home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Nina Ansari: Lichtleinwände

Von der Spree an den Main: Nina Ansari auf der „Luminale“ 2014 in Frankfurt

Von Evrim Weinlein

Zwar ist die Luminale 2014 schon runde zwei Wochen vorüber, aber Nina Ansaris Lichtleinwände verdienen es, in Erinnerung gerufen zu werden. Sie waren Ende März/Anfang April am neuen Standort des Frankfurter Kunstvereins „Familie Montez“ in den Bögen unter der Honsellbrücke zu bewundern

IMG_3017-400

Nina Ansari im Kunstverein Familie Montez, Luminale 2014, Foto: Ryu Oyama

Die Künstlerin Nina Ansari präsentierte die zweite bislang veröffentlichte Serie ihrer bemalten Lichtleinwände. Zum ersten Mal arbeitete sie mit Rastern im Bildmotiv – rein abstrakten Formen.

Dabei hat sie bewusst die Ordnung des Rastersystems aufgebrochen. Dies geschah einerseits durch den Lichtwechsel und andererseits durch den Farbauftrag. Die Leinwände erschienen in grellen, poppigen Farben, die in einer Wabenstruktur aufgetragen wurden.

DSC03546-600

Detailansicht Leinwand „LRP1“, © VG Bild-Kunst, Bonn

Ihre Malereien kombiniert sie seit 2013 mit LED-Lichtern. Die LED-Beleuchtung ist variabel verstellbar. Sie wechselt von weiß zu rot, von rot zu grün, blau, violett und gelb. Diese Farbänderung des Lichtes verändert die Farb- und Formgebung der bemalten Leinwand.

LuminaleDSC02699-600

Ausstellungsansicht Kunstverein Familie Montez, Luminale 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn

DSC03476-600

Ausstellungsansichten Kunstverein Familie Montez (abends), Luminale 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn

DSC03487-600

Blaue Farbflächen werden schwarz, wenn das LED-Licht auf rot umspringt. Manche Farben, wie z.B. Gelb, lösen sich scheinbar auf.

Die durch Licht hervorgerufene Farbänderung ermöglicht es, die Leinwand mit mehreren Farbschichtungen zu visualisieren. Man konnte jetzt in Frankfurt die Kombination zwischen Licht, Luft und Farbe beobachten. Ansaris Bilder blieben nicht statisch, sondern veränderten sich fortwährend.

Um das poetische Spiel zwischen Farbe und Licht verstehen zu können, muss man sich die Bilder selbstverständlich länger ansehen. Dies scheint ein neuer Arbeitsansatz der Künstlerin zu sein: Es gab zwar die Technik der Projektion, aber dass eine Leinwand mit Licht bespielt wird, scheint es bislang noch nicht gegeben zu haben. Malerei und Licht auf eine solche Weise zu verbinden, ist einzigartig. Das dachten sich wahrscheinlich auch die zahlreichen Besucher der Ausstellung im Kunstverein Familie Montez, die vor Ansaris Bildern gebannt stehen blieben.

Ausstellung DSC02687-670

DSC03305-670

Ausstellungsansichten Kunstverein Familie Montez, Luminale 2014, Fotos © Nina Ansari

→  Nina Ansari, eine Künstlerin in Berlin

→  Die Künstlergruppe RaumZeitPiraten
zur “Luminale” in der Weissfrauen Diakoniekirche

Schreib´ einen Kommentar