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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Kunstverein Familie Montez zur Luminale in den Frankfurter Honsellbrücke-Bögen

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Von Erhard Metz

„Brückenheilige“ bewachen und beschützen die wagemutig den Abgrund Überquerenden. Oft sind es statt der Heiligen die Skulpturen eines Löwen, des „Königs der Tiere“, denen man einst ähnliche Aufgaben und Fähigkeiten beimass. Warum also nicht auch an der Frankfurter Honsellbrücke?

Ursprünglich umfasste deren Vorlandbrückenbauwerk sechs Bögen, von denen nach der Sanierung der denkmalgeschützen Brücke und der notwendig gewordenen Verkürzung und Absenkung der Auffahrt lediglich zwei erhalten blieben. Sechs wären auch zu viel gewesen als neue Heimstatt des Frankfurter Kunstvereins Familie Montez, bereits die zwei verbliebenen, mit modernen Fenstern und Türen ausgestatteten und zu grosszügigen, lichtdurchfluteten Räumen entwickelten Gewölbehallen weisen eine an die tausend Quadratmeter messende Grundfläche auf. Nun ist „Familie Montez“ dort eingezogen. Ihr rühriger Clanchef Mirek Macke blickt mit seinem unerschütterlichen – wie er es nennt „polnischen“ – Optimismus unternehmungslustig und so gar nicht, wie auf unserem Foto, „grau-in-grau“, sondern ziemlich rosig in die Zukunft.

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„Familie Montez“-Oberhaupt Mirek Macke

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Von aussen mit den sauber verarbeiteten Fenstern und Türen erscheint alles bereits sehr ansehnlich (das die Brückenauffahrt überragende weisse Dachdreieck gehört zu einem benachbarten Gebäudekomplex); innen haben Mirek Macke und seine beiden Hündinnen Rap und Gabi derzeit noch sehr viel freien Rohbau-Raum – und die gesicherte Aussicht auf jede Menge an Ausbauarbeit.

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Das alles wird Geld kosten – viel, sehr viel Geld. Ein mit Fünfzigern und Hundertern gefüllter Glasballon dürfte da schon einiges zu bewegen helfen. Auch Sponsoren werden her müssen – die wachsen leider selbst in der (mit Ausnahme natürlich der Kommunalfinanzen) stinkreichen Finanzmetropole Frankfurt nicht auf den Bäumen, und der in der Akquisition von Sponsorengeldern begabte Städel-, Schirn- und Liebieghaus-Chef Max Hollein war sowie schon längst unterwegs.

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Toiletten gibt es noch keine, aber wenigstens Strom ist da – ohne diesen machte die Frankfurter Luminale, die am heutigen Sonntag, 30. März 2014 eröffnet wird und an der sich „Familie Montez“ beteiligt (Vernissage 18 Uhr), auch wenig Freude. Allein der – irgendwie an südeuropäische Energieversorgungsbasteleien erinnernde – Schaltkasten wird dabei den kurzschlussresistenten Härtetest erst noch zu bestehen haben. Aber wir sprachen ja bereits von Mirek Mackes unermüdlichem „polnischen“ Optimismus.

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Künstlerinnen und Künstler bauen in den Brückengewölben ihre Arbeiten zur Luminale bis zur letzten Minute vor dem Eröffnungsstartschuss fleissig auf – Spomenka Aleckovic zum Beispiel trafen wir bei der Errichtung ihrer Lichtinstallation an.

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Leuchtend und bunt wird es zugehen zur Luminale in den Bögen unter der Honsellbrücke – für die „Verschönerung“ der Auffahrtsrampe haben bereits die allgegenwärtigen Sprayer gesorgt.

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Noch ist alles reichlich provisorisch – aber der Mackesche Optimismus wirkt ansteckend. Am 10. Mai 2014 sollen die Brückenbögen mit der ersten Ausstellung des Kunstvereins sozusagen förmlich eröffnet werden. FeuilletonFrankfurt beginnt schon mal heute damit, „die Daumen zu drücken“.

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Kunstverein Familie Montez e.V. zur Luminale 2014 – Vernissage am 30. März 2014, 18 Uhr; die Ausstellung in den neuen Räumen Honsellbrücke läuft bis zum 4. April 2014

Fotos: Erhard Metz

→ Elizabeth Dorazio und Max Weinberg im Kunstverein Familie Montez

 

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