuen Four, Foto: Petra Kammann

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