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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur und Gesellschaft

„Renoir. Rococo Revival“ im Frankfurter Städel Museum. Ein erstaunlich wenig erforschtes Themenfeld des Impressionismus

2022, April 5.

Nonchalance, Anmut und die erträgliche Leichtigkeit des Seins

Von Petra Kammann

Eine groß angelegte Ausstellung im Frankfurter Städel zeigt erstmals die überraschenden Bezüge zwischen dem impressionistischen Künstler Pierre-Auguste Renoir, einem der herausragenden Vertreter des Impressionismus, und der Malerei des Rokoko, die nach der Französischen Revolution erst einmal verschmäht wurde. Im 19. Jahrhundert – vor allem im Zweiten Kaiserreich – erfuhr sie jedoch eine fulminante Renaissance. Der mit der Motivwelt von Künstlern des 18. Jahrhunderts wie Antoine Watteau, Jean-Baptiste Siméon Chardin, François Boucher und Jean-Honoré Fragonard bestens vertraute Maler konnte durch seine häufigen Louvre-Besuche in seinen eigenen neuen künstlerischen Ansätzen mühelos auf sie zurückgreifen. Er teilte ihre Vorliebe für bestimmte Themen wie das Flanieren in Parkanlagen, die Rast im Freien, das ungezwungene familiäre Beieinandersein bei den „Fêtes Galantes“. Rund 120 Gemälde aus beiden Epochen, darunter über 70 Meisterwerke von Renoir selbst, sowie Skulpturen, kunsthandwerkliche Objekte und Arbeiten auf Papier sind in der Frankfurter Ausstellung zu erleben, darunter bedeutende Leihgaben aus den größten Museen der Welt.

Bis zum 19. Juni noch im Städel zu sehen: Pierre-Auguste Renoirs Gemälde „La Grenouillière“ von 1869 mit den Ruderern und ihren schönen Gefährtinnen

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„Mit Jazz in den Frühling“ hieß das Motto im Holzhausenschlösschen

2022, April 3.

Intensiv und unvergesslich: zwei Frankfurter Jazzkonzerte

„Unforgettable“ – Spielen für Emil Mangelsdorff

Von Uwe Kammann

Ein Aprilscherz? Ach, nur eine Wetterlaune. „Mit Jazz in den Frühling. Swing Spring“, so hatte es die Frankfurter Bürgerstiftung weiß auf grün gedruckt, um das Holzhausenschlösschen an fünf Tagen in einen veritablen Jazzclub zu verwandeln. Doch zum Auftakt des bekannt wetterwendischen Monats kam es jäh zu einem kleinen Wintereinbruch mit Schnee, Anlass für launige Bemerkungen des Pianisten Thilo Wagner, dem die künstlerische Leitung anvertraut war – wenn man so will, in der Nachfolge des Anfang des Jahres verstorbenen Emil Mangelsdorff, mit dem eine weltweit legendäre Jazzreihe an diesem so intimen Frankfurter Ort verbunden war und ist: „Emil und seine Freunde“.

v.l.n.r.: Thilo Wagner, Wilson de Oliveira, Tony Lakatos, Jean-Philippe Wadle, Peter Weniger und  Axel Papa – Video: Klaus Radke / Auftaktfoto: Petra Kammann

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Frankfurt liest ein Buch – Irmgard Keun „Nach Mitternacht“

2022, April 1.

Das Frankfurter Lesefest

Irmgard Keun© Ullstein Buchverlage GmbH

Vom 2. bis 15. Mai finden in diesem Jahr nach der feierlichen Eröffnung in der Deutschen Nationalbibliothek an den verschiedensten Orten der Stadt und der Umgebung Lesungen, Stadtspaziergänge, Bildvorträge, Filmvorführungen, Musikalisches, Vorträge und Gespräche rund um den Roman Nach Mitternacht“ von Irmgard Keun statt. Im Schauspiel Frankfurt wird  es eine Theaterinszenierung geben. .  Auch wird Irmgard Keuns Tochter zugegen sein. Und Desiree Nosbusch, die 1982 ihr Filmdebüt in der gleichnamigen Verfilmung von von Wolf Gremm gab, wurde ebenso eingeladen, um von den Dreharbeiten zu berichten wie auch die Filmproduzentin Regina Ziegler.

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Berlin und seine Theater in den Zeiten von Corona

2022, März 31.

Noch immer. Auch im März 2022.

von Simone Hamm

Am Deutschen Theater fielen gleich zwei Premieren ins Wasser, „Auslöschung“ nach Thomas Bernhard und „Werther“ nach Goethe. Bei der Schaubühne fielen Stücke mit Joachim Meyerhoff aus und man setzte auf „Peer Gynt“ und „Richard III.“ mit Lars Eidinger. Doch selbst diesen Berserker hielt es nicht auf den Beinen. Auch diese Aufführungen fanden nicht statt. Barrie Koksys Inszenierung von „Hoffmanns Erzählungen“ sollte noch ein paar Mal gespielt werden. Keine der geplanten Aufführungen war zu sehen. Das Berliner Ensemble setzte in diesen Tagen auf Matthias Brandt und Kosksys „Dreigroschenoper“.

Adam Benzwi, Barrie Kosky und Oliver Reese im Berliner Ensemble Foto: © Moritz Haase /BE

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Elisabeth-Norgall Preis an Gerlinde Förster von der GEDOK Brandenburg

2022, März 29.

Ein Bündel an Energie, voller Ideen und Initiativen

von Renate Feyerbacher

Ein Höhepunkt im Clubjahr des International Women’s Club Frankfurt (IWC) ist jedes Jahr die Verleihung des Elisabeth-Norgall-Preises, der in Erinnerung an die Club-Gründerin verliehen wird. Corona hat die ansonsten sehr persönlich-festliche Feier, bei der immer viele Mitglieder zusammen kommen, um den direkten Kontakt mit der Preisträgerin zu suchen, abermals verhindert. Immerhin hatten sich am 9. März zeitweise über 60 ZOOM- Teilnehmerinnen zur Preisverleihung, die zum 45. Mal stattfand, eingeschaltet.

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Gerlinde Förster, Yong-Hi Yim-Siegels, Alle Fotos: Heidi Henschel /IWC

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Museumskonzerte der Frankfurter Museumsgesellschaft 2022/2023

2022, März 22.

Die Abschiedssaison des Sebastian Weigle

von Petra Kammann

Es waren coronabedingt schwierige Jahre für alle Musiker und Konzertveranstalter mit den sich ständig ändernden Sonderregelungen. Nun, nach über zwei Jahren, fand endlich die erste Pressekonferenz der Frankfurter Museumsgesellschaft unter dem Vorsitz von Burkard Bastuck wieder live statt. Die Themen Abschied und Aufbruch waren wegen der durch  die Fenster blitzenden Sonne von einem Hoffnungsschimmer beseelt. Die fulminanten symphonischen Zyklen mit dem Dirigenten Sebastian Weigle gehörten dann auch zu den Highlights des Programms. „Der Zug fährt weiter“, sagte der Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt unpathetisch und sichtlich vergnügt. Seine Ära endet nach 15 Jahren mit der Saison 2022/23. Die Pandemie hat der begehrte Dirigent u.a. in Japan und den USA erlebt. In Tokio läuft sein Vertrag noch bis 2025… Und von seinem Domizil in Berlin aus, wo ihm auch in Zukunft das ein oder andere Konzert sicher sein dürfte, seien es auch nur noch vier Zug-Stunden bis Frankfurt, merkte er an. Soviel Optimismus, gepaart mit Weitblick, ist selten. Wir können daher weiter mit seinen Gastauftritten rechnen und wir dürfen auf den neuen Shooting-Star Kit Armstrong, gespannt sein, der auch für Weigle kein Fremder ist…

GMD Sebastian Weigle verströmte Optimismus; Foto: Petra Kammann

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Das Beste aus 20 Jahren – Der renommierte Deutsche Hörbuchpreis

2022, März 14.

Der Preis – DAS Qualitätssiegel zum Hören

Der „Deutsche Hörbuchpreis“ würdigt deutschsprachige Hörbuchproduktionen, welche die Stärken und Möglichkeiten des akustischen Mediums in besonderer Weise herausstellen und die damit beispielhaft wirken. Der „Deutsche Hörbuchpreis“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits die Vielfalt des aktuellen Hörbuchmarktes abzubilden, andererseits durch die Auszeichnung von Produktionen einen Qualitätsstandard zu sichern. In sechs Kategorien wird der Preis in diesem Jahr verliehen und zusätzlich wird noch die Auszeichnung „Das besondere Hörbuch 2021“ vergeben.

2003: Erste Preisträgerin für die „Beste Interpretation“ – Senta Berger gewann mit „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler; Foto: WDR

Der Rückblick auf 20 Jahre Gala, Glamour und besondere Preisträger:innen ist natürlich ebenso spannend. Im Jahr 2003 wurde der erste Deutsche Hörbuchpreis mit Senta Bergers Schnitzler-Interpretation verliehen. In diesem Jahr findet die Verleihung des Deutsche Hörbuchpreises daher im Rahmen einer abwechslungsreichen Radio-Show statt.

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Das Engangement der Schirn in Sachen Ukraine-Krieg

2022, März 13.

BEMERKENSWERT!

Die Schirn, das trendige Frankfurter Ausstellungshaus, hat aus bekanntem Anlass an diesem Wochenende einen bemerkenswerten Newsletter statt des sonst üblichen coolen Wochenend-Magazins herausgeben. Aufgerüttelt durch die dramatische Lage schreibt das Schirn-Team, dem wir uns nur anschließen können:

Auch die berühmte Rotunde ist in Blau-Gelb gestaucht (Schirn) 

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IvS-Sonderpreis der Ingrid-zu-Solms-Stiftung für ukrainischen Präsidenten

2022, März 9.

Die Ingrid-zu-Solms-Stiftung vergibt im Rahmen ihres Preises für Menschenrechte und Völkerverständigung einen Sonderpreis an den ukrainischen Präsidenten  Wolodymyr Selenskyj.

Fernsehansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Foto: Petra Kammann

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Preis der Literaturhäuser 2022 für Sasha Marianna Salzmann

2022, Februar 27.

Ein Preis zur rechten Zeit

In ihrem Roman Im Menschen muss alles herrlich sein, der im vergangenen Jahr auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis, auf der ORF-Bestenliste sowie auf Platz 1 der SWR-Bestenliste stand, erzählt Sasha Marianna Salzmann von Umbruchzeiten, von der „Fleischwolf-Zeit“ der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart. Sie erzählt, wie Systeme zerfallen und Menschen vom Sog der Ereignisse mitgerissen werden. Dabei folgt sie vier Lebenswegen und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach, über Zeiten und Räume hinweg. Bildstark, voller Empathie und mit großer Intensität.

Sasha Marianna Salzmann bei den 50. Römerberggesprächen; Foto: Uwe Kammann