home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

„Geheimnis der Materie“ – Arbeiten auf und mit Holz im Städel Museum

2019, Juni 28.

Wechselbeziehungen zwischen Holzschnitt und Holzskulptur im Schaffen der „Brücke“-Künstler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff

Von Petra Kammann

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Farbentanz, 1933, Farbholzschnitt von drei, teils zersägten Stöcken auf Japanpapier 502 × 354 mm (Druckstock), Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum

Wenn im Frankfurter Städel, das ein herausragendes Konvolut an Druckgrafiken von Picasso in seinem Bestand aufbewahrt, am 30. Juni die hervorragende Ausstellung „Picasso. Druckgrafik als Experiment“ zu Ende geht, wird die aus konservatorischen Gründen selten zu sehende Geschichte der Druckgrafik an anderer Stelle im Museum weiterlaufen, nämlich in der oberen Etage des Peichl-Baus.

Weiterlesen »

Ruhrfestspiele Recklinghausen 2019

2019, Juni 26.

Poesie und Politik Shakespeare und Brecht, Lyrik und Techno

von Simone Hamm

„The Great Tamer“ von Dimitri Papaioannous, Foto: Julian-Mommert

„Kunst für Kohle“ hieß und heißt das Motto. Und das hat eine lange Geschichte. Im eisigen Nachkriegswinter 1946/47 standen die Hamburger Theater vor der Schließung, denn es gab keine Kohle zum Heizen. Sie baten die Zechen im Ruhrgebiet um Hilfe. Die Bergarbeiter halfen gern, luden Kohle auf LKWs und umgingen schlau die Kontrollen durch die Besatzungsmächte. In Hamburg wurde Theater gespielt. Im Sommer 1947 dankten es 150 Schauspieler Hamburger Bühnen den Recklinghausenern. Sie gaben kostenlose Gastspiel, eben Kunst für Kohle. Um Mitternacht legte Lars Eidinger auf. Mit Techno und deutschen Mitsinghits endeten die diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen. In den vergangenen Wochen war Recklinghausen zur internationalen Spielstätte geworden. Zum erstmal war Olaf Kroch der Intendant. 850 Künstler und Künstlerinnen aus 16 Ländern waren zu Gast. und 64.000 Gäste waren gekommen, um das mitzuerleben.

Weiterlesen »

Neue stellvertretende Direktorin der Schirn Kunsthalle Frankfurt

2019, Juni 25.

Esther Schlicht. Foto: Kunsthalle Schirn

Esther Schlicht wird stellvertretende Direktorin der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Sie folgt auf Inka Drögemüller, die als Deputy Director for Digital, Education, Publications, Imaging, and Libraries an das Metropolitan Museum of Art, New York, wechselte. Darauf haben sich Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt und Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn, Kulturdezernentin Ina Hartwig und der Direktor der Schirn, Philipp Demandt, abschließend verständigt, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Magistrat der Stadt Frankfurt.

Weiterlesen »

Ein grandioser Hamlet in Bochum

2019, Juni 24.

Sandra Hüller in der Bochumer Inszenierung von Johann Simons ist der Sohn und der Geist des toten Vaters zugleich.

von Simone Hamm

Dieser Hamlet ist nicht wahnsinnig. Meist nimmt er sich zurück, spricht leise, flüstert oder singt. Selten wird er laut. Dieser Hamlet verlangt nach der Wahrheit. Sein Onkel, seine Mutter, seine Geliebte sollen der Wahrheit ins Gesicht blicken und sie aussprechen. Diesem Hamlet erscheint der Geist des Vaters nicht: er spricht aus ihm. Dieser Hamlet will keine Rache, will niemanden niedermetzeln. Dieser Hamlet geht nicht ab, wenn er von der Bühne geht, sondern setzt sich, wie alle anderen Schauspieler auch, in die erste Reihe und schaut zu. Den Kollegen zuzusehen, sagt Sandra Hüller, sei vielleicht das Schönste an dem Abend.

Sandra Müller als Hamlet, © JU Bochum

Weiterlesen »

„The Medium“ von Gian Carlo Menotti und “Satyricon” von Bruno Maderna

2019, Juni 22.

Spiritismus  und Dekadenz

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Kontrastreicher konnte es nicht sein. Einzige Gemeinsamkeit der beiden Kurz-Opern, die am 15. Juni ihre Erstaufführungen in Frankfurt hatten: ihre Komponisten sind Italiener. Gian Carlo Menotti (1911-2007) studierte und lehrte bereits mit 22 Jahren in Philadelphia. Schon bald wurde seine erste Oper Amelia al ballo an der Metropiltan Opera gespielt. „The Medium“,  Menottis dritte Oper, 1946 in New York uraufgeführt, wurde später ein Renner.

Meredith Arwady (Madame Flora; am Lampenschalter ziehend) und Ensemble in „The Medium“

Weiterlesen »

Absolventenausstellung 2019 der Städelschule mit Preisverleihung

2019, Juni 21.

… and the winners are: Kristin Reiman, Jakob Brugge und Edi Danartono

Von Erhard Metz

Zwei „Brüder“ im Geiste des Testaments von Johann Friedrich Städel und noch dazu gleichen Vornamens: Philipp Demandt, Direktor Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie (wie es korrekt heißt) im Städel Museum, und Philippe Pirotte, Professor und Rektor der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, in Städels Testament noch als „Lehranstalt“ bezeichnet. Gemeinsam eröffneten sie die Absolventenausstellung der diesjährigen Alumni der kleinen aber feinen, international renommierten Kunstakademie.

Philipp Demandt und Philippe Pirotte beim Presserundgang, Foto: Erhard Metz

Weiterlesen »

Martin Elsaessers Privatvilla – Ein expressionistisches Meisterhaus des „Neuen Frankfurt“

2019, Juni 21.

Bauen im „Neuen Frankfurt“ – Geschichtsbewusst und visionär

Martin Elsaesser – ein Baumeister, der modernste Bauweisen mit traditionellen Bezügen verwob, kam zwischen 1925 und 1932 als künstlerischer Leiter des Hochbauamts nach Frankfurt. Er war damit maßgeblich an der Gestaltung des von Oberbürgermeister Ludwig Landmann initiierten ‚Neuen Frankfurt‘ beteiligt und für die kommunalen Großbauten zuständig. Er gestaltete u.a. die prominente Großmarkthalle (1928), heute Basisbau der EZB. Seine architektonische Handschrift wird nicht zuletzt an seinem eigenen Wohnhaus in Ginnheim (1925/1926) sichtbar, das  – nach vorbildlicher Restaurierung – heute der Schweizerischen Eidgenossenschaft gehört.
Petra Kammann stattete der Villa einen Besuch ab.

Wohnhaus Martin Elsaesser am Ginnheimer Hang, Im Höhenblick 37; Foto: Petra Kammann

Weiterlesen »

Hochverdient: Friedenspreis des Deutschen Buchandels für den Fotografen Sebastião Salgado

2019, Juni 19.

Weltweite Wirkung durch eindringliche Bilder einer intensiv gelebten Humanität

Von Uwe Kammann

Friedenspreisträger 2019: Sebastião Salgado, Foto: Taschen Verlag

Meine erste Begegnung mit Salgado war ein regelrechter Schock. Ein gewichtiger, großformatiger Band in einem Museumsladen zog den Blick auf sich, schon nach wenigen Seiten war der Bann groß. Schwarzweißfotos mit intensiver Tiefenwirkung aus einer brasilianischen Goldmine ließen den Atem stocken: diese Schlangen und Massen von halbnackten Leibern auf halsbrecherisch steilen Leitern, aufgestellt an Abgründen, Erdhügeln, Schluchten; dann Nahaufnahmen von Gesichtern, schwindelerregende Perspektivwechsel, und in jedem Moment das Gefühl: Man sieht in den Urgrund der condition humaine, einer Existenz, die reduziert ist auf Mühe und Qual, geformt zu einem unbegreiflichen Muster.

Weiterlesen »

Wechsel an der Spitze des Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Die Wahl fiel auf Karin Schmidt-Friderichs

2019, Juni 19.

Brückenbauerin und Powerfrau

Karin Schmidt-Friderichs, Verlegerin Verlag Hermann Schmidt GmbH & Co. KG, Foto: Gaby Gerster, Feinkorn

„Ich danke für Unterstützung, Zuspruch und Vertrauen. Die Buchbranche steht vor Herausforderungen, die wir nur lösen können, wenn wir das Trennende von Sparten und Unternehmensgrößen überwinden und gemeinsam auftreten. Die Branche vergisst über den Herausforderungen manchmal ihre Faszination und Stärke. Ich sehe mich als Brückenbauerin, Moderatorin und Sprachrohr für Buchbegeisterung nach innen und außen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Vorstandes und die vielfältigen Anregungen von Interessengruppen, Arbeitsgemeinschaften und einzelner Mitglieder“, sagte Karin Schmidt-Friderichs, die frischgewählte künftige Vorsteherin des Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Verlegerin des Hermann Schmidt Verlags aus Mainz wurde heute auf der Hauptversammlung des Buchhändler- und Verlegerverbandes in Berlin gewählt. Der 1825 gegründete Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er vertritt rund 4.500 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler sowie andere Medienunternehmen. Außerdem veranstaltet er die Frankfurter Buchmesse, vergibt den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis, engagiert sich in der Leseförderung und für die Freiheit des Wortes.

Weiterlesen »

„Die andere Ahnengalerie“ von Raffaela Zenoni bei den Design Offices Frankfurt

2019, Juni 18.

Ahnen und Wahlverwandtschaften voller Leben, Witz und Farbe

„Die andere Ahnengalerie“ der Künstlerin Raffaela Zenoni in einem Coworking Space – Die großzügigen Kompositionen mit expressivem Duktus fordern den Betrachter heraus, sich mit der unbändigen Energie der Gemälde auseinanderzusetzen, ebenso mit deren assoziativen und symbolischen Zeichenhaftigkeit. Die Begrüßungsrede der Vernissage hielt Dr. Urs Hammer, Generalkonsul der Schweiz für Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland:

Portraits der „anderen Ahnengalerie“ von Raffaela Zenoni, Der Richter, Dunja, Kairi, alle 2014

Weiterlesen »