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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Darstellende Künste

Berlinale 2020 – Nachlese

2020, April 17.

Die 70. BERLINALE: Wie immer und doch einiges neu 

von Renate Feyerbacher

Friedrichstadtpalast Foto: Renate Feyerbacher

Es gab im Vorfeld schon Diskussionen wegen des Vorsitzenden der Wettbewerb-Jury, den englischen Schauspieler Jeremy Irons, und wegen des Alfred Bauer-Preises. 25 Jahre lang hatte Alfred Bauer die Berlinale geleitet. Im Januar schrieb ein privater Filmhistoriker eine Mail an die ZEIT und legte Beweise vor, die Bauer als einflussreichen Nazi-Filmverantwortlichen brandmarkten. Irons wurde wegen seiner einst geäußerten verachtenden Aussagen gegenüber Frauen und Homosexuellen kritisiert. Außerdem hatte Corona Berlin längst erreicht, doch nahm keiner das Virus ernst. Der Friedrichstadtpalast mit seinen 1.900 Zuschauerplätzen war fast immer  komplett besetzt. Dicht gedrängt standen die Besucher vor den Spielstätten. Es heißt, 300 000 Karten seien verkauft worden, 20 000 mehr als im letzten Jahr…

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Die Bibel der Armen, für Reiche und für Alle

2020, April 2.

Lasst Bilder sprechen im Buch der Bücher

Von Petra Kammann

„Bleib in Gottes Wort, bleib gesund, bleib zuhause“. So heißt es oft in dieser schwierigen Corona-Zeit. Wer Angst vor dem Virus hat, der kann sich von einem 7-Tages-Leseplan ermutigen lassen, in dem er die Quelle der Bibel stückweise (wieder) entdeckt. Die sogenannte Wiedmann-Bibel illustriert nämlich das komplette Alte und Neue Testament in 3.333 aufeinanderfolgenden handgemalten Bildern auf 19 Leporello-Büchern mit einer Gesamtlänge von 1,17 km. Benannt wurde die Bibel nach dem Stuttgarter Künstler Willy Wiedmann (1929-2013), der 16 Jahre an dem Werk gearbeitet hat, das Bilder sprechen lässt. Wurden im Mittelalter mit der ,Biblia Pauperum‘ in der Kirche die Menschen mit illustrierten Szenen an den Wänden der Kirche angesprochen, die nicht des Lesens und Schreibens mächtig waren, so spricht die visuelle Interpretation der Wiedmann-Bibel heute Menschen in der ganzen Welt an. Mit der ästhetischen Vermittlung der Bibel war der Künstler seiner Zeit weit voraus.



Gemalte Streifen aus der Wiedmann-Bibel: das Paradies mit Adam und Eva, die Arche Noah und der Kreuzweg

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Aktion unter dem Motto „Bei Anruf Musik“ – auch mit der Frankfurter Oper

2020, März 31.

VORMERKEN!!“

Musiker spielen live am Telefon: Samstag, 4. April 2020, zwischen 12.00 und 18.00 Uhr

Programmhefte der Oper Frankfurt, Foto: Renate Feyerbacher

Alle Theater weltweit durchlaufen gerade eine außergewöhnliche Zeit. Auch die Künstlerinnen und Künstler der Oper Frankfurt dürfen zur Zeit nicht auftreten und zusammen mit ihrem Publikum das gemeinschaftliche Liveerlebnis, welches diese Kunstform ausmacht, teilen. Am Samstag, dem 4. April 2020, zwischen 12.00 und 18.00 Uhr will das Ensemble der Oper Frankfurt aber trotzdem live für sein treues Publikum musizieren, und zwar am Telefon.

Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, des Chors sowie des Ensembles und Opernstudios der Oper Frankfurt stehen bereit, um Klassik-Begeisterte am Telefon zu überraschen und musikalische Wünsche zu erfüllen. „Bei Anruf Musik“ heißt die Aktion, die sich Kolleginnen und Kollegen am Staatstheater Darmstadt ausgedacht haben und die nun auch die Oper Frankfurt anbieten möchte.

Alles, was Interessierte tun müssen, ist die schriftliche Anmeldung Ihres Wunschs.

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Die Ausstellung Maximilian Schell aus der Schatzkammer Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt und Wiesbaden, zusammengestellt aus seinem Nachlass

2020, März 31.

Die Alm war sein Zuhause

von Renate Feyerbacher

Die Ausstellung „Maximilian Schell“ im Filmmuseum ist vorübergehend geschlossen, Foto: Petra Kammann

Das Deutsche Filminstitut / Filmmuseum (DFF) in Frankfurt ist eine Schatzkammer des Films und der Nachlässe von Filmschaffenden. Bereits vor 18 Jahren übergab Regisseur Volker Schlöndorff dem Archiv des DFF die gesamten noch vorhandenen Unterlagen zu seinen Filmen. (Beispiele: „Die Blechtrommel“ 1978 / 79 – Oscar  und Goldene Palme in Cannes – „Tod eines Handlungsreisenden“- 1985 , „Rückkehr nach Montauk“ 2016 / 17). Seit dem 31. März 2014, seit Schlöndorffs 75. Geburtstag, präsentiert das Deutsche Filminstitut / Deutsche Filmmuseum die vielfältige Sammlung als virtuelle Ausstellung. Diese wird sukzessive erweitert und ergänzt. Jetzt ist in einer Ausstellung der Nachlass von Maximian Schell dort zu sehen, wenn auch vorübergehend das Museum aus bekannten Gründen geschlossen ist….

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Corona macht erfinderisch – Museen laden zu virtuellem Rundgang ein

2020, März 27.

Internetangebote als Appetizer für Kunstfreunde

Von Hans-Bernd Heier

Aufgrund der schrecklichen Corona-Pandemie müssen die realen Türen der Museen und Galerien zubleiben. Dabei haben mit Beginn der Frühjahrssaison einige Museen erst kürzlich hochkarätige Präsentationen eröffnet beziehungsweise planten, langjährig vorbereitete Ausstellungen in diesen Tagen zu zeigen. Dazu kommt es aber zunächst nicht, obwohl die Bilder bereits an den Wänden hängen und die Skulpturen aufgestellt sind. Kunstinteressierte müssen sich deshalb in Geduld üben. Viele öffentliche Kultureinrichtungen in der Rhein-Main-Region sind bis mindestens zum 10. April 2020 geschlossen.

Marianne von Werefkin, „Zirkus (vor der Vorstellung)“, um 1910, Tempera auf Pappe, 55 x 90 cm, Leopold-Hoesch-Museum Düren; Foto: Peter Hinschläger

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„Salome“ von Richard Strauss in der Oper Frankfurt

2020, März 8.

Weiß der Leib, schwarz das Haar, rot der Mund. „Ein wildes Stück mit fantastischer Musik“

von Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus  / Oper Frankfurt

Dunkelheit nur punktuell vom Lichtkegel durchbrochen, intensives Flügelschlagen, Figur mit großer Federkopfbedeckung und goldener Robe, den Rücken zum Publikum gedreht, so beginnt „Salome“, das Operndrama von Richard Strauss, das am 1. März Premiere hatte. Ein starker, faszinierender Beginn und so geht es weiter. Fast zwei Stunden lang eine dunkle Bühne, auf der anfangs fast nur die agierende Person, Salome, vom ihr ständig folgenden Lichtkegel hervorgehoben wird. Wichtig sei für Ambur Braid gewesen, immer auf der richtigen Position zu stehen, erzählt die Sänger-Darstellerin der Salome. Sie nennt und spielt sie als „durchgeknallten Teenager“.

Ambur Braid (Salome)

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Frankfurter Kultureinrichtungen – Eine kleine Statistik

2020, Februar 28.

Zahlenspiele der Kultur

Von Uwe Kammann

Noch ganz am Anfang der Debatte über die Sanierung der Städtischen Bühnen rief eine Dame im unteren Rund der Paulskirche in großer Lautstärke: „Das ist ja barbarisch“. Was sie so empörte? Dass jemand es gewagt hatte, die veranschlagte Fast-Milliarde für Oper und Schauspiel in Frage zu stellen. Bei Kulturausgaben, so befand die Zwischenruferin, dürfen Kosten keine Rolle spielen. Überhaupt. Da verbiete sich jede Zahlenangabe, auch, was Besucherfrequenzen betreffe.

Die Rotunde der Schirn Kunsthalle, Alle Fotos: Petra Kammann

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Alcina an der Deutschen Oper am Rhein

2020, Februar 27.

Händels Zauberoper im Wellnessresort

von Simone Hamm

Die schöne Zauberin Alcina lockt Edelmänner auf ihre Insel, umgarnt und verführt sie. Wenn sie keine Lust mehr auf sie verspürt, verwandelt sie sie in wilde Tiere, Pflanzen oder Steine. Auch Ruggiero, ein Ritter aus dem Heer Karls des Großen, erliegt ihrer Verführungskunst und vergisst seine Geliebte Bradamante. Diese verkleidet sich als ihr eigener Bruder, reist auf die Insel, will Ruggiero zurückgewinnen.

Wallis Giunta (Bradamante), Maria Kataeva (Ruggiero), Jacquelyn Wagner (Alcina). FOTO: Jochen Quast / Deutsche Oper am Rhein

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Samstag, Sonntag, Montag von Eduardo die Filippo am Schauspiel Bochum, Zeche 1, in der Inszenierung von Johan Simons

2020, Februar 24.

Das perfekte italienische Dinner

von Simone Hamm

Auch das Publikum ist Teil der Aufführung: Foto: Martin Steffen / Schauspielhaus Bochum

Der hufeisenförmige lange Tisch ist weiß eingedeckt. Auf dem Antipastiteller liegen gefüllte Auberginen und Zucchini, Champignons mit Frischkäse, Tomaten, Mozzarella , eingelegte Paprika, gebackenen Artischocken. Die Gäste breiten die Stoffservietten aus und beginnen zu essen. Doch sie sind in keinem gewöhnlichen italienischen Restaurant. Sie sitzen im kleinen Raum der Zeche 1 in Bochum, sind Teil einer Inszenierung  von Johan Simons. Es wird „Samstag, Sonntag, Montag“ von Eduardo de Filippo gespielt.

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Beste Anregungen im Deutschen Architekturmuseum (DAM) für die Theaterzukunft

2020, Februar 8.

Ein Interimshaus für die Oper in Bockenheim könnte mehr als ein Zwischenmodell sein

Von Uwe Kammann

Horrende Summen, irrwitzige Kosten: Die „Süddeutsche Zeitung“ spart nicht mit vehementer Kritik an den Zahlen, die heute in der Regel für den Neubau und/oder die Sanierung von Kulturbauten aufgerufen werden. Von Berlin über Köln bis München ist das die Regel. Frankfurt macht keine Ausnahme, seit eine erste Machbarkeitsstudie vor drei Jahren den Sanierungspegel für die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz auf bald eine Milliarde Euro hat steigen lassen.

Blick in die Ausstellung des DAM: „Interim Oper Frankfurt“, Foto: Petra Kammann

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