“New Frankfurt Internationals” 2015: “Solid Signs” (4)
2015, April 16.Florian Haas: „Frankfurter Totentanz“ im Frankfurter Kunstverein
Von Erhard Metz
Es ist das „Opus magnum“ der „New Frankfurt Internationals 2015 Solid Signs“: zunächst einmal allein schon von seiner schieren materiellen Grösse her – nimmt die monumentale Darstellung doch eine gesamte Wandbreite im Obergeschoß des Frankfurter Kunstvereins in Anspruch. Und zweitens: kein anderes Werk dieser Gemeinschaftsausstellung der Kunstvereine von Frankfurt und Wiesbaden dürfte bei den Apologeten von immerwährendem Wachstum, Finanzkapitalismus und Globalisierung auf soviel Kritik, ja Missbilligung, Nichtachtung oder gar Häme stossen. Dies vor allem aktuell vor dem Hintergrund, dass die hochkriminellen Ausschreitungen im Rahmen der jüngsten „Blockupy“-Aktionen vom März dieses Jahres all die sehr wohl nachvollziehbaren gesellschaftspolitischen Thesen und Forderungen dieser und vergleichbarer anderer Bewegungen nachhaltig desavouiert haben.
Florian Haas‘ Arbeiten darf man einer „politischen Kunst“ zurechnen. Aber wann ist Kunst politisch? Wenn sie gegen Herrschaft agiert und opponiert? Wenn sie sich umgekehrt in den Dienst von Herrschaft stellt? Man muss sich ins Bewusstsein rufen, dass nicht wenige und gerade hoch anerkannte Küstler in Europa über die Jahrhunderte hinweg und durchaus höchst bereitwillig im Dienst politischer – weltlicher wie geistlich-kirchlicher – Herrschaft standen, diese Herrschaft dem gemeinen Volk gegenüber versinnbildlichten und als gottgegeben schönfärbten und sich dafür von der Obrigkeit feiern und eben nicht gerade schlecht alimentieren liessen. Nein, Florian Haas hat mit diesen nichts gemein – er ist ein oppositioneller und damit fast schon vorgegeben ein unbequemer Künstler.
↑↓ Florian Haas, Frankfurter Totentanz, 2015, Tapete, 12,70 x 4,65 m; Ausstellungsansicht, Foto: Norbert Miguletz; © VG Bild-Kunst, Bonn Weiterlesen










