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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

September-Programm anlässlich der Eröffnung der restaurierten Nordvorhalle der Leonhardskirche

Der 700 Jahre alte Kirchenraum wird zum Klingen gebracht

Mit der Eröffnung der Nordvorhalle von St. Leonhard ist die Restaurierung einer der schönsten und ältesten Frankfurter Kirchen abgeschlossen. Nicht nur Hauptsehenswürdigkeiten des mittelalterlichen Frankfurts sind nun wieder zugänglich wie die beiden romanischen Kirchenportale und das hängende Gewölbe. Auch Neues ist zu entdecken wie die bei der archäologischen Ausgrabung gefundenen Fragmente mittelalterlicher Wandmalerei und die Heilig-Grab-Kapelle; der Blick in die romanische Apsis des Nordturmes ist berückend.

Leonhardskirche – Blick in das hängende Gewölbe

Das sensible Restaurierungskonzept hat einen ganz besonderen Raum entstehen lassen. Vor allem originaler Bestand sollte sichtbar werden, manches blieb als Fragment stehen, den Abschluss der Halle bildet die neu geöffnete Heilig-Grab-Kapelle.

Dieser Raum soll nun mit einem kleinen Kulturprogramm musikalisch und szenisch erlebbar werden. In Zusammenarbeit mit Andreas Weith, dem Kirchenmusiker an St. Leonhard, und Schauspielern des Freien Schauspielensembles sowie des Theater Willy Praml wird es schon bald zwei Kammerkonzerte und eine szenische Lesung geben.

1. Arkadenkonzert „Freundliche Stille“

Da gibt es Musik vom irdischen Frieden und himmlischer Ruh aus unterschiedlichen Epochen mit dem international renommierten Countertenor Franz Vitzthum und seinem langjährigen Sängerkollegen Markus Flaig am Akkordeon, Sonntag, 6. September 2026, 17.00 Uhr.  Flaig und Vitzthum verbindet besonders ihre Liebe zur Sprache sowie ihre Erfahrung mit sogenannter Alter Musik. Der in Frankfurt und Umgebung als Sänger bekannte Markus Flaig und sein Sängerkollege Franz Vitzthum, der seit vielen Jahren auch begeistert Akkordeon spielt, ist überzeugt, das Akkordeon könne „wie ein Melodieinstrument Linien beseelen und diese gleichzeitig begleiten. Es kann laut, aber vor allem auch sehr schön leise und eröffnet für die Begleitung barocker Sololiteratur ganz neue Möglichkeiten“.

Die beiden experimentierfreudigen Musikerkollegen kommen so zu ganz überraschenden Klangschöpfungen. Am kommenden Sonntag spielen sie Musik unterschiedlichster Epochen – von kunstvollen Motetten der Renaissance über Werke von Henry Purcell, Franz Schubert und Johannes Brahms bis hin zu Kompositionen von Francis Poulenc. Faszinierend, wenn sich Vitzthums hellwarmer Countertenor sich mit den tiefgründigen Klängen des Akkordeons verbindet und zur eine echten changierenden barocken Klangrede wird.

Das Malereifragment 

Der Ackermann und der Tod – Ein Streitgespräch

Theatralische Lesung mit Musik am Sonntag, 13. September 2026, 17.00 Uhr

Zu den Neuentdeckungen in der Nordvorhalle zählt auch mittelalterliche Wandmalerei wie das Fragment einer Szene, das uns den Tod vor Augen führt, der die Worte spricht: „alles geht durch meine Hand“. Diese Entdeckung dieses Spruchbandes war der Anlass für die Lesung eines berühmten Textes: des um 1400 von Johannes von Tepl verfassten Streitgesprächs zwischen dem Autor, der seine geliebte Ehefrau verliert, und dem Tod.

Der Ackermann klagt an: Willkürlich und grausam hat der Tod ihm seine liebe Ehefrau entrissen. Dieser kontert und es entspinnt sich eine leidenschaftliche Diskussion um den Sinn des Lebens und Sterbens.

Vor der Lesung wird das Malereifragment vorgestellt. Die Einführung zur etwa 70-minütigen Veranstaltung wird die Direktorin des Dommuseums Bettina Schmitt halten und nimmt dann das Streitgespräch mit Reinhold Behling und Axel Gottschick auf. Musikalisch begleitet werden sie von Judith Freise, Barockgeige und Toshinori Ozaki an der Laute.

2. Arkadenkonzert – „Bass, Basso, Bassoon“

Sonntag, 27. September 2026, 17.00 Uhr 

Da wird Musik für zwei Fagotte und Orgelbegleitung von Georg Philip Telemann, Antonio Vivaldi und Johann Baptist Vanhal mit den Fagottisten Henrike Kirsch und Jeremias Weith, Fagott und Torsten Mann, an der Orgel zu erleben sein.

Am Tag des offenen Denkmals, 13. September 2026

finden öffentliche Führungen jeweils um 13.00, 13.30, 14.00, 14.30 Uhr statt.  pk

Alle Veranstaltungen sind frei. Um Spenden für den weiteren Erhalt wird gebeten. Für die Teilnahme bei der Lesung melden Sie sich bitte an unter:

fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de oder 069 8008718 293 .

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