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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Satire & Un-Sinn

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (12)

2013, Januar 27.

Der Kolbenfresser

von © -habust-

Muntani hiess er, der baumlange Mohr aus dem westfriesischen Hochmoor „Sülzlager“ bei Leer.

Nun wirst Du alter Besserwisser sogleich einwenden, Leer liege, das wisse doch nun wirklich jedes Kind, bekanntlich in Ostfriesland. Und schon hast Du mich beim ersten Fehler ertappt. Ich verspreche nur eins: Es wird nicht der letzte sein.

Manfred Muntani war Richter und Schlichter in einer Person. Wie geht das, frägst Du. Es geht schon, wenn man in einer Kolbenfabrik arbeitet. Und das tat unser Manni. Nicht ungern und nicht ohne Erfolg. Schliesslich verdiente er mit seiner Kolbenfabrik dermassen unmenschlich Kohle, dass er die Produktpalette auf Wälzlager erweitern konnte. So gelang es ihm, „Wälzlager vom Sülzlager vom Mohr vom Moor“ zum weltweit bekannten Slogan zu machen. Auch Du hast ihn schon gelesen. Spätestens jetzt. Weiterlesen

Ein europäisches Märchen

2013, Januar 9.

10 Männer, ein Grieche, ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese, ein Spanier, ein Zypriot, ein Finne, ein Österreicher, ein Holländer und ein Deutscher, treffen sich regelmässig zum Essen.

So war es auch wieder neulich. Die Rechnung für alle zusammen betrug stets genau 500 Euro, denn man speiste schon gern auf hohem Niveau.

Die Gäste bezahlten die Rechnung, so wie wir unsere Steuern, und das sah so aus:

Vier Gäste, der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener, zahlten nichts.

Der Zypriot zahlte 1 Euro,
der Franzose 5 Euro,
der Österreicher 50 Euro,
der Finne 80 Euro,
der Holländer 100 Euro und
der Deutsche 264 Euro. Weiterlesen

Salzburg, Verkehrszeichen

2012, November 10.

Eine Handvoll Kilometer jenseits der Grenze: Verkehrsschilder, angetroffen in Salzburg …

(Ups … hoffentlich kein Schmuddelonkel …)

Ach ja: Ein Salzburger bewirbt sich als Stadtbusfahrer. „Sie müssen den Bus fahren und das Fahrgeld kassieren“, instruiert ihn der Chef, und stellt ihn ein.

Am Tag darauf kommt der neue Busfahrer zum Chef: „Ich hatte einen Unfall, der Bus hat Totalschaden.“ „Wie ist das passiert?“ schnauzt ihn der Chef an. „Weiss nicht“, sagt der Fahrer, „ich war gerade hinten beim Kassieren“.

(Ok, alter Hut, gibt es in verschiedenen Versionen, warum nicht auch zu Salzburg …)

Fotos: FeuilletonFrankfurt

 

Alles über das grosse und wahnsinnig gefährliche Offenbach

2012, Oktober 26.

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

An dieser Stelle sollte einklich ein unheimlich spannender und aufregender Enthüllungsbericht über Offenbach stehen. Steht aber nicht. Warum? Das solln Sie gleich erfahren:

In einer verschwiegenen Kaschemme in Bieber treffen wir erstmals unseren geheimen Impformanten. Nennen wir ihn Ismael. Der Einfachheit halber.

Das Bier taugt nichts, die Impformazionen dafür umso mehr. Nach wenigen Minuten ist uns klar: Das schäbige Äussere dieses hageren, langhaarigen und in einen abgetragenen grauen Kammgarnsakko gehüllten ehemaligen Vortragenden Legationsrats Erster Klasse täuscht. Was der Mann zu sagen hat, ist Sprengstoff. Erstklassiger Sprengstoff. Pures Dynamit. Wenn das die Offenbach Öffentlichkeit erfährt, dann bleibt kein politischer und auch kein kultureller Stein mehr auf dem anderen. Die Honderich-Debatte wäre ein Klacks dagegen. Hat ja auch nix mit Offenbach zu tun. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (11)

2012, September 27.

Holunder und die einsame Insel

von © -habust-

Sanft wiegte die Dünung die Motorbarkasse “Kurtchen” in den wohlverdienten Schlaf. Ächzend und todmüde sank die Sonne nach anstrengendem Tagwerk hinter den Horizont in ihr warmes, gemütliches Bett. Scheinen, scheinen, scheinen, dachte sie undeutlich vor sich hin. Und morgen dieselbe Tretmühle. Doch da war sie schon eingeschlummert und träumte von ihrer goldenen Jugendzeit, als sie gespannt auf die neuesten Ergebnisse der Schlagerbörse lauerte und ihrem liebsten Freund, dem guten Mond, den Triumph gönnte, wenn dessen Favorit wieder mal den ihren hinter sich gelassen hatte.

Kapitänleutnant Schoflich nahm das Besteck. “Sechzehn Grad Nordoost, zwanzig Minuten vor Acht”, notierte er ins Logbuch Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (10)

2012, August 31.

Am Ende der Welt
von Roald Graf Amundsen

© -habust-

Anno 2017 war es endlich soweit, ich packte meine Siebensachen zusammen und fuhr ans Ende der Welt.

Dort angekommen, packte ich meine Siebensachen wieder aus und sortierte Leibwäsche, Kniestrümpfe, Lodenhemden, Hosenträger, Ärmelschoner, meine geliebte Ziehharmonika und die Zähne in die dafür vorgesehenen Behältnisse der von mir um ein bescheidenes Entgelt angemieteten Dachkammer der kleinen, aber blitzsauberen Pension. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (9)

2012, August 30.

Wandertage mit Conny

von © -habust-

Scheppernd reißt mich der gute, alte Küchenwecker aus seligen Träumen. Ich glaube zu träumen. Welcher Kackvogel hat den auf halb vier gestellt? Doch da hämmert es schon an meine Stubentür, und ein silberhelles Stimmchen ruft: “Aufstehn! Losgehn! Nicht nochmal im Bett rumdrehn!! Heut ist Wandertag!”

Später, als wir auf 2.437 müM zum ersten Male währschaft brotzeiten, kommen wir ins Gespräch. Conny heißt sie, meine Bergführerin. Ich bin ihr erster Kunde Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (8)

2012, August 7.

Die gemütliche Stunde
heute mit
Kapitänleutnant zur See Karl-Heinz Scharnhorst

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

Plözin: Hier, Herr Scharnhorst, wollen wir nicht einfach Du zueinander sagen?

Kaleunt z. S. Scharnhorst: Find ich gut! Ich heiß Karl-Heinz. Und du?

Plözin: Weisnet. … Ach nee, jetz fällt’s mir wieder ein. Ich heiß’ Torsten.

Karl-Heinz: Weißt du was, Torsten? Torsten ist mein absoluter Lieblingsname!

Plözin (erfreut): Nee – echt??

Karl-Heinz: Doch, in echt, das war schon immer mein Lieblingsname. So hab ich ja auch mein Schiff genannt. Mein Kanonenboot. Die Torsten II.

Plözin: Toll. Aber was war mit der Torsten I?

Karl-Heinz: Ach, die ist untergegangen. Ich weiß gar nicht mehr, wo.

Plözin: Is ja auch egal.

Karl-Heinz: Find ich auch.

→ Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (9)

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (5)

2012, August 2.

Vorbemerkung des Herausgebers:

Heute stellen wir ein einzigartiges Opus der grossen, epocheprägenden und vielfach für die hochrangigsten Auszeichnungen vorgeschlagenen Lyrikerin Grete Mohs vor, ferner eine in Inhalt und Sprache ebenfalls exzeptionelle literarische und kulturhistorische Betrachtung und Interpretation des bedeutenden Ausnahme-Literatur- und Kulturkritikers Horst Reibeisen.

Wir beginnen natürlich am Anfang, also mit dem Gedicht. Die luziden Ausführungen Reibeisens folgen sodann in zwei Fortsetzungen.
Und ebenso natürlich ist das alles, wie immer in Fällen wie diesen, von
© -habust-

Ein leeres Glas
von Grete Mohs

Es war am Heiligabend gegen vier,
da packte mich mit Macht die Gier nach Bier.
Ich blickte stier in mein Klavier, doch hier
war nirgends Bier, nur Saiten. Und Getier,
denn innen putzte ich das Instrument
nicht regelmäßig. Jeder, der mich kennt,
wird über diesen Umstand nicht verwundert sein,
denn diesbezüglich heißt es oft, ich sei ein Schwein. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (4)

2012, Juli 27.

Geheimnisse
verraten von Horst Teichhofer

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von „Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift“, Text © -habust- )

In einer weltweit unbeachteten Nebennotiz im LOKUS 11/2003 hat Professer Dr. Niebeling bekannt gemacht, daß er das Trugschwein entdeckt hat. Nur, wie gesagt, niemand hat das gelesen, obwohl der LOKUS immerhin eine Druckauflage von fast einer Million hat.

Es war, lieber Leser, Dein Fehler, daß Du diese Nebennotiz übersehen hast. Den alten LOKUS hast Du ja längst weggeschmissen. Ganz so schlimm, daß Du Dich jetzt werweißwie grämen müßtest, ist es aber nun auch wieder nicht, denn hier sind die erstaunlichen Fakten. Plözin hat beinhart recherchiert und nach einigen Rückschlägen sogar mit Professer Niebeling persönlich sprechen können Weiterlesen