Schauspiel und Tanz auf höchstem Niveau im Pfalzbau-Theater Ludwigshafen in der kommenden Saison 2026/27
Gastspiele aus Berlin, Hamburg, München und Wien in der Spielzeit 26/27
Von Walter H. Krämer
Die Spielzeit 2026/27 des Theaters im Pfalzbau präsentiert sich außergewöhnlich vielfältig und setzt erneut starke Akzente im Schauspiel und Tanz. Internationale Compagnien, bedeutende Regisseurinnen und Regisseure sowie herausragende Ensembles und Schauspieler*innen prägen das Programm.

BERLINER ENSEMBLE: „Was ihr wollt“ von William Shakespeare, Regie: Antú Romero Nunes
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer umfangreichen Werkschau des Berliner Ensembles, das allein mit vier Gastspielen in Ludwigshafen vertreten ist. „K. Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas Prozess“ , „De Profundis“ von Oscar Wilde in einer Bearbeitung von Oliver Reese mit Jens Harzer / „Was ihr wollt“ von William Skakespeare und last but not least „HEROES“ – Alexander Scheer singt David Bowie.
Im Mittelpunkt der Inszenierung „K. Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas Prozess“ (8. + 9.11.26) steht K., Barrie Koskys bildmächtige Auseinandersetzung mit Franz Kafka. Die Inszenierung verbindet Kafkas „Der Prozess“ mit weiteren Texten des Autors und dessen jüdischer Identität zu einem musikalischen Theaterabend von großer Intensität. Kosky entwickelt daraus eine poetische, humorvolle und zugleich existenziell bedrängende Bühnenwelt, die Schauspiel, Musik und szenische Fantasie virtuos miteinander verbindet.
Mit „Was ihr wollt “ (29. + 30.05.27) zeigt das Berliner Ensemble Antú Romero Nunes‘ mitreißende Neuinterpretation von Shakespeares berühmter Komödie. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch große Spielfreude, körperliche Präsenz, überraschenden Humor und musikalische Leichtigkeit aus. Aus dem klassischen Verwechslungsspiel entsteht ein moderner Ensembleabend, der Komik und Melancholie auf besondere Weise verbindet.
Zu den Höhepunkten der Saison zählt „De Profundis „(14.11.26) nach Oscar Wilde. Oliver Reese bringt Wildes berühmten Gefängnisbrief als konzentrierten Soloabend auf die Bühne. Im Zentrum steht Jens Harzer, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler seiner Generation. Seine Darstellung wurde vielfach gefeiert und für den Theaterpreis DER FAUST 2026 in der Kategorie Darsteller*in Schauspiel nominiert. Harzers intensive, sprachmächtige Interpretation macht den Abend zu einem außergewöhnlichen Theatererlebnis.
„HEROES“ (12. + 13.02.27) mit Alexander Scheer ist eine Hommage an David Bowie, geht aber über ein klassisches Tribute-Konzert hinaus. Im Mittelpunkt steht Bowies berühmte Liste der 100 Bücher, die ihn inspiriert haben. Die Texte werden mit Liedern wie „Heroes“, „Life on Mars?“, „Let’s Dance“ und weiteren Bowie-Klassikern verwoben. So entsteht ein Abend, der Konzert, Lesung und Theater miteinander verbindet und sich versteht als eine künstlerische Verneigung vor Bowies Musik, seiner Literaturbegeisterung als auch seiner Verbindung zu Berlin.
Weitere Aufführungen aus Berlin – „Manzini-Studien“ (16. + 17.10.26) von René Pollesch aus der Volksbühne Berlin und „Die Physiker“ (17. + 18.06.27) vom Deutschen Theater Berlin – und Gastspiele aus Hamburg, München und Wien kommen hinzu.
Mit „Die Physiker“ ist eine der wichtigsten Komödien Friedrich Dürrenmatts zu erleben. Die Inszenierung arbeitet die zeitlosen Fragen nach wissenschaftlicher Verantwortung, Macht und Moral präzise heraus und verbindet schwarzen Humor mit großer gesellschaftlicher Relevanz.

aus: „Manzini-Studien“ Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis, Foto: Apolonia Therea Blitzan
In der Inszenierung der „Manzini-Studien“ (Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis) – eine der letzten des zu früh verstorbenen Regisseurs René Pollesch – erleben wir drei virtuose Schauspieler*innen, die sich über Fragen des Theaters, der Politik und der Gesellschaft kluge Gedanken machen.

„Arendt“ Denken in finsteren Zeiten“ Szene mit: André Szymanski, Corinna Harfouch
Auch außerhalb der Berliner Gastspiele versammelt die Saison einige der bedeutendsten Inszenierungen des deutschsprachigen Theaters. Mit „Arendt“ (10. + 11.12.26) gastiert eine vielfach ausgezeichnete Produktion aus Hamburg, die das Leben und Denken Hannah Arendts in einer klugen Verbindung von politischer Reflexion und persönlichem Schicksal auf die Bühne bringt. Die Inszenierung von Tom Kühnel mit Corinna Harfouch in der Rolle der Hannah Arendt, zeigt eindrucksvoll, wie aktuell Arendts Fragen nach Verantwortung, Freiheit und Demokratie geblieben sind.
Aus München kommt die vielbeachtete Inszenierung „Mephisto“ (23. + 24.04.27), die Klaus Manns Roman über Opportunismus, Macht und künstlerische Verantwortung eindrucksvoll in die Gegenwart übersetzt. Die Münchner Produktion zählt zu den herausragenden Schauspielinszenierungen der jüngsten Zeit – eingeladen zum Theatertreffen 2026 – und überzeugt durch ihre große darstellerische Intensität – besonders des mehrfach dafür ausgezeichneten Hauptdarstellers Thomas Schmauser – sowie ihre politische Aktualität.
Ein weiterer Höhepunkt ist „Elisabeth!“ (19. + 20.03.27) vom Wiener Burgtheater. Die Inszenierung verbindet historische Figur und moderne Perspektive zu einem facettenreichen Theaterabend und unterstreicht einmal mehr den internationalen Rang des Burgtheaters sowie die außergewöhnliche Qualität seines Ensembles.
Elisabeth – Stefanie Reinsperger – betritt die Bühne. Sie ist Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, Schönheitsideal, Ehefrau, Mutter, Sportlerin – und seit über 100 Jahren tot. Wie blickt sie selbst auf ihr Leben im Rampenlicht des 19. Jahrhunderts zurück? Auf ihr Fortleben als Ikone in dutzenden Filmen und Serien.
Sisis Gesicht ziert Süßigkeiten und Souvenirs, sie ist das Vorzeigeschild Österreichs, der Liebling einer Nation. Gleichzeitig wird sie als Rabenmutter bezeichnet, als essgestört, eitel und selbstsüchtig. Wer ist die Frau hinter all den Bildern und Geschichten? Die junge Regisseurin Fritzi Wartenberg inszeniert Mareike Fallwickls Monolog „ELISABETH!“ und wirft einen vielschichtigen und feministischen Blick auf den Habsburger-Superstar mit einer virtuos aufspielenden Stefanie Reinsperger.
Das Tanzprogramm
Neben diesen Schauspielproduktionen bietet die Spielzeit erneut ein hochkarätiges Tanzprogramm mit international renommierten Compagnien. Damit bestätigt das Theater im Pfalzbau seinen Ruf als eines der wichtigsten Gastspielhäuser Deutschlands, das Spitzenproduktionen des deutschsprachigen und internationalen Theaters nach Ludwigshafen bringt. Das Spektrum reicht von den ikonischen Werken Pina Bauschs bis zu zeitgenössischen Choreografien von Sidi Larbi Cherkaoui und John Neumeier.

Vollmond– Ein Stück von Pina Bausch : Fernando Suels. Rainer Beh , Julie Anne Stanzak, Foto: Karl Heinz Krauskopf
Ein herausragender Höhepunkt ist „Vollmond“ ((18. + 19. + 20.12.26) des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. Das 2006 uraufgeführte Werk zählt zu den eindrucksvollsten und beliebtesten Choreografien der großen Tanztheater-Pionierin. Vor einer spektakulären Bühnenlandschaft mit einem riesigen Felsen und einer von Wasser bedeckten Spielfläche entfaltet sich ein intensiver Bilderreigen über Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft und die elementare Kraft der Natur.
Pina Bausch verbindet virtuosen Tanz, poetische Szenen und berührende Menschlichkeit zu einem Werk von überwältigender emotionaler Kraft, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.

Ihsane choreography by Sidi Larbi Cherkaoui
Mit „Ihsane“ (4. + 5.02.27) präsentiert der vielfach ausgezeichnete Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui eine seiner persönlichsten Arbeiten. Der Titel – arabisch für Güte oder Mitmenschlichkeit – verweist auf die zentrale Idee des Stücks: Respekt, Empathie und das Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Cherkaoui verbindet zeitgenössischen Tanz mit Einflüssen aus verschiedenen Bewegungstraditionen und schafft eine poetische, hochmusikalische Choreografie, die von außergewöhnlicher Körperlichkeit und spiritueller Tiefe geprägt ist.

Das Göteborgs Operans Danskompani gastiert mit „See You Sunday „(9. + 10. +11.10.26), einer Produktion, die für die Offenheit und Innovationskraft der schwedischen Compagnie steht. Die Choreografie verbindet kraftvolle Ensemblepassagen mit intimen Momenten und entwickelt aus alltäglichen Begegnungen ein bewegendes Nachdenken über Nähe, Zeit und zwischenmenschliche Beziehungen. Die Tänzerinnen und Tänzer beeindrucken dabei mit ihrer technischen Präzision und enormen Ausdruckskraft.
In „Scirocco“ (24.10.26) – präsentiert von der Stuttgarter Compagnie WINNdance – sehen wir Choreographien u.a. von John Neumeier – die allesamt etwas mit Venedig zu tun haben und in denen der Handlungsort eine wesentliche Rolle spielt. John Neumeier, der langjährige Leiter des Hamburg Balletts zählt zu den bedeutendsten Choreografen unserer Zeit und versteht es wie kaum ein anderer, klassische Balletttechnik mit psychologischer Tiefe und erzählerischer Kraft zu verbinden.
Salon Populaire
Im Rahmen der Reihe Salon populaire finden Lesungen bekannter Autor*innen und Schauspieler*innen wie Katharina Thalbach, Edgar Selge und Ursula Krechel statt und Carolin Emcke und Joschka Fischer werden zu Podiumsgesprächen erwartet.
Dies nur ein kleiner Ausschnitt aus dem vielfältigen Programm. Blättern Sie im Programmbuch, scrollen sie auf der Webseite – Sie werden bestimmt weiteres für einen Theaterabend finden. Ludwigshafen ist allemal eine Reise wert und man wird durch hochkarätigen Tanz und herausragendes Schauspiel belohnt.
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Berliner Straße 30
67059 Ludwigshafen
Tickets im Vorverkauf
Ab 08.09.26 beginnt der Vorverkauf für alle Vorstellungen bis einschließlich 31.12.26.
Für Vorstellungen von Januar bis einschließlich 07.03.27 beginnt der Vorverkauf am 17.11.26.
Für Veranstaltungen ab dem 11.03.27 bis Spielzeitende beginnt der Vorverkauf am 12.01.27.
https://www.theater-im-pfalzbau.de/

