Alle Artikel zu Zeichnung · Druckgrafik
2025, November 6.
Visionen vom idealisierten und real fragilem Körper
von Petra Kammann
Wer sind wir? Wie verletzlich sind wir? Die Reise durch die Geschichte der Bilder vom Körper ist schlicht faszinierend, zumal der zunehmend wissenschaftliche Blick ins Innere unseres Körpers uns vor neue Fragen stellt. Im Entrée des Frankfurter Kunstvereins scheint die Welt noch heil zu sein, wenn uns zunächst die antike Kroisos-Kouros-Statue – eine zwei Meter hohe, männliche Figur aus archaisch-griechischer Epoche (530 v. Chr.) – ins Auge sticht. Der Blick des jungen edlen Mannes in idealtypischer Gestalt ist in die undefinierbare Ferne oder auf seine Zukunft als Held gerichtet. Auf den weiteren Etagen des Hauses geht es dann ans „Eingemachte“: ins Innere, ins Austauschbare, ins Fragile, ins Ritualisierte und ins Imaginierte des Körpers…

Von diesem „perfekten“Jüngling“ Kouros – eine Leihgabe aus der Antikensammlung der Goethe-Universität – werden Sie im Kunstverein empfangen, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Frankfurter Kunstverein, Installation · Performance · Objektkunst, Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Skulptur, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Anatomie der Fragilität – Körperbilder in Kunst und Wissenschaft im Frankfurter Kunstverein
2025, Oktober 26.
Unterhaltsame Charity mit Kunstgewinn
Ein Vorschlag von Petra Kammann
Schon ganz bald ist es soweit. Am kommenden Samstag, den 1. November 2025, geht es rund in der Frankfurter Villa Merton, dem Sitz des Union Clubs im feinen Frankfurter Diplomatenviertel. Da wird es zwischen 14:00 und 19:30 Uhr eine Charity-Kunstaktion zugunsten des Mädchenbüros Milena e.V. geben. Und das mit Werken von so renommierten Künstlerinnen wie Christiane Feser, Barbara Klemm, Gabriele von Lutzau, Felicitas von Lutzau, Sandra Mann, E. R. Nele, Anna Nero und Eva Weingärtner. Das sollte man sich keinesfalls entgehen lassen…

30 Jahre ZONTA-Club Frankfurt II Rhein-Main. Anlass, Gutes zu tun und zu feiern und mitzubieten
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2025, Oktober 25.
Schwingungen und schwebende Elemente im Raum
Von Petra Kammann
Frankfurt leuchtet. In der 29. Etage des neues Towers FOUR 1, im Entrée der großen Anwaltskanzlei Freshfields, wird man in luftigen Höhen mit Blick auf die Stadt von einem Kunstraum empfangen. Dieser ungewöhnliche Raum wurde gestaltet von der international angesehenen und multidisziplinär arbeitenden Konzeptkünstlerin Jorinde Voigt, deren Arbeiten in zahlreichen renommierten Sammlungen zu sehen sind wie etwa im New Yorker MoMA, im Centre Pompidou Paris, im Art Institute of Chicago, in der Pinakothek der Moderne in München, im Kunsthaus Zürich, im Istanbul Modern, im Kupferstichkabinett Berlin oder der Kunsthalle Praha. Die „Gefaltete Zeit“ nennt sie das in Frankfurt entstandene Ensemble.

Der organisch geschwungene Empfangsdesk der Anwaltskanzlei Freshfields im neuen Four, Foto: Petra Kammann
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2025, Oktober 23.
Die Sammlerin selbst: offen für die Fragen der Zeit und der Menschen
Von Petra Kammann
Unter dem Titel „Die Zeit hat kein Zentrum“ präsentiert die Crespo Foundation erstmals eine umfangreiche Auswahl mit rund 130 Werken aus der privaten, mehr als 800 Werke umfassenden persönlichen Kunstsammlung der Stiftungsgründerin, Fotografin und Psychologin Ulrike Crespo (1950–2019), angefangen von der Malerei über Zeichnungen und Skulpturen bis hin zur Fotografie und einer Videoinstallation. Die Schau spiegelt Crespos künstlerische Leidenschaft und ihren so individuellen offenen Blick auf die Welt wider: das Wahrnehmen, Erinnern und Aufbewahren von Zeitschichten in Artefakten, in „geprägte(n )Formen, die lebend sich entwickel(t)n„, wie Goethe es in Urworte. Orphisch nannte.
Wenn Sie diese Treppe hinuntergehen, treten Sie ein in Ulrike Crespos Kunstwelt und entdecken die Zeit in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, Foto: Petra Kammann
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2025, Oktober 13.
Superheld kämpft als „Man of K-Rupp-Stahl“ in Deutschland
Von Hans-Bernd Heier
Flix, eigentlich Felix Görmann, gehört zu den Stars der deutschen Comic- und Cartoonszene und feiert seit Jahren internationale Erfolge. Der Caricatura Salon #4 widmet ihm nun eine Ausstellung mit seinen jüngsten Projekten: „Superman. Man of K-Rupp-Stahl“ und mit Illustrationen zu seinem ersten Jugendroman „Immerland“. Zudem werden in der sehenswerten Schau Originale des Comicstrips „Glückskind“ gezeigt, die wöchentlich in der FAZ erscheinen. Besucherinnen und Besucher können sich zudem auf die zweite Neuhängung der Sammlungsausstellung freuen, in der rund 150 Werke der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule und weiterer Künstler aus der Sammlung des Caricatura Museums zu sehen sind.

Vorzeichnung für „Superman – The World“; ©TM DC, Panini Comics 2025; ©Flix
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2025, Oktober 11.
Eine unabhängig-eigensinnige Künstlerin
Von Petra Kammann
Spielerisch, humorvoll, genreübergreifend und dazu noch international: die erste umfassende Einzelausstellung der unabhängigen Künstlerin Suzanne Duchamp (1889–1963) findet in den Räumen der ehemaligen Dondorf Druckerei mit dem rauhen Charme der industriellen Backsteinarchitektur, in der Schirn Bockenheim, statt. Zu sehen sind in der dort neu eingerichteten Halle 1 erstmals rund 80 Werke aus fünf Jahrzehnten der vielseitigen Künstlerin, darunter experimentelle Collagen, figurative Darstellungen, abstrakte Gemälde, historische Fotografien und seltene Archivfunde. Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich erarbeitete Retrospektive wurde kenntnis- und beziehungsreich von den Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer (Schirn) und Talia Kwartler (Gastkuratorin, Zürich) in Szene gesetzt.

Verantwortliche der Suzanne Duchamp-Retrospektive: Schirn-Chef Sebastian Baden und die beiden Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer und Talia Kwartler, Foto: Petra Kammann
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2025, Oktober 7.
Ein schwergewichtiger Band vereint die komplette Druckgrafik
von Uwe Kammann
Bilder des Schreckens, der Gewalt, der Zerstörung, des Todes: überall, auf jedem Gerät, rund um die Uhr. Das Internet hat die visuelle Maschinerie noch gesteigert, hält das bereit, was die bisherigen Medien eher/noch gefiltert haben. Doch wer mag sich die Videos von grausamsten Hinrichtungen durch die Terrorbanden des Islamischen Staates (die Opfer in orangefarbenen Overalls) gerade wegen ihrer Exzessivität mit Lust angeschaut haben? Das Credo des berühmten Kriegsfotografen James Nachtwey: Nicht zurückzuweichen, auch vor dem Schrecklichsten nicht, um zu dokumentieren, was Menschen Mitmenschen antun können. Der ebenso berühmte, gerade verstorbene Fotograf Sebstião Salgado gelangte angesichts der Horrorszenen des Kriegs in Uganda zum Punkt der professionellen Umkehr: Er konnte die Bilder der Hölle nicht mehr ertragen.

Der außergewöhnliche Band über den spanischen Künstler Francisco de Goya ist durch einen aufwändigen Schuber geschützt, Verlag Taschen
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2025, Oktober 2.
Kunst als Akt der Befreiung
Von Hans-Bernd Heier
Die Opelvillen präsentieren die erste museale Ausstellung zum Werk der Malerin Hélène de Beauvoir (1910 – 2001) in Deutschland, der in Vergessenheit geratenen Schwester von Simone de Beauvoir. Ihre Werke reichen von Kupferstichen über Aquarelle bis zu großformatigen Malereien in Öl oder Acrylfarbe. Mit Stichel, Stift oder Pinsel lotete die experimentierfreudige Künstlerin die Möglichkeiten gegenständlicher und ungegenständlicher Kunst aus, bis sie die Trennlinien in den 1960er-Jahren ausdrucksstark auflöste. In der retrospektiven Ausstellung „Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen“ sind rund 170 Exponate versammelt, darunter über 70 Ölgemälde und erstmalig auch Skizzenblöcke, Entwürfe und Vorzeichnungen der Malerin.

Hélène de Beauvoir „Selbstporträt [Autoportrait]“, 1955, Privatsammlung; © Ute Achhammer, APP, Foto: Christian Kempf
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Bildende Künste, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstszene Frankfurt/Offenbach, Kunstszene Rhein-Main, Malerei, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für „Hélène de Beauvoir. Mit anderen Augen sehen“ – Retrospektive in den Opelvillen
2025, August 27.
Zum 276. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe
Von Erhard Metz
Nur einige Schritte sind die beiden Bauwerke am Hühnerweg auf dem Frankfurter Mühlberg voneinander entfernt: das Willemer-Häuschen und der Goethe-Tempel. Während ersteres fast Weltruhm erlangt zu haben scheint, kennen den Goethe-Tempel wohl nur die wenigsten Frankfurter.

↑ Aussichtstempelchen im Engelbach-Bansa’schen Garten auf dem Mühlberg in Frankfurt-Sachsenhausen, am Hühnerweg 30, in reduzierter Höhe als Goethe-Tempel erhalten; Aquarell von Eugen Peipers, datiert um 1870, Historisches Museum Frankfurt; Quelle: Michael Engelbach, https://engelbach-wwr.de/
↓ Goethe-Tempel unter gleicher Adresse heute; Foto: Erhard Metz

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Architektur und Städtebau, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Offenbach, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Der Goethe-Tempel auf dem Frankfurter Mühlberg
2025, Juli 28.
Die Risse des Lebens und Nähte als Lebensfäden
Soltaus radikale Vernähungen des verletzten Körpers
Von Petra Kammann
Galt die in Darmstadt lebende Annegret Soltau (*1946) lange Zeit als Geheimtipp, so genießt sie mit ihrer feministisch inszenierten Fotografie und ihrer Body Art in der Kunstwelt inzwischen internationalen Ruhm. Das Frankfurter Städel widmet ihr unter dem Titel „Unzensiert“ noch bis zum 17. August eine Retrospektive mit rund 80 Werken aus mehr als fünf Jahrzehnten. Mutig wurde Soltaus Arbeit allerdings schon 2011 unter dem Titel „Generativ“ in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks gewürdigt, die damals alles andere als widerspruchslos hingenommen wurde. Zuvor war sie damals mit dem feinen Marielies-Hess-Kunstpreis ausgezeichnet worden.
Annegret Soltau in der Ausstellung im Städel vor ihrer „Vatersuche“, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Fotografie · Video · Film, Installation · Performance · Objektkunst, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Kunstorte, Städel Museum, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Annegret Soltaus Retrospektive „Unzensiert“ – noch wenige Tage im Städel zu sehen