Das Casals Forum in Kronberg – Eine gelungene Synthese aus Architektur, Akustik, Design und Kunst
Ein Rückblick auf das gelungene Gebäude zu Ehren des weltberühmten Cellisten Pablo Casals
Was Courage bewirken kann! Erinnernswertes vor dem Beginn des Kronberg Festivals (22.9. bis 4.10.2026) aus Anlass des 150. Geburtstags des weltberühmten Cellisten Pablo Casals
Von Annette Wittkopf
„Die Kronberg Academy wollte ein Powerhaus, die Kronberg Academy hat ein Powerhaus bekommen.“ So zeigt sich der renommierte niederländische Akustiker Martijn Vercammen zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit für das Casals Forum. Und er ist mit dieser Einschätzung nicht allein: „Klangtraum im Taunus: Eine Amöbe mit Spitzenakustik für die Kronberg Academy – das Casals Forum“, schwärmt die Neue Musikzeitung.

Blick auf das vollendete, farblich changierende Schindeldach des Casals Forums, Foto: Petra Kammann
Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist überzeugt: „Dieser Saal ist klangtechnisch phänomenal gelungen und man muss kein Prophet sein, um ihm künftig einen Platz unter den besten Kammermusiksälen weltweit einzuräumen.“
Es ist nicht nur die Akustik, die das Casals Forum auszeichnet. Ungewöhnlich ist auch seine Architektur: ein lichtdurchflutetes an einen Pavillon erinnerndes Gebäude mit einem geschwungenen Dach, das mit seinen in fünf verschiedenen Farbtönen sorgfältig und delikat aufeinander abgestimmten Schindeln das Tageslicht in immer neuen Facetten lebendig widerspiegelt.

Der Architekt Volker Staab von Staab Architekten Berlin, Foto: Petra Kammann
Entworfen und erdacht von Staab Architekten Berlin, die sich selbst so charakterisieren: „Aus den komplexen Bedingungen des Ortes und der Aufgabe entwickeln wir vielschichtige und zugleich klare architektonische Konzepte. Aspekte der menschlichen Wahrnehmung und der gesellschaftlichen Bedeutung eines Gebäudes kommen ebenso zum Tragen wie die Frage nach der Relevanz, der Vergangenheit und der Zukunft eines Gebäudes. Jedes Projekt ist ein Einzelstück.“
Hanglage als Herausforderung beim Architekturwettbewerb
Volker Staab und sein Architektenteam gewannen 2014 den Architekturwettbewerb für die Gestaltung des Areals zwischen dem denkmalgeschützten Kronberger Bahnhof und dem Viktoriapark, damals bebaut mit einem zweigeschossigen Parkdeck, umgeben und teilweise überwuchert von dichtem Gebüsch, alles andere als eine einladende Visitenkarte für die Burgstadt. Eine besondere Herausforderung für die Planer stellte die Topographie des Geländes, die Hanglage dar.
Elf hochkarätige national und international erfolgreiche Architekten waren zu dem Wettbewerb eingeladen worden: aus Kopenhagen, Basel, London, New York und Paris, aus München, Berlin, Frankfurt, Oberursel und Kronberg. Dass die Jury nach erstaunlich kurzer Beratungszeit über die damals im Sitzungssaal des Kronberger Rathauses ausgestellten Entwurfs-Modelle ihre Entscheidung traf, spricht für die überzeugende Idee der Berliner.
Vom „Schuhkarton“ zum Freiformsaal – Planung des Konzertraums
Es war ihr erster Musiksaal, den sie allein nach ästhetischen Gesichtspunkten konzipiert hatten. Die Zusammenarbeit mit Martijn Vercammen, der das für seine Akustik bekannte Concertgebouw Amsterdam mitgeplant hatte und den Raimund Trenkler, Gründer und Intendant der Kronberg Academy, mit in die Planungen einband, erforderte grundlegende Änderungen. „Schuhkarton“ oder „Weinbergsaal“, das war die Frage.

Akustiker Martin Vercammen und Architekt Volker Staab vor der Eröffnung, Foto: Petra Kammann
Schuhkarton“ steht für einen rechteckigen Saal mit frontalem Orchester, beim „Weinbergsaal“ befindet sich das Orchester in der Mitte mit rundherum ansteigenden Sitzreihen. Einen solchen Saal hatte der Wettbewerbsentwurf vorgesehen. Doch der Akustiker plädierte für einen „Schuhkarton“. Da mussten sich Architekten und Akustiker im Interesse der Sache zusammenraufen und Kompromisse entwickeln, um die optimale Form zu finden.

Porträt Raimund Trenkler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kronberg Akademie und des Casals Forums
Nach und nach entstanden neue Entwürfe: aus dem 2014 im Wettbewerb vorgestellten zentrierten Weinbergsaal wurde 2015 zunächst eine gerichtete Schuhschachtel und Ende 2016 schließlich der geschwungene Freiformsaal, der gebaut wurde. Er ist nach vorne ausgerichtet, hat aber auch Sitzreihen rund um das Orchester und sorgt durch seine konkaven und konvexen Reflexionsflächen für einen optimalen Raumklang. Ein Raum wie das Innere eines überdimensionalen Cellos, befand schon im Rohbau Harald Eggebrecht, der Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung.
Bei der Suche nach dem akustisch optimalen Verhältnis von Höhe, Raumvolumen und Raumgestaltung half den Planern ein Konzertsaalmodell im Maßstab 1:10, in dem mit Hilfe speziell entwickelter Lautsprecher und Mikrophone die Schallübertragung simuliert, gemessen und bewertet werden konnte. Als Ergebnis ihrer Versuche wurde das Saalvolumen im oberen Wandbereich vergrößert, sollte die Decke diffus reflektierend und nicht wir zuvor geplant größtenteils absorbierend wirken.
Wand- und Deckenpaneele wurden in ihren Abmessungen und hinsichtlich ihrer Eigenschaften zur Reflexion und Absorption der Klänge optimiert und Reflektoren oberhalb der Bühne hinzugefügt. 450 Details wurden von den Architekten gezeichnet, bis die optimale Gestalt endlich gefunden war, erinnert sich Dominik Weigel, Projektleiter im Team von Staab-Architekten. Besonders spannend dabei: Während das Modell noch getestet und diskutiert wurde, floss bereits der Beton, da der benachbarte Hotel- und der Konzertsaal-Rohbau zeitgleich beginnen sollten.
Berücksichtigt wurde bei den Planungen auch, welchen Einfluss auf die Raumakustik das Publikum und die Bestuhlung haben, wenn der Konzertsaal einmal nicht ausverkauft, nicht jeder Stuhl besetzt ist. Da war das Designerteam der Firma Thonet, eines der erfolgreichsten Möbelunternehmen der Welt, gefragt. Vier Jahre lang arbeitete es nach den Vorgaben des Bauherrn, des Architekten, des Akustikers und aller am Bau beteiligten Fachfirmen an der Entwicklung des optimalen Stuhls für das Casals Forum.
Herausgekommen ist ein langlebiger Konzertstuhl, schlicht, dezent und zeitlos, bequem und stapelbar, eine Flachstahlrahmen-Konstruktion, bei der die Rückenlehne nicht mit den Armlehnen verbunden ist und dadurch leicht federn kann, mit einem Bezugsstoff aus reiner Schurwolle, die nicht nur bei Untersuchungen im Akustiklabor sehr gute Klangwerte ergab, sondern auch bei langem Sitzen und sommerlichen Temperaturen Konzertbesucher nicht schwitzen lässt.
Ein Stuhl mit einer etwas verkürzten Sitzfläche, damit niemand aufstehen muss, um Personen passieren zu lassen. Klappstühle waren von vornherein ausgeschlossen worden, schon allein wegen der Geräusche, die sie verursachen können. Im Obergeschoss wurden bequem breite, sofa-ähnliche, der geschwungenen Form des Raums angepasste Sitzgelegenheiten eingebaut.

Architekt Volker Staab genießt das Kronberg Festival, Foto: Petra Kammann
Eine Herausforderung stellte insbesondere die Glasfassade dar, denn bei den Planungen schwebte Architekt Volker Staab ein Musikpavillon im Park vor. Diese Idee umzusetzen ist gelungen. Ehe die Musik beginnt, blicken die Konzertbesucher durch die rundumlaufende Verglasung hinaus ins Grüne, in den Viktoriapark mit seinem alten Baumbestand, zum Wiesenhang mit der Casals-Skulptur, dem Geschenk eines Kronberger Bürgers, bis hinauf zum Burgturm.
Erst unmittelbar bevor die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne Platz nehmen, schließt sich der schwarze Vorhang lautlos auf einer Schiene, die in der inneren Glasverkleidung verläuft. Sie besteht zum oberen Foyer hin aus gerundeten, zum Saal hin jedoch aus gefalteten Glaspaneelen, die nach den genauen Vorgaben des Akustikers angefertigt und positioniert sind. Denn Glas ist ein bei ihnen höchst unbeliebtes Material, das aufgrund seiner Dichte extrem schallhart ist. Durch die exakt berechnete Faltung lenkt das Glas jetzt den Schall genau dorthin, wo er für die Raumakustik sinnvoll ist.
Während der Kammermusiksaal zum Viktoriapark hin ausgerichtet ist, verstecken sich Ausbildungs- und Studienräume der Kronberg Academy und der für 150 Besucher konzipierte zweite Konzertsaal im seitlich ansteigenden Schönberger Hang. Damit gleichzeitig im großen Saal und im benachbarten Carl Bechstein Saal Konzerte stattfinden können, ergab sich beim Rohbau für die Architekten ein weiteres großes Problem. Sie lösten diese Herausforderung, indem sie eine konstruktive Fuge schufen, die sich durch das Gebäude zieht, und die Deckenplatten elastisch auf Streifen lagerten.
Der erste CO2-neutrale Konzertsaal der Welt
Eine Besonderheit ist das Energiekonzept des Casals Forum. Es basiert auf dem Einsatz eines effizienten Wärmepufferspeichers in Form eines Eisspeichers, der sich unter dem Boden eines der Innenhöfe versteckt, die für Tageslicht in den Räumen des Studienzentrums und in den Büroräumen sorgen. In Kombination mit Wärmetauschern und Wärmepumpen klimatisiert er den gesamten Gebäudekomplex. Durch den Einsatz von Ökostrom wird das Casals Forum damit zum ersten CO2-neutralen Konzertsaal der Welt.
Großen Wert legten die Architekten auch auf das Material, das sie beim Bau verwendeten. Das Dachtragewerk wurde von Stahl auf Holz umgeplant. Aus zertifizierter europäischer Eiche bestehen Außen- und Innentüren, Fenster und Bodenbeläge. Muschelkalk aus Franken fand in den Natursteinfassaden Verwendung. Die in den Schönberger Hang eingeschobenen Gebäude profitieren von der klimastabilen Temperatur des Erdreichs. Ihre begrünten Dachflächen haben eine hohe Wasserrückhaltekapazität. Der Beethovenplatz zwischen Hotel und Casals Forum lässt durch seine Pflasterung Regenwasser versickern und am Platzrand wurde der Bachlauf aus dem Schillerweiher freigelegt und renaturiert.

Das Kronberger Musikquartier wurde nominiert beim DAM-Preis 2024, Darstellung: Staab Architekten Berlin
Die komplizierten Planungen, die in die Bauphase hereinbrechende Corona-Pandemie mit den nicht zuletzt durch sie verursachten Firmenpleiten und Lieferengpässen erschwerten die Bauarbeiten. Dennoch konnte das Casals Forum wie geplant 2022 während des Kronberg Academy Festivals in Anwesenheit vieler Politiker aus Bund, Land, Kreis und Stadt, die sich an den Baukosten beteiligt hatten, vor allem aber auch mit allen Spenderinnen und Spendern, die maßgeblich zur Finanzierung des ehrgeizigen Projekts beigetragen haben, eröffnet werden.
Ein ungewöhnliches Zeichen für Bürgersinn, denn rund ein Drittel der Baukosten von rund 60 Millionen Euro stellten Privatpersonen der Kronberg Academy Stiftung zur Verfügung. Vieles war zwar noch provisorisch und wurde wie auch das reizvoll geschwungene und geschindelte Dach erst nach und nach fertig. Die Festivalkonzerte jedoch konnten schon im holzgetäfelten großen Saal stattfinden und danach der Unterricht in den mit enormem Aufwand schallisolierten Studios beginnen.
Das Forum im Urteil der Kritik
Schon bald folgten lobende Urteile über die fantastische Akustik des Saals. Die hr2-Radiomoderatorin Natascha Pflaumbaum befand: „Ein hervorragender Klang, den man unbedingt live erleben möchte.“ Der renommierte Geiger Augustin Hadelich meinte: „Ein Saal, der ganz ideal ist für Kammermusik und auch vielseitig akustisch verändert werden kann. In diesem Saal kann ich die vollen dynamischen Möglichkeiten der Geige auskosten, von leisesten Tönen bis hin zu den lautesten.“
Und Christoph Eschenbach, nicht nur weltweit gefragter Dirigent und Pianist, sondern auch Mitglied des künstlerischen Beirates der Kronberg Academy, äußerte sich so: „Die Akustik ist perfekt für Kammermusik, Kammerorchester, aber auch, wie ich selbst erleben konnte, für ein kleineres Sinfonieorchester. Man ist als Zuhörer mittendrin und auch unmittelbar Teilhaber am musikalischen Geschehen, wie es wahrscheinlich die Komponisten erträumt haben.“

Viel Applaus für den Dirigenten Christoph Eschenbach, Foto: Petra Kammann
Auszeichnungen und Preise gab es auch für die Architektur. Das Land Hessen und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen verliehen dem Casals Forum bereits 2023 den Staatspreis für Architektur + Städtebau „mit Anerkennung“. Ein Jahr später war das Casals Forum Finalist bei dem vom Deutschen Architekturmuseum Frankfurt verliehenen DAM-Preis 2024. Das Urteil von Architektin und Jury-Mitglied Maria Hirnsperger macht deutlich, was das Casals Forum auszeichnet und einmalig macht:
„Die Vision eines gänzlich der Musik und ihren Anhänger*innen gewidmeten Hauses ist in Kronberg architektonisch ausgewogen wie ansprechend in die Realität umgesetzt worden. Dabei verzichtet der Entwurf von Staab Architekten darauf, eine Großform auf das ehemals als Parkplatz genutzte Grundstück zu setzen. Stattdessen wurden die unterschiedlichen Funktionen gefühlvoll in die natürliche Topografie zwischen S-Bahnhof Kronberg und Viktoriapark integriert.

Pablao Casals, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150ten mal jährt, stand Pate für das Musikforum, Foto: Pablo Casals Foundation
Der Name Casals Forum weist auf zwei weitere Aspekte im Projekt hin, die Bauherr*innen wie Planer*innen am Herzen lagen. Da wäre zum einen der von dem Cellisten Pablo Casals gelebte Grundsatz, das Verbindende der Musik hervorzuheben und sich für Menschlichkeit und die Bewahrung der Natur einzusetzen. Zum anderen steht der Begriff „Forum“ dafür, die möglichen Barrieren zwischen Bevölkerung und Musikschaffenden räumlich und funktional abzubauen.
„Der natürlich belichtete und den höchsten Ansprüchen genügende Konzertsaal öffnet sich über eine rundumlaufende Glasfuge zur Stadt beziehungsweise zum Außenraum. Sie ermöglicht verschiedenste Blickbeziehungen und eine Verbindung zwischen innen und außen. Der Konzertsaal weist Ähnlichkeiten zur Berliner Philharmonie (Weinbergmotiv) auf und ist darauf ausgelegt, zwischen den Musiker*innen und dem Publikum visuell und räumlich eine enge Verbindung aufzubauen. Gefaltete Wände und drehbare Reflexionsflächen machen es möglich, die idealen akustischen Bedingungen für verschiedenste musikalische Konfigurationen zu schaffen. Unterstützt durch ein ausgeklügeltes technisches Konzept bietet der Saal die Möglichkeit der absoluten Stille, aus der wiederum Musik entsteht.“
Ästhetisches Beiprogramm – Kunstwerke inner- und außerhalb des Forums
Zum Charme und ästhetischen Reiz des fertigen Casals Forums tragen zudem die Kunstwerke im, vor und hinter dem Gebäude bei. Der britisch-deutsche Bildhauer Sir Anthony Cragg schuf die beiden Skulpturen auf dem Beethovenplatz und an der Schillerstraße. Der Skulptur vor dem Haupteingang gab er den Namen „C-Dur“, „Timbre“ heißt die weiße Skulptur am Übergang zum Schillerweiher. Inspirieren ließ sich der Künstler von der Idee einer schwingenden Saite und stellt damit die Verbindung zwischen bildender Kunst und Musik her.

Der Bildhauer Tony Cragg kam nach Kronberg, um seine Skulpturen feierlich zu enthüllen; hier erläutert er seine schwingende Skulptur C-Dur, Foto: Petra Kammann
Im hinteren Teil des Eingangsfoyers steht eine Büste des Namensgebers Pablo Casals, 1977 von dem amerikanischen Bildhauer Robert Berks geschaffen für das Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York. Denn der katalanische Cellist, Komponist und Dirigent war sein Leben lang ein unermüdlicher Kämpfer für Frieden, Freiheit und Menschenwürde, wurde 1963 mit der Freiheitsmedaille der Vereinigten Staaten von Amerika und 1971 mit der Friedensmedaille der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Die Büste im Casals Forum ist der Zweitguss der New Yorker Büste und eine Leihgabe des Museo Pau Casals im spanischen El Vendrell, dem Geburtsort des Cellisten.
Der Büste gegenüber steht ein Holzschnitt des spanischen Künstlers Antoni Tàpies aus seiner 1992 geschaffenen „Suite Erker“, ein dunkles aufgeschlagenes Buch mit der kargen Zahlenfolge 123 – eine Metapher für das Buch des Lebens? Auch für Tàpies spielten humanitäre Verantwortung, existenzielle Fragen und die Liebe zur klassischen Musik eine wichtige Rolle in seinem Leben.

Stimmungsvoll: abendliche Stimmung am Beethovenplatz, Foto: Petra Kammann
Gegenüber der Garderobe und neben der Haupttreppe befindet sich ein Werk der renommierten 1957 geborenen Konzeptkünstlerin Karin Sander. Sie hat mit „Wandstück“ eines ihrer bekanntesten Werke neu realisiert. Durch intensive Bearbeitung entstand im Putz der Wand ein poliertes Rechteck, ein glattes und reflektierendes Wandbild, in dem sich Betrachter wie in einer Zwischenwelt sehen können, doch ohne eine Spiegelung zu haben.
Über dem Treppenaufgang zum Crespo Foyer fängt „Flylight“ die Blicke und Aufmerksamkeit des Publikums ein, eine Lichtinstallation des 2007 von Ralph Nauta und Lonneke Gordijn gegründeten niederländischen Kollektivs Studio Drift. Unzählige mundgeblasene mit Lichtern bestückte Glasröhren schweben über den Köpfen der Menschen, ein stilisierter Vogelschwarm, der an das katalanische Volkslied „Cant dels Ocells – Gesang der Vögel“ erinnert, mit dem Pablo Casals als Zugabe stets seine Konzerte beendete und das dadurch zum Friedenslied wurde.
Diese sorgfältig ausgewählten Kunstwerke spiegeln jedes in seiner Art die Leichtigkeit der Architektur wider, unterstreichen sie noch einmal und gehen eine gelungene Verbindung mit ihr ein.

Moderatorin Annette Wittkopf (re) stellte mit Marta Casals Istomin die Studiengänge der Kronberg Academy in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt der Presse vor, Foto: Lutz Sternstein
*Die Autorin Annette Wittkopf, Jahrgang 1943, ist ausgebildete Redakteurin und seit mittlerweile 60 Jahren bei der schreibenden Zunft. Nach ihrem Volontariat und einigen Monaten als Jungredakteurin beim Stader Tageblatt arbeitete sie nach ihrer Eheschließung zunächst einige Jahre als freie Mitarbeiterin für die Heilbronner Stimme und nach der Geburt ihrer Söhne 1967 und 1970 ab Mai 1971 31 Jahre lang als Lokalredakteurin für die Frankfurter Rundschau im Hochtaunuskreis.
Seit 1968 lebt die gebürtige Berlinerin im Vordertaunus. Sie war sieben Jahre lang Kreistagsabgeordnete, über 20 Jahre ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgerichtshof in Kassel, acht Jahre im Prüfungsausschuss und acht Jahre in der Prüfungskammer für Kriegsdienstverweigerer sowie mehrere Jahre Mitglied im Vorstand des Bundes für Volksbildung in Oberursel, dem Trägerverein der Volkshochschule für den westlichen Hochtaunuskreis.
Im „Unruhestand“ arbeitet sie in der Presseabteilung der Kronberg Academy. Sie macht aber auch Pressearbeit für das Altkönig-Stift, die Königsteiner Stiftung Childaid Network und gelegentlich für den Lions Club Kronberg. Außerdem ist sie ehrenamtliche Pressereferentin der Kronberger Söllhuber Stiftung „Augenlicht für erblindete Kinder in Bangladesch“.
P.S. Der Text-Beitrag erschien vorab im Jahrbuch Hochtaunuskreis 2026: Kunst. Architektur.Design, Verlag Waldemar Kramer
