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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (6)

Im neuen ATELIERFRANKFURT:
Ina Holitzka
Klaus Schneider
Oliver Tüchsen

Ina Holitzka – ein erstes Mal berichteten wir über die Arbeit der Künstlerin im Jahr 2007 – erkundet seit längerem Räume und Worte und deren kommunikativen Zusammenhang, immer im Kontext zum eigenen körperlichen Kommen und Gehen – etwa in ihrer Werkreihe „Wort-Verortungen“ oder ihren Texttafel-Arbeiten mit Imperativen um „KOMM“ und „GEH“. Ihr jüngstes „Standläufer“-Projekt (Stehen und Laufen als herausfordernder Widerspruch in sich!), ein sieben Meter langes begehbares „Wortgewebe“, kreist um Begrifflichkeiten, Botschaften, Ratschläge oder Befehle: NIX GEHT; LOS GEHT‘S; LASS GEHN; ES GEHT; GEHT DOCH; GEH DOCH; GEH‘S AN. Ein „Work in progress“ an verschiedenen Orten, an denen sich die Künstlerin jeweils selbst – „verortet“.

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Ina Holitzka
↑ Standläufer, Boden-Objekt, 2010 (im Hintergrund die Künstlerin)
↓ Standläufer-Parzellen, Foto-Objekte, 2010

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Oliver Tüchsen (1971 in Porto geboren; zunächst Textilveredler, Fallschirmjäger, Landschaftsgärtner, dann Studium an der Städelschule als Meisterschüler im Fach Interdisziplinäre künstlerische Arbeit), auf fast allen Feldern der bildenden Kunst tätig, entwickelt unter anderem grossformatige, an Architekturelemente erinnernde Zeichnungen. Die vielschichtigen Arbeiten untersuchen Dimensionen, den gekrümmten Raum in Kohärenz mit der Zeit. Viel von letzterer muss sich der Betrachter nehmen, um mit Augen und Sinnen den Verlauf von Treppen und Wegen, Kurven und Linien zu verfolgen.

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Oliver Tüchsen
↑ Zeittempel, Zeichnung, 260 cm x 150 cm
↓ Atelieransicht mit in Arbeit befindlichen Zeichnungen

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Klaus Schneider schliesslich – wir berichteten über Werke des Künstlers bereits im Jahr 2010 – präsentiert zu den Ateliertagen unter anderem seine „Fensterbilder“, es sind auf Fahnenstoff gedruckte, in relativer Unschärfe erscheinende Fotoarbeiten. Fensterbildern, Vorhangbildern eignet seit jeher etwas Geheimnisvolles: Sie öffnen den Blick nach draussen und verweigern ihn zugleich; dem Betrachter bleiben Ahnungen und Vermutungen. Die vermeintlichen Fenster „hinter“ Klaus Schneiders Vorhängen sind ohnedies vorgetäuscht, der Voyeurismus des Betrachters bleibt unbefriedigt. Der Künstler: „In meinen Unscharfbildern geht es mir – wie in meiner gesamten künstlerischen Arbeit – gleichermassen um die Unschärfe der visuellen Wahrnehmung wie auch der sprachlichen Kommunikation. Unscharfe Bilder spielen mit der Distanz des Rezipienten, mit seiner Position vor dem Bild und zu dem Bild. Je grösser der Abstand zum betrachteten Objekt, um so schärfer stellt es sich dar. Je näher es herangezoomt wird, um so mehr löst es sich auf.“

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Klaus Schneider: fenster_14.stoff.24 und fenster_14.stoff.9

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Abgebildete Werke © jeweilige Künstlerinnen/Künstler;
Fotos: FeuilletonFrankfurt

→  FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (7)
→  FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (1)

 

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