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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ im Frankfurter Städel

2026, März 20.

Die normannische Insta-Bucht unter wechselndem Licht (1)

Von Petra Kammann

Die Schau „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ ist mehr als eine Reise ins Städel wert. Das einstige Fischerdorf Étretat mit seiner Lage am Meer, das sich im 19. Jahrhundert in einen begehrten Badeort verwandelt hatte, zog zahlreiche Künstler in seinen Bann. Die im Städel ausgestellten rund 170 herausragenden Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Fotografien und historischen Dokumente aus führenden französischen, deutschen und internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen dieses emblematischen Ortes öffnen uns die Augen für die Kunst, für das changierende Licht, für die Natur und deren Bedrohung durch die Erosion der Steilküste oder durch die alljährlich gewaltigen Besucherströme. Zu entdecken sind neben 24 Werken von Claude Monet, u.a. Gemälde von Eugène Delacroix, Gustave Courbet, Henri Matisse, Fotografien aus der Frühzeit um 1850 bis hin zu großformatigen Installationsansichten von Elgar Esser, des jüngsten Schülers der Becher-Klasse.

Eintauchen in „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ mittels eines 3D-Scans der spektakulären Felsformationen, Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

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Jubiläumsausstellung im Städel Museum Frankfurt „Monet und die Geburt des Impressionismus“

2015, Mai 20.

Subjektive Impressionen des modernen Lebens: Metropolengefühl und Landidylle

Die Impressionisten waren nicht allein die Maler von Licht und Farbe und einer romantischen Idylle, sondern genaue Beobachter einer Metropole in ungezügeltem Wachstum und Wandel. Mit ihren subjektiven Eindrücken („impressions“) hielten sie wie auch Claude Monet die wimmelnde Menge auf dem „Boulevard des Capucines“ fest. Sie zeigten das Leben, wie es in den Straßen vorüberzieht, das Leben der einfachen Leute, der neuen Freizeitgesellschaft und der Reichen, auf den Boulevards und auf den Rennplätzen … Die Jubiläumsausstellung im Städel „Monet und die Geburt des Impressionismus“ (noch bis 28. Juni 2015) weist auf interessante optische und gesellschaftliche Bezüge hin.

Panorama-Mo

(v.l.) Jules Andrieu (1838–1884), Ruins of the Paris Cummune, 1871. The Hôtel de Ville after Fire, 4th arrondissement, Paris, 1871, Albuminprint, 28,6 x 37,6 cm, Paris, Musée Carnavalet, Photo: Jules Andrieu / Musée Carnavalet / Roger-Viollet; Claude Monet (1840-1926), The Boulevard des Capucines, 1873-1874, oil on canvas, 80,3 x 60,3 cm, The Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri, Photo: Jamison Miller © The Nelson Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri; Anonym (?), Montmartre, 1870, Albumen Print, 20,8 x 27,4 cm, The Art Institute of Chicago © Julian Levy Collection, Gift of Jean Levy and the Estate of Julien Levy, The Art Institute of Chicago

Von Petra Kammann

Denkt man an Impressionisten, so hat man nicht selten ländlich heitere Idyllen vor Augen, bisweilen sogar süßliche Motive, und man hat ob der vielfachen Reproduktionen schon lauter Déjà vu-Erlebnisse im Kopf und glaubt, man bekäme diese Art von Impressionismus in einer Ausstellung nun im Original präsentiert. Wer allein den verschwommenen Sonnenaufgang im Hafen von Le Havre, die blühenden Mohnfelder, die Kreidefelsen von Étretat, die Genussmenschen unter den sommerlichen Sonnenschirmen oder den zugewachsenen Seerosenteich aus Giverny erwartet, ist sicherlich von der Monet-Ausstellung im Städel enttäuscht. Wer hingegen versucht, zu begreifen, wie sich Paris in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Metropole entwickelte, welche Konsequenzen das für die Maler, Dichter, Fotografen und Karikaturisten hatte und wie das die Geschichte der Malerei veränderte, der macht hier hervorragende Entdeckungen Weiterlesen