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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Darstellende Künste

Ein Dream Team – Eric Gauthiers Junior Kompanie

2026, Februar 25.

 Spritzig, leicht und witzig

von Simone Hamm

„Dream Team“ nennt Eric Gauthier den Abend seiner Junior Kompanie. Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues soll eine Braut tragen, damit die Ehe glücklich wird. Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues zeigten die Tänzer und Tänzerinnen des Gauthier Junior Ballett.

Hübscher Einfalll, der Braut Hinweise mit auf den Weg zu geben, Foto: © Jeanette Bak

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„Der Meister und Margerita“ nach dem Roman von Michail Bulgakow auf der Frankfurter Bühne

2026, Februar 23.

Forensische Rekonstruktion eines doppelbödig satanischen Spiels

Von Petra Kammann

Während im Moskau um 1930 Menschen aus unsichtbaren Gründen verschleppt, gefoltert, hingerichtet, unsichtbar gemacht werden, geht daneben das „normale“ Leben weiter seinen Gang. Allein ein unheimlicher „Fremder“ – ein „Pole“, ein „Deutscher?“, von dem das Böse auszugehen scheint, beschäftigt die Gemüter. Es ist nur einer der komplexen Handlungsstränge in Bulgakows vielstimmigen Roman „Der Meister und Margarita“. Der russische Regisseur Timofej Kuljabin zeichnet in seiner Romanadaption für die Bühne das Bild einer korrupten Gesellschaft, in der die Unberechenbarkeit allgegenwärtiger Gewalt zum System geworden ist. Die Entlarvung der Lüge in der Kunst wie im Leben erleben wir im Verhör. Das Stück könnte nicht aktueller sein.

»Der Meister und Margarita« nach Michail Bulgakow Regie: Timofej Kuljabin, Ensemble, Foto: Arno Declair

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„Connecting Continents“ – Kontinente verbinden

2026, Februar 17.

Das Ballet BC aus Vancouver zu Gast an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Fast hundert Jahre alt ist die Komposition „Bolero“ von Maurice Ravel. Und hat nichts von ihrem Sog,ihrer Kraft verloren. „Bolero“ ist Vorlage für ungezählte Choreografien gewesen, eine der beeindruckendsten ist die von Maurice Béjart. Es bracht also Mut und Selbstbewusstsein, den „Bolero“ zu vertanzen. Shahar Benjamini hat es gewagt. Ihre Interpretation des „Bolero“ zeigte jetzt eine weltberühmte Kompanie, das Ballet BC aus Vancouver an der Oper Bonn im Rahmen der „Highlights des Internationalen Tanzes“. „Connecting Continents“ ist das Programm aus insgesamt drei Choreografien überschrieben.

„Artists of Ballet BC in Bolero“, Foto: Michael Slobodian

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Das Schicksalsjahr 1938 für die Komponisten – 6. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchester

2026, Februar 11.

Rasanz und Doppelbödigkeit

Mit Thomas Guggeis am Pult und Elias David Moncados Debüt als Solist

Von Petra Kammann

Unter der Leitung des Chefdirigenten Thomas Guggeis waren im Rahmen der Museumskonzerte drei packende, wachrüttelnde Werke in der Alten Oper Frankfurt zu hören, die um das Jahr 1938 herum entstanden sind: die Sinfonie Nr. 2 der französischen Widerstandskämpferin Elsa Barraine, das Violinkonzert des Oscar-prämierten Hollywood-Filmkomponisten Erich Wolfgang Korngold, in dem der junge Geiger Elias David Moncado, Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und Student an der Kronberg Academy, ein brillantes Debüt als Solist bei den Museumskonzerten gab. Nach der Pause folgte die fünfte so populäre wie brisante 5. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch, die 1927 zur Zeit des stalinistischen Terrors entstand, nachdem der Komponist gedemütigt worden war.

Thomas Guggeis dirigierte im 6. Sinfoniekonzert der Museumskonzerte Werke von Barraine, Korngold und Schostakowitsch (Foto: Simon Pauly)

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Auf dem E-Scooter durch die Bonner Altstadt

2026, Februar 10.

Matthew Wild inszeniert Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Auf einem Roller saust der berühmte Tenor Graf Almaviva nach einer Gala am Opernhaus durch die Bonner Innenstadt, vorbei an Universität und Rathaus. Das ist während der Ouvertüre auf einer großen Leinwand zu sehen. In der Altstadt stellt Almaviva seinen E- Scooter ab. Die Musiker, die er vom Bonner Beethovenorchester rekrutiert hat, um unterm Fenster seiner angebeteten Rosina zu spielen, steigen bei leicht fallenden Schnee in den Theaterbus. Sie treffen sich vor Figaros Barber Shop und der Zahnarztpraxis des Dr. Bartolo (Videodesign: Clemens Walter).

 

Grisha Martirosyan, Jessica Alino, Foto: © Bettina Stöß

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Jens Harzers Bravourleistung: De Profundis

2026, Januar 29.

Oscar Wildes Schmerzensschrei des Berliner Ensembles als Gastspiel am Bochumer Schauspiel

Von Simone Hamm

Grelle Neonröhren, die die Augen blenden. Eine Stimme aus dem Dunklen. Und dann steht er da, im schwarzen Mantel in einem kleinen Kasten, dessen Grundfläche ein, vielleicht zwei Quadratmeter hat: Jens Harzer. Er  rezitiert Oskar Wildes Brief aus dem Zuchthaus: „De Profundis – aus der Tiefe“, einen der berühmtesten Liebesbriefe der Weltliteratur. In seiner Einzelzelle rechnet er ab mit seinem ehemaligen Liebhaber, mit der verlogenen viktorianischen Gesellschaft.

Jens Harzer in „De Profundis“, Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

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Die flämische Tanzcompagnie „Peeping Tom“ zeigt Chroniques“

2026, Januar 26.

Eine Einladung von tanz.köln am Kölner Schauspiel

Vom Fluch der Unsterblichkeit

Von Simone Hamm

Ein Tänzer in dunkler Hose mit nacktem Oberkörper steht auf einem Felsblock. Unter ihm erzittert die Erde. Zwei Tänzer ziehen einen Felsblock an dicken Tauen, darunter kommt ein anderer hervor.  Sie sprechen in einer Sprache, die niemand versteht, weil es sie gar nicht gibt. Sie arbeiten in Erzminen, tragen metallene Hüte mit breiter Krempe, die an die Hüte asiatischer Bauern erinnern, die auf Feldern sähen und ernten…

CHORONIQUES – Peeping Tom, Foto: Virginia Rota

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Beuys immer wieder aktuell – Heute: Aktionstag zum „Block Beuys“ in Darmstadt

2026, Januar 25.

Joseph Beuys im Darmstädter Landesmuseum

„So wie der Mensch nicht da ist,
sondern erst entstehen muß,
so muß auch die Kunst erst entstehen,
denn es gibt sie noch nicht.“
                                          Joseph Beuys  (Lieblingszitat seines Verlegers Lothar Schirmer)

Vor40 Jahren verstarb mit Joseph Beuys (1921–1986) einer der prägendsten Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt besitzt mit »Block Beuys« seinen weltweit größten authentischen Werkkomplex. In sieben Räumen befinden sich dort fast 300 Werke aus der Zeit von 1949 bis 1972. Darunter bedeutende Arbeiten wie »Stuhl mit Fett«, »Filzanzug«, »Eurasienstab« oder »Szene aus der Hirschjagd« und große Installationen wie »Transsibirische Bahn«, »FOND II« und »FOND III«, außerdem in  23 Vitrinen Objekte aus Aktionen und zahlreiche Auflagenobjekte. Eine Gelegenheit, am Darmstädter Aktionstag das Werk und Denken dieses herausragenden Künstlers zu entdecken. FeuilletonFrankfurt erinnerte 2017 eindringlich in Kooperation mit dem Kunstverein Eulengasse und mit Beteiligung von Künstlern und Künstlerinnen der „Freien Szene“ an den Aktionskünstler anlässlich dessen 100. Geburtstags.

Beuys, dozierend und diskutierend vor der Düsseldorfer Kunstakademie, Foto: Inge Sauer

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Das 63. Theatertreffen der Berliner Festspiele vom 1. bis 17. Mai 2026 

2026, Januar 20.

Alle Jahre wieder – und diesmal zum 63. Mal – werden bemerkenswerte Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum nach Berlin zum Theatertreffen eingeladen – Ausgewählt von einer 7-köpfigen Jury.

Von Walter H.Krämer

Vom 17. Januar bis 31. Dezember 2025 bereisten die sieben Jurymitglieder 98 Städte und sichteten insgesamt 739 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Shortlist befanden sich am Ende 36 Inszenierungen, die final diskutiert wurden. Zehn davon sind jetzt zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen.

Die Theatertreffen-Jury 2026: Alexandra Kedves, Martin Thomas Pesl, Sabine Leucht, Falk Schreiber, Vincent Koch, Sascha Westphal, Christine Wahl © Berliner Festspiele /Stefan Wieland

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Hessisches Staatsballett bei „tanz.köln“

2026, Januar 11.

Überwältigend: das Signaturstück von Sharon Eyal Corps de Walk“ an der Kölner Oper .

Von Simone Hamm

Sharon Eyal hat „Corps de walk“ 2011 für die norwegische Kompanie Carte Blanche choreografiert. Da war sie noch kein Star, der die Häuser füllt. Ihre Tanzabende sind ausverkauft. Auf der diesjährigen Ruhrtriennale gab es für ihr fulminantes „Delay the Sadness“ eine Zusatzvorstellung.

Corps de Walk, Foto: © Sinah Osner

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