home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

„Die Befristeten“ von Elias Canetti in Bochum

2020, Juni 17.

Abstand künstlerisch gestaltet

von Simone Hamm

Es gibt Schauspielhäuser, die erstellen einen Spielplan für die Saison 20/21 als sei nichts geschehen. Als gäbe es keine Pandemie. Als würden im Herbst wieder alle  ins Theater strömen. Andere Theater spielen open air. In Bochum ist man einen anderen Weg gegangen. Johann Simons inszeniert Elias Canettis „Die Befristeten“ im Schauspielhaus, in einem radikal umgebauten Zuschauerraum. Ganze Sitzreihen hat man herausgerissen, in den noch bestehenden Reihen alle Sitzflächen bis auf jeweils vier Plätze herausgenommen. 50 statt 800 Zuschauer. Zu allen Plätzen gibt es „kontaktfreien“ Zugang, niemand muss an jemandem vorbeigehen. Alle Türen sind offen. Die Zuschauer sind gehalten, Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Dominik Dos-Reis, Marius Huth, Gina Haller; Foto: Birgit Hupfeld, Schauspielhaus Bochum

Weiterlesen »

5. Triennale „ECHT UND FALSCH“ in Bingen eröffnet – Internationale Skulpturenschau vor Traumkulisse

2020, Juni 14.

Das falsche Leben im Wahren oder das wahre Leben im Falschen?

Von Hans-Bernd Heier

Die Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein findet bereits zum fünften Mal statt. Die neue Open-Air-Schau trägt den Titel „ECHT UND FALSCH“. Präsentiert werden 20 künstlerische Positionen entlang des Rheinufers und an ausgewählten Orten in der Binger Innenstadt. Die Triennale versammelt erneut Werke von jungen Kunstschaffenden wie auch von großen Namen der zeitgenössischen Skulptur. Etliche der ausgewählten Werke wurden mit direktem Bezug zu dem herrlich gelegenen Ausstellungsparcours geschaffen.

Moritz Götze „Auf der Sonnenseite“, 2020, Emaille auf Stahlblech, Maße variabel; Foto: Hans-Bernd Heier

Weiterlesen »

Wieder Leben in der Oper Frankfurt

2020, Juni 12.

Angebote bis zum Saisonende

von  Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

„Zur Veranstaltung werden vorerst „nur“ 100 Zuschauer*innen zugelassen, auch gelten weiterhin die bekannten Abstands- und Handhygiene-Regeln; das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zur Einnahme des Sitzplatzes ist Pflicht, ebenso die Erhebung der Kontaktdaten der Kartenkäufer*innen“. Unter diesen Bedingungen wird in der Oper Frankfurt seit einigen Tagen wieder gesungen und gespielt. Nein, es gibt keine Opernaufführungen – zu viel Nähe, aber Liederabende, die allerdings, eh man sich versieht, im Nu ausverkauft sind.

Liederabend Maria Bengtsson (Sopran) Sarah Tysman (Klavier) 29.05.2020

Weiterlesen »

Städtische Bühnen: Durchbruch, Aufbruch, und …

2020, Juni 11.

Eine Podiumsdiskussion im Architekturmuseum präzisiert die Perspektiven

von Uwe Kammann

Darauf haben viele lange gewartet: eine klar erkennbare Vorwärts-Perspektive bei den Städtischen Bühnen. Jetzt, endlich, können attraktive Visualisierungen von Modellvarianten möglicher Neubauten in unterschiedlichen örtlichen Konstellationen die Augen derer öffnen, die sich bislang unter Neubauten für Oper und Theater nicht viel oder gar nichts vorstellen konnten – und deshalb lieber beim liebgewordenen Bekannten verharren wollten: der langen Glasfassade am Willy-Brandt-Platz. Und eine Podiumsdiskussion, direkt an diese endlich realisierte Modellvorstellung geknüpft, hat den Eindruck bestärkt: Auf dieser Grundlage ist eine Verständigung über die künftigen Perspektiven möglich. Mithin: Es gibt einen Durchbruch, der jetzt auch einen dynamischen Aufbruch signalisiert. Und verspricht.

v.l.n.r.: Peter Cachola Schmal,  Direktor (DAM), Kulturdezernentin Ina Hartwig, Torsten Becker, Stadtplaner und Vorsitzender des Frankfurter Städtebaubeirats, Anselm Weber, Intendant des Frankfurter Schauspiels, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen »

Erste Modelle und Varianten für einen Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt vorgestellt

2020, Juni 10.

Kulturdezernentin favorisiert „Kulturmeile“ mit Oper an der Neuen Mainzer Straße

Von Uwe Kammann

Voilà, es gibt Visionen. Und auch schon eine vom Kulturdezernat favorisierte Lösung: nämlich den Neubau eines Opernhauses in Verbindung mit einem 190-Meter-Büroturm an der Neuen Mainzer Straße, genau dort, wo bislang die Sparkasse mit einem relativ schlichten Bau in Form eines langen U das Bild beherrscht. Zu diesem als „besonders vielversprechend“ bezeichneten Lösungsmodell gehört die Koppelung mit einem Neubau für das Schauspiel am bisherigen Standort, dem Willy-Brandt-Platz.

Kombination von Oper und Turm zwischen der Taunusanlage und Neuer Mainzer Straße. Abb.: ©gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Weiterlesen »

Die zweite Reise-Etappe durch den Iran

2020, Juni 10.

Ein Er-fahrungsbericht mit fotografischen Impressionen

von Paulina Heiligenthal

„Leb so, dass, wenn du strauchelst, Engelshand dich führen mag zum Ziel, das dir entschwand.“ Hafez, etwa 1320 – 1388

Naqsh-e Rostam

Immer noch eingetaucht in die 2500 Jahre alte Geschichte Persiens, besichtige ich unweit von Persepolis die antike Nekropole Naqsh-e Rostam. Der Komplex besteht aus vier Grabmälern  der Achämiden-Dynastie. Von manchen als Persische Kreuze bezeichnet, sind die Gräber mit prächtigen Monumentaldarstellungen kreuzförmig in beachtlicher Höhe in einer Felswand angelegt. Das älteste Relief wird auf 1000 v. Chr. datiert.

Naqsh-e Rostam – Königliche Grabmäler als Felsenreliefs  

Weiterlesen »

Skulpturen im Vorübergehen – „En Passant“. Impressionismus in der Skulptur. Ein Interview mit Alexander Eiling

2020, Juni 8.

Crossmediale Reflexe und Skulpturen

Die Werke von Degas, Rodin, Rosso, Troubetzkoy und Bugatti stehen in der Schau „En passant“ im Städel Museum für die Grundfrage nach der Existenz einer impressionistischen Skulptur schlechthin. Deswegen sind die künstlerischen impressionistischen Arbeiten in Malerei, Zeichnung und Druckgrafik denen der Bildhauerei dialogisch gegenübergestellt. Über das Konzept der Ausstellung sprach Petra Kammann mit Alexander Eiling, dem Leiter Kunst der Moderne des Städel.

Dr. Alexander Eiling, Leiter Kunst der Moderne des Städel und mit Dr. Eva Mongi-Vollmer Kurator der Ausstellung „En passant“, Alle Fotos: Petra Kammann

Weiterlesen »

Aktueller denn je, die bewegende Geschichte des Friedenspreises – Erinnerung an den ersten Preisträger Max Tau

2020, Juni 6.

Am Anfang des Friedenspreises stand eine Idee – Vor 70 Jahren erhielt Max Tau den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

 

Max Tau © Friedenspreis-Archiv

Im Jahr 1949 überzeugte der Schriftsteller Hans Schwarz eine Gruppe von deutschen Verlegern und Buchhändlern von seinen Überlegungen, eine Stiftung für einen Friedenspreis zu gründen, der erstmalig an Max Tau und anschließend weiter an andere Humanisten und Schriftsteller vergeben werden sollte. Am 3. Juni 1950 wurde dann der Verleger und Autor Max Tau als erster Preisträger des „“Friedenspreises Deutscher Verleger“ “ausgezeichnet. Sie erhofften sich damals, dass der Preis dazu beitragen würde, Deutschland aus seiner kulturellen Isolation herauszuholen und das humanistische Gedankengut wieder in die Gesellschaft einzubringen. Immanuel Kants Ansichten über den Menschen als freies Wesen mit weltweit gültigen Menschenrechten, welche in seinem Werk „Zum ewigen Frieden“, die Grundlage ihrer Überlegungen wurden, sind noch heute ganz frisch.

Weiterlesen »

Zupacken, jetzt! Zur Zukunft der Städtischen Bühnen

2020, Juni 4.

Anmerkungen zur Debatte mit neuen Denkmalschutzdaten

Von Uwe Kammann

Ende Januar und in den ersten Februarwochen war für Kulturdezernentin Ina Hartwig die Theaterwelt noch in in Ordnung. Jedenfalls jene, die mit der Zukunft der Städtischen Bühnen zusammenhängt. Sie hatte sich klar entschieden: Neubau statt Sanierung. Und hatte für dieses klare Bekenntnis nicht nur mehrheitlich Beifall in den Medien bekommen – weil endlich, nach langem Zögern, dies für eine klare Richtungsentscheidung stand –; sondern auch, und dies zählt ebenso stark: weil sie hinter dieser Entscheidung auch eine große Mehrheit im Stadtparlament versammelte. Die Grundsatzfrage war beantwortet. Eine klare Perspektive zeichnete sich ab. Bei durchaus noch vielen Variablen, speziell bei den Fragen: Wo und wie könnten die Nachfolgebauten der jetzigen Theaterdoppelanlage stehen, in welcher örtlichen Konstellation, in welcher architektonischen Form?

Kulturdezernentin Ina Hartwig bei der Pressekonferenz im Januar zur Zukunft der Städtischen Bühnen; Foto: Uwe Kammann 

Weiterlesen »

Das Museum Wiesbaden ist „Schmetterlingen auf der Spur“

2020, Juni 3.

Eintauchen in die Welt der farbenprächtigen Falter und in Johann Brandstetters bezaubernde Bilderwelt

von Hans-Bernd Heier

Schmetterlinge sind die großen Sympathieträger unter den Insekten. Weltweit flattern über 160.000 verschiedene Arten durch die Lüfte. Aber auch sie werden seltener. Diesen farbenprächtigen, oft schillernden Faltern widmet das Landesmuseum Wiesbaden nun die vielseitige Sonderausstellung „Schmetterlingen auf der Spur“. Ergänzt wird die faszinierende Schau durch 50 exzellente Schmetterlingsstudien und Aquarelle des preisgekrönten Naturillustrators Johann Brandstetter.

Geflügelte Wesen zu Beginn der Ausstellung: eine heitere Einstimmung mit Origamifaltern aufs Thema; Foto: Petra Kammann

Weiterlesen »