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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Satire & Un-Sinn

Museum für Komische Kunst zeigt Cartoons von Gerhard Glück

2015, Mai 5.

Glücksmomente im caricatura

Von Hans-Bernd Heier

Anlässlich seines 70sten Geburtstags hat Kassel Gerhard Glück im letzten Jahr mit zwei Sonderausstellungen geehrt. „Das Museum für Komische Kunst durfte aus den beiden Ausstellungen das Beste für Frankfurt auswählen und kann die Arbeiten nun im allerschönsten Museum der Welt zeigen“, freut sich Achim Frenz, Leiter des caricatura museums frankfurt. Eigens für die unterhaltsame Schau im ehemaligen Leinwandhaus hat Glück ein farbiges Gemälde gefertigt, das den offensichtlich verdutzten Künstler am Museumsufer sitzend an einem Tisch mit einem Apfelweinglas und Bembel zeigt, umringt von einer fröhlichen asiatischen Reisegruppe. Im Hintergrund sind der Frankfurter Dom und der Eiserne Steg zu sehen. Dabei gehen dem von der unerwarteten Begegnung Überrumpelten die viel zitierten Zeilen des Frankfurt-Gedichts des bekannten Mundartdichters Friedrich Stoltze durch den Kopf:

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„Un es will mer net in de Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“, Copyright © Gerhard Glück; Foto: Hans-Bernd Heier

Das caricatura museum hat unter dem Titel „Glück im Museum. Cartoons von Gerhard Glück“ insgesamt rund 240 Cartoons versammelt, die ab den 1980er Jahren entstanden sind. Besucher der kurzweiligen Schau, die das Werk des Meisters der komischen Kunst umfassend zeigt, können sich an seinen humorvollen Cartoons erfreuen. Es sind subtile, kunstvolle Darstellungen, meist in leuchtender Farbigkeit in Tempera oder Acryl auf Karton ausgeführt. „Es sind Glücksmomente – jedes Bild für sich“, schwärmt Frenz. Bei der Hängung hat er weitgehend auf eine chronologische und thematische Gliederung verzichtet. Nur im ersten Stock bildet die „Welt der Kunst“ einen Themenschwerpunkt. Ansonsten hat Frenz die Arbeiten „vornehmlich nach Schönheit“ zusammengestellt Weiterlesen

Sonnenfinsternis

2015, März 20.

Vorsicht Sonnenfinsternis!

Innere Führungs-Kettenreaktion von und mit dem unvergessenen Kabarettisten Wolfgang Neuss
(Quelle: Youtube.de/RBB Berlin)

 

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (23)

2015, Januar 4.

Zweifel an der Eifel
von Otto Schielie

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

Es heißt ja nun immer, die Eifel wäre ein Vulkangebirge, und da wäre es ganz toll, weil die kreisrunden, unendlich tiefen Maare uns wie beseelte Augen der Erdgeschichte anblickten und uns vor dieselben führten, daß und warum der Mensch nur ein Staubkorn im Toben der Elemente sei. Nur ein lächerliches winziges Staubkorn, verstehste? Ein Wisch und – schwupps – ist es weg. Oder mit dem Staubsauger. Oder mit dem Mop. Oder mit Swiffer, was ja auch nicht schlecht ist.

Jedenfalls die Eifel. Die wäre so eine ganz wunderfeine Naturlandschaft, an der sich so manches dahergelaufene Mittelgebirge ein Beispiel nehmen könnte. Weiterlesen

Kartoffelherzchen

2014, Januar 5.

Das beste, was aus einer Kartoffel werden kann:

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ein Kartoffelherzchen – oder was dachten Sie denn, liebe Neujahrsleserinnen und -leser, was das hier ist?!

Foto: FeuilletonFrankfurt

 

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (19)

2013, Oktober 21.

Auf nach Schraubendorf!
von Juanito Carnivora

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

Warum fährst Du eigentlich nicht mal nach Schraubendorf?

Weil es dort keine Schanze gibt und Du Deinem von Dir so innig geliebten Sport nicht nachgehen kannst?

Ach geh! Das ist doch eine Ausrede. Du kannst doch nicht im Ernst verlangen, daß es in jedem Urlaubsort eine Schanze gibt, nur damit Du springen kannst! Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (13)

2013, Februar 7.

Ach, es ist Karneval, Fasching, Fastnacht, Narretei, was auch immer, da machen die schönen Künste einmal eine kleine Pause. Umso glücklicher schätzt sich FeuilletonFrankfurt, in Professor Norbert Neidich einen kongenialen Autor gefunden zu haben, der uns so trefflich und detailreich die sympathische wie lebensnahe Geschichte erzählen wird, die seinem Kollegen Professor Kronkorck widerfahren ist. Eine Geschichte angesiedelt zwischen hehrer Wissenschaftlichkeit, fürsorglicher Kulturpolitik und dem allerorten anzutreffenden Büroalltag. Und das alles ist natürlich wie immer in Fällen wie diesen

von © -habust-

Kronenkorken
von Professer Norbert Neidich

Wie ein balzender Birkhahn scharwenzelte Professer Kronkorck um seine neue, aufregende Assistentin herum. Fräulein Blök. Bertha Blök. Die ganze Nacht wollte ihm der entzückende Name der atemberaubenden Blondine, die ihm der Fachbereich unverhofft ins Dienstzimmer gespült hatte, nicht aus dem Sinn schwinden, so daß Frau Professer Kronkorck sich schon wundern mußte, warum ihr Ehegespons stundenlang im Schlaf blökte. Aber sie kam nicht dahinter.

“Käffchen, Herr Professer?”, frug Bertha Kronkorcken mit schelmischem Augenaufschlag. Spätestens jetzt hätte sie ihn dahingeschmolzen, wäre er nicht schon zuvor Wachs in ihren Händen gewesen. “Oh gern!”, raunte er und fühlte sich als der große Verführer, der er seiner Lebtag gern gewesen wäre. Sie entschwebte mit verheißungsvollem Lächeln. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (12)

2013, Januar 27.

Der Kolbenfresser

von © -habust-

Muntani hiess er, der baumlange Mohr aus dem westfriesischen Hochmoor „Sülzlager“ bei Leer.

Nun wirst Du alter Besserwisser sogleich einwenden, Leer liege, das wisse doch nun wirklich jedes Kind, bekanntlich in Ostfriesland. Und schon hast Du mich beim ersten Fehler ertappt. Ich verspreche nur eins: Es wird nicht der letzte sein.

Manfred Muntani war Richter und Schlichter in einer Person. Wie geht das, frägst Du. Es geht schon, wenn man in einer Kolbenfabrik arbeitet. Und das tat unser Manni. Nicht ungern und nicht ohne Erfolg. Schliesslich verdiente er mit seiner Kolbenfabrik dermassen unmenschlich Kohle, dass er die Produktpalette auf Wälzlager erweitern konnte. So gelang es ihm, „Wälzlager vom Sülzlager vom Mohr vom Moor“ zum weltweit bekannten Slogan zu machen. Auch Du hast ihn schon gelesen. Spätestens jetzt. Weiterlesen

Ein europäisches Märchen

2013, Januar 9.

10 Männer, ein Grieche, ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese, ein Spanier, ein Zypriot, ein Finne, ein Österreicher, ein Holländer und ein Deutscher, treffen sich regelmässig zum Essen.

So war es auch wieder neulich. Die Rechnung für alle zusammen betrug stets genau 500 Euro, denn man speiste schon gern auf hohem Niveau.

Die Gäste bezahlten die Rechnung, so wie wir unsere Steuern, und das sah so aus:

Vier Gäste, der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener, zahlten nichts.

Der Zypriot zahlte 1 Euro,
der Franzose 5 Euro,
der Österreicher 50 Euro,
der Finne 80 Euro,
der Holländer 100 Euro und
der Deutsche 264 Euro. Weiterlesen

Salzburg, Verkehrszeichen

2012, November 10.

Eine Handvoll Kilometer jenseits der Grenze: Verkehrsschilder, angetroffen in Salzburg …

(Ups … hoffentlich kein Schmuddelonkel …)

Ach ja: Ein Salzburger bewirbt sich als Stadtbusfahrer. „Sie müssen den Bus fahren und das Fahrgeld kassieren“, instruiert ihn der Chef, und stellt ihn ein.

Am Tag darauf kommt der neue Busfahrer zum Chef: „Ich hatte einen Unfall, der Bus hat Totalschaden.“ „Wie ist das passiert?“ schnauzt ihn der Chef an. „Weiss nicht“, sagt der Fahrer, „ich war gerade hinten beim Kassieren“.

(Ok, alter Hut, gibt es in verschiedenen Versionen, warum nicht auch zu Salzburg …)

Fotos: FeuilletonFrankfurt

 

Alles über das grosse und wahnsinnig gefährliche Offenbach

2012, Oktober 26.

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

An dieser Stelle sollte einklich ein unheimlich spannender und aufregender Enthüllungsbericht über Offenbach stehen. Steht aber nicht. Warum? Das solln Sie gleich erfahren:

In einer verschwiegenen Kaschemme in Bieber treffen wir erstmals unseren geheimen Impformanten. Nennen wir ihn Ismael. Der Einfachheit halber.

Das Bier taugt nichts, die Impformazionen dafür umso mehr. Nach wenigen Minuten ist uns klar: Das schäbige Äussere dieses hageren, langhaarigen und in einen abgetragenen grauen Kammgarnsakko gehüllten ehemaligen Vortragenden Legationsrats Erster Klasse täuscht. Was der Mann zu sagen hat, ist Sprengstoff. Erstklassiger Sprengstoff. Pures Dynamit. Wenn das die Offenbach Öffentlichkeit erfährt, dann bleibt kein politischer und auch kein kultureller Stein mehr auf dem anderen. Die Honderich-Debatte wäre ein Klacks dagegen. Hat ja auch nix mit Offenbach zu tun. Weiterlesen