home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Historisches Museum Frankfurt zeigt „Die Welt im Geld“

2026, Mai 4.

Finanzobjekte als „Schlüsselloch“ der Weltgeschichte

Von Hans-Bernd Heier

Geld ist weit mehr als nur Zahlungsmittel – es ist Speicher von Geschichte, Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und Ausdruck weltweiter Verflechtungen. Mit Blick auf hiesige Sammlungsobjekte eröffnet die Sonderausstellung „Die Welt im Geld –  Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte“ neue Perspektiven auf die Globalgeschichte – überraschend, materiell greifbar und voller unerwarteter Zusammenhänge.

500 DM-Schein mit Maria Sibylla Merian, 1991, Front; © Deutsche Bundesbank

Weiterlesen »

„Hör mir mal zu!“ – Über die bereichernde Sprache und das Miteinander

2026, Mai 3.

Zuhören, Falschlesen und bereichernde Missverständnisse

von Petra Kammann

Menschen gehen mit Knöpfen in den Ohren spazieren und Podcasts erleben ungeahnte Hypes. Führt das zu besserem Zuhören? Und gehen die Menschen deswegen auch besser aufeinander ein und miteinander um? Die Autorin Regina Schwarz, bekannt für ihre nachdenkenswerte Sprachlyrik, bekam 2024 für ihre phantasieanregende Gedichtesammlung „Meine Geheimschublade“ (Schweizerisches Jugendschriftenwerk) nicht umsonst den Josef Guggenmoos-Preis für Kinderlyrik. Nun hat sich die erfahrene Autorin, die die Fragen der Kinder ernst nimmt, mit dem Zuhören, Mitteilen und Verstehen beschäftigt. Gerade erschien ihr neuestes Buch „Hör mir mal zu!“

Die Doppelseite über Missverständnisse und Nachfragen aus „Hör mir mal zu!“

Weiterlesen »

Zero-Museales beim 8. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters

2026, Mai 1.

Unerhört: eine ungewöhnliche Kombination von Schlagzeug-Virtuosität und Mahler-Emotionen

Von Uwe Kammann

Ob es manche der treuen Besucher der Montagskonzerte des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters verschreckt hatte, vor dem Namen Gustav Mahlers und der Ankündigung seiner Fünften Sinfonie das Werk eines ungarischen Komponisten zu hören, der mit Altbekannten eher wenig bis gar nichts zu tun hat? Denn tatsächlich ist Peter Eötvös nur den Eingeweihten und den Kennern neuerer Musik vertraut. So blieben im ersten Teil des Konzerts eine Reihe von Sesseln in der Alten Oper unbesetzt, die dann nach der Pause alle belegt waren – Mahlers Fünfte ist einfach ein Zugpferd, nicht zuletzt, weil dessen Adagietto zu den Musikklassikern gehört, die ein ewiges Filmleben feiern. Und wer kennt es nicht, dieses psychoschmeichelnde Stück, das in Viscontis Verfilmung von Thomas Manns „Tod in Venedig“ den Seelenschmerz des einer Knabenliebe verfallenen Schriftstellers verbrämt und in die die süßesten Zonen der Todesnähe führt?

Der Schlagzeuger Alexej Gerassimez, Foto: Nikolaj Lund

Weiterlesen »

20 Jahre UNART: der Jugendwettbewerb für multimediale Performance

2026, April 30.

Spiel-Räume für Einfallsreichtum und Kreativität

Zur Förderung der Kreativität von Kindern und Jugendlichen hatte die Oddo BHF Stiftung 2007 den Wettbewerb „UNART – Jugendwettbewerb für multimediale Performances“  ins Leben gerufen. Bei dem zweijährig veranstalteten Projekt entwickeln Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren kurze Performances zu Themen ihrer Wahl und Lebenswelt, indem sie alle Sparten der darstellenden Künste miteinander kombinieren. Dabei arbeitet die Stiftung mit drei großen Theatern zusammen, die den Wettbewerb ausschreiben und auf die Bühne bringen: dem Schauspiel Frankfurt, dem Thalia Theater Hamburg und dem Staatsschauspiel Dresden. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums am 29. April 2026 hielt Prof. Dr. Verena Metze-Mangold im Bockenheimer Depot folgende Rede, die sich mit dem schillernden Begriff UNART auseinandersetzt.

v.l.n.r.: Moderatorin Joy Owie, Laudatorin Prof. Dr. Verena Metze-Mangold und Moderator Lenz Leuenroth, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen »

Preis des Deutschen Architekturmuseums: welche Tendenz?

2026, April 28.

FAZ-Kritiker sieht einen ideologischen Hang zur Hässlichkeit

Von Uwe Kammann

Der seit 2007 verliehene Preis des Deutschen Architekturmuseums bietet einen Überblick über die jeweils aktuellen Formen des Bauens in Deutschland, mit einer stufenweisen Verengung bei der Auswahl und Bewertung. Aus 100 Beispielen (Longlist) geht es zunächst zu 21 Bauten einer engeren Auswahl (Shortlist), woraus wieder fünf Finalisten ausgewählt werden, bevor schließlich ein Sieger den Zuschlag erhält. Das Verfahren beginnt sehr offen, mit vielen Einreichungswegen, auch über die einschlägigen Fachverbände, um am Schluss in die Hände und Köpfe einer Jury überzugehen, welche sich die Finalisten vor Ort anschaut, genauestens begutachtet und mit Beteiligten und Nutzern spricht.

Erster Preis für die umhüllende Stahl-Glas-Konstruktion eines ehemals leer stehenden Güterbahnhofs in Berlin-Moabit vomn Peter Grundmann, Foto: Petra Kammann

Retrospektive Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln

2026, April 27.

Punkte retten ein Leben

Von Margarete Berghoff

Es war einmal ein kleines Mädchen, das litt so sehr unter den ständigen Streitigkeiten ihrer Eltern, dass sie eines Tages, als sie auf eine gepunktete Tischdecke schaute, plötzlich nur noch Punkte sah. Die Welt und sie selbst lösten sich auf in mehr als tausend Punkten. Das Mädchen war 10 Jahre alt und es geschah, dass sie von da an immer öfter viele bunte Punkte sah. Sie begann, die Punkte zu malen und zog sich immer mehr in ihre innere Welt zurück. Später wurde aus ihr eine berühmte Künstlerin. Viele Museen richteten Ausstellungen für ihre Kunstwerke aus, weil die Menschen so viel Freude an ihren lustigen bunten Punkten hatten. Sie malte weiter und weiter. Heute ist sie 96 Jahre alt und sie malt immer noch jeden Tag ein Bild.

Yayoi Kusama bei der Arbeit an My Eternal Soul (2009–21), 2017 © YAYOI KUSAMA Courtesy of Ota Fine Arts, David Zwirner

Weiterlesen »

„Von London nach Venedig“ im Fokus der Internationalen Tage Ingelheim

2026, April 26.

Whistlers detailreiche Grafiken in spannendem Dialog mit Masuyamas Fotomontagen

Von Hans-Bernd Heier

James McNeill Whistler revolutionierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Radierungen und Lithografien die künstlerische Grafik. Die Ausstellung im Kunstforum Ingelheim beleuchtet nach über 25 Jahren erstmals wieder in Deutschland jenes faszinierende, ausgefeilte und innovative Schaffen des US-Amerikaners. Im Rest der Welt berühmt, gilt es hierzulande, Whistler wiederzuentdecken. Dazu haben Kunstfreunde in der Ingelheimer Schau „Von London nach Venedig: Whistler & Masuyama“ beste Gelegenheit. Seine ausgewählten Grafiken treten in einem spannungsreichen Dialog mit den beeindruckenden Fotomontagen des japanischen Künstlers Hiroyuki Masuyama, der im letzten Jahr an identischen Stellen, an denen Whistler damals seine Grafiken radierte, Fotografien der gegenwärtigen Situationen anfertigte.

James McNeill Whistler „The «Adam and Eve“, Old Chelsea, 1878, Radierung; Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett; © Hamburger Kunsthalle / bpk; Foto: Julia Bau

Weiterlesen »

„Frankfurt liest ein Buch“- „Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien“

2026, April 25.

Wie klingt Marie-Luise Kaschnitz auf Italienisch? Und wie liest sie Rom?

Von Petra Kammann

Zu dem Thema gab es eine ungewöhnliche Veranstaltung in der Deutsch-Italienischen Vereinigung“ in der Arndtstraße, wenige Schritte entfernt vom langjährigen Wohnort Wiesenau 8 der in diesem Jahr wiedergelesenen Miniaturen „Gott und die Welt“ von Marie Luise Kaschnitz im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch. Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, hatte vorausschauend die Autorin Julia Zieger eingeladen, die sich mit dem Rom- und Italienbild der Autorin, der Meisterin der „kleinen Form“, des Gedichts, des Essays, der Skizze, des Hörspiels, ausgiebig beschäftigt hat, dazu Giuliano Lozzi, den Übersetzer von „Engelsbrücke“ („Ponte Sant‘ Angelo“), der Passagen aus den 168 Miniaturen der deutschen Rom-Flaneurin Kaschnitz auf Italienisch vortrug und erläuterte. Eine andere Kaschnitz!

Begrüßung durch Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, v.l.: Autorin Juliane Ziegler, Moderatorin Anna Nuzzolo, Übersetzer Giuliano Lozzi, Foto: Petra Kammann

Weiterlesen »

„Hidden History“: Verborgene Geschichte(n) urbaner Subkultur im Frankfurter Kunstverein

2026, April 22.

Vom „schlechtesten Theater der Welt“ – Blick hinter die Kulissen der Stadt von 1950 bis heute

Von Petra Kammann

„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Diese Frage beschäftigt uns seit der legendären „Fettecke“ von Joseph Beuys. Wem aber gehört der urbane öffentliche Raum? Und wie kann man ihn sich durch künstlerische Eingriffe aneignen? Das Postulat von Beuys lautete: „Jeder Mensch ist ein Künstler“.  Ist er das wirklich? Natürlich landen nicht alle Werke, die von Künstlern hergestellt werden, auch im Museum, und erst recht nicht im „White Cube“… Fragen, über die man ebenso tagelang diskutieren könnte wie über die vermüllte Stadt. In der derzeitigen Ausstellung aber wurden originell gestaltete Positionen gefunden. Heiner Blum, ehemaliger Professor an der HFG Offenbach, zudem Initiator des „Diamant / Museum für Urbane Kultur“, arbeitet seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Kunst, öffentlichem Raum und sozialen Prozessen. Er hat die vierwöchige Schau über die verborgene Geschichte der Stadt kuratorisch betreut. Entstanden ist daraus eine Kooperation mit Aktionen, Aktivierungen und Andockmöglichkeiten.

Die Ausstellungsidee entstand aus Gesprächen zwischen Kunstvereinsdirektorin Franziska Nori und Kurator Heiner Blum, Foto: Petra Kammann 

Weiterlesen »

Dringender Appell: Kulturcampus „realistisch“ verwirklichen

2026, April 20.

Bürgerinitiative verwirft derzeitige Planung – Testentwürfe vorgestellt  

Von Uwe Kammann

Zentrale Aspekte der derzeit von Stadt und Land vorangetriebenen Planung für einen Kulturcampus in Bockenheim werden von der Bürgerinitiative „Kulturcampus Bockenheim 2.0“ unter funktionalen und finanziellen Aspekten komplett verworfen. Jetzt hat diese Initiative einen „Testentwurf“ vorgestellt, der für den seit langem geplanten Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) ein einheitliches Gebäude vorschlägt, wie es auch nach den ursprünglichen Intentionen am Platz des seit langem leerstehenden Juridicums auf dem früheren Gelände der Universität errichtet werden sollte.

Testentwurf der Initiative für den Grundriss der Hochschule; Haupteingang links zur Bockenheimer Landstraße

Weiterlesen »