Alle Artikel zu Kultur regional / Rhein Main
2026, Februar 24.
Wie Kunst, Typographie und Gestaltung zu politischem Machtinstrument wurden
Von Hans-Bernd Heier
„Unter Druck“ – die neue Plakatausstellung im Museum Wiesbaden zeigt, wie visuelle Kommunikation zwischen 1918 und 1933 von der Politik genutzt wurde: zur Information, zur Einflussnahme, aber auch zur Manipulation. 80 Plakate aus der Sammlung des Wiesbadeners Maximilian Karagöz verdeutlichen, wie einfach Bilder Emotionen schüren, Feindbilder schaffen oder politische Stimmungen fundamentieren oder anheizen können. Die eindrückliche Schau, eine Kooperation mit dem Hessischen Landtag, ist bis zum 9. August 2026 zu sehen.

Information, Manipulation, Provokation; Gestaltung Museum Wiesbaden/ Theresa Duck
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Bildende Künste, Kultur regional / Rhein Main, Wiesbaden, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Unter Druck – politische Plakate zwischen 1918 und 1933“ im Museum Wiesbaden
2026, Februar 21.
Schon die Römer kurten mit den heute berühmten Heilwässern
Von Erhard Metz
Eine Kur in der vom Königlich-Preußischen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné 1856 entworfenen, aus dem 19. Jahrhundert original erhaltenen Bad Homburger Parkanlage mit den Heilwässern beginnt damals wie heute im 1890 eröffneten Kaiser Wilhelms Bad (man beachte das Schluß-s am Namen Wilhelm als Ausdruck herrschaftlichen Anspruchs). Die Brunnenallee mit den Heilwasserquellen bildet die Magistrale des rund 40 Hektar großen, unter Denkmalschutz stehenden Kurparks, des größten und schönsten Deutschlands. Für den Kurbetrieb bedeutsam sind neben dem genannten großen Badehaus ferner die Bauwerke Brunnensälchen (1838, heute Sitz der Spielbank), Wandelhalle (1844, zunächst Orangerie), Musikpavillon und schließlich auch – wegen der damals zahlreichen Kurgäste aus Russland – die russisch-orthodoxe Kirche (1899).

Das repräsentative Kaiser Wilhelms Bad, Sitz des exklusiven Kur-Royal Day Spa, mit der Statue Kaiser Wilhelms I. Weiterlesen
Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene Rhein-Main, Reisen & Lebensart, Skulptur | Kommentare deaktiviert für Die Trinkbrunnen im Bad Homburger Kurpark
2026, Februar 19.
Musikalische „Tonarten“ der Verkündigung
Von Petra Kammann

Beim „Aschermittwoch der Künstler“, einer liebgewordenen Tradition der katholischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg, ging es zum Auftakt der 40-tägigen Fastenzeit, immer wieder um Kunst und Glaube zwischen Tradition und Neubeginn. Eingeladen dazu hatten in diesem Jahr ins Haus am Dom die Direktorin des Dommuseums Dr. Bettina Schmitt wie auch der Direktor der Katholischen Akademie Rabanus Maurus Prof. Dr. Joachim Valentin sowohl Musiker aus der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen und zu Vortrag und Diskussion über „Tonarten der Verkündigung – über Liturgie und Musik“ den kenntnisreichen Freiburger Theologen und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Meinrad Walter.

Auch die beliebten Bachkantaten stehen in liturgischem Zusammenhang, Foto: Petra Kammann
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Bildung · Pisa von innen, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Musik | Kommentare deaktiviert für Zerbröselt die Kirchenmusik? Nachdenkliches zum „Aschermittwoch der Künstler und Künstlerinnen“
2026, Februar 11.
Rasanz und Doppelbödigkeit
Mit Thomas Guggeis am Pult und Elias David Moncados Debüt als Solist
Von Petra Kammann

Unter der Leitung des Chefdirigenten Thomas Guggeis waren im Rahmen der Museumskonzerte drei packende, wachrüttelnde Werke in der Alten Oper Frankfurt zu hören, die um das Jahr 1938 herum entstanden sind: die Sinfonie Nr. 2 der französischen Widerstandskämpferin Elsa Barraine, das Violinkonzert des Oscar-prämierten Hollywood-Filmkomponisten Erich Wolfgang Korngold, in dem der junge Geiger Elias David Moncado, Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und Student an der Kronberg Academy, ein brillantes Debüt als Solist bei den Museumskonzerten gab. Nach der Pause folgte die fünfte so populäre wie brisante 5. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch, die 1927 zur Zeit des stalinistischen Terrors entstand, nachdem der Komponist gedemütigt worden war.

Thomas Guggeis dirigierte im 6. Sinfoniekonzert der Museumskonzerte Werke von Barraine, Korngold und Schostakowitsch (Foto: Simon Pauly)
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Alte Oper, Film, Kronberg Academy, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Musik | Kommentare deaktiviert für Das Schicksalsjahr 1938 für die Komponisten – 6. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchester
2026, Februar 10.
Matthew Wild inszeniert Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ an der Bonner Oper
Auf einem Roller saust der berühmte Tenor Graf Almaviva nach einer Gala am Opernhaus durch die Bonner Innenstadt, vorbei an Universität und Rathaus. Das ist während der Ouvertüre auf einer großen Leinwand zu sehen. In der Altstadt stellt Almaviva seinen E- Scooter ab. Die Musiker, die er vom Bonner Beethovenorchester rekrutiert hat, um unterm Fenster seiner angebeteten Rosina zu spielen, steigen bei leicht fallenden Schnee in den Theaterbus. Sie treffen sich vor Figaros Barber Shop und der Zahnarztpraxis des Dr. Bartolo (Videodesign: Clemens Walter).
Grisha Martirosyan, Jessica Alino, Foto: © Bettina Stöß
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Kultur regional / Rhein Main, Oper | Kommentare deaktiviert für Auf dem E-Scooter durch die Bonner Altstadt
2026, Februar 10.
60 Jahre zeitgenössische Kunst in der Frankfurter Westend Galerie
Und Auszüge einer Rede zur Vernissage von Barbara Thurau
Seit ihrer Gründung 1966 durch Trude Müller und Salvatore A. Sanna steht die älteste ununterbrochen aktive Frankfurter Kunstgalerie, die engagierte Programmgalerie als Kunstforum der Deutsch-Italienischen Vereinigung e.V. für den intensiven künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Italien. Seit nunmehr 60 Jahren zeigte sie rund 300 Ausstellungen. Bei den ausgestellten Werken handelte es sich jeweils um aktuelle Positionen. Heute wird unter der künstlerischen Leitung von Barbara Thurau und der Vereinsvorsitzenden Caroline Lüderssen die Geschichte der Galerie weitergeschrieben, historische Impulse werden aufgebrochen, um sie in gegenwärtige Fragestellungen zu überführen. Die Galerie bildet einen lebendigen Resonanzraum, was die erste Jubiläumsausstellung als Thema aufgreift. Petra Kammann gibt einen kurzen Einblick.

Eliana Petrizzi, Uccidere la morte, Foto: Westend Galerie
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Biennale Arte Venedig, Bildende Künste, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur Reisen, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene überregional, Malerei, Reisen & Lebensart, Skulptur, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für „Resonanzen“ – „Risonanze“ im deutsch-italienischen Kontext
2026, Februar 3.
Unterwegs im kulturellen Dreieck Sri Lankas
von Paulina Heiligenthal (Text und Fotos)
Kurzweilig ist sie, die Fahrt ins Innere des Landes. Von der ersten antiken Hauptstadt Anuradhapura in die historische Vergangenheit der zweiten ehemaligen Königsstadt nach Polonnaruwa. Gemeinsam mit Kandy, einer weiteren, außergewöhnlichen Stadt, bilden sie das „kulturelle Dreieck“ des Landes, deren mittig gelegene Herzstücke Sigiriya und Dambulla heißen. Fünf kulturelle Höhepunkte! Mit ihrer reichen über 2.000 Jahre alten Geschichte und frühen Hochkultur, sind diese Königsstädte historische und religiöse Hochburgen in Sri Lanka. Und allesamt UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 und1991.

Ein Monumentalwerk der Bildhaukunst – die Buddha-Statuen von Gal Vihara aus flammenden Gneisgestein
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, KultTouren, Kultur Reisen, Kultur und Gesellschaft, Kunstorte, Kunstszene überregional, Malerei, Reisen & Lebensart, Reisen & Lebensart, Skulptur | Kommentare deaktiviert für Reiche Kultur, pure Natur in Sri Lanka, Teil III
2026, Januar 25.
Joseph Beuys im Darmstädter Landesmuseum
„So wie der Mensch nicht da ist,
sondern erst entstehen muß,
so muß auch die Kunst erst entstehen,
denn es gibt sie noch nicht.“
Joseph Beuys (Lieblingszitat seines Verlegers Lothar Schirmer)
Vor40 Jahren verstarb mit Joseph Beuys (1921–1986) einer der prägendsten Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt besitzt mit »Block Beuys« seinen weltweit größten authentischen Werkkomplex. In sieben Räumen befinden sich dort fast 300 Werke aus der Zeit von 1949 bis 1972. Darunter bedeutende Arbeiten wie »Stuhl mit Fett«, »Filzanzug«, »Eurasienstab« oder »Szene aus der Hirschjagd« und große Installationen wie »Transsibirische Bahn«, »FOND II« und »FOND III«, außerdem in 23 Vitrinen Objekte aus Aktionen und zahlreiche Auflagenobjekte. Eine Gelegenheit, am Darmstädter Aktionstag das Werk und Denken dieses herausragenden Künstlers zu entdecken. FeuilletonFrankfurt erinnerte 2017 eindringlich in Kooperation mit dem Kunstverein Eulengasse und mit Beteiligung von Künstlern und Künstlerinnen der „Freien Szene“ an den Aktionskünstler anlässlich dessen 100. Geburtstags.

Beuys, dozierend und diskutierend vor der Düsseldorfer Kunstakademie, Foto: Inge Sauer
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Bildende Künste, Darmstadt, Installation · Performance · Objektkunst, Kultur und Gesellschaft, Kunst Orte, Performance, Skulptur, Tanz | Kommentare deaktiviert für Beuys immer wieder aktuell – Heute: Aktionstag zum „Block Beuys“ in Darmstadt
2026, Januar 22.
Besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit
Von Hans-Bernd Heier
Das 200-jährige Jubiläum mit einer großen Vielfalt an Sonderausstellungen und nicht zuletzt der Hype um Friedrich Heysers Gemälde „Ophelia“ lockten 2025 viele Besucherinnen und Besucher in das Museum Wiesbaden. Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur, ein Zweispartenhaus, kann eine stolze Bilanz ziehen und feiert das abgelaufene Jahr mit 130.986 Besuchern als eines seiner stärksten Ausstellungsjahre. Das waren im Vergleich zu 2024 rund 20.000 Gäste mehr. „Ein besucherstarkes Jahr mit großer internationaler Aufmerksamkeit“ lautet das Fazit von Museumsdirektor Dr. Andreas Henning.

Besucherin vor Ophelias – Gemälde (Ausschnitt); Foto: Christoph Boeckheler
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Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Museum Wiesbaden blickt auf fulminantes Jubiläumsjahr mit Swiftie-Hype und Jawlensky-Archiv
2026, Januar 13.
Das vielfältige Angebot des Städel Museums – von der Sammlung über Sonderausstellungen bis hin zu Führungen und Veranstaltungen – stieß auch 2025 auf große Resonanz und zog insgesamt 370.716 Besucher an. Mit insgesamt 425.199 Besuchern und Besucherinnen hielten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung das Niveau des Vorjahres (425.022).

Ein Wohl auf das Städel und auf Max Beckmann, nicht zuletzt dank der engagierten Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Fotografie · Video · Film, FotografieForumFrankfurt, Installation · Performance · Objektkunst, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunst Orte, Liebieghaus, Malerei, Skulptur, Städel Museum, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Städel und Liebieghaus: Rückblick auf das besucherstarke Jahr 2025 und Vorausschau für 2026