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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur regional / Rhein Main

Warum in die Ferne schweifen… das Bingenheimer Ried

2022, Mai 24.

Eine Reise wert – Auch in das gute Nahe

von Paulina Heiligenthal

„Die ganze Natur ist eine Melodie,
in der eine tiefe Harmonie verborgen ist.
Die Natur schafft ewig neue Gestalten;
was da ist, war noch nie,
was da war – kommt nicht wieder –
alles ist neu und dennoch immer das Alte.“
                              – Johann Wolfgang von Goethe –

Das Bingenheimer Ried an einem sonnigen Wintertag, Alle Fotos: Paulina Heiligenthal

Vogelgezwitscher, Froschgequake, Schnabelgeklapper, Schwanengesang: das Bingenheimer Ried ist ein einzigartiges Vogelparadies. Als ich an einem Frühjahrsmorgen mit dem neuen Teleobjektiv in dieser Landschaft unterwegs bin, lacht die Sonne vom Himmel. Und ich wundere mich, dass an so einem schönen Morgen nur eine Handvoll Besucher den Weg hierher gefunden hat.

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„KUNST FÜR KEINEN. 1933–1945“ in der Schirn

2022, Mai 23.

UNGESEHENES

von Petra Kammann

Eine bemerkenswerte Ausstellung in der Schirn widmet sich einem wenig erforschten Thema anhand von vierzehn Biografien von Künstlerinnen und Künstlern in der Nazi-Zeit und deren künstlerischer Praxis. Sie bezeugt damit, dass nicht allein Apathie, Stillstand und Aussichtlosigkeit die künstlerische Arbeit in dieser Zeit bestimmten. Es gab durchaus unterschiedliche Strategien und Handlungsspielräume derer, die keine Nähe zum Regime suchten oder fanden. Manche von ihnen zogen sich auf das eigene Werk zurück, andere beschäftigten sich mit existenziellen Themen. Die Ausstellung ist nur noch wenige Tage in der Schirn zu sehen. Eine Gelegenheit, vorgefasste Urteile zu überprüfen und sich von der künstlerischen Qualität etlicher solcher Werke überzeugen zu lassen.

Blick in die Ausstellung; Foto: Petra Kammann

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„Frankfurt liest ein Buch“ – Irmgard Keun. Nach Mitternacht

2022, Mai 17.

Naiv, frech und witzig zur falschen Zeit

von Petra Kammann

Einige bleibende Eindrücke von ein paar gelungenen Veranstaltungen des 13. Frankfurter Lesefestivals „Frankfurt liest ein Buch“, bei dem Irmgard Keuns Exil-Roman „Nach Mitternacht“ im Zentrum steht und der 1936 in Frankfurt spielt. Eine teils naive, teils komische und auch bitterböse Schilderung des Alltags im Nationalsozialismus. Über 80 Veranstaltungen (Lesungen, Gespräche, Vorträge, Stadtrundgänge und vieles mehr) beschäftigten sich mit dem Roman. Zum Abschluss gab es eine Veranstaltung bei sommerlichsten Temperaturen am helllichten Tag in der Alten Oper mit Cécile Schortmann, Regina Ziegler und Désirée Nosbusch. Da strahlten im leicht abgedunkelten Mozart-Saal drei starke, selbstbewusste und attraktive Frauen auf der Bühne, die über Irmgard Keun debattierten oder sich lebhaft an Szenen mit ihr während der Dreharbeiten der Verfilmung von „Nach Mitternacht“ erinnerten.  Zum Festival gehörte auch ein besonderer Abend mit der Schriftstellerin Ursula Krechel in der Stadtbücherei, moderiert von Anita Djafari, sowie eine Lese-Performance mit der Schauspielerin Ricarda Klingelhöfer im Frankfurter Volkstheater …

v.l.n.r.: Sabine Baumann, Regina Ziegler, Cécile Schortmann, Martina Keun-Hurtig und Désirée Nosbusch; Foto: Petra Kammann

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Thema des 15. Lichter Filmfestes Frankfurt International: „Freiheit“

2022, Mai 13.

Ein großartiges Filmangebot

 von Renate Feyerbacher

Michael Quast, Hausherr der Volksbühne, war voller Freude über den gefüllten Cantate-Saal, der Festivalzentrum des Lichter Filmfestes und derzeit eine wichtige Hauptspielstätte von Filmen ist. Endlich wieder einmal ein Kulturgenuss in Präsenz. Er begrüßte und moderierte die Eröffnungs-Gala witzig und schlagfertig.

Michael Quast, Foto: Renate Feyerbacher

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Renate von Köller – Präsidentin 2020 – 2022 des ZC Frankfurt II Rhein-Main

2022, Mai 11.

„Wir machen Politik für die Frau!“ – Resümee einer komplizierten Amtszeit

von Petra Kammann

Zum 3. Mal wurde die 69 Jahre alte Renate von Köller zur Präsidentin des Zonta Clubs Frankfurt II Rhein-Main gewählt. Ihre Amtszeit, die Ende Mai ausklingt – ihre Nachfolgerin wird Ursula Brüggemann sein – war geprägt von mehr als zwei Jahren Pandemie und nun auch noch durch den Krieg in der Ukraine. Ihr unerschütterlicher Optimismus, ihr Charme und ihr gutes Vernetztsein aber zeichnen die mit Karsten von Köller verheiratete und bestens organisierte Familien-Managerin und Mutter zweier Söhne und einer Tochter sowie Großmutter dreier Enkelkinder Renate von Köller aus. Nicht nur das. Die Volljuristin ist prädestiniert für eine ehrenamtliche internationale Tätigkeit, denn sie spricht auch fließend Englisch und Französisch. Und so meisterte sie auch die kritische Phase der vergangenen beiden Jahre und konnte trotz vieler Einschränkungen etwas bewegen.

Zonta-Präsidentin Renate von Köller; Foto: Petra Kammann

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„Hier bin ich – Meidner“. Kunst im Kabinett des Jüdischen Museums

2022, Mai 9.

Späte Ehre für den verfemten jüdischen Avantgardekünstler

Ludwig Meidner (1884 − 1966) ist für das Jüdische Museum Frankfurt, das seit beinahe 30 Jahren seinen künstlerischen Nachlass betreut, ein Künstler von zentraler Bedeutung. Das Jüdische Museum betreut in seinem Ludwig Meidner-Archiv den Nachlass des ungewöhnlich vielseitigen und hintergründigen Künstlers, der in Berlin als Expressionist gefeiert und als Jude von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert und mit einem Malverbot geächtet wurde. So ging der der  Künstler 1939 ins Exil nach London, wo er und seine Familie in großer Armut und Isolation lebten. Da Meidner nicht in die englische Kunstszene integriert war, konnte er dort auch nicht reüssieren, so der Kurator der Ludwig Meidner-Gesellschaft Erik Riedel. Meidner kehrte – anders als viele Emigranten – 1953 wieder nach Deutschland zurück. Im Raum „Kunst und Exil“ der Dauerausstellung im Rothschild-Palais, wo immer wechselnde Arbeiten von Exilkünstlerinnen und -künstlern zu sehen sind, kann man nun Werke von Ludwig Meidner aus zwei privaten Sammlungen entdecken.


Ludwig Meidner, „Selbstbildnis“, 1943, Öl auf Pappe, Privatbesitz; Foto: Uwe Dietmar, Frankfurt

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Der Intendant der Alten Oper Markus Fein – Ein Brückenbauer

2022, Mai 5.

Kleiner Blick hinter die Kulissen der Alten Oper

Besuch beim Intendanten Dr. Markus Fein. Ein Ohren- und Augenöffner

Von Petra Kammann

Dr. Markus Fein, Intendant der Alten Oper in seinem Arbeitszimmer; Foto: Petra Kammann

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Salon kontrovers: Briefwechsel zwischen Gretel Adorno und Walter Benjamin, Lesung im Holzhausenschlösschen

2022, April 26.

„In anständiger Freundschaft, herzlicher denn je“

Den Briefwechsel in der von Hanne Kulessa konzipierten Reihe „Salon kontrovers Briefe – schreiben und lesen“ werde am kommenden Donnerstag, 28. April 2022 – 19.30 Uhr die Schauspieler Friederike Ott und Christian Wirmer im Holzhausenschlösschen lesen. 

Friederike Ott liest Gretel Adornos Briefe© Stefan Klüter / Bürgerstiftung

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Nachdenken des französischen Schriftstellers und Übersetzers Alain Lance über das andere Land, besondere Bücher und die andere Sprache

2022, April 23.

Das vertraute Fremde oder wie Vorurteile weichen können…

Manch einer mag sich noch an Alain Lance, den einstigen Leiter des Frankfurter Institut français, erinnern. Nach einem Studium der Germanistik in Paris und Leipzig, hatte Alain Lance Französisch im Iran und Deutsch in Frankreich unterrichtet. Von 1995 bis 2004 war er u.a. Direktor der Maison des écrivains (Haus der Schriftsteller) in Paris. Neben verschiedenen eigenen Lyrikbänden veröffentlichte er u.a. „Longtemps l’Allemagne“ (2007, neue erweiterte Ausgabe 2009). In Zusammenarbeit mit seiner deutschen Frau Renate Lance-Otterbein hat er zahlreiche Werke der DDR-Autoren Volker Braun, Ingo Schulze und Christa Wolf übersetzt. 1997 wurden Alain und Renate Lance, gemeinsam mit Christa Wolf, mit dem „Prix écureuil“ der Stadt Bordeaux für ausländische Literatur ausgezeichnet. Zum heutigen „Welttag des Buches“ und zu den anstehenden Wahlen in Frankreich (morgen) empfanden wir seine spezielle Liebeserklärung an Deutschland, an die Sprache und die dort entstandenen Bücher als ein äußerst interessantes Zeitdokument. Hier zunächst die französische und im Anschluss deutsche Version seiner Beobachtungen in West und Ost.

Der Schriftsteller und Übersetzer Alain Lance; Foto: Petra Kammann

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„Eine Woche, ein Leben“- Buchpräsentation des Romans von Nassir Djafari in der „Fabrik“

2022, April 22.

Eine Vater- Sohn-Geschichte und die verschiedenen Lebenswelten

von Petra Kammann 

Eine ungewöhnliche Buchpräsentation und Live-„Premiere“ zwei Jahre nach Erscheinen eines Debütromans: eine Autoren-Lesung mit dem iranischstämmigen, in Deutschland lebenden Autor Nassir Djafari, mit Klezmer-Klängen auf der Klarinette von Roman Kuperschmidt, dem forschen Radio- und Krimi-Moderator Ulrich Noller und dem stimmgewaltigen Schauspieler Stéphane Bittoun im Gewölbekeller der „Fabrik“ in Sachsenhausen, wo bereits seit Jahren regelmäßig Konzerte stattfinden, während an den oberen, seit 1969 leer stehenden Stockwerken hinter den Planen demnächst ein neuer Ort für die Kultur entsteht…

Der Autor Nassir Djafari; Foto: Petra Kammann

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